Ein Kommentar für BILDblog

BILDblog schreibt heute über den demokratischen Sozialismus und ich erlaube es mir mal vollständig zu zitieren:

Der real existierende Hans-Olaf Henkel

Hans-Olaf Henkel, „Bild“-Kommentator und „Deutschlands klügster Manager“ („Bild“), beschwert sich heute über den „Linksdrall“ bürgerlicher Parteien. Er schreibt:

Und der SPD-Vorsitzende Kurt Beck holt sogar den „demokratischen Sozialismus“ aus der Mottenkiste, als hätte dieser in der DDR oder anderswo jemals funktioniert.

„Sozialismus“, okay, aber „demokratisch“? In der DDR?!

Ja, da hat BILDblog natürlich Recht. Aus westdeutscher und „freiheitlicher“ Sicht war der Sozialismus in der DDR nicht demokratisch. Es war aber auch nie und wird nie das Ziel eines sozialistischen Landes sein, „demokratisch“ wie die bürgerliche Gesellschaft im Kapitalismus zu sein.

Merke: „Bürgerliche Demokratie“ != „Sozialistische Demokratie“.

  1. 9 Reaktionen

  2. Von gewe am 5. Okt 2007 um 08:16 Uhr

    Auch Deutschlands klügste Manager wissen nicht alles.
    Demokratischer Sozialismus stand in der DDR niemals auf der Tagesordnung. Als der Sozialismus noch nicht vom Opportunismus und Revisionismus zerfressen war, gab es zum Thema „Demokratischer Sozialismus“ eine klare Aussage. Nämlich, dass dies Unfug ist. Das ist nur eine der Methoden der bürgerlichen Opposition, den Sozialismus zu unterwandern, aufzuweichen und letztendlich zu vernichten. Das Ergebnis haben wir 1989 gesehen.
    Also braucht Deutschlands klügster Manager (DkM) keine Sorge zu haben, dass ihm der Herr Beck irgendwie in die Quere kommt. Letzteres ist DkM natürlich bekannt. Aber die Show verlangt nunmal sein derartiges Auftreten. Wie sonst kann er bei einer seiner nächsten Abendveranstaltung 50.000 EUR verlangen … für einen Zweistundenvortrag.

  3. Von Anonymous am 5. Okt 2007 um 12:24 Uhr

    die ddr warn beschissener polizei-staat; eine diktatur, nichts weiter. das hat weder was mit dem grundprinzip des sozialismus noch mit irgendeiner form von demokratie zu tun.

  4. Von gewe am 5. Okt 2007 um 13:59 Uhr

    Ach ja, die „klugen“ Sprüche der besonders Mutigen. Wieviele Jahre Herr Arno Nyhm haben Sie denn in der DDR gelebt? Was konkret hat sie dann für ihr restliches Leben so verärgert?

    – kostenlose medizinische Betreuung?
    – bezahlbare Mieten?
    – kostenlose Ausbildung?
    – Recht auf einen Arbeitsplatz?
    – Friedenspolitik?
    – Antifaschistische Grundorientierung?
    – oder?

    Noch ein kleine Denksportaufgabe. Jede Diktatur wird von jemanden gegen einen anderen ausgeübt im Interesse von. Wer hat den Ihrer Ansicht nach die Dikatur ausgeübt und vor allen gegen wen und für wen?

  5. Von Arno Nyhm am 5. Okt 2007 um 16:40 Uhr

    achja die antifaschistische grundorientierung mit dem antifaschistischen schutzwall. es ist mir egal wie viele vorteiele ein staat bringt ich lasse mich von niemandem für nichts einsperren – es geht ums prinzip.
    außerdem hab ich nie gesagt, was ja gleich wahrscheinlich wieder der 1. gedanke war, das ich den herrschenden kapitalismus für besser halte, nein! ich halte es generell für einen fehler irgendeinem menschen in irgendeiner form mehr macht zu geben, als einem anderen, um über andere zu herrschen. sowas kann und wird nie gut enden oder hat Herr Ge We eine ahnung warum die tolle ddr von seiner einwohnerschaft so herzlich verarbeitet wurde? die warn alle so begeistert von ihrer freiheit, die haben, wahrscheinlich nur um sich daran satt zu sehen den tollen antifaschistischen schutzwall fast eingerannt! naja das kommt ja mal vor! aber so einrenner, die müssen dann halt warten… in staatlich kontrollierten „ich wollte die mauer besichtigen oder habe meine gedanken geäußert“-häusern – die sahen zwar nicht schön aus, warn aber sicher erste sahnefür den antifaschistischen kampf geeignet! mensch, sagmal da tut man was für die deutsche demokratische republik; da hätt ich auch gern reingewollt; du hast mich überzeugt!

