Provokation, Pawlowscher Reflex, Toleranz und Akzeptanz

Alle folgenden Begriffserklärungen1 stammen aus Wikipedia.

Toleranz:

Der Begriff Toleranz (auch: Duldsamkeit, Gegenteil: Intoleranz; abgeleitet vom lateinischen Verb tolerare, das „ertragen“, „durchstehen“, „aushalten“ oder „erdulden“, aber auch „zulassen“ bedeutet) wird unter anderem im sozialen, kulturellen sowie religiösen Kontext gebraucht. So kann mit Toleranz etwa eine Meinung gemeint sein, mit der eine Person bzw. Personengruppe nicht übereinstimmt, diese aber dennoch duldet, also toleriert.

„Toleranz ist der Verzicht auf die Option, ein gegen sich gerichtetes Übel abzustellen.“

„Toleranz […] bezeichnet allgemein das Dulden oder Respektieren von Überzeugungen, Handlungen oder Praktiken, die einerseits als falsch und normabweichend angesehen werden, andererseits aber nicht vollkommen abgelehnt und nicht eingeschränkt werden.“ (Rainer Forst: Toleranz2 )

Akzeptanz:

Akzeptanz (von lat. „accipere“ für annehmen, billigen, gutheißen) ist eine Substantivierung des Verbes akzeptieren, welches verstanden wird als annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein.

Dementsprechend kann Akzeptanz definiert werden als Bereitschaft, etwas zu akzeptieren (Drosdowski, 1989).

Es wird deutlich, dass Akzeptanz auf Freiwilligkeit beruht. Darüber hinaus besteht eine aktive Komponente, im Gegensatz zur passiven, durch das Wort Toleranz beschriebener Duldung. Akzeptanz drückt ein zustimmendes Werturteil aus und bildet demnach einen Gegensatz zur Ablehnung.

Provokation:

Als Provokation (v. lat.: provocare; aus pro = hervor + vocare = rufen) bezeichnet man das gezielte Hervorrufen eines Verhaltens oder Reaktionen bei anderen Personen. Hierbei agiert der Provokateur bewusst oder unbewusst so, dass die provozierte Person oder Personengruppe ein tendentiell erwünschtes Verhalten zeigt.

Pawlowscher Reflex:

Iwan Petrowitsch Pawlow (…)

Am bekanntesten dürfte der so genannte Pawlowsche Hund sein: ein Forschungsprojekt, das unmittelbar aus seinen mit dem Nobelpreis gewürdigten physiologischen Studien hervorging. Bei diesen Studien stellte Pawlow fest, dass die Speichelsekretion eines Hundes nicht erst mit dem Fressvorgang beginnt, sondern bereits beim Anblick der Nahrung. Auch ein anderer Reiz, zum Beispiel ein Klingelton, kann die Sekretion von Speichel und anderen Verdauungssäften auslösen, wenn er regelmäßig der Fütterung vorausgeht. Pawlow erklärte das Geschehen durch das mehrmalige Zusammentreffen des Reizes mit der anschließenden Futtergabe. Irgendwann reicht dann bereits der vormals neutrale Reiz aus, um die Speichelsekretion auszulösen. Pawlow bezeichnete dies als konditionierten Reflex.

Warum erzähle ich das alles? Nun, um das zu erklären muss ich erstmal mein Verhältnis zu Homosexualität erklären. Ich selber bin vermutlich vollkommen heterosexuell eingestellt. Trotzdem juckt es mich nicht im Geringsten, wenn jemand lieber mit dem eigenen Geschlecht poppt. Soll er/sie doch, es geht mich schlichtweg nichts an. Darum, und ich hoffe, das geht aus den obigen Begriffserklärungen hervor, akzeptiere ich Homosexualität anstatt sie „nur“ zu tolerieren. Ich toleriere es, wenn Menschen religiös sind, aber ich akzeptiere es nicht. Homosexuaität (und alle anderen Spielarten der Sexualität, solange sie niemanden anderen schaden) dagegen akzeptiere ich als etwas, was nur den Menschen angeht, der sie auslebt. Und wenn ich von einem homosexuellen Mann angemacht werde, dann lehne ich freundlich ab, das wars.

