Der tote Liebknecht (von Rudolf Leonhard)

Der tote Liebknecht

Seine Leiche liegt in der ganzen Stadt,
in allen Höfen, in allen Straßen.
Alle Zimmer
sind vom Ausfließen seines Blutes matt.

Da beginnen Fabriksirenen
unendlich lange
dröhnend aufzugähnen,
hohl über die ganze Stadt zu gellen.
Und mit einem Schimmer
auf hellen
starren Zähnen
beginnt seine Leiche
zu lächeln.

Rudolf Leonhard wurde während des 1. Weltkrieges zu einem entschiedenen Kriegsgegner und kämpfte später an der Seite von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. 1928 nach Frankreich übergesiedelt, gründete er 1934 den „Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller im Ausland“. Später kämpfte er auch im Spanischen Bürgerkrieg gegen das Regime Francos. Während der deutschen Besatzung Frankreichs war er im Untergrund tätig, er wurde auch interniert, konnte aber fliehen. 1947 nahm er am Ersten deutschen Schriftstellerkongress teil und siedelte 1950 nach Ost-Berlin in die DDR über.

Einen Überblick über sein literarisches Werk erhält man bei der Deutschen Nationalbibliothek.

Von dem Gedicht „Der tote Liebknecht“ gibt es eine sehr schöne Vertonung der italienischen Dark Wave-Formation Kirlian Camera. Diese Band ist allerdings sehr umstritten, da sie neben Vertonungen jüdischer Schriftsteller auch Stilmittel benutzt, die im Allgemeinen dem Rechtsextremismus zugeschrieben werden und auch Textpassagen aus dem rechten Bereich nutzt. Siehe dazu auch der Text bei Wikipedia.

  1. 4 Reaktionen

  2. Von D. Krüger am 12. Jul 2007 um 21:05 Uhr

    Hallo,
    am 07.07.07 entfalteten Faschisten in Greiz ein „Familienfest“.
    Auch der Greizer Bürgermeister soll daran teilgenommen haben – jedenfalls wurde einem Bericht in Internet nicht widersprochen.
    Zuvor faselte der Meister der Greizer Bürger etwas gegen Rechts vor einem bunten Publikum von etwa einhundert Personen.

    Ihm antwortete Rudi Berger – Arbeiterschriftsteller:
    “ Unsere Stadt
    In der kleinen Gemeinde Klinge – gelegen an der Bahnstrecke Cottbus Forst – steht ein Kriegerdenkmal.

    Es trägt ein Zitat von Erich Kästner:

    Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde.

    Euer einziger Feind heißt Krieg.

    In der Kirche zu Burg im Spreewald erinnert eine Tafel an die Opfer der Kriege von 1870 bis 1945. In Stein gemeißelt heißt es nicht, sie sind gefallen, sondern sie wurden ermordet.

    In der Stadt Greiz aber musste das Mahnmahl des Antifaschismus und des Antikrieges, das dem Park Würde verlieh, einer Lüge weichen, die da heißt Ambiente.

    Gegen den Willen der Öffentlichkeit wurde es weitab an den Rand der Stadt verbannt, die der Krieg verwundete, in den viele auszogen, die nicht zurückkehrten und ein Hauptmann erschossen wurde, weil er den Durchhaltebefehl verweigerte.

    Den Machern dieses Bubenstückes ist das in der Konsequenz gleichgültig. Sie streuen ob gewollt oder nicht, den Bürgern Sand in die Augen. Sie wünschen, dass die Grauen des Krieges vergessen und somit weiter gemordet werden kann. Sie nehmen keine Rücksicht auf das Leben anderer, wohl aber auf ihr eigenes. Und das zu einer Zeit, da die ewig Gestrigen neuerlich marschieren, hochgerüstet wird und wieder deutsche Soldaten sterben.

    Sie sind als Abgeordnete ihren Aufgaben nicht gewachsen und machen sich mitschuldig.

    Die Menschen unserer Stadt haben Zorn auf sie, vor allem die jungen, die nach deren Willen ebenfalls in den Krieg ziehen und sinnlos sterben sollen.

    Kinder und Eltern müssen mit Abscheu auf sie zeigen und auf den Mann, der sich Meister der Bürger nennt, der mit Worten den Faschismus öffentlich verurteilt, aber in der Tat den Abbruch des Mahnmales nicht nur nicht verhinderte, sondern veranlasste.

    Er und seine Gesinnungsgenossen brachten über die Stadt Schande, die weder Blumen noch Platanen verdecken können. Sie ist nicht schöner geworden, sondern hässlich.

    Ihnen ist der Schlüssel zum Rathaus wegzunehmen, indem andere gewählt werden, die guten Willens und bei Verstand sind.

    Die Bürger sollen entscheiden und unserer Stadt das Gesicht zurückgeben, das ihr genommen wurde.“
    (mit Genehmigung des Autors)
    Stark bleiben!

  3. Von D. Krüger am 12. Jul 2007 um 21:16 Uhr

    Hallo,
    habe soeben Info erhalten, daß Bürgermeister wirklich NICHT auf dem Nazifest war – hat aber lange gedauert, bis sich so etwas rum spricht.
    Trotzdem – bei http://www.durchblick-greiz.de kann man alles nachlesen!
    Den Worten von Rudi Berger ist aber nichts hinzu zu fügen.
    Stark bleiben!

  4. Von Hamlet am 22. Jul 2007 um 19:54 Uhr

    Dafür, daß wir so passé sind, wie du behauptest, trieft dir etwas zu viel Angstschweiß aus den Zeilen.

  5. Von Gerd Müller am 24. Aug 2007 um 19:20 Uhr

    Ich glaube ihr seit von einem anderen Stern.
    So blöde kann doch in Wirklichkeit keiner sein !

    Gerd Müller, Greiz
    Opfer des Sozialismus (1 1/2 Jahre Zuchthaus)

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