Bücher lesen
Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen einen verwundert anschauen, wenn man ein Buch liest. In meinen Arbeitspausen merke ich das immer wieder. Denn statt in der Kantine Fußball zu schauen oder über das Wetter zu reden, krame ich ein Buch heraus und lese das. Dann kommt immer die Frage: “Was liest Du da?” und meine entsprechende Antwort: “Ein Buch.” *g*
Ja, Bücher sind etwas Tolles. Ich könnte mich problemlos monatelang in einer Buchhandlung einschließen lassen, ohne daß mit langweilig werden würde. Viele Jugendliche lesen zwar Harry Potter, aber dann hört es schon wieder auf. Sie ziehen sonst das Fernsehen und Videos vor. Aber wozu brauch ich das? An einem schönen und dicken Buch kann ich mich viel länger als an einem Film festhalten.1 Die Bilder dazu entstehen in meinem Kopf. Ich lese die Geschichten nicht nur, ich erlebe sie.
Als Fan von Science-Fiction war ich auf der Suche nach etwas mit Niveau. So einen Mist wie Star Trek oder Raumschiff Enterprise wollte ich nicht haben.2 Orks, Trolle und ähnliche Fabelwesen interessieren mich auch nicht wirklich.3 Ich wollte lieber so etwas wie Stanislaw Lem haben, auf dem Niveau der osteuropäischen SF der letzten Jahrzehnte. Beim Stöbern in der Buchhandlung ist mir dann Isaac Asimov in die Hände gefallen. Ich muß zu meiner Schande gestehen, bisher habe ich noch nichts von dem “Guten Doktor” gelesen. Das hat sich inzwischen geändert. Durch die ersten Robotergeschichten und zwei von sechs Lucky Starr-Romanen bin ich bereits durch und die ersten Teile des Foundation-Zyklus stehen bereit. Und weiter werden wohl folgen. Wenn ich dann irgendwann mit Asimov mehr oder weniger fertig bin, wird es vermutlich mit Robert A. Heinlein weitergehen. Oder auch parallel dazu. Möchte mir sonst noch jemand etwas empfehlen?
Wer mich beim Lesen unterstützen will, kann sich gerne an meinem Amazon-Wunschzettel orientieren. Das soweit zum Selbstzweck dieses Artikels. Was ich schon immer mal machen wollte, ist eine Liste mit all den Büchern, die ich bereits gelesen habe. Das wird eine sehr lange Liste und wohl niemals vollständig. Ich denke, dieses Blog, welches ja auch sehr viel persönliches enthält, könnte der geeignete Ort dafür sein.
- Daher verstehe ich auch, wenn Rory Gilmore aus der Fernsehserie “Gilmore Girls” (Ja, ab und an schaue ich auch bewegte Bilder. *g*) ein gutes Dutzend Bücher mitnehmen muß, wenn sie ein Wochenende wegfährt. [↩]
- Mein Mitbewohner hat seine ganze DVD-Sammlung mit dem Zeug dabei, da schlafen mir schon die Füße ein, wenn ich das nur lautlos sehe. “Kommandant, wir werden angegriffen.” – “Schutzschilde aktivieren!” [↩]
- J. R. R. Tolkien will ich hier mal als große Ausnahme gelten lassen. Dessen “Herr der Ringe” ist aber auch schon etwas älter und gut abgehangen. [↩]





9 Reaktionen
Von Thomas am 11. Nov 2007 um 12:46 Uhr
Spin ist ganz gut. Generell lohnt es sich die diversen SF awards durchzublättern.
Von Thomas Trueten am 11. Nov 2007 um 14:00 Uhr
Soso, Du hast Zeit um Lesen
den “Dunklen Turm” habe ich bis zum 4. Band durchgearbeitet. An selbigem laboriere ich allerdings seit seinem Erscheinen herum. Ziemlich zäh und für meinen Geschmack mit deutlichem Spannungsabfall gegenüber den ersten 3 Büchern.
Bücherempfehlungen?
Ganz oben stehen bei mir bei an Zerstreuungsliteratur:
- Philip K. Dick
- die Gebrüder Strugatzki – Insbesondere Трудно быть богом sowie Пикник на обочине
Ich muss aber gestehen, ich komme zur Zeit nicht dazu SF zu lesen, ich habe zuviel an anderer Literatrur durchzuarbeiten
Frohes Schaffen!
Thomas
Von Woschod am 11. Nov 2007 um 14:37 Uhr
Und ich dachte immer, der Herr der Ringe besteh aus drei Bänden…
Na kommt ja auch die Zählweise drauf an.
Die Strugatzki-Brüder kenne ich natürlich. “Picknick am Wegesrand” ist ja ein Klassiker schlechthin und durch “Die gierigen Dinge des Jahrhunderts” habe ich mich als Jugendlicher mehrmals versucht durchzuarbeiten. Ich weiß nicht, ob ich es jemals geschafft habe, das Buch müsste aber in meinem Schrank liegen.
