Der ganze Panorama-Beitrag / Solidarität mit Christel Wegner! –

Das ist er, der ganze und viel diskutierte Beitrag:

Was für eine dummdreiste Hetze! Alleine schon diese Einleitung:

Hatten sie auch Frust? Hatten sie auch Links gewählt?

Ob das überhaupt in die Köpfe der „lupenreinen Demokraten“ geht, dass es auch andere Gründe als „Frust“ geben kann, Links zu wählen?

Und dann wird in dem Panorama-Beitrag aus einer wahhaftigen Mücke ein Elefant gemacht und wie üblich die DDR nur auf Mauer & Stasi reduziert.

DKP Berlin protestiert gegen antikommunistische Kampagne

Zu der antikommunistischen Medienkampagne gegen die niedersächsische Landtagsabgeordnete Christel Wegner erklären der Landesvorsitzende der DKP Berlin, Rainer Perschewski, und seine Stellvertreterin Wera Richter:

Wir erleben derzeit eine Medienkampagne gegen die DKP, wie es sie seit Jahren nicht mehr gegeben hat. Die Tatsache, dass eine Genossin, Christel Wegner, in den Landtag von Niedersachsen eingezogen ist und ein weiterer Genosse, Olaf Harms, möglicherweise nach dem 24. Februar in der Hamburgischen Bürgerschaft sitzen wird, treibt den herrschenden Medien dieses Landes offensichtlich den Angstschweiß auf die Stirn.

Wir sind empört über eine Kampagne, die mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, Verleumdungen und Unterstellungen versucht, unsere Partei in eine undemokratische Ecke zu stellen. Die DKP steht heute Seite an Seite mit allen, die sich gegen die zunehmende Überwachung, gegen den Abbau der demokratischen Rechte und gegen die Militarisierung nach Innen und Außen zur Wehr setzen. Im Sinne Max Reimanns verteidigen wir den demokratischen Gehalt des Grundgesetzes gegen diejenigen, die es einst unterschrieben haben und es heute zu „schützen“ vorgeben.

Die Redaktion des Fernsehmagazins „Panorama“ hat dem Journalismus in Deutschland ein Armutszeugnis ausgestellt. Die Aussagen der Landtagsabgeordneten Christel Wegner, beim Aufbau einer anderen Gesellschaftsordnung brauche man ein Organ zur Verteidigung der neuen Ordnung, wurden in der Pressemitteilung zur Sendung und dann im Chor von fast allen deutschen Massenmedien als Forderung nach Neugründung der Stasi interpretiert.
Wir stellen fest, dass Christel Wegner lediglich eine Lehre ausgesprochen hat, die die Arbeiterbewegung hierzulande und weltweit immer wieder machen mußte, ob in Deutschland, in Chile (Putsch 1973), Venezuela (Putsch 2002) und anderswo: Wenn es nicht gelingt, die Errungenschaften des Fortschritts zu verteidigen, wird jeder Fortschritt durch die Reaktion blutig zerschlagen.

Wir bedauern, dass es offenbar einigen Vertreterinnen und Vertretern der Partei Die Linke an der ausreichenden Standhaftigkeit mangelt, solcher antikommunistischen Propaganda entgegenzutreten. Statt dessen wird sich willfährig von einer Genossin distanziert, die sich aktiv für den Erfolg der Kandidatur der Partei Die Linke eingesetzt hat. Es wird sich von einer Partei distanziert, deren Unterstützung in Wahlkämpfen immer gerne in Anspruch genommen wurde.

Wir solidarisieren uns entschieden mit unserer Genossin Christel Wegner und unserem Genossen Olaf Harms und rufen dazu auf: Wählt zwei, drei, viele Kommunisten in die Parlamente!

