Langweiliges Geschwätz über Fotografie

Achtung! Der folgende Beitrag enthält nur völlig nutzlosen Inhalt. Er entstand aus reiner Langeweile. Von einem Weiterlesen wird dringend abgeraten, denn es wird wirklich nur allgemeines Geschwätz über die Themen Fotografie, Digitalkamera, Zoom, Brennweite, Cropfaktor, Auflösung, Pixelzahl, Pixeldichte und so ein trockenes und langweiliges Zeug geben. Dazu auch noch völlig nichtssagende und abtörnende Bilder, die absolut niemanden interessieren.

Beim Durchstöbern meiner Fotos habe ich heute mal das erste und das letzte Foto gefunden, welches ich mit meiner seligen Canon Powershot S2 IS gemacht habe.

Das erste Foto stammt vom 10.3.2006 und das letzte vom 6.9.2008.

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Insgesamt habe ich mit der Kamera 37.755 mal ausgelöst. Irgendwie dachte ich, dass ich bei ca. 250.000 Auslösungen wäre, aber da habe ich mich glücklicherweise geirrt. Kürzlich las ich nämlich, dass ich bei meiner neuen Canon EOS 450D damit rechnen muss, dass die Mechanik nach ca. 50.000 Auslösungen nicht mehr mitspielt. Erschreckt stellte ich fest, dass ich ja schon bei 6.000 bin. Ups! Aber mit der S2 IS war ich bereits nach einem Monat bei 6000. Ist ja auch logisch, am Anfang spielt man jede Menge damit rum, probiert rattattatta die Serienbildfunktion, da kommt schon was zusammen. Und am Ende? Da habe ich nach ziemlich genau 2 1/2 Jahren nichtmal 40.000 Auslösungen weg. Nun kann ich wieder beruhigt schlafen. :)

An der S2 IS hatte ich einen 12-fach Zoom. Die Brennweite ging von 6 mm bis 72 mm Das sah dann so aus:

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An einer DSLR (Digital Single Lens Reflex = Digitale Spiegelreflexkamera) mit ihren Wechselobjektiven kann man das so nicht mehr sagen. Das Kitobjektiv, welches es bei der EOS 450D dazu gab, hat einen 3-fach Zoom (18 mm bis 55 mm) und mein Tele (70 mm bis 300 mm) hat auch nur einen 4,3-fach Zoom.

Na erstmal eine Erklärung, was die mm-Werte sind. Diese sind die Brennweite. Die Brennweite ist der Wert, den eine Linse als Abstand vom Objekt haben muss, welches man mittels gebündelten Sonnenstrahlen zum Brennen bekommen will. Kennt sicher jeder, der schonmal mit einer Lupe gekokelt hat. Genauso ist das bei einer Kamera. Die Brennweite ist der Abstand, den die Linse zum Fotosensor haben muss, damit dieser anfängt zu brennen ein knackig scharfes Bild bekommt. Und es ist wirklich so: Bei meinem Tele ist der Abstand von der Frontlinse zum Fotosensor bei vollen 300 mm Brennweite wirklich ca. 30 cm entfernt. (Da liegen noch ein Dutzend Glaslinsen dazwischen, das ist also kein 100%iger Wert.) Hier mal ganz cool mit dem Handy fotografiert:

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Nicht umsonst haben die Sportfotografen in den Stadien immer solche großen “Tüten” dabei. Übrigens gibt es solche hohen Brennweiten auch ohne Zoom. Der Alex hat eine alte von Pentacon. 300 mm mittels Adapter an eine moderne Olympus E410 angeschraubt und es funktioniert. (Allerdings nicht mit Autofokus, da muss alles händisch eingestellt werden)

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Zurück zum Zoom. Der Zoom ist der Verhältnis von kleinster zur größter Brennweite des Objektivs. Für meine selige S2 IS bedeutet das: Kleinste Brennweite 6 mm und größte Brennweite 72 mm macht: 72/6 = 12-fach Zoom.

Klar?