Von Cyberdroid am 11. Nov 2007 um 18:40 Uhr
Von Heinlein hab ich eine Menge durch, der hat viel gutes Zeug geschrieben. Zum Einstieg würde ich seine Jugendromane wie “Von Stern zu Stern” oder “Tunnel zu den Sternen” empfehlen. “Fremder in einer fremden Welt” und “Das neue Buch Hiob” sind für mich seine besten Werke.
Du scheinst auch ein Kandidat für die Wüstenplanet-Bände zu sein. Die Dune-Reihe ist epochaler und komplexer als alles andere, was ich kenne. Hoffentlich kommt bald der letzte Band raus.
Von Jewgeni am 12. Nov 2007 um 19:04 Uhr
Frank Herbert und der DUNE-Zyklus ist sehr empfehlenswert. Die ersten Drei Bücher sind der absolute Oberknaller. Bis jetzt habe ich nichts vergleichbares gefunden. Die letzten drei bauen zwar ab, aber auf einem sehr hohem Niveau. Nach dem Tod von Herbert sind zwar noch einige Bücher rausgekommen, allerdings würde ich da die Finger von lassen. Die Kritiken, die ich las, waren allesamt vernichtend.
Was sicherlich noch empfehlenswert ist ist die US-amerikanische Klassikerreihe. Asimov hast du schon erwähnt. Es gibt aber noch Ray Bradburry, bekannt durch 451 Fahrenheit. Von dem würde ich aber eher die Kurzgeschichten empfehlen. Zum teil sehr zeitgenössische Gesellschaftskritik.
Jetzt einfach nur ein paar Namen, die mir spontan einfallen.
Roger Zelazny – Die Chroniken von Amber
Harry Harrison – hier besonders witzig der Stahlrattenzyklus.
Die Welt des Todes ist aber auch nicht zu verachten.
Robert Shekley
und andere aus der goldenen Genration des US Sci-Fi
Von Cyberdroid am 12. Nov 2007 um 20:46 Uhr
Die letzten drei Dune-Bände (von Frank Herbert selbst) scheinen nur abzubauen, weil die Geschichte bisher unvollständig war.
Der siebente Band beantwortet einige offene Fragen und im 8. Band erwarte ich einen Paukenschlag, mit dem die fast 30.000-jährige Geschichte endet.
Auch einige der früheren Charaktere tauchen als Gholas wieder auf.
Von Woschod am 12. Nov 2007 um 22:05 Uhr
Hm, Dune handelt in eine Zeitraum von 30000 Jahren? Dann solltet ihr mal “Die Haarteppichknüpfer” und “Quest” von Andreas Eschbach lesen! Das sind Dimensionen, die sprengen fast den menschlichen Verstand.
Von ralf am 13. Nov 2007 um 03:23 Uhr
Hi,
Wenns auch Sachliteratur sein darf!?
Ich habe kürzlich von Erich Fromm (Psychoanalytiker, Frankfurter Schule) das Buch “Haben oder Sein” gelesen, welches mich echt umgehauen hat. SAchlich wissenschafltich geschrieben, aber nach 30-40 Seiten Gewöhnung durchaus gut lesbar (Bin sonst mehr der Romanleser). Der Inhalt in Ultrakurzform:
Fromm beleuchtet die zwei Existensweisen des Habens und des Seins, die beide vom Mensch “gelebt werden können”.
Haben: Immer mehr mehr meeehr Besitz, Dinge (wozu auch andere Menschen/Bezieheungen etc gehören könne) ansich raffen. Glücksgefüll durch Besitznahme / -vergrösserung und Konsum. Problem: Wenn du alle dinge die du besitzt verlierst, was bist deu dann ?!
Sein: Existieren und nur die dinge “besitzen” die zum produktiven Tätigsein nötig sind.
Diese beiden Existensweisen “Haben” und “Sein” kaut Fromm durch alle möglichen Kontexte durch und beleuchtet sie von allen Seiten, um im letzten drittel darauf einzugehen, das die positiv konditionierte Existensweise des “Habens” in der Westlichen Gesellschaft vorherrschend und der Grund allen Übels ist, desweiteren bietet er Lösungsansätze an wie sich die GEsellschaft Schritt für Schritt in eine gesunde “Sein” Gesellschaft transformieren liesse. (und der Hammer, Mindestlohn und Wohnraum inbegriffen, GExschrieben hat er das irgend wann ~1970) Krass
Habe seit dem noch das Folgewerk gelesen (Vom Haben zum Sein), und die Kunst des Liebens, bin absolut hin und weg von der Gedankengebäuden (oder wie auch immer man das bei so Literatur nennt) die dieser Typ verfasst hat.
Ralf
Von bejaka am 13. Nov 2007 um 20:38 Uhr
versuchs doch mal mit jules verne und
edgar allen poe.
kh