DKP-Genossin Christel Wegner über Stasi und Mauer

Da geht derzeit wieder ein Aufschrei durch die Republik. Hat sich doch die kürzlich in den niedersächsischen Landtag eingezogene Genossin der DKP, Christel Wegner, das demokratische Recht herausgenommen, ihre Meinung zu sagen. Und das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in der ARD-Sendung panorama. Das gefällt natürlich vielen nicht.

Bei der ARD kann man einige ihre Aussagen direkt nachlesen. Hier als PDF-Datei.

Da steht zum Beispiel, dass Christel Wegner über das Ministerium für Staatssicherheit der DDR gesagt hat:

Ich denke nur, wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen.

Dieses Organ nennt man in der BRD übrigens Verfassungsschutz. Der VS schreibt selber in einer FAQ auf seiner Webseite:

Gemäß Â§ 3 Bundesverfassungsschutzgesetz (BVerfSchG) hat das BfV (…) „Auskünfte, Nachrichten und sonstige Unterlagen“ zu sammeln und auszuwerten über

– Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder
– gegen den Bestand und die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind

(…)

Doch zurück zu Christel Wegner. Sie sagt laut ARD weiterhin:

Ein revolutionärer Umsturz kann nur erreicht werden, wenn die Bedingungen dafür da sind. Es ist notwendig, dass nicht mehr die Konzerne, das Kapital die Macht hat, sondern die Arbeiterklasse in Verbindung mit den anderen Werktätigen.

Das sind natürlich Worte, die den bürgerlichen Demokraten nicht gefallen. Schließlich hat die Arbeiterklasse zu wählen, aber doch keine Macht zu haben! Noch weniger gefällt ihnen aber Wegners Meinung zur Mauer.

Der Bau der Mauer war in jedem Fall eine Maßnahme um sozusagen zu verhindern, dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten. Einmal die Wirtschaft schädigen, indem sie billig eingekauft haben – das war ja so – auch um zu verhindern, dass irgendwelche Kräfte über die Grenze spazieren, die man da nicht haben wollte.

Hier fällt zum Beispiel auf, das Spiegel Online nur den ersten Satz zitiert. Wäre ja auch nicht so toll, wenn man die rechtsmäßige Begründung für ihre Meinung nennt. Dann könnte ja am Ende noch jemand drauf kommen, dass die Mauer eben nicht dazu diente, Menschen wie Hasen abzuschießen, wie sich das Hubertus Knabe zusammenfantasiert.

Es bleibt spannend im niedersächsischen Landtag. Zumindest muss man Christel Wegner zugute halten, dass sie eine weitaus bessere Meinung für die DKP vertritt als die Linkspartei, auf deren Liste sie kandidierte:

Wir wollen Sozialismus haben für dieses Land. Die Linke möchte mit Reformen Veränderungen erreichen, und wir sind der Auffassung: Das reicht nicht. Wir wollen den Umbau der Gesellschaft.

Und das geht nur auf revolutionären Weg.

Hoffentlich denkt Christel Wegner nur darüber nach, ihr Landtagsmandat zurückzugeben und wird es nicht wirklich tun.

  1. 28 Reaktionen

  2. Von bejaka am 15. Feb 2008 um 00:46 Uhr

    hab ich doch glatt ein fremdwort gefunden:
    solidarität
    und dazu noch mit unserer margot.
    super beitrag.

    kh

  3. Von Carsten Speyer am 15. Feb 2008 um 00:54 Uhr

    Guten Tag,

    Man mag ja diverse politische Meinungen vertreten und auch ich sehe etwa den Turbokapitalismus nicht als menschenwürdiges Modell.

    Doch meiner Überzeuegung nach, kann man den Mauerbau nicht rechtfertigen.
    Schutz davor, dass Westdeutsche in die DDR kamen ???

    Sie blenden also aus, dass die DDR Ihre eigenen Bürger an der Ausreise gehindert, eingemauert und erforderlichenfalls getötet hat ???

    Das ist immens traurig, Sie haben mein Mitleid…. und vielleicht erwachen Sie irgendwann aus Ihrer Illusion.

    Ein Staat der sein Volk einmauert und tötet, wenn es gehen möchte ???

