Walter-Linse-Preis für verdiente Kommunistenjäger

Der Förderverein Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen vergibt einen 5000-Euro-Preis. Dieser „würdigt erstmals Persönlichkeiten in Deutschland, die sich in herausgehobener Weise um die kritische Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur verdient gemacht haben.“ (Quelle)

Benannt ist der Preis nach Walter Linse. Der Walter Linse, der in West-Berlin Mitglied des Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen (UfJ) war, welcher sich wiederum insbesondere für die Einhaltung rechtsstaatlicher Normen in der DDR einsetzte und Informationen über Menschenrechtsverletzungen unter der SED-Herrschaft sammelte. So kann man das bei dem oben genannten Förderverein direkt nachlesen.

Aber auch der Walter Linse, der offensichtlich nach aktuellen Forschungserkenntnisse „während der NS-Diktatur in Chemnitz Arisierungsbeauftragter der Industrie- und Handelskammer“ war. (Siehe pr-inside)

Na das passt ja prima, ein Preis für Kommunistenjäger, der nach einem Arisierungsbeauftragten der Nazis benannt ist, welcher sich gegen „Menschenrechtsverletzungen“ in der DDR einsetzte, von einem Staat aus, der nach 1949 zigtausende Menschen auf Grund iher kommunistischen Gesinnung verfolgte.

Was für eine Ironie!

Die Jury, die die Preisträger bestimmt, hat es in sich.

Ein prominentes Mitglied ist Lothar Loewe. Loewe, ehemaliger Hitlerjunge, der heute als Referenz u.a. eine Kolumme in der BILD vorweisen kann, wurde als Fernsehkorrespondent der ARD 1976 aus der DDR ausgewiesen. Er verbreitete die Lüge „Hier in der DDR weiß jedes Kind, dass die Grenztruppen den strikten Befehl haben, auf Menschen wie auf Hasen zu schießen.“

Von diesem Märchen lies sich auch Hubertus Knabe, der Leiter der Gedänkstätte Berlin Hohenschönhausen inspirieren. Wen wundert es da, das auch dieser „Historiker“ Mitglied der Jury ist.

Dann wäre da noch Arnulf Baring als Jurymitglied. Barning, der sich die Deutschen als Notgemeinschaft vorstellt und Sätze wie „Jeder sei ein Deutscher, aber er sei’s!“ von sich gibt, veröffentlichte seine nationalistischen Positionen auch schon in der „Jungen Freiheit“, welche als Sprachrohr der „Neuen Rechten“ gilt.

Weitere Mitglieder sind u.a. Günter Nooke, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung und Horst Schüler, Ehrenvorsitzender der „Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e. V.“

Wunderbar! Wir können gespannt sein, wer der erste Preisträger ist.

Ich würde Wolf Biermann vorschlagen.

(Dieser Artikel entstand durch maßgebliche Inspiration und Hilfe von Redblog.)

  1. 17 Reaktionen

  2. Von redblog am 22. Jul 2007 um 15:04 Uhr

    @ gewe: guter vorschlag, der könnte das preisgeld dann gleich mal in einen orthographiekurs investieren :mrgreen:

  3. Von LF am 22. Jul 2007 um 16:04 Uhr

    Naja, falsche Jury – aber die Idee als solches ist doch nicht schlecht. Wenn etwas gegen Rechte getan wird warum dann nicht auf gegen fanatische Linke? Es lebe die Mitte!

  4. Von Hamlet am 22. Jul 2007 um 18:54 Uhr

    Gegen fanatische Linke würde ich auch was tun. Aber hier geht es doch um Kommunisten. 😉

  5. Von peter s. am 22. Jul 2007 um 20:15 Uhr

    weil die kommunisten der ddr leider keine kriegsbeteiligung in afghanistan und auch sonst immer für frieden ohne krieg eintraten, müssen schaurige märchen herhalten um die alternative unseres kapitalistischen wirtschaftssystems zu sichern.

    unser großdeutschland ist da nicht so zimperlich – unsere grenze ist am hindukusch /afghanistan. und wir (großdeutschland) sind bei dem friedenseinsatz in aller welt wieder dabei !

    diese geistesverwandten des arisierungsbeauftragten werden es entsprechend ihres (gewissens) gehaltes schon darstellen.

