Kampagne gegen AZ Conni in Dresden

(Folgender Text ist ein Gastbeitrag von zagard.)

Das AZ Conni in Dresden ist ein von der Stadt anerkannter Jugendclub in dem sich die verschiedenen Antifa Gruppen der Stadt treffen, Aktionen planen und Konzerte stattfinden. Desweiteren gehört ein Buchladen dazu, der gleichzeitig als Infoladen dient und ein Kindergarten.

Nächstes Jahr läuft der Pachtvertrag mit der Stadt aus, der so wie es im Augenblick aussieht nicht verlängert wird. Deshalb wird darüber nachgedacht das Gelände zu kaufen, was aber angesichts der Größe, trotz schlechtem Bauzustand, über 300.000 € kosten dürfte. Vor einiger Zeit wurde eine Razzia im Jugendclub durchgeführt bei der unteranderem fast alle Computer beschlagnahmt wurden. Diese standen größteils der Allgemeinheit zur Verfügung um dort kostenlos das Internet benutzen zu können.

Am Freitag, den 20. April 2007, fand in Dresden eine Spontandemo gegen die Kameraüberwachung in der Dresdner Neustadt statt, diese begann am Alaunplatz. (Siehe auch: Indymedia) Wie üblich bei solchen Demos haben einige Leute den Lautsprecherwagen mit Verstärker aus dem AZ Conni geholt. Auf dem Weg zum Demostart wurden sie von Polizisten angehalten, die die Anlage zwecks Diebstahl überprüfen wollten, die anwesenden Beamten wirkten sehr belustigt. Die Beamten konnten die Nummer des Verstärkers leider nicht komplett lesen (wobei sie aber die einzigsten waren), sie äußerten den Verdacht das es sich bei dem Gerät um einen 2002 gestohlenen Verstärker handeln könnte. Also ist jemand zurück um den Kaufvertrag von der 2001 gekauften Anlage aus dem AZ Conni zu holen. Dieser war jedoch nicht mehr auffindbar, die Vermutung ist, bei der Razzia wurde dieser mit entwendet. Damit ist der Verstärker im Wert von damals 2000 DM weg.

Am Samstag sollte ein Solikonzert im AZ Conni mit 3 norwegischen Bands und einer schweizer Band stattfinden. Einige Stunden vor dem Konzert, die Bands waren schon angereist, erreichte das AZ Conni eine Einstweilige Verfügung, in dem alle Veranstaltungen für das Wochenende wegen Lärmbelästigung verboten wurden. Nur der Barbetrieb durfte aufrechterhalten werden. Beschwerde hat der Hotelbesitzer des gegenüberliegenden Hotels eingereicht, welches etwa vor 5 Jahren eröffnet hat, als das AZ Conni schon existierte. Von diesem Hotel wird regelmäßig zu größeren Demos, von der Polizei, in das Gelände des AZ Conni gefilmt. Am frühen Sonntag Morgen wurde ein Hotel des gleichen Besitzers etwa 100 Meter weiter angegriffen. Dazu die Sächsische Zeitung in der heutigen Ausgabe:

Randale im Hotel wegen abgesagtem Konzert
Acht bis Zehn Vermummte sind in der Nacht zum Sonntag in ein Hotel an der Stauffenbergalle gestürmt. Im Restaurant randalierten sie, schleuderten Geschirr von den Tischen und flüchteten. Eine Fahndung der Polizei geht von einem Zusammenhang mit einem abgesagten Konzert im Nahen Jugendzentrum AZ Conni aus. Vor Ort seien entsprechende Äußerungen gemacht worden (lex)

  1. 6 Reaktionen

  2. Von zagard am 24. Apr 2007 um 11:31 Uhr

    *Stolz geschwellte Brust hab*. Ein Beitrag von mir ist würdig im Roten Blog veröffentlicht zu werden. *feuchte Augen bekomm*

  3. Von Lupus am 24. Apr 2007 um 12:40 Uhr

    Radikalität, egal ob rechts oder links ist immer schlecht von daher handelte der Rechtsstaat doch völlig korrekt – oder?

  4. Von Woschod am 24. Apr 2007 um 13:22 Uhr

    Der “Rechtsstaat” handelt entsprechend seinem Klasenauftrag. Und die herrschende Klasse in der BRD ist nunmal die Bourgeoisie.

  5. Von D. Krüger am 24. Apr 2007 um 19:13 Uhr

    Hallo,
    Bing – Woschod – hätte ich auch gesagt.
    Der Artikel zeigt wieder deutlich, auf welchem Auge diese “freiheitliche, rechtsstaatliche, demokratische” Polizei blind ist – nämlich rechts.
    @ Lupus im Übrigen: “Radikal sein heißt, daß Übel an der Wurzel packen”. In dem Sinne gibt es keine rechten “Radikalen”.
    Und radikal sein ist konsequent – radikal mit der kapitalistischen Gesellschaft brechen.
    Ob “Radikal” auch körperliche Gewalt bedeutet steht natürlich auf eienm anderen Blatt.
    Doch diese Gesellschaft hat ihre eigenen Interpretationen.
    Z.B. Reform – war mal früher was Positives – wenn heute einer von “Reformen” spricht kommt immer was besch…… heraus. Von “Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit” brauchen wir erst gar nicht zu reden.
    Stark bleiben!

  6. Von sven am 24. Apr 2007 um 20:14 Uhr

    @zagard: ich finde, dein Beitrag ist erst recht würdig bei Indymedia reingestellt zu werden. ;)

  7. Von Buchholz am 7. Mai 2007 um 17:10 Uhr

    Die Hotels wurden 1995 und 1996 eröffnet, aber darum geht es wohl kaum. Menschen am Schlaf zu hindern ist auch eine Form von Gewalt.

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