Skandal! Ehemalige Mitarbeiter der DDR-Sicherheitsdienste dürfen sich äußern.
6. Dezember 2008 0:24Die taz (Redblog nennt sie Kinder-FAZ) bringt heute einen Artikel, der an Hetze dem einer der nur weniger hundert Meter von der taz entfernt niedergelassenen BILD in nichts nachsteht.
www.geschichtsklitterung.de – Ex-Funktionsträger verklären DDR im Internet
Da geht es um einige Foren und Organisationen im Internet, die sich doch tatsächlich das Recht herausnehmen, ihre Sicht der Dinge auf die DDR zu veröffentlichen.
Beispiel:
Auf www.mfs-insider.de verharmlosen frühere hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) die Tätigkeit ihrer einstigen Überwachungsbehörde. Sie erheben die Stasi in den Rang von Geheimdiensten demokratischer Staaten, veröffentlichen revisionistische Essays und Protokolle ihrer Treffen.
Aber immerhin für den Interessenten einige schöne Links, die ich hier mal eben zusammenfasse:
- http://www.mfs-insider.de/
- http://www.grh-ev.org/ (Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung”(GRH))
- http://www.gbmev.de/ (Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM))
Zum Glück hat die taz einen Experten, der sich dazu äußert:
Internetseiten wie die von Schmidt seien “abstoßend” und “ein hilfloser Versuch von Ewiggestrigen, die DDR schönzuschreiben”, sagt Dietrich Wolf Fenner von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Es würden Opfer verhöhnt.
So kommen auch die taz zu dem Fazit:
Und so wird es dabei bleiben, dass Nutzern, die bei Google die Stasi-Kurzform MfS als Suchwort eingeben, als einer der ersten Treffer die Homepage der Ex-Stasi-Mitarbeiter angezeigt wird.
Da aber nicht sein kann, was nach der Meinung bundesdeutscher Demokraten die die Meinungsfreiheit porpagandieren sein darf, kann man auch lesen:
(…) Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung und in der DDR in der oppositionellen Kirche von unten aktiv: “Es wäre sicherlich sinnvoll, mit Google einmal darüber zu sprechen, ob sie solche Seiten im Ranking herabstufen können, sodass sinnvolle Bildungsangebote zuerst angezeigt werden.”
Die taz erwähnt in dem Artikel durch die Aussage von Klaus Schroeder, Leiter des Forschungsverbunds SED-Staat der Freien Universität Berlin, als sinnvolles Bildungsangebot übrigens: www.deinegeschichte.de. Dorf findet man dann eine solche Tagwolke:




7 Reaktionen
Von Steffen am 6. Dez 2008 um 12:20 Uhr
1989 war eine der dringlichsten Forderungen die Abschaffung des Schulfaches “Staatsbürgerkunde”. Hier wurde den Kindern und Jugendlichen die politische Richtung beigebracht. Es gab feste Formeln, von denen man in der “Diskussion” nicht abweichen durfte. Eine davon war, dass alle politisch Andersdenkenden entweder grundböse, “ewig Gestrige”, oder einfach dumm und sowieso irgendwie kriminell sind.
Es wurde genau vorgeschrieben, welche Bücher man zu lesen hat und mit wem man über Politik überhaupt nicht reden dürfe.
Dieses System scheiterte, weil die Menschen irgendwann darauf bestanden, selbständig zu denken und sich aus den unfälschbaren Fakten selbst ihr Bild zu machen.
Und genau für diese Leute machen wir diese Websites. Und wir sind keine ehemaligen Stasibonzen, sondern wir sind längst auch (wie ich selbst) Menschen Anfang 30, deren Kinder heute den selben platten und verdummenden Staatsbürgerkunde-Unterricht wieder haben, deren Kinder in der Schule lernen, dass ihre Großeltern pauschal Verbrecher, Lügner, Folterknechte oder willenlose Mitläufer gewesen sein sollen. Wir sind Menschen, die sich ihre Herkunft, ihre Jugend, Bildung und soziale Erziehung nicht mehr länger auf politischen Stumpfsinn und Bananenmangel reduzieren lassen.
Wir sind Menschen, die einfach nur wieder einmal oder immer noch das Recht einfordern und verteidigen, endlich selbstständig denken zu dürfen.
Viele Grüße
Steffen
redaktion@gbmev.de
Von Angela am 6. Dez 2008 um 17:23 Uhr
Hallo Steffen
Schöner Text!
Den hättest Du auch ins Leserforum der TAZ stellen sollen.
In das GBM-Forum oder hier her werden sich die TAZ lesenden Untertanen eh nicht trauen.
Mit kommunistischen Grüßen
Angela
Von Anonymous am 7. Dez 2008 um 09:41 Uhr
Danke für die interessanten Links. Das reicht bis nach Weihnachten zum Lesen.
Von redblog am 8. Dez 2008 um 13:10 Uhr
der begriff “kinder-faz” stammt nicht von mir, sondern von gremliza (konkret).