Politisches Rätsel (1) Auflösung

Dieses Zitat stammt aus der Broschüre „Aktuelle Fragen der Gewerkschaftsbewegung“, erschienen 1927 in Berlin, geschrieben von Walter Ulbricht.

1927!

Ähnlichkeiten mit der heutigen Situation, 80 Jahre später, sind nicht zufällig.

Hier nochmal der ganze Absatz, aus dem das Zitat entnommen wurde:

„Der Unwille der Arbeiter gegen die verschärfte Ausbeutung infolge der kapitalistischen Rationalisierung kam Ende 1926 in verschiedenen Teilstreiks zum Ausdruck. Die Hamburger Hafenarbeiter traten in den Streik, obgleich führende Gewerkschaftsfunktionäre versuchten, den Kampf zu verhindern. Danach setzte auch die Bewegung in anderen Industriezweigen ein. In den Betriebs- und Gewerkschaftsversammlungen wurde der Kampf für den Achtstundentag, für Lohnerhöhungen und gegen die Hetzarbeit gefordert. Die Unternehmer sahen rechtzeitig die aufsteigende Gefahr und gewährten auf dem Wege der Tarifverhandlungen beziehungsweise der Schiedssprüche den Arbeitern einige Brosamen vom Tische der riesigen Rationalisierungsprofite. Mit diesen unwesentlichen Lohnkonzessionen verbanden sie die weitere Differenzierung der Löhne, die ungleiche Bezahlung der Männer- und Frauenarbeit und eine möglichst langfristige tarifliche Festlegung der Gewerkschaften. Von den Gewerkschaftsführern wurde vielfach die Langfristigkeit der Tarife damit begründet, daß so die Löhne über die Zeit der Wirtschaftskrise hinweg gehalten werden könnten. Jetzt sehen wir aber, daß die langfristigen Tarife die Arbeiter hindern, Streiks zur Erhöhung der Löhne zu führen, um die Senkung des Reallohnes und die Verschlechterung der Lebensbedingungen durch Teuerung und Rationalisierung zu verhindern. Im übrigen denken die Unternehmer gar nicht daran, sich in Krisenzeiten den Tarifbestimmungen zu fügen. Wie oft haben sie den Arbeitern unter der Drohung der Arbeitslosigkeit die Entlassung angedroht, wenn diese nicht zu niedrigeren Löhnen arbeiten wollten. Damit haben sie tatsächlich die Bestimmungen des Tarifvertrages außer Kraft gesetzt.“

Die ganze Broschüre wird es demnächst auf www.deutsche-kommunisten.de geben.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von D. Krüger am 29. Jun 2007 um 17:04 Uhr

    Hallo,
    das kommt mir doch sehr heutig vor.
    Wie voraussichtig der Genosse Ulbricht doch war – und Recht hat er auch noch.
    Das die Gewerkschaften schon immer nur durch die Kraft der Massen gezwungen werden konnten, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, ist aber auch sehr gegenwärtig.
    Stark bleiben!

  3. Von Woschod am 30. Jun 2007 um 04:07 Uhr

    Test mit Walter Ulbricht

  4. Von Pascal am 4. Nov 2007 um 16:15 Uhr

    Hast Du die Schrift bereits hochgeladen? Ich interessiere mich sehr dafür.

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