Web 2.0 ist ein Spammer-Paradies

16. Juli 2008 13:46

Heise online brachte heute einen kurzen Artikel über die Gefahren in Web 2.0 und die Preisgabe persönlicher Informationen. Mehr nur allgemeines Blafasel.

Einer schrieb dort in der Diskussion:

Hallo auch,

wer heute noch Facebook, WasweissichwasVZ und Co nutzt, wer unter Realnamen bloggt oder private Dinge im Internet preisgibt, bewegt sich auf dem Niveau eines Großstadtbewohners, der seine Wohnung nicht abschließt und alle Fenster auflässt. Er ist zu vergleichen mit den Idioten in der Innenstadt, die ihre Predigten in die Menge rufen.

Soziale Netzwerke (“Web 2.0″) haben kaum Nutzen für den einzelnen und bergen immense Gefahren. Sie kommen aber dem exhibitionistischen Neigungen des Menschen entgegen.

Andere formulieren das drastischer:

Trottel lernen immer nur auf die harte Tour

Ich begreife einfach nicht, wie jemand so blöd sein kann und meldet sich unter Preisgabe sehr persönlicher Informationen bei so einem idiotischen “sozialen Netzwerk” an.

Ich sehe das ein bisschen anders. Das ist meine Meinung dazu:

> Sie kommen aber dem exhibitionistischen
> Neigungen des Menschen entgegen.

Stimmt. Das muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sich gerne _nackt_ in der Öffentlichkeit zeigt. ;)

Ich bin bei diversen Diensten angemeldet (meinVZ, Lokalisten, …) habe diverse Homepages im Netz, jeweils mit ordentlichen Impressum mit Tel.-Nr. und Anschrift, veröffentliche in meinem Blog auch Privates und so weiter. Warum? Weil ich das so will.

Ich bin mir darüber vollkommen im Klaren, das man darüber ein komplettes Profil meiner Persönlichkeit erstellen kann. (Soweit ich das nicht selber veröffentlicht habe.) Ich weiß auch, das jeder künftige Arbeitgeber das sehen kann. Mein jetziger Chef weiß, dass ich Kommunist bin, weil ich es ihm nach einigem Ärger mit einem Kollegen deswegen selber gesagt habe. Das spielt für ihn aber keine Rolle, sondern meine Arbeitsleistung.

Auf Grund meiner politischen Ambitionen werde ich auch nachweislich vom Verfassungsschutz beobachtet. Auch der kann meine Internetaktivitäten nachverfolen. Soll er mal. Wenn es um wirklich relevante Dinge geht, dann wird sich davon keine einzelne Zeile im Netz finden. Da weiß ich auch, was intern bleiben muss und was nur im persönlichen Gespräch im Wald geklärt werden kann.

Im Gegensatz zu manch Anderen veröffentliche ich aber grundsätzlich keine Daten oder Fotos von Freunden im Netz, nur wenn diese es ausdrücklich wünschen. Ich weiß wo Privatsphäre anfängt und werde diese auch achten.

Ich habe im Netz einen kleinen Freundeskreis aufgebaut und einige Menschen nur darüber erst kennengelernt. Trotzdem lebe ich nicht nur online sondern auch offline. Ich bin der Meinung, ich habe das in Griff und kann sicher auch andere warnen, was im Netz für Gefahren auf sie warten und weshalb sie vorsichtig sein sollen.

Aber letzlich muss jeder selber entscheiden, wass er von sich und für alle Ewigkeiten preisgibt.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von Standpunkt am 16. Jul 2008 um 14:13 Uhr

    Wenn das für dich so in Ordnung ist, dann ist das deine eigene Sache, ich persönlich gebe aus Angst vor politischer Verfolgung (Nazis, VVS,) oder auch vor schlechteren Bewerbungschancen.
    Zudem ist es doch eigentlich egal, wie ich heisse oder aussehe, was zählt ist doch, was ich zu sagen habe.

    Und diese ganzen Social Network Datenkraken kann man auch meist anonym besuchen.

    Früher ging ich offener mit meinen Daten um und bereue es heute, was einmal im Netz steht kommt so schnell nicht wieder weg.

  3. Von Woschod am 16. Jul 2008 um 14:48 Uhr

    Natürlich ist das meine Sache. Ih würde auch von niemanden verlangen, dass er die Dienste nutzt.

  4. Von sven am 16. Jul 2008 um 15:31 Uhr

    Wenn bei einem persönlichem Gespräch im Wald ein Handy o.ä. in der Tasche steckt, bleibt das Gespräch nicht immer persönlich.

Ich würde mich freuen, wenn Du einen Kommentar hinterlässt.

(Alle Angaben sind freiwillig!)

Hinweis: Kommentare werden grundsätzlich nach Prüfung manuell freigeschaltet!