Sparpläne der Deutschen Bahn

Bei Wikileaks ist ein Dokument aufgetaucht, das auf einer Seite zeigt, wie bei der Deutschen Bahn geplant wird, Gelder zu sparen.

(via Nachtwächter, Oeffinger Freidenker und fefe)

Ob dieses Dokument authentisch ist oder ein Fake, das kann wohl außer der Bahn niemand eindeutig sagen. Daher ist es ratsam, dieses als Spekulation anzusehen, die aber meiner bescheidenen Meinung nach sehr nah an die Wahrheit herankommt. Wenn ein Börsengang der Bahn, also die Privatisierung durchgesetzt wird, die Bahn in die Hände privater Kapitalgeber (-besitzer) gelegt wird, wird auch die Maximierung des Gewinns oberste Priorität haben. Eine Bahn als öffentliches Verkehrsmittel darf aber nicht den Gwinninteressen des Kapitals unterworfen werden sondern muss in öffentlicher Hand verbleiben. Darum: Bahnprivatisierung stoppen!

Ich will auf einzelne Punkte des Papiers eingehen.

1. Markt/Preise
Generierung von Zusatzgeschäft oder Nutzung von Spielräumen zur Anpassung von Preisen

Was auch immer Zusatzgeschäfte sein sollen, aus dem zweiten Teil dieses Punktes geht hervor, dass jedwegliche Möglichkeit genutzt werden soll, den Kunden die Preise noch mehr zu erhöhen. Eine logische Konsequenz, wenn die Bahn erstmal privtisiert sein sollte.

Schon heute bezahle ich für eine Fahrt von Freising nach Berlin und zurück mit dem ICE fast 240 Euro. (Mit einmal umsteigen und ohne Bahncard) Mit dem Auto käme man ab zwei Personen selbst bei den derzeitigen Benzinpreisen schon billiger. (Per Mitfahrzentrale einmal München – Berlin und zurück kostet mich 50 Euro.) Damit geht der angebliche ökologische Vorteil der Bahn dahin. Vom billigeren Flug gar nicht zu sprechen.

2. Geschäftsverzicht / Verkauf
Geschäfte, die bedingt durch Kostensteigerungen nicht profitabel zu führen sind, werden aufgegeben

Also eine weitere Ausdünnung des Nahverkehrs und teurere ICE-Züge, bei denen man nichtmal das Rad mitnehmen kann? Wenn ich bei SpOn lese, dass z.B. Dresden seit 2000 eine deutlich schlechtere Fernverkehrsanbindung hat, dann bekomme ich das Grausen und sehe, in welche Richtung eine Bahnprivatisierung geht. Dresden, eine Stadt mit mehr als einer halben Million Einwohner und jährlich über 7 Millionen Touristen!

3. Geschäftsmodelländerung
Änderung der bislang praktizierten Konsensorientierung DB Konzern gegenüber Tarifpartnern. (Mögliche Konsequenzen: Verlagerung Arbeit ins Ausland, Outsourcing, Ausländische Lokführergesellschaften, Verkauf von Gesellschaften, Mindestlohn für Eisenbahnbranche…)

Also kurz zusammengefasst: Schlechter bezahltes und damit schlechter ausgebildetes und weniger motiviertes Personal.

Wenn ich nicht wüsste, dass der Kapitalist in seiner Profitgier einen sogar noch den Strick verkauft, an dem er aufgeknüpft wird, würde ich spätestens an dieser Stelle das Papier für ein Fake halten.

4. Konsequente Ausgabensteuerung
Anwendungen und Investitionen

Was auch immer das konkret heißt, läuft es wohl darauf hinaus, sowenig wie möglich zu investieren und soviel wie möglich abzuschröpfen. Als Negativbeispiel sollte hier der Hinweis auf die Privatisierung der britischen Eisenbahn reichen.

5. Produktivitätssteigerung
z.B. Personal 1% p.a. (Produktion und Overhead)

Das erinnert mich an die gescheiterte Strategie des gescheiteren Ex-CEO von Infineon, jedes Jahr 5% „Low Performer“ auszusortieren.

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