Keine Verklärung der DDR!

Jawoll! War ja auch schlimm, das Regime! Darum muss Folgendes passieren:

  • In den Schulen muß wesentlich intensiver über das DDR-Regime und ihre Verbrechen gelehrt werden.
  • Dazu gehört, daß Schüler mehr Lehrmaterial über die Stasi kostenlos erhalten und die Wirkstätten des DDR-Terrors, wie beispielsweise das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin, besuchen.
  • Die Regierung soll Studien über die Repression und den Terror in der DDR subventionieren und den kostengünstigen Erwerb für alle Bürger ermöglichen.
  • Unsere Politiker müssen die Gedenkfeiern für die Opfer des DDR-Unrechts viel stärker in der Öffentlichkeit betonen.

Und ehe ihr mich jetzt alle für bekloppt haltet, diese Forderungen sind auf dem Mist der „Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e.V.“ gewachsen (Untertitel: „Willkommen bei Kinder in Gefahr“) und entstammen einen Appell an Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler.

Na denn, Dr. Hubertus Knabe, übernehmen Sie!

Gestossen bin ich auf die Seite durch den Shoppblogger, der jetzt endlich weiß, dass die Zeitschrift BRAVO der „Feind Nr. 1 der Kinder“ ist, denn sie „zerstört die Kindheit“! Ok, kann man sicher mal drüber nachdenken, wenn…

Bizarres wird als „cool“ und „toll“ dargestellt, wie beispielsweise die „Rock-Party“ der Punk-Gruppe „Tokio Hotel“, die zu einer Zerstörungsorgie wurde.

Aber es kommt echt noch besser, was man da so liest.

Seitdem bekannt wurde, daß bei der evangelikalen Großveranstaltung „Christival“ Therapien für Homosexuelle um ihre sexuelle Neigung zu ändern, angeboten werden sollten, hagelt es Angriffen seitens der Homosexuellenverbände, Grünen, Organisationen wie „Pro Familia“ und anderen linksorientierten Gruppierungen.

(Hervorhebung von mir)

Meine Fresse! Die meinen das ernst!

Da kann ich mich nur dem Kommentar des Shopbloggers anschließen:

Das Christival wird als „coole“ Veranstaltung für Jugendliche inszeniert. Die Inhalte der Veranstaltung sind jedoch alles andere als „cool“ und schon gar nicht modern: Es wird massiv gegen Homosexualität gehetzt und versucht, Frauen wieder „an den Herd“ zu bringen. Andere Lebensplanungen als Enthaltsamkeit bis zur zwangsläufig folgenden Ehe sind nicht akzeptabel und werden diskreditiert.

Jeder soll meinetwegen glauben, woran er will. Wenn ich aber lese, dass die fundamentalistischen Spinner Workshops anbieten, in denen Schwulen beigebracht werden soll, wie sie wieder „normal“ werden können, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich lachen oder weinen soll.

  1. Eine Reaktion

  2. Von gewe am 1. Mai 2008 um 09:04 Uhr

    Christliche Kultur? Laß mich nachdenken … war da nicht vor einigen hundert Jahren was mit Inquisition, Folter und Scheiterhaufen? Naja, die Vergangenheit holt diese Leute offenbar immer wieder mal ein.

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