  6. Von peter s. am 5. Okt 2007 um 16:42 Uhr

    dieser begriff – demokratischer sozialismus – stammt aus dem parteiprogramm der spezialdemokraten. (schumacher hatte ja schon nach dem krieg von der tagesaufgabe – sozialismus heute – geschwafelt. (demagogisch!)
    auch der begriff des -dritten weges- war eine antikommunistische richtung um die menschen orientierungslos zu machen.
    (ähnlich die nazis mit dem begriff – national-sozialismus)

    spezialdemokraten (heute z.t. auch pds) waren/ sind immer sehr wortgewaltig um die menschen in die irre zu führen.
    die spd war mal gegen die wiederaufrüstung/atombewaffnung/notstandsgesetze u.a. – und heute ?

    unter ihrer führung wurde der erste krieg d nach dem 2.weltkrieg normalität.
    auch grüne (schwerter zu flugscharen/friedenskerzenträger) haben sich offen zu kriegstreibern entblättert.

    als die ddr noch existierte haben henkel und konsorten auf der leipziger messe fast um einen besuch des staatsratsvorsitzenden gewinselt.
    arbeiter wurden nach der rückkehr aus leipzig am arbeitsplatz dafür verhaftet. (als lehrling in westdeutschland selbst erlebt)

    bürger westberlins

  7. Von otti am 5. Okt 2007 um 18:55 Uhr

    DDR – BRD
    In der DDR hatten die Leute Geld und konnten sich dafür keine Waren kaufen. In der BRD gibt’s Waren im Überfluss, aber den Leuten fehlt das Geld.

    Zurück in die Zukunft:
    http://arlesheimreloaded.ch/article/volksvertreter_per_los_bestimmen

  8. Von gewe am 5. Okt 2007 um 20:23 Uhr

    Ja, Herr Arno Nyhm. Im innersten sagt das Menschliche Ihnen, dass es so, wie es heute läuft, nicht richtig ist. Nur leider haben Sie – und das ist weder persönlich oder irgendwie abwertend gemeint – zu viele Illusionen zum Thema Freiheit und wahrscheinlich zu wenig Wissen, über gesellschaftliche Prozesse in der heutigen Gesellschaft und in einer sozialistischen Gesellschaft.
    Das alles läßt sich nicht in wenigen Sätzen erklären. Aber Sie können sicher sein, wirkliche und ehrliche Kommunisten (und keine Revisionisten wie z.B. die KPdSU-Führer seit Chruschtschow) haben ihre Ideale einer menschenwürdigen Gesellschaft, ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, mit zufriedenen und wirklich freien Menschen nicht aufgegeben und werden diese auch nicht aufgeben.

    Wir nehmen nicht wegen irgendwelchen Vorteilen vielfach Entbehrungen auf uns oder lassen uns beschimpfen und verleumden, weil wir ein unmenschliches System etablieren wollen.
    Nein, im Gegenteil. wirkliche Demokratie und Freiheit des Menschen ist weiterhin nur in einer ausbeuterfreien Gesellschaft zu erreichen. Diese eines Tages aufzubauen, bleibt unser Ziel.

    Sie können sicher sein, beim nächsten mal haben wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und werden es besser machen – wenn auch dann wieder nicht fehlerfrei. Doch die Fehler beim Aufbau des Sozialismus sind in nichts zu vergleichen mit den Verbrechen der heutigen imperialistischen Machthaber, die täglich tausende Opfer kostet.

    Also lassen Sie sich Zeit beim Überdenken Ihrer Ansichten. Vielleicht finden wir doch eines Tages mit dem Ziel einer besseren Gesellschaft zusammen.

  9. Von Anonymous am 5. Okt 2007 um 22:17 Uhr

    ich finde das system des sozialismus in keiner weise schlecht – das grundprinzip halte ich für sinnvoll und vor allem gerecht; jedoch finde ich, dass die ddr ein denkbar schlechtes beispiel ist, um jemandem den sozialismus näher bringen zu wollen, da – meiner meinung nach- in diesem system die würde und rechte des einzelnen nicht unerherblich eingeschränkt wurden.
    natürlich haben Sie recht, wenn Sie z.b. damit argumentieren, dass es quasi keine arbeitslosigkeit gab, was ja nunmal heute ein ganz anderes thema ist. leider muss man aber sagen, dass bisher der sozialismus, generell der kommunismus, oft von verschiedenen diktaturen als grundlage misbraucht wird (china, „kapitalistischer kommunismus“?!), was wohl ein ziehmlich schlechtes licht darauf wirft. ich würde selber ein -funtionierendes- sozialistisches system bevorzugen, wenn es denn eines gäbe.

  10. Von gewe am 6. Okt 2007 um 09:01 Uhr

    Es gibt heute kein funktionierendes soz. System, so wie sie es bereits gern hätten und sicher millionen andere Menschen auch.
    Das liegt daran, dass der Sozialismus nicht wie alle anderen Ordnungen vorher aus sich selbst heraus (sozusagen selbstständig) entsteht. Der Sozialismus muß durch bewußtes (!) Handeln der Menschen aufgebaut werden. Dies geschieht unter konkreten historischen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen.
    Eine proletarische Revolution hat nicht zwei Wochen später einen fertig aufgebauten Sozialismus zur Folge. Das braucht Jahrzehnte harter Arbeit. Fehler sind bei neuen Vorhaben leider nicht zu vermeiden. Wir können nur alles versuchen, die Fehler offen und ehrlich zu benennen und zu korrigieren. Vieles was Ihnen und sicher auch mir in der DDR nicht gefallen hat, war nicht vermeidbar. Wie gesagt, die konkrete Situation.
    Nicht umsonst wird der Sozialismus als Übergangsphase zum Kommunismus bezeichnet.
    Dennoch, selbst der schlechteste Sozialismus ist mir immer noch lieber, als das heute leider wieder weltweit agierende kapitalistische System.

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