    Mit mitleidsvollen Grüßen

    Carsten Speyer

  4. Von Achim Lebrun am 15. Feb 2008 um 07:26 Uhr

    Sie sagte das, was sie als Kommunistin der DKP denkt. Und als solche kandidierte sie. Das war der „Die Linke“ und auch den Wählern bekannt. Und sie wurde aufgestellt und gewählt. Nun könnte man ihr diplomatisches Ungeschick vorhalten, aber man kann ihr auch Geradlienigkeit bescheinigen. Den bürgerlichen Politikern einschließlich des Herrn Gysi mag das nicht passen. Aber wer eine soziale Gesellschaft, den Sozialismus will, muß ihn auch durch administrative Maßnahmen verteidigen. Dem kapitalistischen Staat wird ja auch der Verfassungsschutz zugestanden.

  5. Von Jochen Hoff am 15. Feb 2008 um 07:53 Uhr

    Da haben wir das alte Problem der DKP. Wir wissen was sie sagen wollte, aber warum hat sie das dann nicht gesagt. Nun ist es so ziemlich egal, was sie weiterhin sagt.

    Natürlich verfolgen Stasi und Verfassungsschutz die gleichen Ziele. Dummerweise ist unser Verfassungschutz zwar blöd und angreifbar, hat sich aber nicht erwischen lassen. Deshalb ist der Begriff Stasi verbrannt und nicht mehr benutzbar.

    Außerdem bin ich nicht der Meinung das eine revolutionäre Gesellschaft, mit den Erfahrungen der Deutschen eine Stasi oder einen Verfassungsschutz braucht, wenn sie erst einmal frei ist. Eine freie Gesellschaft schützt sich selbst. Die muss keine Freiheit begrenzen. Zumindest nicht durch solche Organisationen die immer die Gefahr bergen, selbst nach der Macht zu streben.

    Überwachungsorgane gibt es eben nicht in demokratisch.

  6. Von Karl Heinz am 15. Feb 2008 um 09:42 Uhr

    Als Arbeiter hat man im Kapitalismus keine Wahl.
    Die anmaßende „Linke“ bestärkt mich mal wieder dabei, nicht zu wählen.

  7. Von Harry Schwiebert am 15. Feb 2008 um 10:08 Uhr

    Moin,
    nach der Revolution, die, wenn sie den Namen zu Recht trägt Weltrevolution sein wird, wird es niemanden geben, gegen den man die sich bildende Gesellschaftsordnung wird verteidigen müssen.
    Mit optimistischen Grüßen
    Harry

  8. Von DF2K2 am 15. Feb 2008 um 17:33 Uhr

    Herr Carsten Speyer…

    Wieso lehnen sie sich dann nicht gegen diesen (BRD) Staat auf ?
    Wieso nicht gegen die EU oder USA mit ihrer brutalen Grenzpolitik?
    Sie messen mit zweierlei Maß, im Gegensatz zu den tausenden Afrikanern die an der Grenze zur EU sterben, oder den tausenden Mexikanern an der US grenze hin, hatten die Ost Deutschen eine Wahl…

    Aber sie interessiert das ja nicht, oder meinen das internationale Kapital der EU sei für die Zustände in Afrika nicht verantwortlich… sie leben, mein lieber Herr Speyer, in der Traumwelt der bürgerlichen Ideologie !

  9. Von Dirk Winkelmann am 15. Feb 2008 um 21:34 Uhr

    sie soll nach Kuba oder ähnliche Staaten gehen, da hat sie dann auch ihre Ableger zur Stasi,
    wer so was gewählt hat, sollte sich schämen.
    das Stück bekommt dann auch noch meine/unser sauer verdienstes Geld in Form der Steuern
    pfui, hau einfach ab

  10. Von bejaka am 16. Feb 2008 um 01:15 Uhr

    ist ja wieder ein reger arbeitstag bei dir, daniel.
    rechnen wir mal die anzeigenpreise zusammen, kommt
    etwas trocken brot und die leasingrate für den kommenden monat raus:-)
    @dirkw.-1,20×6=7,20€
    @carstens.-1,20×11=13,20€
    fahren sie so ein teures auto oder ist die miete zu hoch?

    kh

  11. Von Woschod am 16. Feb 2008 um 01:22 Uhr

    @bejaka: Wie meinen?

