Über die Schwierigkeit, ein anderes OS zu erlernen

Windows-User argumentieren oft damit, dass Linux schon deshlab schlecht ist, weil da alles so anders geht und keiner durchsieht, wie was funktioniert. Das ist völliger Quatsch. Das Problem ist nicht, dass Linux anders ist sondern das man bei dem Umstieg auf ein anderes System immer vor Neuigkeiten steht.

Nehmen wir mal die Benutzerverwaltung und Rechtevergabe. Diese macht man natürlich als Administrator. Unter Linux ist ein neuer Benutzer schnell mit adduser angelegt. Wenn man dann noch die Funktionsweise der Befehle chown, chmod und chrgp sowie die Option -R versteht, geht der Rest sehr einfach.

Linuxuser werden jetzt wissen, wovon ich schreibe, Windowsanwender werden nur Bahnhof verstehen. 😀 Und das ist ganz normal. Als ich mit Linux anfing, musste ich das auch erstmal alles erlernen. (Das Buch Linux in a Nutshell war mir dabei eine große Hilfe.)

Aber andersherum ist es genauso. Ein Freund rief mich eben verzweifelt an. Er hatte sein WindowsXP neu installiert, die Benutzerkonten neu angelegt und konnte nun plötzlich nicht mehr auf seine alten Dateien zugreifen, weil die Rechte nur für den alten User galten. Also musste man das im abgesicherten Modus starten, sich als Administrator einloggen und anschließend über diverse Mausklickerein die Rechte neu setzen.

Windowsuser werden jetzt wissen, wovon ich schreibe, Linuxanwender werden nur Bahnhof verstehen. Wenn man aber erstmal das System versteht, wie das funktioniert, egal ob Linux oder Windows, dann geht es ganz einfach.

Wer also behauptet, Linux ist so schwer, der ist vermutlich nur zu faul zum Lernen. Andere Betriebssysteme haben auch ihre Eigenheiten und die muss man finden und erlernen, wenn man nicht schon jahrelang damit gearbeitet hat.

Mal ehrlich, es gibt doch Schwierigeres auf dieser Welt, z.B. RedFlag-Linux auf Chinesisch zu installieren. 🙂

rflinux01.png rflinux02.png
(Screenshots mit freundlicher Genehmigung von Cornelius)

Findet ihr nicht auch, das der Installationsbildschirm arg an den von WindowsXP erinnern?

  1. 7 Reaktionen

  2. Von Tonimakkaroni am 8. Aug 2007 um 15:14 Uhr

    ich versteh bei beiden bahnhof :mrgreen:

  3. Von gewe am 8. Aug 2007 um 16:08 Uhr

    Als nicht Bahnhofversteher möchte ich doch darauf hinweisen, dass die Windowsnutzer einer massiven Beeinflussung durch MS selbst, die Medien und millionen von Windowsnutzern unterliegen.
    Kommt noch hinzu, dass nahezu alle Softwarehersteller ihre Programme für Windows entwickeln und nur wenige auch für Linux.
    Diese Abhängigkeit von Applikationen macht es des meisten Windowsnutzern unmöglich, sich auf die Linuxseite zu begeben. Die wenigsten Computernutzer sind nun mal Elektronik- oder Softwaresystemfreaks. Sprich, sie wollen den Computer nur als Werkzeug nutzen. Selbst das ist für viele nicht einfach.
    Das sich Linux-Nutzer nach einigen Mühen in einer etwas anderen, weil sorgloseren Welt befinden, ist für Linux-Nutzer eine der treibenden Kräfte. Das sie aus Sicht dieser „neuen Welt“ die Windowsnutzer nur freundlich lächelnd bedauern können, verstehen dann aber auch nur wieder nur Linuxnutzer.
    So, nun werden etliche noch mehr Bahnhof nur verstehen. 🙂

  4. Von Tonimakkaroni am 8. Aug 2007 um 16:53 Uhr

    sicher hast du recht-und es ist nun mal so das man den bequemeren weg geht. obwohl ich auch traurig darüber bin das viele sachen die mir von nicht windows unterstüzenden firmen gefallen einfach keinen anklang finden obwohl besser-siehe nur vergleich firewire zu usb

  5. Von Veit am 8. Aug 2007 um 18:03 Uhr

    Das das so wie du es erzaehlt hast, auf einem frischen XP passiert ist, glaube ich dir nicht.

  6. Von Woschod am 8. Aug 2007 um 18:54 Uhr

    @Veit: Der Freund steht gerade neben mir, er weißt mich noch darauf hin, das die alten User natürlich mit Passwort verbunden waren.

    Warum Du das mir nicht glauben willst… Nun ja, das ist wohl eine Prinzipienfrage bei Dir.

  7. Von krisz am 8. Aug 2007 um 19:17 Uhr

    Damit das nicht passiert, habe ich meine Backups auf einer Fat32-Partition. Da werden nämlich keine Benutzerinfos mit den Dateien gespeichert.
    Aber trotzdem bin ich gerade dabei, auf (X)Ubuntu umzusteigen. Wenn das vollständig geklappt hat, werde ich mir mal Gentoo anschauen, da ich von Ubuntu (und Debian im allgemeinen) nicht sehr viel halte. Ist halt einfach zu installieren, aber das war’s dann auch schon. Ideal für Windows-Umsteiger.

  8. Von D. Krüger am 9. Aug 2007 um 06:38 Uhr

    Hallo,
    „Worüber redest du eigentlich, Väterchen?“ ❓
    http://www.bruhaha.de/kuh_im_propeller.html
    Stark bleiben!

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