DKP Berlin

  1. 9 Reaktionen

  2. Von comunis am 16. Feb 2008 um 13:57 Uhr

    was für eine dumme frau … will die stasi wieder haben?! DAS ist nunmal einer punkte die in der ddr scheiße abgelaufen sind und nicht weil es die stasi gab musste niemand hungern. wegen der solidarität in der arbeiterklasse, da soll die doch keinen stuss erzählen. glaubt die allen ernstes das sie damit der dkp oder der linken in irgenteiner form hilft?! 😡

  3. Von Karl Heinz am 16. Feb 2008 um 18:30 Uhr

    Da Panorama von einem ehemals linksliberalem Magazin zum gewöhnlichen Mainstream-Propaganda-Magazin mutiert ist, pflege ich mir keine Zeit mehr zu nehmen, es im TV anzuschauen.
    Es ist geradezu perfide, wie in dem hier eingestelltem Beitrag versucht wird, DKP-Genossen als wahrhaft Unberührbare vorzuführen.
    Mensch, was müssen die journalistischen Kapitalistenknechte eine Angst vor Kommunisten haben!

    PS: Meinem Vorschreiber scheint die bittere Realsatire des Videos leider veborgen geblieben zu sein.

  4. Von Karl Heinz am 16. Feb 2008 um 19:11 Uhr

    Ergänzung bezüglich „Realsatire“:
    Mich hat das Video in ein Hohnlachen über die erbärmlichen Medienhuren des Panoramaberichtes ausbrechen lassen.

  5. Von Danny Crane am 16. Feb 2008 um 19:17 Uhr

    Ich studiere Politikwissenschaften und schreibe gerade eine Hausarbeit über die K-Gruppen. Zusammen mit dem Aspektebericht über den Zustand der Bremer Linke Fraktion vom 7.2.2008 kann ich nur sagen: Sind die Ex K-Gruppen wirklich so bescheuert und machen den gleichen Fehler das zweite Mal?? Wird sich wieder lächerlich gemacht und so die ernsthafte konstruktive linke Arbeit, die dieses Land so dringend nötig hat, von ein paar Schwachköpfen, die absolut ignorant gegenüber der Wirklichkeit und der Linken Sache sind, geopfert???
    Ich kann nur folgende Literatur empfehlen, dann werden die medialen Ereignisse der letzten Tage jedem klar: Hier wird nicht von Medienseite versucht, die Linke mieszumachen, es sind die K-Gruppen Grufties, die versuchen, mit den gleichen miesen Methoden wie Anfang der 70er an Einfluß zu gewinnen.Das gleiche provokante und parteischädliche Verhalten von Fau Christel Wegner hat es schon mal gegeben, nur hieß sie damals Helga Rosenbaum und war für die KBW im Heidelberger Gemeinderat, googelt einfach mal, ich erzähle hier keinen Quatsch. Auch der von mir erwähnte Aspekte Bericht, der mit dem Fazit endet:“Statt an einem Strang zu ziehen, vertreten die Parlamentarier der Linken sehr unterschiedliche inhaltliche Positionen und führen offene Machtkämpfe aus“-alles schon mal da gewesen, mit Zwietracht und Machtkämpfen versuchten die K-Gruppen damals in den betrieblichen Gewerkschaften Fuß zu fassen-welch eigenartige Parallelen.
    Wer Lust auf mehr hat, ist wirklich auch ein spannendes Thema, dem empfehle ich: Frank D. Karl (1976), Die K-Gruppen, Bonn Bad Godesberg und Jasper, Schlögel und Ziesemer (1981), Partei kaputt-Das Scheitern der KPD und die Krise der Linken, Berlin. Jasper, Schlögel und Ziesmer sind ehemalige K-Gruppen Mitglieder und wirken besonders authentisch-kritisch, aber nicht rachsüchtig.
    So, das muste ich loswerden, die Linke hat vielleicht eine große Zukunft, deshalb laßt sie Euch nicht von ein Vollidioten kaputtmachen, Kritik funktioniert nur mit Selbstkritik. Peace

  6. Von DF2K2 am 17. Feb 2008 um 18:48 Uhr

    Ja die große Zukunft der Linken sehen wir in Berlin stimmts. lassen wir uns das nicht kaputt machen Genossen, auf zum demokratischen Sozialismus, niemand soll hungern ohne zu frieren.
    Mal ernsthaft, wieso dieses Interview? War das wirklich nötig…

  7. Von NCC am 18. Feb 2008 um 17:04 Uhr

    Man sollte doch hier mal die Kirche im Dorf lassen!
    Punkt 1: Wer so dumm ist in der Politik und öffentlich einen Kommentar zu hinterlassen, der in dieser Art interpretiert werden kann, der gehört nicht in die Politik.