    ….die karawane zieht weiter … laß die hunde bellen …

    bürger westberlins

  6. Von Veit am 22. Jul 2007 um 23:51 Uhr

    darf ich mal anfragen ob ihr die mauerschuetzen wirklich unter kapitalistischer propaganda einordnet?

    man sollte seine vergangenheit auch kritisch aufarbeiten um klueger in die zukunft gehen zu koennen. immer nur alles abstreiten machen andere, oder?

  7. Von Woschod am 23. Jul 2007 um 00:53 Uhr

    Hallo Veit.

    Niemand hat die von Dir als „Mauerschützen“ bezeichneten Grenzer der DDR unter kapitalistischer Propaganda eingeordnet oder abgestritten, wie Du es fälschlicherweise untestellst.

    Die Genossen, die an der Grenze der DDR ihren Dienst taten, hatten genaue Vorschriften für ihr Verhalten. Dazu gehörte auch die Regelung, was sie beim Feststellen einer illegalen versuchten Grenzverletzung zu tun haben. Auf Menschen wie auf Hasen zu schießen, gehörte nicht dazu.

    Die Vorschrift besagte eindeutig ein Vorgehen in drei Schritten.

    1. Das Anrufen des Grenzverletzers.
    2. Ein Warnschuss in die Luft
    3. Ein gezielter Schuss, um den Grenzverletzer aufzuhalten.

    Der dritte Punkt sagt nicht, den Grenzverletzer zu erschießen. Wenn man allerdings auf einen schnell laufenden Menschen schießen muss, dann kann der Schuss leider auch tödlich enden.

    Warum wird eigentlich nirgends thematisiert, wieviele Grenzverletzer aufgehalten werden konnten, ohne das diese illegale Verletzung der Grenze tödlich endete?

    Was denkst Du, was passiert, wenn Du versucht die Grenze der BRD illegal zu überschreiten und selbst nach Aufforderung nicht stehen bleibts?

  8. Von D. Krüger am 23. Jul 2007 um 13:25 Uhr

    Hallo,
    dieser „freiheitliche, demokratische Rechtsstaat“ wurde von als „Demokraten“ gewendete Faschisten aufgebaut.
    Wenn mann bedenkt, daß Faschismus eine Herrschaftsform des Kapitals ist, wundert es einem nicht, welche Blüten heute unter der Obhut von „Freiheit und Demokratie“ so gen Himmel wachsen.
    Im Übrigen habe ich rechtzeitig die Annahme des Preises verweigert 😉
    @Veit – in Ergänzung zu Woschod – oder den Zaun von Mexiko zur USA oder die Mauer von Palästina nach Israel
    Stark bleiben!

  9. Von Veit am 23. Jul 2007 um 23:09 Uhr

    Ich habe nicht unterstellt, ich hab nur gefragt. Trotzdem finde ich es aeussert fragwuerdig auf einen Menschen zu schiessen wenn er ein Land verlassen moechte. Wenn er nicht in demselbigen Leben will, warum laesst man ihn nicht einfach ziehen?

    Just my 2 cents oder wie heisst das so schoen.

  10. Von Woschod am 23. Jul 2007 um 23:15 Uhr

    Auch eine Frage kann eine Unterstellung sein. Ich weiß es, ich mache es auch ab und an. 🙂

    Wer die DDR verlassen wollte, konnte das tun. Da gab es formalitäten und anträge, aber meistens ging es. Mir sind aus meinem Umfeld alleine aus meiner Schulzeit mindestens 4 Fälle bekannt.

    Wer Nachts heimlich einen illegalen Grenzdurchbruch durchführte, konnte z.B. ein Geheimnisträger oder Verbrecher sein.

    Was denkst Du, was passiert, wenn Du versucht die Grenze der BRD illegal zu überschreiten und selbst nach Aufforderung nicht stehen bleibts?