Nochmal, warum erzähle ich das alles? Dazu muss ich auf einen Blogeintrag bei Nachtwächter-Blah verweisen. Dort schreibt ein Typ names Bio:

OK. Ich mag Homos nicht. Aber ich toleriere sie. Ist ja schließlich jedem sein eigenes Ding und solange die mich in Ruhe lassen, kann es mir ja egal sein mit wem die poppen.

(…)

Noch kann ich mich selbst vor den Homos schützen. Und. Irgendwie kann ich das Problem nicht ganz erkennen. Oder sind die Homos wirklich eine Gefahr für die ganze Menschheit?
Nun ja. Schön wäre es irgendwie schon, wenn da etwas dahinter steckt – ich mag die Menschen eh nicht so doll und wenn die Homos die Menschheit ausrottet, dann wäre zumindest dem Regenwald geholfen!

Der Fairnesshalber muss man hier sagen, es geht eigentlich um diese idiotischen Äußerungen des Papstes, der wiedermal gegen Homosexualität gewettert hat. (Aussagen, die ich weder akzeptiere noch toleriere.)

Kategorisch hat sich Papst Benedikt XVI. in einer Festtagsansprache gegen Geschlechtsumwandlung und Homo-Ehe ausgesprochen.

Nichtsdestotrotz halte ich diese Formulierungen des Bios für sehr grenzwertig, auch wenn man mich hier als Korinthenkacker bezeichnen mag. Bio mag mich aber gar nicht. Darum habe ich seinen Eintrag bei Nachtwächter-Blah kommentiert:

„Ich mag Homos nicht. Aber ich toleriere sie.“

Das ist eine Aussage, die passt zu Bio. Wie gnädig der Herr doch ist!

Mir ist es völlig egal, ob jemand lieber mit dem eigenen Geschlecht poppt. Da muss ich nichts netterweise tolerieren, da es mich nicht tangiert. Damit kann ich einfach und problemlos leben.

Wie verklemmt muss man sein, zu sagen, man mag einen Menschen nicht, nur weil er sexuelle Vorlieben hat, die man nicht teilt.

Und Bio, wie ein Pawlowscher Hund, hast wie erwartet reagiert. Und den Inhalt dieser Antwort muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

OK. hier nun meine antwort.
du dumme sau willst doch nur streiten und mich beleidigen!
wen oder was ich mag, das bestimme noch immer ich selbst!
aber wenn man das auch sagt und auch anfügt das man die homos dennoch toleriert, dann kommt immer irgend so eine bekloppte mistsau wie du daher und will dir da ein strick draus drehen.
du zeigst doch nur deine intoleranz gegenüber meiner eigenen meinung und meiner person. du beschissener besserwisser!
ich kann genau so problemlos damit leben dass es homos gibt, da ich sie toleriere und deshalb auch keine probleme hab. würde ich das nicht tun, dann hätte ich vielleicht ein problem. das schliesst aber nicht ein, dass ich sie auch mögen muss.
du hingegen wärst sogar gerne in der DDR in die armee gegangen um mit waffengewalt alle die zu bekämpfen die nicht in dein weltbild passten und noch heute nicht nach deinem geschmack sind.
ich hingegen toleriere homos und hab überhaupt keine ambitionen sie gewaltätig zu bekämpfen! geh doch in der zeit zurück und in deine tolle armee du dumme sau und verrecke dort auf dem schlachtfeld.

