BILD ist geschockt!

So sieht die heutige Schlagzeile in BILD aus.

BILD ist geschockt

(So sät man Hass, ob BILD das klar ist?)

In dem Artikel, der sich auf einen Artikel in der €uro am Sonntag bezieht (Welch ein Zufall, aus dem Hause Axel Springer Finanzen Verlag GmbH), geht es um die Problematik, das in Deutschland immer mehr Menschen älter werden, dafür immer weniger Menschen neugeboren werden. Das führt zu einer Verschiebung der demografischen Entwicklung. Kurz: Die Gesellschaft wird älter.

Wie also BILD und €aS zu entnehmen ist, werden die heutigen Menschen unter 45 Jahren mehr in die Sozialversicherungssysteme einzahlen, als sie letztendlich herausbekommen werden. Menschen über 45 Jahre dagegen bekommen mehr heraus, als sie eingezahlt haben.

Prof. Peter Oberender von der Universität Bayreuth benennt einen der Gründe in €aS: Immer weniger Arbeitnehmer müssen immer mehr Rentner finanzieren.

Beide Zeitungen schweigen sich aber über die wirklichen Gründe aus. Seit Jahren zunehmende Arbeitslosigkeit, immer mehr Billiglöhner, selbst bei fest angestellten Arbeitern real sinkende Löhne, immer mehr ALGII-Empfänger, das alles sind Gründe, die das Rentensystem mit immer weniger Geld versorgen. Dazu kommt eine fehlende soziale Perspektive, die u.a. zu einer der niedrigsten Geburtenraten weltweit führt.

Und was empfiehlt BILD?

Sie zitiert Jörg Tremmel von der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen:
„Das ist Generationsbetrug! Die heute Jüngeren werden die erste Generation seit dem Krieg sein der es im Alter deutlich schlechter geht als ihren Eltern Dies ließe sich nur verhindern, wenn die heute Alten weniger Rente bekommen oder länger arbeiten würden. Das ist politisch nicht durchsetzbar.“ (Hervorhebung von mir.)

Ach so, entweder noch mehr Altersarmut oder noch mehr Arbeitslose, das wird die Probleme lösen.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von gewe am 22. Jan 2007 um 21:00 Uhr

    Es ist doch immer wieder überraschend, zu welch tollen Erkenntnissen die BILD kommt (Fakten, die seit über 20 Jahren bekannt sind) und zu welchen Schlußfolgerungen. Aber so ist das, wenn man nur 1+1 zusammenzählen kann.
    Wenn ich in einigen Jahren meinen Ruhestand (hoffentlich) antrete, werde ich mir von der BILD kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Ich hatte das große Glück, 40 Jahre in einem kinderfreundlichen Staat aufzuwachsen und dort meine 5 Kinder groß ziehen zu können. Da wären also ausreichend Einzahler in die Rentenkasse vorhanden – wenn man sie denn einzahlen läßt und nicht in Arbeitslosigkeit und HartzIV verkommen.
    Wäre ich 20 Jahre später geboren worden, dann hätte dieser heutige kinderfeindliche Staat mir zu weitaus weniger Kindern die reale Chance gegeben. Die mit niedrigste Geburtenrate der BRD hat also ihre ganz klaren Ursachen. Das ist die Folge, dass in diesem System an der Spitze der Profit und nicht der Mensch steht.

  3. Von Sven am 23. Jan 2007 um 08:48 Uhr

    Das Demographie-Problem ist eine Lüge mit der die Regierungen nun schon über 30 Jahre (,,die Rente ist sicher“) durch die Lande ziehen. Die Rentenkasse ist zum Selbstbdienungsladen geworden. Hier ein bischen Milchmädchenrechnung mit dem Erblastentilgungsfond und dort werden eine paar Sozialleistung plötzlich mit Versicherungsgeldern bezahlt. Weil die Rentenkassen jahrelang Überschüsse erwirtschaftete mit denen eigentlich Rücklagen gebildet werden sollten, wurde sie in unseren Problemumschichtungs-Lösungen nur zu gerne als Lückenbüßer für verfehlte Politik genutzt. Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt, aber kein Politiker hat den Arsch in der Hose, das offen zuzugeben, weil es unpopulär ist und weil er damit eigene Fehler eingestehen müsste.

    Allerdings haben es die Deutschen nicht besser verdient. Wer seiner politischen Führung so blind vertraut und bei solchen Spielchen nicht gehörig auf die Finger klopft, hat es nicht anders verdient.

  4. Von Dirk am 25. Jan 2007 um 11:28 Uhr

    Dieser Prof. Oberender, auf dessen Studie sich Bild beruft (Autor: Oliver Santer, ex. Allianz – aha – Privatversicherung), ist INSM-Aktivist und Privatversicherungslobby-„Experte“.
    Interessant finde ich, dass der Herr Prof(et) auf den Euro genau auf 30 Jahre im Voraus Beiträge und Renten, ferner Wirtschaftliche, Einkommen und Arbeitslosenzahlen zu kennen scheint. Ooooohhm! Wir brauchen die Rente ab 77, möglichst Privat.
    Ich kann auch prophezeien – auch ohne „exakte“ Mathematik: „Bild“ 2010: „Alte schuften bis zum Umfallen, Junge schmarotzen nur Hartz IV“.

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