  11. Von Hamlet am 24. Jul 2007 um 07:40 Uhr

    Es ist teilweise schon angeklungen, aber noch einmal auf den Punkt gebracht:

    1. Auszureisen war möglich, wenn auch mit einiger Geduld und einigem Kampf mit den Behörden verbunden. Natürlich konnte man nicht einfach sagen: So, ich will jetzt mal in der BRD leben, und flugs war man drüben. Natürlich hat man die Leute nach ihren Gründen gefragt und natürlich hat man versucht, sie davon zu überzeugen, daß sie bleiben. Es war jedenfalls nicht nötig, per Flucht das Land zu verlassen. Bei den meisten Leuten, die das taten, handelt es sich um bloßes Abenteurertum.

    2. Die Grenze zwischen DDR und BRD war keine „innerdeutsche“, wie sie heute genannt wird, um ihre Bedeutung herabzusetzen, was den Eindruck erwecken soll, daß die Mauertoten unverhältnismäßig waren. Sie war aber auch keine Grenze zwischen Staaten, was schon mehr als eine „innerdeutsche“ Grenze, aber immer noch zu wenig ist. Die Grenze verlief zwischen zwei verfeindeten Staaten, die zwei verfeindendeten militärischen Machtblöcken angehörten, die auf der Basis zweier grundlegend unterschiedlich strukturierter Gesellschaftsformen entstanden waren. Eingedenk dieser Lage zeugt es von ziemlich wenig Gespür für reale Verhältnisse, die Tatsache, daß die Grenze mit Waffen geschützt wurde, zu kritisieren.

  12. Von gewe am 24. Jul 2007 um 11:02 Uhr

    @Veit Hast Du Antworten zur Grenze USA/Mexiko, Mauer von Israel oder Grenzanlagen Nord-/Südkorea?
    An diesen Grenzen kommen nicht gerade wenige Menschen um. Was ist der Unterschied der Berliner Mauer dazu?

  13. Von Veit am 24. Jul 2007 um 23:42 Uhr

    @gewe
    Hab ich mit nur einem Wort die Grenzen Mexico/USA gerechtfertigt? Nur rechtfertigt man ein Uebel nicht mit einem groesseren. Ich find es hier wie dort falsch. Wer nicht mit mir leben moechte sollte halt woanders leben duerfen. Aber das ist dann wohl schon zu idealistisch, ne? 😀

  14. Von Hamlet am 25. Jul 2007 um 08:30 Uhr

    Sagen wir mal: unreif.

  15. Von gewe am 26. Jul 2007 um 14:27 Uhr

    @Veit Das von Hamlet als unreif bezeichnete sehe ich darin, dass Du keine Unterschiede machst. Welche Gründe gab es für die Berliner Mauer und welche für die Grenze Mexiko/USA?
    Wem dient was?
    Wofür und wogegen sind diese Grenzen?
    1989 wollten (nicht ganz plötzlich) einige Millionen DDR-Bürger nicht mehr mit mir in der DDR leben. Nun durften die woanders leben und das andere System testen.
    Sind wirklich alle zufrieden mit dem Ergebnis?
    Was sollen die machen, die unzufrieden sind und zurück wollen?
    Woanders leben ist schnell gesagt und wohl auch schnell getan. Doch der Weg zurück ist oft das Problem … Vor allen wenn es diesen Weg nicht mehr gibt.

  16. Von Frank am 3. Aug 2007 um 10:14 Uhr

    Zitat gewe
    „1989 wollten (nicht ganz plötzlich) einige Millionen DDR-Bürger nicht mehr mit mir in der DDR leben“
    Zitat Ende

    Du unterliegst einem großen Irrtum. Die Menschen wollten nicht mehr in einer solchen, sondern in einer besseren DDR leben!

