Der tägliche Rassismus

Zwei Vorfälle habe ich am Samstag erlebt.

Fall 1:

Ich war im Rewe in der Altmarktgallerie einkaufen und kam gerade aus der Kasse heraus, als ich zwei Vietnamesen am Packtisch bemerkte. Neben ihnen stand ein Typ, ca. 50 Jahre alt, versoffenes Aussehen, versoffene Stimme, und pöbelte die beiden an. Da fielen u.a. solche Sachen wie „Scheiß Ausländer“ oder „Nicht mal einkaufen kann man als Deutscher in Ruhe“.

Ich positionierte mich mit meinen Zeug zum Einpacken daneben, als er die Frau als „Fotze“ bezeichnete. Daraufhin habe ich ihn dann meine Meinung gesagt, das er solche Sprüche sein lassen kann, worauf er schnell abzog.

Fall 2:

Ein junges Mädchen, 17 Jahre, erzählte mir und einen Freund Abends, das sie jetzt in einer Gruppe gegen Rassismus aktiv ist. Wenige Minuten vorher mussten wir uns noch anhören, „…die Türken können sie alle in die Türkei zurück schicken, die machen mich immer an.“

Das waren nur zwei exemplarische Fälle über den alltäglichen Rassismus, den man heute immer wieder begegnet. Wenn dann CDU-Politiker von „Multikulti-Schwuchteln“ spricht, oder ein Ministerpräsident von „ausländischen Sozialschmarotzern“ dann zeigt das eher die tiefe Verwurzelung von fremdenfeindlichen und diskriminierenden Gedankengut in unsere Gesellschaft als von Ausnahmen.

  1. Eine Reaktion

  2. Von Martin Stern am 10. Dez 2006 um 16:07 Uhr

    Und es gibt noch viel mehr Leute die zwar nicht offen was gegen Ausländer sagen, aber heimlich genauso denken. Viele die meinen dass die Ausländer „uns Deutschen“ die Jobs wegnehmen würden und/oder nur auf unsere Kosten leben. Ausnahmen sind das auf keinen Fall.

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