Christel Wegner: „Ich will nicht die Stasi zurück“

Persönliche Stellungnahme von Christel Wegner zur „Panorama“-Sendung vom 14.2.2008

(Quelle: Junge Welt)

Liebe Genoss/inn/en, liebe Freunde, zur Klarstellung und vorab in aller Deutlichkeit: Ich will nicht, wie es „Panorama“ und die Presse formulieren, „die Stasi zurück“.

Wer den Bericht in „Panorama“ gesehen hat, hat bemerkt, es gab viele Schnitte. Meine Aussage im Interview bezog sich nicht auf die Stasi. Ich habe vielmehr gesagt, daß jeder Staat einen Geheimdienst hat und dies natürlich auch für einen sozialistischen Staat gilt. Im Anschluß hieran erfolgte dann die in „Panorama“ gesendete Sequenz zum Thema „Staatssicherheit“.

Ich gebe zu, ich bin in dieses Gespräch zu arglos hineingegangen. Dies tut mir leid. Auch als 60jährige Kommunistin muß man noch lernen. Es ist doch klar, daß es mir nicht darum geht, die Stasi wiederzubeleben, die Mauer neu zu bauen oder den Niedersachsen ihr Eigenheim zu enteignen. Gerade gegenwärtig mit der Werksschließung von Nokia, der Preispolitik der Energiekonzerne wird die Notwendigkeit deutlich, Konzerne dieser Größenordnung in Gemeineigentum zu überführen.

Natürlich weiß ich, daß nur durch Entwicklung der Demokratie, durch das demokratische Engagement der Mehrheit der Menschen fortschrittliche Entwicklungen erreicht und gesichert werden können. Und im übrigen – die DKP hat schon immer die Auflösung der Geheimdienste gefordert.

Das Ziel der Kampagne ist klar, es soll die Linke treffen, natürlich auch mich als Kommunistin. Es soll abgelenkt werden von den Skandalen um E.on, Siemens, Nokia und am Donnerstag passend Herrn Zumwinkel.

Die Vereinbarung mit der Partei Die Linke war, daß ich das Landtagswahlprogramm vertrete. Daran habe ich mich gehalten und werde es auch künftig tun.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von Karl Heinz am 20. Feb 2008 um 15:34 Uhr

    Die Genossin Christel Wegner will das Landtagswahlprogramm der Partei Die „Linke“ vertreten.
    Da wird sie sich aber viele Feinde machen, insbesondere bei den Spezialdemokraten in der Partei Die „Linke“.
    Ich wünsche ihr Nerven wie Drahtseil. Meine Bewunderung hat sie schon jetzt ob ihrer Standhaftigkeit.

  3. Von AMUNO am 20. Feb 2008 um 15:55 Uhr

    Ich weiß ja nicht wie weit Frau Wegner in die Preispolitik der Energiekonzerne eingeweiht ist, aber ich bezweifle mal, dass man ihr hier eine gewisse Kompetenz zuschreiben kann. Zur Schließung des Nokia-Werks kann man nur sagen, dieser Logik folgend hätte Nokia niemals sein nordisches Heim verlassen dürfen und dieses Werk eröffnen.
    Natürlich bin ich nur ein ganz kleines Licht und solche Beispiele wie Post, Telekom und Bahn, sind ja die strahlensten Lichter am Himmel. ( Ach so, kann ja sein, dass sie sich noch nicht so lange in der Demokratie herumtreiben, aber manche Leute haben immer noch ein traumatisches Erlebnis mit den post-staatlichen Firmen)

  4. Von Hamlet am 20. Feb 2008 um 16:53 Uhr

    Natürlich weiß ich, daß nur durch Entwicklung der Demokratie, durch das demokratische Engagement der Mehrheit der Menschen fortschrittliche Entwicklungen erreicht und gesichert werden können.

    Allein schon für diese schwachsinnig-populistischen Worte hat sie alle Prügel, die sie gerade bekommt, verdient.

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