War die Novemberrevolution 1918 eine Revolution?

Die „Geschichte der KPdSU(B), Kurzer Lehrgang“, dazu:

„Allerdings war die Revolution in Deutschland eine bürgerliche Revolution und keine sozialistische, waren die Räte das gefügige Werk des bürgerlichen Parlaments, denn in den Räten herrschten die Sozialdemokraten, Paktierer vom Schlage der russischen Menschewiki, und daraus eben erklärt sich die Schwäche der Revolution. Wie schwach die Revolution dort war, ist schon daraus ersichtlich, daß sie die straflose Ermordung so hervorragender Revolutionäre wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch deutsche Weißgardisten zuließ.
Aber trotzdem war es eine Revolution, Wilhelm war gestürzt worden, die Arbeiter entledigten sich ihrer Ketten, und schon das allein mußte die Revolution im Westen entfesseln, einen Aufschwung der Revolution in den europäischen Ländern hervorrufen.“

  1. 4 Reaktionen

  2. Von kanalratte am 24. Mai 2007 um 06:01 Uhr

    Dieses Zitat halte ich für Geschichtsverfälschend.
    Während die SPD bis Ende des 1. Weltkriegs auf Kriegskurs und Aufrechterhaltung des damaligen Kaiserreichs aus war und Kriegsgegner von der Partei ausschloß – die sich wiederum neu in der USPD formierten – meuterten am 29. Nov Matrosen in Wilhelmshaven aus bloßer Kriegsmüdigkeit und nicht aus revolutionären Gründen gegen ihre offiziere.
    Es kam bald darauf zu landesweiten Streiks dem sich immer mehr ArbeiterInnen und Soldaten anschlossen . Die Forderungnen waren anfangs primär Beendigung des Krieges und Verbesserung der Lebensmittelversorgung.
    Es bildeten sich unabhängig von der damaligen Reichsregierung Arbeiter – und Soldatenräte die die Kommandozentralen der Armee besetzten sowie Generäle und Vertreter des Kaiserreichs entmachteten. Einrichtungen der zivilen Verwaltung wurden jedoch weitestgehend unberührt gelassen da sie dies als Aufgabe der Regierung ansahen.
    Um diese neu entstanden Bewegung wieder unter staatlicher Kontrolle zu bekommen ließ sich der SPD-Reichtagsabgeordnete Gustav Noske zum Vorsitzenden des Soldatenrats wählen.
    Am 9. Nov dankte der dt. Kaiser Wilhelm schließlich ab und am 11. Nov wurde der Krieg durch Waffenstillstandsvereinbarungen beendet.
    Die Revolutionstimmung innerhalb der dt. Bevölkerung, sowie die Differenz zwischen AnhängerInnen des Parliamentarismus und AnhängerInnen eines sozialistischen Rätesystems wuchs.
    Was dazu führte das am selben Tag in Berlin am 9.Nov 1918 zwei unterschiedliche Republiken ausgerufen wurden: Scheidemann`s dt. Republik und Liebknecht`s sozialistische Republik.
    Nicht zu vergessen ist dabei München als am 8. Nov von Kurt Eisner (USPD) der freie Volkstaat Bayern (ebenfalls parliamentarisch orientiert) ausgerufen wurde.
    Jedoch verschärft sich auch hier die Kluft zwischen den SymphatisantInnen der verschiedenen Lager, also parliamentarische Demokratie oder (konstitutionelle) Rätedemokratie. Was dazu führte das am 7. April 1920 die eher anarchistisch inspirierte Münchner Räterepublik ausgerufen wurde erwähnenswert sind hier folgende Namen Erich Mühsam und Gustav Landauer sowie all die anderen momentan namenslosen und nicht erwähnten.
    Die SPD-geführte Reichsregierung befürchtete zunehmend ihren eigenen Sturz, paktierte zwar mit den entstandenen Räten und machte auch Zusagen, dies aber immer nur scheinheilig und eben nur so weit wie sie diese Räte eben trotzdem noch kontrollieren konnte.
    Schließlich gab der damalige SPD-Reichswehrminister Gustav Noske den Befehl an u. a. faschistische Freikorpsverbände die entstandenen Arbeiter- und Soldatenräte sowie die sozialistisch-revolutinäre Bewegung in D-land niederschießen zu lassen.

    Ergo: Auch wenn es in den Räten SPD-Mitglieder gab, gab zuerst die SPD-Reichsregierung den Forderungen der Räte aus Angst vor Machtverlust nach als dies aber sozusagen zu weit ging die Forderungen revolutionärer wurden gab die SPD den Befehl diese Bewegung gewaltsam zu zerschlagen.
    Die SPD-Regierung verriet also auch hier die Interessen der Arbeiter und Arbeiterinnen und bereitete dem deutschen Nationalsozialismus den Boden indem sie die Freikorpsverbände nicht auflöste sondern bestätigte.

    Naja nix für ungut und Danke für dieses provozierende Zitat, hat mich dazu gebracht mich mal wieder damit zu befassen 🙂

    Es lebe die Freiheit!

  3. Von peter s. am 24. Mai 2007 um 09:08 Uhr

    Unsere spezialdemokraten sind gar nicht so viel weiter in ihrer haltung wie 1918.
    man sehe sich nur einmal die antworten von diesen volksverträtern im bundestag an.

    diese seiten geben ein freies forum vor, doch meine anfragen werden regelmäßig nicht veröffentlicht – also zensiert. es ist das alte spiel von demokratie machen…

    z.B.:
    http://www.abgeordnetenwatch.de/index.php?cmd=650&id=5741

    auch wenn es viele nicht hören wollen: wer hat uns verraten ? spezial….!

    mfg
    peter s.
    bürger westberlins

  4. Von D. Krüger am 25. Mai 2007 um 09:07 Uhr

    Hallo,
    was soll die Fangfrage?
    Sagt doch schon den Name „Novemberrevolution“. Das war wenigstens eine „NBovemberrevolution – wenn auch eine bürgerlich-demokratische.
    Die „Novemberrevolution“ 1989 dagegen war eine Konterrevolution.
    Gemeinsam ist beiden, daß die Sozialdemokraten in diesen Revolutionen ihrem Kredo (Arzt am Krankenbett des Kapitals“ treu blieben.
    Das nächste Mal gehts besser.
    Stark bleiben!

  5. Von YesWeCan am 21. Feb 2008 um 19:21 Uhr

    hallo „kanalratte“ 😆

    du wolltest ja jemanden korrigieren…
    aber du hast selbst fehler gemacht… 🙁 ❗
    Der USPD-Politiker Eisner rief den Freistaat Bayern am 8.Nov aus und nicht am 9.Nov. 😯

    Tipp: a bissal vosichtiger sein ! 🙂

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