  12. Von gewe am 16. Feb 2008 um 09:24 Uhr

    Verehrter Herr Winkelmann, machen Sie auch so kräftig und lautstark Front gegen die in Landtage gewählten NPD-Vertreter bzw. gegen deren zig tausende Wähler? Seit Newton wissen wir, dass jede Kraft eine Gegenkraft erzeugt. Was erwarten Sie bei der zunehmenden Faschisierung der bundesdeutschen Demokratie? Wenn hier erst mal wieder die Nazis herrschen, beten Sie vielleicht dafür, dass uns Kuba von diesem Spuk befreit. Sagen Sie jetzt bitte nicht, das sich Geschichte nicht wiederholt.

    Hallo lieber Herr Schwiebert, Ihre Träume in Ehren. Die bisherige Geschichte hat gezeigt, dass es leider keine wehrlose Übernahme der alten, kapitalistischen Gesellschaft gibt. Selbst wenn die Träume unserer trotzkistischen Freunde wahr werden, glauben Sie wirklich, dass sich die heutige Mächtigen nicht gegen ihre Enteignung und Abschaffung wehren werden? Wozu dann z. B. die ganzen Überwachungs- und Aufrüstungsmaßnahmen unseres Innenministers?
    Wenn die Äußerungen der Genossin Wegner schon derartig hektische Reaktionen im gesamten bürgerlichen Lager hervorrufen, wie wird die Reaktion erst ausfallen, wenn eines Tages eine KP mehr als 50% der Sitze eines Landtags bekommt?

  13. Von commie am 16. Feb 2008 um 09:32 Uhr

    @Winkelmann: Jaja, deutsche Sprache schwere Sprache. Aber hier macht ihnen das niemand zum Vorwurf!

  14. Von Torsten Wichert am 16. Feb 2008 um 15:12 Uhr

    Chilenisches Finale eingeleitet.

    Mit dem Verabschieden von systematischem Denken und einer abgetrennt von den historischen Erfahrungen mit dem Klassengegner verlaufenden Diskussion um einen „demokratischen Sozialismus“ wird auch für Deutschland das chilenische Finale eingeleitet.

    Ich weigere mich als Mitglied der Partei DIE LINKE Wegbereiter einer dann auch in Deutschland wahrscheinlichen Diktatur a‘ la Pinochet zu sein und stimme den Aussagen von Frau Christel Wegner in vollem Umfang zu.

    ————————————————————————————–

    „Die meisten Menschen haben ja keine persönlichen Gesinnungen, sondern die ihrer Kaste, sowohl die Kapitalisten wie die Sozialisten sind zu 99 Prozent Anhänger von Meinungen, zu deren Nachprüfungen ihr GEIST gar nicht ausreicht.“

    Zitat: Herrmann Hesse

    ——————————————————————————-

    P.S.: (Manchmal hängen sie auch den Meinungen anderer Kasten nach.)

  15. Von bejaka am 17. Feb 2008 um 00:01 Uhr

    wie geschrieben, @wochod:-)))

    kh

  16. Von Dirk Weiblen am 17. Feb 2008 um 07:40 Uhr

    Hut ab Frau Wegner! Ich finde es mutig und gut, kund zu tun, was die Gute so denkt. Somit zeigt sie eindeutig, dass sie die derzeitige, demokratische Verfassung ablehnt. Damit hat sie der Linken einen Bärendienst erwiesen. Hoffen wir alle, dass dies den Menschen in diesem Land die Augen öffnet und die Linken unwählbar macht und dahin zurückführt, wo sie hingehört .. unter die 5%!

  17. Von Kalle am 17. Feb 2008 um 13:11 Uhr

    Leider übers Ziel hinausgeschossen! So macht man sich angreifbar für bürgerliche Massenmedien und was daraus folgt, sehen wir Tag täglich.Etwas mehr Gespühr, etwas mehr Taktik!Geben wir uns den Bürgerlichen keine Blöße!!!

