Wie schaffen wir die Rote Einheitsfront? (11)

Thälmanns Antwort auf 21 Fragen von SPD-Arbeitern

11. Frage: Sind Streikkämpfe während der Krise möglich? Welche Kampf- und Einheitsorgane schlägt die KPD vor? War die Streiktaktik der KPD und RGO bisher richtig?

Ich frage euch: Gab es Krisen vor dem Kriege oder nicht? Waren Streiks vor dem Kriege erlaubt oder nicht? Warum sind sie heute nicht mehr erlaubt, warum versucht die Sozialdemokratie heute Streiks zu verbieten? Vor dem Kriege war die SPD keine Koalitionspartei, obwohl sie sich zu einer solchen bereits begann zu entwickeln.

Die SPD fürchtet, durch Streiks die kapitalistische Krise zu verschärfen. Sie sorgt sich also um den Kapitalismus und nicht um die Lebensbedingungen der Arbeiter. Auch 1919 schlug sie mit eiserner Gewalt die Streikenden nieder, weil unter den Streiks die “Wirtschaft leidet”. Die SPD stellt ihre betrügerischen Parolen periodenmäßig.

Für uns Kommunisten ist nur das Klasseninteresse maßgebend. Ob Konjunktur oder Krise, ob der Kapitalismus schwach oder stark ist, er muß immer Haue kriegen, immer nur können wir ihm durch Kampf und Streik von dem aus den Arbeiterknochen gepreßten Mehrwert für die Erhöhung des Arbeiterlohnes unseren Teil abpressen.

Bei den Streiks steht heute nicht in jedem Falle und unbedingt zuerst die unmittelbare Frage der materiellen Vorteile. Der Streik hat auch für den politischen Emanzipationskampf der Arbeiterklasse die größte Bedeutung. Lenin sagte einst über den Streik:

“Die Streiks lehren die Arbeiter die Einheit, die Streiks zeigen ihnen, daß nur vereint sie einen Kampf gegen die Kapitalisten führen können, die Streiks lehren die Arbeiter, über den Kampf der ganzen Arbeiterklasse gegen die ganze Klasse der Fabrikanten und gegen die selbstherrlichen Polizeiregierungen nachzudenken. Darum nennen die Sozialisten die Streiks ‚die Kriegsschule’, eine Schule, in welcher die Arbeiter lernen, den Krieg gegen ihre Feinde, für die Befreiung des ganzen Volkes und aller Werktätigen von dem Druck der Beamten des Kapitals zuführen.”

Genosse Thälmann beweist dann noch an Hand ausführlicher Streikstatistiken, wie wohl die Zahl der Streiks ziffernmäßig zunimmt und wie auch die Zahl der erfolgreichen Streiks, wenn auch meist nur in Kleinbetrieben bzw. auf Wohlfahrtsbaustellen, ständig im Wachsen begriffen ist.

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