Blogger, Meinungsfreiheit und der Bundestrojaner

Vermutlich jeder Blogger kennt das Problem: Ab und an muss man Kommentare löschen oder verhindern, weil sie einfach nur noch nerven oder beleidigen. Die Reaktionen fallen dann wie in einem aktuellen Fall bei mir so aus: “Hier zu schreiben nuetzt doch eh nix, da nur nur am zensieren und loeschen bist. Du bist zwar nur am Meckern ueber Bundestrojaner und Lauschangriff und fehlende Meinungsfreiheit, dass aber auch nur weil es gegen dich eingesetzt werden koennte.”

Ein glänzendes Beispiel, wie man das Wort “Meinungsfreiheit” für seine Sinne mißbrauchen kann. Oder versucht zu mißbrauchen. Diese Person kann (fast alles) sagen was sie will, ohne dafür bestraft zu werden. Wieso aber glaubt diese Person, sie habe ein durchsetzbares Recht darauf, sich in den Kommentaren meines Blogs auskotzen zu dürfen? Solche Einstellungen sind mir ein Rätsel.

Vor allem, was hat das mit dem Bundestrojaner zu tun? Bei diesem geht es darum, dass der Staat sich das Recht rausnehmen will, meinen PC, der Teil meiner Privatsphäre ist, durchsuchen zu dürfen. Und wenn es nach Wolfgang “Ich bin anständig” Schäuble geht, dann wird sicher irgendwann für jeden Menschen die Unschuldsvermutung abgeschafft, das heißt dann, dass jeder Mensch solange als verdächtig gilt, bis er das Gegenteil beweisen kann.

Auch meine Wohnung ist meine Privatsphäre. Und deshalb bedeutet Bewegungsfreiheit für Menschen noch lange nicht, dass sie durch meinen Vorgarten trampeln dürfen, wie sie wollen. Ich kann sie einladen, mit mir zu reden. Aber ich kann sie auch jederzeit meines Grundstücks verweisen. Ich kann sie auch aus dem Vorgarten meine Blogs (den Kommentaren) verweisen.

Gewisse Person schreibt dann später: “Leider ist das hier auf dieser Plattform in dem nur die Meinung des Admins zaehlt nicht moeglich.” Es ist schon traurig, wenn jemand nicht zwischen Diskussion und Beleidigung unterscheiden kann. Wenn diese Person dann noch meine Angehörigen versucht in den Dreck zu ziehen, dann zensiere ich diese Kommentare. Denn mit Meinungsfreiheit hat das nichts zu tun. Und wenn er eine Fahne in meinem Vorgarten aufstellt, die mir nicht gefällt, dann kann ich diese Fahne entfernen.

Das wollte ich nur mal sagen.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von sven am 24. Apr 2007 um 11:29 Uhr

    Solche Leute die gern und häufig auf das Argument der Meinungsfreiheit zurückgreifen, sind mir per se verdächtig. Denn ganz besonders beliebt ist dieses Argument in braunen Kreisen, also jenen die Millionen Menschen die öffentliche Nutzung dieser Freiheit durch “Schutzhaft” entzogen haben.

  3. Von D. Krüger am 24. Apr 2007 um 19:29 Uhr

    Hallo,
    das Problem der sog. “Meinungsfreiheit” ist ein gewaltiges.
    Viele Menschen verstehen unter “Meinungsfreiheit”, andere Menschen beschimpfen und beleidigen zu können, Unwahrheiten in die Welt setzen zu dürfen, Grüchte weiter zu verbreiten.
    Wenn man dann zunächst mit sachlichen Argumenten versucht zu klären, werden meist Argumente des allgemeinen Zeitgeistes bedient, ohne Zusammenhänge zu kennen oder zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden. Es werden Behauptungen kritiklos in der Gegenargumentation benutzt nur aus dem Grunde, weil die eben in der “Bild” oder dem “Stern” standen – oder weil ein Herr Kinkel zur Deligitimation aufgerufen hat oder ein Herr Knabe oder eine Frau Birtler das eben festgestellt haben. Ob das stimmt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
    Interessant ist aber der Fakt das die gleichen Leute, die diese meist unsachlichen Argumente des Zeitgeistes bedienen, am Stammtisch über die gleichen Leute herfallen, die ihnen das Geld aus der Tasche ziehen – denn das sind die gleichen Politiker.
    Stark bleiben!

  4. Von Christian am 14. Dez 2007 um 08:41 Uhr

    Salve
    Ob rot, braun oder was auch immer… Meinungsfreiheit gilt für alle. Sie gilt aber nicht, wenn die Freiheit eines anderen tangiert wird.
    Ich habe aktuell in meinem Blog etwas zu “kämpfen”, weil ein sonst netter Kommentator scheinbar zu einem Rundumschlag ausholt.. Da informiere ich dann halt per E-Mail, bevor ich den Kommentar entweder abändere oder lösche.

    Es geht manchmal nicht anders, leider. Doch wo Freiheiten sind gibt es auch Grenzen.

    Christian

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