  18. Von TRAKUTON am 17. Feb 2008 um 14:26 Uhr

    Ich verstehe die ganze Aufregung über die Äußerungen
    der Chritel Wegner nicht. Wenn ich davon ausgehe, dass sie weit links von DIE LINKE mit ihrer Meinung angesiedelt ist und ich mich an mein eigenes Erleben erinnere, kann ich ihre Meinung nicht absolut verteufeln. Die Meinung zum Mauerbau vertrete ich ähnlich. Man war dabei uns auszukaufen, aber das scheinen fast Alle vergessen zu haben. Nur ein kleines Beispiel: 1 Pfund Brot kostete damals 0,26 DDR-Mark.
    Ein Westberliner, der 1:5 tauschte, zahlte 5,2 Pfennige.
    Und es gab mehr als 2 Millionen Westberliner.

  19. Von Jörg Walter am 18. Feb 2008 um 15:26 Uhr

    wo ist eigentlich der Unterschied zwischen SED => Die Linke/DKP usw. und NSDAP => NPD? Ich kann keine finden, biedes verbrecherische Staatsformen bzw. Regime, die den Menschen nur Leid und Unglück gebracht haben.

    Grüße Jörg

  20. Von Hans-Detlev v. Kirchbach am 19. Feb 2008 um 19:27 Uhr

    „Die Linke- Christel Wegner muß gehen“ – Schlagzeilen wie diese bestimmen seit einigen Tagen die aufgeheizte „Diskussion“ über die Äußerungen der immerhin demokratisch gewählten niedersächsischen Landtagsabgeordneten, die sich eine andere Sicht auf die Geschichte der DDR herausnimmt als beispielsweise die Gauck-Birthler-Behörde. Die gezielt eingeleitete Kampagne, in deren Falle die im Umgang mit Medien wohl ausgesprochen unerfahrene gelernte Krankenschwester Wegner anscheinend gelaufen ist, scheint nun, wenige Tage vor der Hamburger Wahl, mindestens einen der effekte zu erzielen, den die Regisseure dieses Medientheaters beabsichtigt hatten. Den Effekt nämlich, daß die ohnehin schon beachtlich weit fortgeschrittene Anpassung der „LinksPartei“ an den herrschenden Mainstream-konsens jetzt geradezu in bekenntnishafte Konversionsorgien ausartet. Dabei erspart man es sich zu allererst, mit der zur Unperson abgestempelten Genossin wenigstens halbwegs „anständig“ umzugehen, ihr – wenn man schon so gegen Stasi-Methoden zu sein vorgibt – so etwas wie „rechtliches Gehör“ einzuräumen, mithin ihr Gelegenheit zur Erläuterung und Klarstellung zu geben. Statt dessen werden die Behauptungen von Panorama, Spiegel, Focus, Bild, Express Köln & Co. in den Status unbezweifelbarer Tatsachen, wenn nicht heiliger Dogmen, erhoben. Kritisches Hinterfragen einer offensichtlichen bürgerlichen MedienKampagne findet bei unseren wackeren „Linken“ überwiegend nicht statt. Dabei muß der Schreiber dieser Zeilen, seit 30 Jahren selbst Medienprofi, zunächst einmal jenseits irgendeiner weltanschaulichen Wertung feststellen, daß doch erst einmal die exakte Recherche über die tatsächlichen Aussagen der inkriminierten Genossin angemessen gewesen wäre. Man darf die Linkspartei schon fragen, wieso sie sich eigentlich nicht den vollständigen und exakten Text des angeblichen Interviews mit der nun zum Abschuß freigegebenen vermeintlichen Stasi-Nostalgikerin besorgt und dann erst ihre diversen Stellungnahme in die Weltgeschichte entlassen hat. Mindestens den Versuch wäre es doch wert gewesen. Entweder Panorama kooperiert oder mauert. In letzterem Falle wäre die politische Manipulationsabsicht schon offen zutage getreten. Solcher Mühe scheinen sich die führenden Damen und Herren Genossinnen der sogenannten Linken schon aus prinzipiell unkritischer Glaubensbereitschaft gegenüber den Verlautbarungen kampagnenerfahrener Leitmedien der Bourgeoisie nicht mehr unterziehen zu wollen. Statt dessen wird jetzt jeder Schwachsinn nachgebetet, der von den Agitationskanzeln bürgerlicher Stimmungsmache herabgeblökt wird.
    Diese nachgerade unterwerfungsfreudige Haltung wundert einen nicht angesichts sogenannter Linker, die bei jedem mißfälligen Grunzen von Spiegel, Welt, FAZ,
    Panorama und Co. zusammenzucken wie der Dackel, wenns donnert, wie Dieter Hildebrandt 1964 über den Opportunismus der SPD witzelte.
    Die „Revolution“ haben die kreuzbraven Betbrüder und -schwestern aus der LinksPartei übrigens schon deshalb ein für alle mal abgesagt, weil es heutzutage keine Bahnsteigkarten mehr gibt.-
    Im Gegensatz zur inszenierten Hysterie, die nun auch Teile der „Linkspartei“ ergriffen hat, unterstreiche ich die Feststellungen von Ulla Jelpke. In ihrer
    Stellungnahme gegenüber der „jungen welt“ vom 18. 02. 2008 betonte die Bundestagsabgeordnete der LinksPartei im Bundestag und innenpolitische
    Sprecherin ihrer Fraktion, Zitat, –