Wenn ich also die kleinste Brennweite von 18 mm meines Kitobjektivs mit 3-fach Zoom ins Verhältnis zur größten Brennweite von 300 mm meines Teles mit 4,3-fach Zoom setze, dann komme ich auf: 300/18 = 16,7-fach Zoom. Na das ist doch schon was.

Und nun stelle man sich mal vor, ich hätte ein Weitwinkelobjektiv, welches bei 12 mm anfängt und ein Supertele, welches bis 400 mm geht. Dann wäre das ein 33-fach Zoom!

Da fällt mir eine Geschichte ein. Ich saß im Zug und las ein Buch zu meiner Kamera. Gegenüber saß ein älterer Mann, der mich interessiert fragte, ob das meine neue Kamera ist. Er erzählte mir dann voller Stolz, dass er sich jetzt auch eine gekauft hat, von Panasonic, mit 12-fach Zoom. Ich lächelte nur still in mich hinein. Er hätte sich bestimmt sehr toll gefühlt, hätte ich ihm erklärt, dass ich einen 3-fach Zoom habe. So ist das halt, wenn man mit DSLR in einer anderen Liga spielt. *g* *angeb*

Und weiter mit der Brennweite…

Umso höher die Brennweite ist, um so geringer ist der Bildausschnitt, den man auf das Bild (den Fotosensor) bekommt. Da das Bild selber aber nicht kleiner wird, wird also das abgebildete Objekt größer. Wie das bei der S2 IS aussah, habe ich weiter oben schon gezeigt. Die EOS 450D bringt bei 18 mm und bei 300 mm diese Ergebnisse:

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Vergleicht man jetzt die 72 mm der S2 IS mit den 300 mm der EOS 450D, wird man sehen, da ist gar kein sehr großer Unterschied:

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Dass das rechte Bild nicht so hoch wie das linke ist, liegt daran, dass der Fotosensor der S2 IS ein Seitenverhältnis von 4:3 hat, der der EOS 450D von 3:2. Beide Bilder haben aber die selbe Breite.

Aber ups! Müsste das zweite Bild nicht mehr als 4 mal näher rangezoomt sein? Wegen der 72 mm zu 300 mm…?

Hier kommt etwas ins Spiel, das man “Cropfaktor” nennt.

Üblicherweise bezieht sich die Brennweite eines Objektivs an einer DSLR auf das Kleinbildformat. Das kennt man vom Analogfilm und hat eine Größe von 36 mm × 24 mm. (Und siehe da: Ein Verhältnis von 3:2.) Wenn jetzt der Sensor einer DSLR kleiner ist, muss man den Cropfaktor heranziehen. Der berechnet sich aus dem Verhältnis der Diagonale des Fotosensors zum Kleinbildformat. Wie groß die Diagonale bei Kleinbild ist können wir Dank des Satzes des Pythagoras schnell ausrechnen.

x^2 = 36^2 + 24^2

Die Diagonale beträgt also: 43,3 mm. (Alle Werte gerundet!)

Die Größe des Sensors der EOS 450D verrät uns digitalkamera.de: 22,2 x 14,8 mm.

Die Diagonale hier beträgt: 26,7 mm.

Das Verhältnis zwischen den beiden Diagonalen ergibt: 43,27 / 26,7 = 1,6. Und genau diese 1,6 sind der Cropfaktor der EOS 450D. Die 300 mm des Objektiv an der EOS 450D müssen dann nur noch mit dem Cropfaktor multipliziert werden und wir erfahren, dass die 300 mm an meiner kleinen Einsteigerkamera genau den selben Bildausschnitt zeigen, wie es ein Objektiv mit 480 mm an einer Kamera mit einem Fotosensor im Kleinbildformat zeigen würde. Zum Beispiel an der Canon EOS 5D Mark II, auf die Thomas so sehnsüchtig wartet.

Nun schauen wir uns mal den Cropfaktor der S2 IS an. Der Sensor hat laut digitalkamera.de eine Größe von 1/2,5 Zoll. Netterweise verrät uns Wikipedia hier, dass diese Kamera damit einen Cropfaktor von 6,8 hat. Multiplizieren wir diese 6,8 jetzt mit der maximalen Brennweite der S2 IS von 72 mm, dann bekommen wir eine KB-äquivalente Brennweite von 490 mm. Na aber hallo, das sind ja fast die selben 480 mm wie bei der EOS 450D. Und genau deshalb sind die beiden obigen Bildausschnitte der Frauenkirche in Dresden bei maximalem Zoom beider Objektive fast identisch.