du bist es doch, der sich hier über mich stellen will, in dem du mich mit »gnädig« titulierst und beleidigen sowie diskretitieren willst.
ebenso beleidigst du mich, in dem du mich verklemmt nennst bzw. die frage in den raum stellst wie verklemmt ich doch sei. denn verklemmt muss ich ja sein, wenn ich mich traue so etwas zu sagen.
was das mit »verklemmt sein« zu tun hat, wenn man homos nicht unbedingt mag, das weisst aber bestimmt nur du selber. du willst einfach nur provozieren und saugst dir sowas aus deinem verkümmerten hirn, damit vermutl. dein warten auf die gelegenheit mich anzupissen nicht vergebens war.
du machst deinen kommentar und argumentation an einem einzigen wort fest (tolerieren). ich hätte im nachhinein auch lieber »akzeptieren« o.ä. geschrieben. ich bin nicht perfekt so wie du dumme sau!
aber das zählt für dich sicherlich nicht, denn man muss ja immer die perfekten worte finden und wenn eins mal nicht in dein verficktes hirnschema passt, dann ist das gleich ein verbrechen und grund genug für dich so einen trollschleim abzusondern.
und schliesslich muss man ja heut zu tage auch alle homos lieben. wer das nicht tut ist eben verklemmt und politisch nicht korrekt. bin ich nicht so wie du, dann bin ich verkehrt, du scheiss faschist!

im grunde ist jedes wort das an dich gerichtet ist ein wort zuviel. dein kommentar hat weniger mit dem thema zu tun als dass du versuchst per »ad hominem« deine aussage zu untermauern, mich anzugreifen und dich als überlegen darzustellen.
wenn du es nicht unterlässt mich zu beleidigen und zu provozieren, dann werde ich jeden solcher kommentare von dir löschen.

du dumme trollsau!

Süß, was? Ehrlich, diese Antwort hat mich amüsiert. Da kann ich nur sagen: Getroffene Hunde bellen.

Klar habe ich Bio hier auch versucht zu provozieren. Und wie man sieht, hat es astrein geklappt. Allerdings hat der Typ mich schonmal derart in dem Blog angeschissen, dass ich erst gar nicht wusste, was der denn für ein Problem hat. Das er eines hat, das ist offensichtlich. Wer das mal lesen will, kann es hier tun. Seine Antwort war ein wahrer Genuss, er sprühte seinen Geifer nur so durch die Gegend. Seinen Wunsch…

bitte nenn mich nicht mehr mit dir in einem atemzug!

… habe ich ihm hiermit wiedermal nicht erfüllt. 😆 😆 😆

  1. Danke Felix! []
  2. Rainer Forst: Toleranz. In: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie. 2 Bände, Hamburg 1999, S. 1627–1632. []
  1. 3 Reaktionen

  2. Von Felix am 24. Dez 2008 um 14:06 Uhr

    Befriffserklärungen *g*
    Das ich alter Legastheniker bei dir mal einen Rechtschreibfehler finde.

    Was ich an Haltungen wie der von Bio nicht verstehe ist dieses „…solange die mich in Ruhe lassen…“. Ist sexuelle Belästigung nicht generell untolerierbar, gleichgültig ob homo oder hetero?

  3. Von gewe am 24. Dez 2008 um 14:09 Uhr

    Ach der arme, kleine BIO. Ist sicher gefrustet, weil ihm der Weihnachtsmann auch dieses Jahr nichts gebracht hat. Dabei wartet er doch schon soooo viele Jahre auf ein Geschenk vom Weihnachtsmann. Es sollte mal einer dem Bio stecken, dass der Weihnachtsmann Geschenke nur zu artigen Kindern bringt. Artig sind aber keine Kinder die derartig unkultivierte Ausdrücke wie Trollsau, dumme Sau, bekloppte Mistsau sagen. Nein, auch dann nicht, wenn Bio in Orthografie eine wirklich sehr dumme Sau ist.

  4. Von bejaka am 24. Dez 2008 um 22:05 Uhr

    der stand der deutschen bildungspolitik ist uns schon bekannt; wobei mit pisa keinesfalls das gesamte ausmaß
    dokumentiert wird.

    kh

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