    „daß die Panorama-Redaktion schon des öfteren versucht habe, Gesprächspartner gezielt vorzuführen,und schlichtweg lüge.“Es wäre besser gewesen, Christel Wegner hätte ›Panorama‹ direkt den Stinkefinger gezeigt und das Interview sofort abgebrochen“…Forderungen, denen zufolge Wegner auf ihr Mandat verzichten solle, wies Jelpke deutlich zurück. Ebenso gebe es keinen Anlaß, nun eine Generaldebatte über die Zusammenarbeit mit der DKP zu führen und diese in Frage zu stellen.“

    Soweit die im schrillen Chor von Scheinbetroffenheit, Pseudoempörung und ängstlicher vorauseilendem Jasagen bislang völlig untergegangenen Anregungen Ulla Jelpkes für eine Rückkehr zu rationaler Diskussion wenigstens innerhalb der „Linken“.
    Die sozusagen rasante Anpassungsbereitschaft, die in tragischer Wiederholung des grünen Beispiels innerhalb der „linken“ Führungsetage Platz gegriffen hat, dürfte aber verhindern, daß in dieser Partei Diskussionen wider den Stachel inszenierter Mainstreamkampagnen und jenseits des bürgerlichen Diskurshorizonts noch Oberhand gewinnen können. Das soll nun keinesfalls heißen, daß „Linke“ irgendwelche Positionen von DKP-Mitgliedern und / oder – FunktionärInnen umgekehrt unkritisch zu übernehmen hätten. Es gibt gute Gründe, sich mit dieser Partei im Gegenteil kritisch auseinanderzusetzen, aber immer entlang der Linie nachweisbarer Tatsachen und nicht aufgrund gehorsam nachgeplapperter Denunzierversionen des medialen, politischen und amtlichen „Staatsschutzes“. In diesem Sinne sage ich : Fuck off, Stasi. Das heißt hier und heute aber:Weg mit BND, Verfassungs-„schutz“ u.Co. Diese unsere „freiheitlich-demokratische“ Stasi von heute baut Überwachungsstrukturen auf, mit denen verglichen die alte DDR-Stasi überwiegend dilletantische Pfuscharbeit abgeliefert hat. Und die zeitgenau ablaufenden, mit der Illusionierung von Objektivität einhergehenden, suggestiv berechneten Kampagnen in allen Herrschafts-Medien lassen doch die zentral gesteuerte Verlautbarungspresse der DDR als vergleichsweise leicht durchschaubaren Amateur-Murks erscheinen. Politische Kräfte, die ihren
    Staatsschutz und ihre geheimdienstlichen Schnüffelinstanzen seit 1949 mit willigen Helfern Hitlers aufgebaut haben, sollte man jedenfalls heute nicht als Diskussionspartner im Hinblick auf Stasi ernstnehmen.-

  21. Von achim Lebrun am 22. Feb 2008 um 09:52 Uhr

    sehr geehrter Herr Jörg Walter,
    Ihre Äußerung ist dermaßen daneben! Sie wollen nur provozieren und nicht argumentieren.
    Bitte nehmen Sie hier nicht mehr teil.

