Darf man als Deutscher Israel kritisieren?

Natürlich darf man. Es sei, man ist Teil des “adornitisch kritischen Spektrum der Linken”, kurz: Ein Antideutscher, die selbst durch einen ziemliches nationalistisches und rassisitisches Weltbild auffallen.

Duckhome schreibt in einem Artikel “Zionismus, die Rothschilds, Verschwörungen und Israel”:

Der Staat Israel ist heute in einer Phase, in der er sich seiner Geschichte stellen muss, genau wie es die Palästinenser tun müssen. Diese beiden Geschichten sind an vielen Punkten nicht besonders ehrenhaft. Wie denn auch, bei der Ausgangslage. Am Anfang waren beide unschuldig, weil sie beide zu Opfern des Holocaust wurden. Wann aber ist diese Phase abgeschlossen, ab wann muss sich Israel ohne Rabatt den Fragen der Welt stellen?

(…) es muss möglich sein, auch wieder einmal kontrovers und mit angreifbaren Meinungen über Israel diskutieren zu können. Nein, ich glaube nicht an eine zionistisch-jüdische Verschwörung, aber dass vom internationalen Großkapital, den USA und den Kriegstreibern in Israel ein böses Spiel getrieben wird, ist doch wohl offensichtlich.

Israel ist 60 Jahre alt. Nun ist es an der Zeit, dass die friedlichen Kräfte in Israel und in der Welt etwas tun, was das Existenzrecht Israels für alle Zeiten absichert und gleichzeitig einen lebensfähigen palästinensischen Staat schafft. Je mehr Palästinenser und Israel zu verteidigen haben, desto weniger werden sie bereit sein, Krieg zu führen.

Dem kann man nur zustimmen. Es darf nie darum gehen, das Existenzrecht Israels zu leugnen. Genausowenig wie man das Existenzrecht des mulireligiösen, mulitethnischen und multikulturellen Staates USA leugnen kann. Oder das eines beliebigen anderen Staates auf dieser Welt. Der antideutsche Ausspruch: “Gegen jeden Nationalstaat, für Israel”, weil Israel ja kein Nationalstaat sein kann sondern sich nur als solcher tarnt, ist leider eine völlig verkürzte und damit falsche Aussage dessen, was manche damit ausdrücken wollen. Nämlich, um mal von haGalil.com zu zitieren:

Gerade angesichts dieses weltweit wachsenden Antisemitismus, ist es wichtiger denn je, die Existenz Israels zu verteidigen. Das heißt nicht, daß jede einzelne Maßnahme der israelischen Regierung befürwortet oder Sharon als sympathischer Politiker betrachtet werden muß, das heißt aber sehr wohl, daß die Existenz Israels unabhängig von der jeweiligen politischen Führung des Staates zu verteidigen ist. So absurd es klingt, aber gerade weil wir gegen jeden Nationalstaat sind, verteidigen wir Israel solange es irgendwo auf der Welt Nationalstaaten und Antisemitismus gibt.

Nicht den Staat, das Land bekämpfen sondern das System! Denn sonst geht es gegen die Menschen. Der Feind nach Außen und nach Innen ist jedoch die Politik, das System, welches bekämpft werden muss. Ein sozialistisches Israel, weiterhin als Staat, wäre schon von seiner Natur aus ein friedliebender und nicht agressiver Staat. (Aber leider, weil sozialistisch, ein noch mehr gehasster.) Deshalb muss eine nach außen agressive Politik des Staates Israel genauso kritisiert werden dürfen, wie man eine nach außen agressive Politk der arabischen Staaten kritisieren muss. Unabhängig von der Schuld, die sich unsere Vorfahren in Deutschland aufgeladen haben.

Selbstverständlich darf dabei aber der Kampf im eigene Land nicht hinten an gestellt werden. “Der Hauptfeind steht im eigenen Land!”

Es bleibt zu wünschen, das Israel und seine arabischen Nachbarn einen Weg des Friedens und des Zusammenlebens mit gegenseitiger Achtung finden und begehen können.

Geschichte nimmt manchmal ulkige oder üble Wege, aber nach Ablauf einer gewissen Zeit ist einfach Schwachsinn, sie wieder korrigieren zu wollen. Die Juden und Palästinenser leben da jetzt unten nebenbeinander, und entweder lernen sie, wie das gesittet geht, oder sie schlagen sich bis zum Messias die Köpfe ein.

(stalinforum)

Über die Abschaffung von Staaten können wir dann reden, wenn wir den Punkt erreicht haben, wo es zum natürlichen Absterben des (National-)Staates kommt, dem Kommunismus.

  1. 4 Reaktionen

  2. Von lyzi am 22. Dez 2008 um 20:13 Uhr

    “Die Juden und Palästinenser leben da jetzt unten nebenbeinander, und entweder lernen sie, wie das gesittet geht, oder sie schlagen sich bis zum Messias die Köpfe ein.”

    ->Ein selten dämlicher, aber in dieser Angelegenheit in seiner Unsinningkeit häufig anzutreffender Satz auf dem Niveau von “Kräht der Hahn heut aufm Mist/ ändert sich das Wetter, oder ‘s bleibt wie es ist!”

    Der schlechte Witz diese ganzen “Konflikts” ist doch gerade, dass die Israelis die “Gesittung” schon längst “gelernt” haben, während das antisemitische Elendskollektiv der Harakiri-Palästinenser allerdings immer noch – aus bloßem ressentimengeladenem Hass – terrorisierend durch israelische Städte zieht.
    Von der “Israelkritik” mal ganz abgesehen, haben vor allem die Deutschen, aber auch sonst jeder, zunächst mal das Recht auf Palästinenserkritik. Wovon sie allerdings so gut wie nie Gebrauch machen. Egal, ob da nun Antisemitismus oder schlichte deutsche Islamophilie die Motivation sei.

    “Am Anfang waren beide unschuldig, weil sie beide zu Opfern des Holocaust wurden.”

    ->Ein erbärmlicher und platt antisemitischer Satz. Die Palästinenser als “Opfer” des Holocaust, dass ich nicht lache!

  3. Von gewe am 23. Dez 2008 um 09:08 Uhr

    Das “Abschlachten” von Frauen und Kindern in palästinensischen Flüchtlingslagern, jahrzehntelange gewaltsame Unterdrückung von palästinensischen Selbstbestimmungsansprüchen sind die Gegenpole zur Auffassung des ersten Kommentars hier.
    Nein, ich bin nicht dafür, das diese Konflikte bis in alle Ewigkeit weitergehen. Doch mir wird zu wenig über die eigenltichen Ursachen der Konflikte gesprochen.

  4. Von lyzi am 23. Dez 2008 um 15:58 Uhr

    http://www.lizaswelt.net/2008/12/same-old-song.html

  5. Von Woschod am 24. Dez 2008 um 01:38 Uhr

    Um hier mal was klarzustellen: Das ich die Politik Israels kritisiere bedeutet nicht, dass ich das Vorgehen und die Politik der arabischen Staaten, Palästinas oder der Hamas gutheise. Es gibt zwei Seiten in diesem Konflikt, und beide Seiten müssen begreifen, dass Gewalt diesen Konflikt nicht lösen kann. Das gilt genauso für diese durchgeknallten Vollidioten, die Raketen auf israelische Orte abschiesen und damit den Konflikt anheizen.

    Shalom – al-sal?mu ?alaikum

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