Stürmische Selbstdarsteller

Nachdem Orkan Kyrill Deutschland wieder verlassen hat, kann man allerorts Kritik hören. Da wird z.B. geschimpft, das die Bahn total überreagiert hätte, als sie das komplette Streckennetz stillgelegt hat. Bei n-tv war ein Fahrgast zu sehen, der sinngemäß meinte: „Nur weil es da mal ein bisschen pustet, fahren die gleich nicht mehr.“

Was? „Ein bisschen pustet“? Wie dämlich ist das denn? Er kann sich ja mal bei Windstärke 12 auf das offene Feld stellen.

Meiner Meinung nach hat die Bahn in dem Augenblick vollkommen richtig gehandelt. Sicher war es für die Fahrgäste nicht schön, eine ganze Nacht im Bahnhof zu stehen. Aber was wäre wohl erst gewesen, wenn ein Zug in dunkler Nacht auf einen Baum aufgefahren und entgleist wäre?

Dann wäre da noch Wetterfrosch Kachelmann mit seiner Firma Meteomedia, der sich beschwert, die Warnungen des Wetterdienstes DWD wären übertrieben gewesen. Da kann ich nur der Antwort von Manfred Klemann, Chef der wetter.com AG, zustimmen.

Zitat:
„12 Tote, die Bahn stellt still, Straßen sind unpassierbar im ganzen Land, Autos werden durch die Luft geschleudert. Alles gar nicht so schlimm? Weil Sie es nicht vorhergesagt haben. Weil Sie geschlafen haben und lieber die ganz große Katastrophe herbeigesehnt hätten. Dabei hat gerade diesmal das Warnsystem, vor allem auch von wetter.com, die ganz große Katastrophe verhindert. So konnten die Menschen rechtzeitig gewarnt werden und sich in Sicherheit bringen.“

Wenn man sich mal die Karte von unwetterzentrale.de, einer Webseite von Meteomedia Deutschland GmbH, anschaut, dann sah die so aus, bereits bevor es richtig geweht hat:

Unwetterzentrale.de
(Screenshot der Webseite vom 17.01.2007 um 21:40)

Lila, die höchste Warnstufe, bereits am Vortag, bevor es richtig losging.

Am 18. waren dann hier Nachmittags die Einkaufsmeilen fast leer. Und das war auch gut so. Die Bilder stammen von diesem Tag aus Dresden.

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