  22. Von Carlsen am 13. Mrz 2008 um 14:27 Uhr

    Also dem letzten Zitat möchte ich ganz vehement widersprechen:
    „Der Bau der Mauer war in jedem Fall eine Maßnahme um sozusagen zu verhindern, dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten. Einmal die Wirtschaft schädigen, indem sie billig eingekauft haben – das war ja so – auch um zu verhindern, dass irgendwelche Kräfte über die Grenze spazieren, die man da nicht haben wollte.“

    Das mit dem billigen Einkaufen kann ja noch stimmen, aber dass viele Westdeutsche in die DDR wollten? Ich glaube der Anteil derjenigen, die hinaus wollten war wesentlich größer.

  23. Von elbsenf am 19. Mrz 2008 um 18:03 Uhr

    Das mit dem Staat von innen aufweichen würde ich nicht als falsch bezeichnen. Nur wurde es einfach zu hart angewandt

  24. Von Nick am 26. Mrz 2008 um 11:30 Uhr

    Frau Wegner hat schon Recht: wo auf diesem Planeten funktioniert denn Sozialismus, ohne die (unmündigen?) Menschen einzusperren. Da die gleichmäßige Verteilung von Elend in jedem Individuum Fluchtgefühle weckt, braucht man einen Mechanismus, um den Staat nicht ausbluten zu lassen.

    Im Islam gibt es die Religionspolizei als Bollwerk gegen „reaktionäre Kräften“, die die Ordnung durch Musik, freizügige Kleidung oder neuzeitliche Ideen (eine Sünde, denn Allah hat immer Recht, wie die Partei) „aufweichen“ wollen.

    Der Verfassungsschutz hindert mich nicht daran auszureisen. Dass es trotzdem kaum jemand tut (und wenn ausnahmslos in kapitalistische Staaten) ist ein guter Indikator dafür, dass die Gesetze, die durch den VS verteidigt und durchgesetzt werden von den allermeisten unterstützt werden. Auch von den Profiteuren der Marktwirtschaft, die hier heuchlerisch das Gegenteil predigen 😀

  25. Von Woschod am 26. Mrz 2008 um 14:45 Uhr

    @Nick: Ich weiß nicht, ob der VS schuld ist, aber im Zusammenhang mit dem G8-Protesten sind genügend Fälle bekannt, da wurden Menschen daran gehindert, nach Deutschland einzureisen. Und mir sind persönlich Menschen bekannt, die werden daran gehindert, auszureisen, damit sie nicht an _friedlichen_ Protesten im Ausland teilnehmen können.

  26. Von franxpunx am 29. Mai 2008 um 21:15 Uhr

    Oh Herzjesu. Eine Frau mit einer eigenen Meinung. Die darf auf keinen Fall ins Parlament. Wie wollen denn die Lobbyisten mit Ihr umgehen, wenn sie das Großkapital bekämpfen will. Nein, so geht das nicht. Stasi, äääh BND, übernehmen sie.

  27. Von kevin am 9. Jul 2008 um 22:01 Uhr

    Ich denke nur, wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen. –> Der Witz des jahrhunderts.

  28. Von Alexander Eichholtz am 16. Aug 2008 um 23:38 Uhr

    Sicherlich, die DDR stand am Abgrund, weil Westdeutsche billig Butter und Radios einkaufen wollten, nicht, weil Hunderttausende begeisterte DDR-Bürger der DDR den Rücken kehrten. Die Mauer war gaaaanz bestimmt gegen den Westen gerichtet, aus diesem Grund war der Stacheldraht auf der Mauer auch so ausgerichtet, dass man ihn vom Osten nicht übersteigen konnte. Aber das ist eine Petitesse oder – wenn nicht schlimmer – eine Erfindung der Faschisten aus dem Westen.

  29. Von Ralph am 23. Aug 2009 um 13:33 Uhr

    Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht. Wie ja schon gesagt, auch in den kapitalistischen Staaten gibt es Geheimdienste und Staatsschutz. Auch in den kapitalistischen Staaten gibt es Grenzschutz, um unliebsame Kräfte auszusperren. Aber es war schon immer eine (leider sehr erfolgreiche) Taktik der Kapitalisten, absolut gleiche Tatsachen mit zweierlei Maß zu messen, das eigene zu verharmlosen und das feindliche zu verteufeln …

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