G8 – Protest in Rostock + Bilder (Demonstration, Clowns und leider Randale) + Weitere Berichte (1)

Ich war dieses Wochenende in Rostock um gemeinsam mit 80000 Menschen gegen den G8-Gipfel zu protestieren. Die Anreise per Auto gestaltete sich, trotz gegenteiliger Befürchtungen, als problemlos. Keinerlei Kontrollen vor oder in Rostock.

Natürlich habe ich direkt vor Ort viele Szenen mit der Kamera festgehalten.

Los ging es am Samstag direkt hinter dem Hauptbahnhof von Rostock mit einer riesigen Auftaktkundgebung, an der bereits mehrere zehntausende Menschen teilnahmen. Es gab an einem anderen Ort in der Stadt noch eine zweite Auftaktkundgebung, die genausogut besucht war.

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Der Demonstrationszug selber muss mehrere Kilometer langgewesen sein, denn als die Spitze bereits fast am Ziel war, verliesen erst die letzten Wagen den Ort der Auftaktkundgebung. Die gesamte Demonstration verlief vollkommen friedlich.

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Die mit Abstand witzigsten Aktionen kamen wohl von der Clownsarmee, die es eine Fröhlichkeit an den Tag legte, die immer wieder die Polizei verwirrte. Ich bin sicher, sie haben in mancher Situation für eine Deeskalation gesorgt.

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Hier gibt es ein Video der Clownsarmee im Bombodrom.

Sehr doppeldeutig. :)

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Am Ort der anschließenden Großkundgebung kam es zu ersten Zusammenstössen mit der Polizei. Laut Augenzeugen sind diese plötzlich und ohne Vorwarnung in den schwarzen Block reingerockt, als dieser das Ziel erreichte. So kam es auch zu den ersten Steinwürfen, um sich zu wehren. Es war offensichtlich Taktik der Polizei, dort massiv zu provozieren, was leider letzlich auch gelang.

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Zwischenzeitlich trafen alle Demonstranten der zwei Züge am Zielort ein und vereinten sich zu einer fast unüberschaubaren Masse von Menschen.

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Neben dem Bühnenprogramm machen viele Gruppen mit verschiedensten Aktionen und Ständen auf sich aufmerksam. (Erfreulicherweise traf ich auch einen Bloggerkollegen.)

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Teile der Polizei stießen zur selben Zeit immer wieder massiv in die Großkundgebung herein, was zeitweise sogar zu einer Unterbrechung führte. Von der Bühne aus wurde die Polizei immer wieder aufgefordert, sich vom Gelände vollständig zurückzuziehen, was diese aber größtenteils ignorierte. Gegen 17.20 Uhr brannte das erste Auto. Dabei nahmen einige Idioten sogar die Feuerwehr ins Visier, was von vielen anwesenden Demonstranten versucht wurde zu verhindern.

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Was dann folgte, war ein äußerst brutaler Polizeieinsatz mit Einsatz von Wasserwerfern und weiterem schweren Material im Hintergrund. Die Großkundgebung wurde dabei zusammengedrängt und selbst völlig unbeteiligte Teilnehmer bekamen Wasserstrahlen ab, welches mit chemischen Reizstoffen versetzt war. Ein Rollstuhlfahrer wurde, so berichtete mit ein Augenzeuge später, aus seinem Rollstuhl gestossen, und als Umstehende ihm halfen, wurden diese weiterhin von der Polizei bedrängt.

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Am Ende ging es sogar soweit, dass die Polizei per Lautsprecher dazu aufforderte, eine Straße freizumachen und dabei Schlagstockeinsatz ankündigte. Man muss sich das mal vorstellen, nur damit ein paar dämliche Bürgerautos an einer riesigen Kundgebung vorbeifahren können, wird gedroht, friedliche Kundgebungsteilnehmer zu Boden zu knüppeln!

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Fazit:

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Weitere Bilder des Tages gibt es in meiner Bildergallerie sowie bei trueten.de

Die Medien berichteten wie zu erwarten natürlich in erster Linie über die Krawalle und verdrehten dabei auch öfters mal die Tatsachen. Deshalb hier einige Links zu Berichten, wie sie nicht in der großen Medien zu finden sind:

Die Krönung für sinnfreie Berichterstattung setzte wohl die Bild am Sonntag mit einem Kommentar von Claus Strunz. Dort steht doch wirklich (Auszüge):
“(…) Die Massenproteste gegen den G-8-Gipfel sind zynisch, falsch und gefährlich. (…) Mit ihrer Inszenierung von Heiligendamm schaffen sie [die Demonstranten] ein Forum für alle Frustierten der Gesellschaft. Sie schaffen damit Radikalen am linken und rechten Rand eine Bühne (…) Und den friedlichen Demonstranten sei gesagt: in Heiligendamm treffen sich von Mittwoch an Politiker, die es in der Hand haben, die Lebensverhältnisse ganzer Kontinente zu verbessern. Für Millionen Menschen in Afrika und Asien ist das G-8-Treffen eine Konferenz der Hoffnung. (…)”

Au! Au! Au! Ich befürchte, Strunz glaubt den Mist selber, den er da schreibt.

  1. 10 Reaktionen

  2. Von Thomas Trueten am 4. Jun 2007 um 12:06 Uhr

    Der Bericht deckt sich mit meinen Erfahrungen vor Ort. Inzwischen ist ein Video veröffentlicht, das die Straßenschlachten des 2. Juni in Rostock in ein neues Licht stellt. So oder so wird es wichtig sein, das berechtigte Anliegen der Proteste hochzuhalten, was durch die gegenwärtige Medienberichterstattung völlig an den Rand gedrängt wird.

  3. Von Frank Wettert am 5. Jun 2007 um 11:02 Uhr

    Darum ist es mittlerweile gut, dass es die Blogosphäre gibt. Zu verheimlichen dürfte immer schwieriger werden…

  4. Von Herbert_Hansen am 5. Jun 2007 um 15:12 Uhr

    Sehr interessant ist auch ein kleiner Ausschnitt von Spiegel TV vom letzten Sonntag. Zu sehen bei Youtube:
    http://www.youtube.com/watch?v=jGDODlj56Dk

  5. Von Karl am 10. Jun 2007 um 02:12 Uhr

    Es wird Zeit, dass sich Arbeiter und Bauern erheben, um den Müssigängern, die hier Demo spielen mal die rote Karte zeigen – ab in die Produktion mit Euch

  6. Von Tim am 25. Sep 2007 um 15:13 Uhr

    schöner bericht und sehr ausführlich

    es ist zeit das gewaltmonopol der polizei in unserem staat zu brechen bzw zu bekämpfen und es wird zeit das auf solche dinge aufmerksam gemacht wird

    Anachistischer und Antifaschistischer gruß

    Tim

  1. 5 Trackback(s)

  2. 3. Jun 2007: Rostock ein Sommerschlachtstraum « Zappis Welt
  3. 4. Jun 2007: Antifa » Polizeiprovokationen verantwortlich für Eskalationen in Rostock
  4. 5. Jun 2007: redblog.twoday.net
  5. 5. Jun 2007: blog.argwohnheim » .helmfensterblicke?
  6. 6. Jun 2007: Das rote Blog » Blog Archiv » Rostock - Die erste Atacke

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