Holocaust = „Stasi-Verbrechen“?

Mein Lieblingshistoriker, der „profilierteste Kenner des DDR-Unterdrückungssystems“ (*lol*), Hubertus Knabe, hat sich anlässlich der Oscar-Verleihung für den Film „Das Leben der Anderen“ zu Wort gemeldet:

Was bedeutet der Oscar für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte?

Knabe: Die US-Serie „Holocaust“ hatte in Deutschland einst als Initialzündung gewirkt, sich mit der NS-Vergangenheit und der Judenvernichtung intensiver zu beschäftigen. Der Donnersmarck-Film könnte eine ähnliche Wirkung entfalten. Ich hoffe jedenfalls, dass sich jetzt auch andere Filmemacher und Literaten der Wirklichkeit in der kommunistischen Diktatur zuwenden. Für die Opfer der Stasi wäre das eine – wenn auch späte – Genugtuung.

Quelle: HNA online

  1. 5 Reaktionen

  2. Von blogsgesang am 27. Feb 2007 um 15:24 Uhr

    Natürlich interpretiert Herr Knabe den Oscar ganz in seinem Sinne. Er könnte aber auch ganz anders bewertet werden, nämlich als Anerkennung der brennenden Aktualität dieses Films.
    Mehr:

    http://www.blogsgesang.de/2007/02/26/nicht-nur-das-leben-der-anderen/

  3. Von Jörg Schumacher am 27. Feb 2007 um 16:37 Uhr

    Es ist überflüssig, Herrn H.Knabe Aufmerksamkeit zu widmen: So viel Beachtung wertet ihn nur auf. Der Beitrag von Bloggesang ist da schon interessanter. Wieviel Realität der Film vermittelt ist dabei nicht mal wichtig. Die Erfahrung der Zuschauer und die Intention der Filmemacher scheinen zumindest die reale Unterdückung/Bespitzelung fühlbar zu machen. Allerdings heißt das noch nicht, dass der Blick der Filmemacher richtig ist 😉 „Die Vereinigten Staaten unter Bush sind genau so ein Überwachungsstaat wie die DDR.“ Das ist Quatsch a’la Knabe.

  4. Von Woschod am 27. Feb 2007 um 23:19 Uhr

    An dem, was Blogsgesang schreibt, ist durchaus was dran. Insofern könnte der Wunsch von Knabe auch in die andere Richtung losgehen. Insbesondere wenn man sich die Diktaturwünsche von Schäuble so anschaut.

  5. Von peter s. am 4. Mrz 2007 um 21:14 Uhr

    die interpretation von blocksgesang trifft den nagel auf den kopf.
    wir sollten nicht immer bei argumenten dieser propagandisten vom schlage eines h.knabe in deckung gehen. diese kreaturen waren schon zu frontstadtzeiten die beller in den medien (z.b. hr. mathias walden – freiherr von sass !!wie er richtig hieß) leider bekommen diese leute bei den herrschenden viel unterstützung – ganze klassen werden bei einem berlinbesuch eines abgeordneten in diese gruselkammer des hr. knabe geschickt. (programmpunkt!)

    was hr. otto schily vorbereitete und jetzt von hr. schäuble forciert wird ist schlimmer als die stasi- zettelsammlung die auch zu adenauers zeiten in westdeutschland grundlage für die verfolgung von verbotenen kommunisten und anderen fortschrittlichen menschen war. auch briefe/päckchen die aus der zone kamen wurden stichprobenartig geöffnet und ggf. konfisziert. arbeiter, die die leipziger messe besuchten wurden nach grenzübertritt verhört und presseerzeugnisse konfisziert und daraufhin zum prozeß verwendet. (propaganda) gleichzeitig bettelten industriemanager aus westdeutschland bei ulbricht und honecker um eine audienz am stand auf der messe. (die aufträge !!!)

  6. Von Ohne Jugendweihe am 20. Aug 2007 um 10:39 Uhr

    Lieber Peter S.
    über dich kann mann sich doch nur kaputt lachen! Westliche Industriemanager betteln bei Ulbricht, ohne die Westmilliarden hätte die DDR schon viel früher zu gemacht. Und wenn der Schalck nicht die Waffen verhökert hätte wäre es auch schneller gegangen. Die DDR hat ihre Bürger in ihren Grenzen in Plattenbauten gesperrt und mit Stasiterror kleingehalten, so dass sie heute nicht mal das kleinste bischen Eigenverantwortung für sich übernehmen können und solchen selbstverliebten Narzissen wie Lafo (der schon das Saarland abgewirtschaftet hat) oder den Nazis hinterherlaufen.
    Wer meinst du zahlt denn die Rente für die ganzen Stasi Bonzen, ist das aus dem Vermögen der DDR?
    Ich habe mich leider schon einigen Verhöhren der DDR Organe unterziehen müssen, nur weil ich diesen Post- nazimüll der Jugenweihe nicht mitgemacht habe. Auch gabs kein Abitur für mich in der ach so freiheitlichen DDR.
    Ich würde mich ja freuen, wenn wir als Menschen ein wenig mehr auf die Reihe kriegen würden, aber nei allem Kritikpotential an der Bundesrep., besser gehts im Moment kaum.
    Hans

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