    Zitat Veit
    „Ich habe nicht unterstellt, ich hab nur gefragt. Trotzdem finde ich es aeussert fragwuerdig auf einen Menschen zu schiessen wenn er ein Land verlassen moechte. Wenn er nicht in demselbigen Leben will, warum laesst man ihn nicht einfach ziehen?
    Zitat Ende

    Weil es in der DDR Gesetze gab die das widerrechtliche Übertreten der Staatsgrenze unter Strafe stellten (§213 StGB der DDR). Solche Gesetze gibt es auch heute noch in vielen anderen Staaten der Welt und auch dort wird von der Schußwaffe gebrauch gemacht. Auch mit tödlichem Ausgang. Nur regt sich keiner darüber auf. Das ist nur hier in Deutschland so weil man damit so wunderschön von den eigenen Problemen ablenken kann. Ausserdem bietet sich das aus einem anderen Grund an. Man kann damit das deutsche Volk entzweien. Bekannter maßen lässt sich ein uneiniges Volk besser verscheißern!

    Gruß Frank

  17. Von cc am 1. Sep 2007 um 15:32 Uhr

    scheiß kommunistenpack

  18. Von Mario am 16. Sep 2007 um 22:08 Uhr

    Ich lese gerade ein Buch von Ralph Hartmann „Die DDR unterm Lügenberg“. Die U-Haft Hohenschönhausen ist ebenfalls ein Thema. Da werden Ausstellungstücke gezeigt, die nie was mit dieser U-Haft zu tun hatte. Das ganze dient nur einen Zweck, diese DDR-Gefängnisse, mit KZ zu vergleichen zu vergleichen. Das zielt auf der Totalitarismus-Doktrin hin, Rot=Braun.Diese „Gedenkstätte“ oder sollte man lieber sagen das Gruselkabinett des Dr. Hubert Knabe wird auch noch von unseren Steuern mitfinanziert aber Wir im Berlin habens ja dicke die Kassen sind leer, aber für Bergen von Lügen dafür ist Knete da. Natürlich war Hohenschönhausen ein Gefängnis wie überall auf der Welt ein Gefängnis gibt, da haben Naziverbrecher gesesessen, Saboteure, und Agenten und wurden dort auch vernommen. Diese Gefängnis ist nun mal kein Kuraufenthalt gewesen.
    Zur Mauer, pardon Antifaschistischer Schutzwall ist wohl der richtige Ausdruck gab es wirklich Schüsse auf die die Grenze schützten ihre Mörder deren Tat blieb in der BRD wo „Freiheit und Demokratie“ herrschte/ und heute noch herrscht ungesühnt. Achja es traf halt eben nur Kommunisten- ist auch nicht weiter wild nicht wahr Herr CC und Frank? Hier mal einige Namen von Opfern Jörgen Schmidtchen wurde von zwei Fahnenflüchtige beim Grenzdurchbruch erschossen (1804.1962)Gefreiter Manfred Weiss ihm wurde durch den eigenen Kameraden den Fahnenflüchtigen Soldat Günter Jablonski in den Rücken geschossen(19.05.62) Gefreiter Göring wurde durch Westberliner Polizisten beim Versuch erschossen, einen Grenzdurchbruch zu verhindern. Er wurde potum Unteroffizier ernannt. Tat blien ungesühnt. Mit folgender Brgründung “ Der Polizei-und Zollbeamte ist berechtigt, im Falle der Notwehr( Fluchthilfe) auch über die Grenze hinweg zu schießen“ (Westberliner Schusswaffengebrauchsbestimmung, 1962). man könnte hier mehr Opfer aufzählen, aber man braucht ja selber recherchieren, Von diesen Opfer spricht heute keiner mehr sie graten genauso schnell in Vergessenheit in der bürgerlichen Presse wie die ersten Opfer ab 1933 des Hitlerfaschismus. Zum einen haben die Grenzer ein Unrechtsystem geschützt zum anderen war die DDR ja noch schlimmer als der Hitlerfaschismus, wie uns der Hubert Knabe uns Unvebesserliche kommunisten und andere denkenden Menschen die sich die DDR , den Sozialismus nicht kaputt reden lassen wollen. Achja Herr CC vielen Dank für ihr Wort „KommunistepacK“ aus dem Munde eines Feindes ist dieses Wort mir eine Ehre, bestätigt es doch das ich/wir keine fehler machen sonst es hätten sie uns bestimmt gelobt.

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