Hausarbeiten.de: Eine Stalin-Biographie

Irgendeiner hat bei hausaufgaben.de eine Stalin-Biographie ausgegraben, die muss ich hier einfach mal vorstellen. So ein richtig schöner Text, bei dem man vom vielen Kopfschütteln ein Schleudertrauma bekommen kann.

Russland unter Stalin
Autor: Carola Dietrich

Es folgen ein paar Zitate, natürlich in originaler Rechtschreibung. Alle hervorhebungen von mir.

Wie bei fast alle seiner Sorte folgen nun immer wieder Verhaftungen…

Hier habe ich dann noch etwas Neues gelernt:

1917 wird vom Parteiflügel der Menschewiki aufgedeckt, dass Stalin wegen der bewaffneten Raubüberfälle und seiner terroristischen Vergangenheit von der Parteiführung ausgeschlossen worden war, was er jedoch wohl zu verheimlichen gewusst hatte.

Ganz lustig:

Als 38 Jahre alter Berufsrevolutionär fühlt er sich nunmehr gezwungen einen weisen Mann und Vater des Staatsvolkes zu mimen.

Über Trotzki:

Stalin bildet mit Sinowjew und Kamenew eine Troika gegen Trotzkij. Trotzij wurde mit deren Hilfe parteipolitisch isoliert. Dabei half er selbst kräftig mit, indem er sich nur zu leicht provozieren ließ und sich selbst aus dem Zentralkomitee in einer lächerlichen Aktion, die der eines bockigen Kindes gleicht, mit den Worten ,,Ich bitte, mich aus der Schauspielerliste dieser erniedrigenden Komödie zu streichen“, um anschließend mit dem Versuch, eine übergroße schwere eiserne Tür des Zarenpalastes, in dem das ZK getagt hatte, zuzuschlagen, jedoch dabei nur in seiner Absicht deutlich zu werden, mit der Ausführung jedoch zappelnd und strampelnd an der Tür hängend zu scheitern.

Die obligatorische Hitler-Stalin-Gleichsetzung:

Später werden Propaganda und Terror, mit denen er seine Herrschaft aufrecht erhielt als ,,Personenkult“ bezeichnet. Ganz besonders in diesem Punkt scheint mir eine gewisse Nähe zu Hitler unübersehbar. Beide Diktatoren waren bemüht, eine Art Staatsreligion zu errichten, sich selbstin den Mittelpunkt dieser Religion setzend.

1939-1941:

Bei Bessarabien wurde Stalin dann sogar schon recht mutig unnd genehmigte sich sogar mehr, als ursprünglich im Zusatzprotokoll vereinbart. Die überrumpelte deutsche Regierung musste zustimmen. Ihr blieb gar nichts anderes übrig.

Biographien:

Stolperstein Größenwahnsinn

1939 wird eine erste kurze offizielle Biograhie herausgegeben, in der sich Stalin als den ,,großen Strategen der sozialistischen Revolution und ein allwissendes Genie“ nennt. Das sind jedoch noch bescheidene Töne im Gegensatz zu späteren Betitelungen, wenn er sich beipielsweise anlässlich seines 50. Geburtstages große Lobeshymnen auf sich singen die jedoch noch um ein vielfaches an seinem 60. Und dann später an seinem 70. Geburtstag übertroffen werden. Da läßt er sich dann schließlich nach und nach zum Gott über Russland stilisieren.

Nach 1945. Das versteh ich nicht wirklich:

Aus der deutsch Kriegsbesatzungszone von Deutschland wurde per Staatstreich die Deutsche Demokratische Republik.

Fazit:

Bleibt zu sagen, dass es sich bei dem Phänomen Stalin um ein ähniches wie bei dem Hitlers handelt und noch heute öffentliche Diskussionen zu verfolgen sind, in denen gestritten wird, welcher von beiden mehr Menschen auf dem Gewissen hat, grausamer oder einfach nur Schlimmer für die Menschheit gewesen ist. Zu einem eindeutigen Ergebnis ist man bis heute nicht gekommen und wird es wohlauch in Zukunft nicht.

  1. 9 Reaktionen

  2. Von markus am 27. Aug 2007 um 16:49 Uhr

    applaus für diese gute recherche: „Stalin bildet mit Sinowjew und Kamenew eine Troika gegen Trotzkij. Trotzij wurde mit deren Hilfe parteipolitisch isoliert.“

    ich dachte immer, dass stalin mit trotzki und bucharin eine troika gebildet hat. :mrgreen: man lernt halt nie aus. die faschismus-trotzkismus-imperialismus-troika gegen die Sowjetunion bleibt natürlich unerwähnt.

  3. Von irgendeiner am 27. Aug 2007 um 18:04 Uhr

    gestern gelesen und heute habe ich immernoch kopfschmerzen davon…

  4. Von Pascal am 27. Aug 2007 um 18:21 Uhr

    Weshalb tituliert sie ihr falsches Meinungsbild als Biografie? Anscheinend hat die Dame aus ihren Quellen (u.a Encarta) nichts erfahren.

  5. Von krisz am 27. Aug 2007 um 19:32 Uhr

    Ist man als Berufsrevolutionär eigentlich krankenversichert? Und hat man Anspruch auf Urlaub?

  6. Von Thomas Trueten am 27. Aug 2007 um 22:15 Uhr

    Eigentlich kann es da nur eine Note geben:

    „Setzen, Sechs!“

    Beherrscht nicht mal Copy&Paste … Aber „Objektive Quellen“ hat sie ja. Mannomann…

  7. Von Pascal am 28. Aug 2007 um 00:06 Uhr

    Danke für diesen Artikel! Ich werde dieses Thema auch bald bei mir behandeln.

    Wo findest Du nur immer solche informativen Köstlichkeiten! 😆

  8. Von D. Krüger am 28. Aug 2007 um 07:18 Uhr

    Hallo,
    ohne Kommentar.
    Stark bleiben!

  9. Von Fritz am 28. Aug 2007 um 15:27 Uhr

    tia… wer in diesen Staat ne 1 haben will….

  1. 1 Trackback(s)

  2. 28. Aug 2007: Rotes Weblog » "Hausarbeiten.de" vermittelt falsche Informationen

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