    Punkt 2: Wer in politischen – nennen wir es mal – Randgebieten unterwegs ist, sollte sich im Informationszeitalter darüber bewusst sein, was Schlagwörter wie „Stasi“ oder „Mauer“ beim normalo-Journalisten auslöst.

    Punkt 3: Wer daraufhin Parolen in die Welt wirft wie Herr Arnold Schölzel, der da meint „Panorama lügt“ muss dann damit rechnen nicht für voll genommen zu werden. Den LinksPhilosophischen Hintergrund von Herrn Schölzel in allen Ehren, aber das ist jetzt auch mal kein angewandter „Besserdenkerjournalismus“.

    Punkt 4: Frau Wegner kann ja denken und sagen was sie will – einen Zuwachs an politischer Qualität stellt Sie in dieser Situation mit Ihrem Mandat nicht dar. Sie ist und bleibt DKP Mitglied und somit Kommunistin und vor diesem Hintergrund – und das ist meine eigene und sehr persönliche Meinung – ist auch das „Originalzitat“ von einer linksextremen Stärke, dass mir als durchaus weltoffener und geistig liberaler Mensch ganz schlecht wird. Ich kann mich in diesem Zusammenhang dem Gedanken nicht erwehren, was mit all zu freiheitsliebenden Menschen in der DDR passieren konnte….

  8. Von comunis am 18. Feb 2008 um 18:10 Uhr

    Ich habe mich einzig und allein auf die Aussagen der Frau bezogen. Den (leider nun auch schon öffentlich rechtlichen) Medien-Einheitsbrei muss eh niemand ernstnehmen 😐

  9. Von NCC am 19. Feb 2008 um 23:26 Uhr

    Das mag sein, aber geht es hier jetzt um die Informationspolitik der Öffis…..

    oder die Haltung von Frau Wegner, dass das deutsche Unternehmertum enteignet werden soll und wir nach Wiedereinführung des Sozialismus mit einer gesamtdeutschen DDR-wirtschaft nebst entsprchenden Sicherheitsorganen konfrontiert werden sollen?
    Menschen wie Frau Wegner die die DDR als humanistisches Erbe propagieren und Erschiessungen und Mauer als Schutzmechanismus gegen den bösen Westen gutheissen (es wurden aber schon DDR Bürger erschossen oder?) sind brandgefährlich und einem sozialethischen Gemeinschaftsgedanken in jedem Fall extremst abträglich. In so fern ist – auch wenn man den Beitrag von Panorama für polemisch halten mag – diese Ausstrahlung zu begrüßen und ich persönlich applaudiere der Haltung der Linken, die Ihren Reformansatz ohne Kampfgefasel und ohne Frau Wegner fortsetzen.

  10. Von Sofie am 16. Nov 2008 um 21:53 Uhr

    Seit über einem Jahr bin ich in einem Forum für Senioren. Jetzt erhielt dieses Forum einen Preis als bestes Seniorenforum.
    Wenn ich dort lese, wie die meisten denken, wundert mich nicht, dass eine solche Hetzkampagne auf fruchtbaren Boden fällt.
    Gerade eben fasste eine Frau wieder das Interview zusammen mit dem Satz, sinngemäß, die Wegener hätte die Mauer klasse gefunden.
    Ob es immer Dummheit ist oder, wie ich in vielen Fällen vermute, eine stramm rechte Gesinnung, oder zumindest Mitläufertum beim rechten Spektrum, ist oftmals nicht eindeutig fest zu stellen.
    Dieses Forum wirbt mit ca. 138.000 Mitgliedern und es scheint, als wenn bei den Senioren rechtes Gedankengut nicht erschreckend sei.
    Einen Bericht darüber bei Panorama würde ich persönlich sehr begrüßen, aber die Nazis wurden früher und werden auch heute verharmlost, man reduziert ihre gefährliche, auch internationale Bewegung, auf ein paar verwirrte Jugendliche.
    Abgesehen von meiner Meinung zur Berichterstattung denke ich, dass die Wegener das Interview nicht hätte geben sollen.
    solidarische kämpferische Grüße
    Sofie
    (rotpoetin)

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