100 Jahre Erich Mielke

Heute wäre Erich Mielke 100 Jahre alt geworden. Der Mann, nach dessen Tod BILD im Jahr 2000 fragte: “Kommt so einer in den Himmel”, führte über 30 Jahre einen der erfolgreichsten Geheimdienste der Welt und machte sich damit viele Feinde. Diese haben den Gegner Mielke bis heute nicht verdaut und lassen einen alten Mann, der 1989 einen für einen Kommunisten unrühmlichen Abgang1 hinlegte, nicht in Frieden.

Bei Spiegel Online geschieht das auf der für das Medium eigenen und typischen Art. Auf dem SpOn-Portal einesTages2 schreibt Hans Michael Kloth über den “brutalen Kaiser der DDR”. Im Folgenden habe ich den Artikel mal auf die für Spiegel-Leser wesentlichen Informationen zusammengestrichen.

“Dir hack ich den Kopf ab!” (…) hinterhältig (…) ungehobelt (…) ungebildet (…) foltern (…) morden (…) Stalinisten (…) Stasi-Chef (…) Überwachungsstaat3 (…) Lüge (…) Jungkommunist (…) kleinbürgerliche Herkunft (…) dreisten Lüge. (…) wirre Einlassung (…) Unberührbare (…) Spinne (…) SED-Macht (…) heimliche Kaiser der DDR (…) kein begnadeter Politiker (…) kein Meisterspion (…) nicht mal ein besonders heller Kopf (…) Hinterhofkind (…) Halbwaise (…) rumpeliger Misanthrop, impulsiv, ungehobelt und ungebildet. (…) Herrscher über das Ministerium für Staatssicherheit, das MfS. (…) mediokren Preisboxers (…) verschlagene, hinterhältige Brutalität, stumpfe Skrupellosigkeit, grenzenloses Misstrauen (…) Zuschlagen, nicht lange fackeln, (…) Stalinist (…) Stasi-Generalität (…) Doppelmörder (…) Profiteur im Machtkampf (…) kaltschnäuziger Rücksichtslosigkeit (…) manische Egoist (…) “Dir hack ich den Kopf ab!” (…) Mann fürs Grobe (…) Architekt des Überwachungsstaats4 (…) Erich Mielke war die Stasi (…) alten Haudegen (…) Trauma der SED (…) totalen Überwachungsstaat (…) infiltrierte und manipulierte (…) gezielte Tötungsaktionen gegen “Feinde” (…) rachsüchtigen Mielke (…) aus dem Hinterhalt erschossen (…) Stasi (…) Firma “Horch & Guck” (…) politische Schläger-, Folter- und Mördertruppe (…) spektakulären Liquidierung Gartenschlägers. (…) Mielkes Alptraum (…) Verweichlichungstendenzen (…) “Schild und Schwert der Partei” (…) sturen Alles- und Besserwisser (…) “Untouchable” der DDR (…) Demenz simulierte (…)

So starb der altersschwache Mielke am 21. Mai 2000 nicht nur als freier, sondern auch als im rechtlichen Sinne unbescholtener Mann. Begraben wurde er, im Beisein zahlreicher alter Kampfgefährten und Genossen, auf dem Berliner Zentralfriedhof in einem anonymen Urnengrab: Auch im Tod wollte Erich Mielke gerne der Unberührbare bleiben.

  1. “Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setzte mich doch dafür ein!”, []
  2. Natürlich Beta, SpOn will ja auch zum Web 2.0 gehören []
  3. Nein, es geht hier wirklich nicht um Dr. Wolfgang Schäuble! []
  4. Nein, auch hier geht es nicht um Dr. Wolfgang Schäuble, dieser ist schließlich kein Kommunist sondern ein Demokrat []
  1. 5 Reaktionen

  2. Von markus am 28. Dez 2007 um 16:24 Uhr

    gute zusammenfassung. alles wesentliche enthalten. unwesentliches weggelassen.

    nur so am rande: im “spiegel spezial” über kommunismus steht ungefähr folgendes: bucharin wurde hingerichtet, weil er ein gedicht kannte, in dem stalin nicht positiv dargestellt wurde.

  3. Von Woschod am 28. Dez 2007 um 17:06 Uhr

    @Markus: Dieses Spiegel Spezial habe ich gesehen, aber da war mir mein geld zu schade. Notfalls habe ich ja noch ein Spiegel Spezial von 1991 hier liegen mit dem vielsagenden Titel: “Die Katastrophe des Kommunismus – Von Marx bis Gorbatschow”

  4. Von opppa am 28. Dez 2007 um 19:44 Uhr

    Mielke hat doch einen würdigen Nachfolger. Der sitzt zwar im Rollstuhl, wird uns aber bedeutend wirksamer überwachen, als Mielke es in der DDR geschafft hat. Wenn der dann Schwierigkeiten hat, kann er ja noch Schily zu Hilfe holen, der kennt sich ja mit Abhören und ähnlichen Grundgesetzverstößen aus!

  5. Von Justerini am 28. Dez 2007 um 23:13 Uhr

    Liebe finde ich nicht unrühmlich. In, sicherlich nicht gerade überzeugender Form, hat er mit seinen Worten einen guten Teil dessen ausgedrückt, was es bedeutet Kommunist zu sein. Daß die Gegenseite das nur lächerlich finden kann, nun, wen wundert das.

  6. Von bejaka am 29. Dez 2007 um 09:53 Uhr

    mein gott.
    nennt sich das zeitung?
    …der schreiber journalist?

    kh

Ich würde mich freuen, wenn Du einen Kommentar hinterlässt.

(Name und E-Mail müssen eingeben werden, Fakeangaben sind möglich und erlaubt.)

Hinweis: Kommentare werden grundsätzlich nach Prüfung manuell freigeschaltet!