Toll was? :grin:

Genau genommen hat die S2 IS nur einen Cropfaktor von 6 und bringt damit eigentlich nur 432 mm. Wenn man dann genau hinschaut, sieht man, dass der Bildausschnitt der EOS 450D doch etwas kleiner (näher rangezoomt) ist. Aber das tun wir hier mal als Peanuts ab.

An der Stelle mal eine nützliche Information für den Alex. Wir erinnern uns: Er hat eine Olympus E410. Diese hat eine Sensorgröße von 17,3 x 13 mm. Der Cropfaktor beträgt also ca. 2. Damit kommt er mit der oben gezeigten Festbrennweite sogar auf 600 mm auf KB bezogen, hat also noch einen fetteren Zoom als ich. ;) (Ich weiß, sowas freut ihn.)

Warum baut man dann aber nicht ganz kleine Sensoren in die Kamera und macht ein mittelgroßes Objektiv dran? Bei einer Sensorgröße von 1/3,2 Zoll haben wir einen Cropfaktor von 8,7. Da ein 300 mm-Objektiv davor gesetzt bringt doch satte 2610 mm auf KB. Wow! Da haben wir aber das Problem, das ein kleinerer Sensor eine größere Pixeldichte benötigt und damit massiv an Qualität verliert. Dazu gleich mehr.

Die S2 IS hatte 5 Megapixel, die EOS 450D hat 12 Megapixel. Das bedeutet auch, das die EOS 450D besser auflöst, auch wenn sie nur den gleichen Bildausschnitt anzeigt wie die S2 IS. Wenn ich dann aus beiden Bildern einen exakt gleich großen Teil ausschneide, gleich groß was die Pixelabmessungen angeht, dann erhalte ich dieses Ergebnis (S2 IS / 450 D):

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Wenn das mal kein Unterschied ist! Der Abstand Kamera – Fenster beträgt übrigens 1200 Meter.

Nun noch etwas zur Pixeldichte. Die Canon S2 IS hat 5 Megapixel auf einem Sensor mit einer Größe von ca. 5,8 x 4,3 mm, also 24,9 mm^2. Damit entfallen auf jeden einzelnen Quadratmillimeter ca. 200.100 Pixel.

Die EOS 450D hat 12 Megapixel auf einem Sensor mit 22,2 x 14,8 mm, also 328,6 mm^2. Hier entfallen auf jeden Quadratmillimeter nur 36.500 Pixel. Das ist wesentlich besser, denn eine geringere Pixelzahl pro Flächeneinheit bedeutet eine bessere Bildqualität, vor allem weniger Rauschen und damit feinere Konturen.

Den Größenvergleich der beiden Sensoren seht ihr hier.

Wenn man sich jetzt die Canon EOS 5d Mark II anschaut, mit ihrem Sensor in Kleinbildformat, also 36 x 24 mm, dann hat dieser eine Fläche von 864 mm^2. Bei ihren 21,1 Megapixel liegen da auf jedem Quadratmillimeter trotzdem nur rund 24.400 Pixel. Das macht sich in der Bildqualität entscheidend bemerkbar. Das ist auch der Grund, warum Profis lieber zu einer Kamera mit großem Sensor greifen als auf die maximale Megapixelzahl zu geiern.

Mehr dazu gibt es bei 6mpixel.org.

Das soll es für heute sein. ich hoffe, ich habe euch schön gelangweilt. :twisted:

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  1. 2 Reaktionen

  2. Von KleinAlex am 23. Dez 2008 um 16:53 Uhr

    Sehr schön und interessant! :razz:

  3. Von GuS Otto am 10. Aug 2009 um 11:36 Uhr

    Endlich ist es mal verständlich gemacht für einen Ottonormalverbraucher. Danke!
    Diesen Artikel habe ich abgespeichert.
    mfG GuS

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