Gott?

Nachdem „und gott gibt es doch“ sich hier die Mühe gemacht hat, ein paar Zitate von Wissenschaftlern rauszukramen, die wohl angeblich die Existenz Gottes beweisen sollen…

Von und gott gibt es doch am 11. Feb 2009 um 03:45 Uhr

nur soviel zum Thema es gibt keinen Gott

… hier noch ein paar Zitate zum Thema:

„Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden.“ – Albert Einstein, Brief vom 3. Januar 1954

„Denn nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, wie es in der Bibel steht, sondern der Mensch schuf, wie ich im »Wesen des Christentums« zeigte, Gott nach seinem Bilde.“ – Ludwig Feuerbach, Das Wesen der Religion, Leipzig 1846

„Der Glaube an einen lenkenden, strafenden Gott ist die letzte große Illusion der Menschheit, und was, wenn auch diese verloren ist? Dann ist sie klüger geworden – aber reicher, glücklicher?“ – Jens Peter Jacobsen, „Niels Lyhne“

„Wenn Gott existiert, ist der Mensch ein Sklave; der Mensch kann und soll aber frei sein: folglich existiert Gott nicht.“ – Michail Bakunin, „Gott und der Staat“, 1871

„Atheismus ist fast immer ein Zeichen für eine gesunde geistige Unabhängigkeit und sogar für einen gesunden Geist.“ – Richard Dawkins, Der Gotteswahn

„Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müssten.“ – Albert Einstein, Religion und Wissenschaft, Nov. 1930

„Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Mißtrauensvotum gegen den lieben Gott.“ – Karl Kraus, öst. Schriftsteller 1874-1936

„Der Gott, der Auschwitz zugelassen hat, kann nur unmoralisch sein oder gar nicht existieren.“ – Ein Jude in einem Fernseh-Interwiev, 1990

„Gott ist die aufs Lächerlichste vermenschlichte Erfindung der ganzen Menschheit. In den Jahrmilliarden, die unsere Erde alt ist, sollte sich Gott erst vor 4000 Jahren den Juden und vor knapp 2000 Jahren den Christen offenbart haben, mit deutlicher Bevorzugung der weißen Rasse unter Vernachlässigung der Schwarzen, der Gelben und der Rothäute? Auf solche Märchen kann ich mühelos verzichten.“ – Claire Goll, Dichterin: Ich verzeihe keinem; Scherz; Bern 1978

„Hätte man Verstand, brauchte man keine Götter.“ – Decimus Iunius Juvenal, röm. Dichter um 60-140

„Gott ist eine von Menschen geschaffene geistige Droge; viele betreiben Mißbrauch mit ihr, nur wenige können vernünftig damit umgehen, noch wenigere können sie entbehren. Ist es nicht kriminell, bereits Kindern eine Droge zugänglich zu machen, nur weil die Eltern selbst abhängig sind?“ – Rudolf Kuhr

So, das reicht für heute. Sicher werden jetzt wieder jede Menge Zitate kommen, die die Existenz eines Gottes beweisen sollen. Aber was solls, wer meint, sich wegen seiner eigenen geistigen Minderxistenz auf Gott berufen zu müssen, dem kann man nicht helfen.

  1. 11 Reaktionen

  2. Von fulluht am 11. Feb 2009 um 15:24 Uhr

    Und gleich noch ein paar drauf von meinem Lieblingswissenschaftler Richard Dawkins:

    „Die Bibel ist in großen Teilen nicht systematisch böse, sondern einfach nur grotesk. Nichts anderes erwartet man von einer chaotisch zusammengestoppelten Anthologie zusammenhangloser Schriften, die von Hunderten anonymer Autoren, Herausgebern und Kopisten verfasst, umgearbeitet, übersetzt, verfälscht und ‚verbessert‘ wurden von Personen, die wir nicht kennen, die sich auch meist untereinander nicht kannten und deren Lebenszeiten sich über neun Jahrhunderte erstrecken.“

    „Mit der Vorstellung, die erste Ursache, der große Unbekannte, der dafür gesorgt hat, dass es etwas statt nichts gibt, könne das Universum gezielt gestalten und zu Millionen Menschen gleichzeitig sprechen, entzieht man sich völlig der Verantwortung, eine Erklärung zu finden. Es ist die entsetzliche Zurschaustellung einer selbstzufriedenen, das Denken leugnenden Wundergläubigkeit.“

  3. Von kucaf am 11. Feb 2009 um 18:30 Uhr

    Nun, eine Interessant Diskussion, aber warum dem Gehbehinderten die Küken, ohne welchen er seiner Ansicht nach stürzen würde, nehmen? 😯

  4. Von Woschod am 11. Feb 2009 um 18:40 Uhr

    @kucaf: Damit er merkt, dass er ohne Krücken nicht behindert ist.

    Wie war das? „Lauf Forrest, lauf!“ 🙂

  5. Von oszi am 11. Feb 2009 um 21:46 Uhr

    Ich frage mich, nachdem Gott ja angeblich allmächtig sei, wieso schickt er Tsunamis auf die armselige asiatische Bevölkerung?
    Obwohl er in der Bibel nach der Sindflut gelobte, dass er fortan die Erde nicht mehr verderben werde? ❓

  6. Von Baphomet am 12. Feb 2009 um 14:37 Uhr

    Gott ist, was Gott nicht ist. Also ist Gott nichts.

  7. Von Thomas am 14. Feb 2009 um 14:12 Uhr

    Es ist aber immer wieder interessant, daß gerade die Atheisten ihre Theorie, die auch nicht beweisbarer ist als die der Gegenseite, mit besonderem Nachdruck, dem Pathos der Unfehlbarkeit und der Diffamierung Andersdenkender („geistige Minderexistenz“) vertreten – genau das, was sie der Religion unterstellen, das die aber zumindest in der westlichen Welt seit Jahrhunderten überwunden hat.

  8. Von noch ein Thomas am 16. Feb 2009 um 06:36 Uhr

    Ich muss dem anderen Thomas voll und ganz beipflichten.
    Über das Thema kann man lang und breit diskutieren, meinetwegen.

    Aber „geistige Minderxistenz“ ?
    Bist du übergeschnappt ?
    Denk mal nach, Mann ! Aus diesem einen Satz spricht so viel Arroganz, da würde selbst der Papst blass.

  9. Von tommegg am 16. Feb 2009 um 15:13 Uhr

    „Aus diesem einen Satz spricht so viel Arroganz, da würde selbst der Papst blass.“
    Hui, jetzt schießt DU aber übers Ziel. Der Pabst ist so weggetreten, der wird wegen garnichts blass. Woschods Spruch iss schon fies, zugegeben. Ich würde nicht sagen, das „Gläubige“ grundsätzlich dumm sind. Eher devot :mrgreen: .
    @Thomas:
    Zwar sind die Erklärungsmodelle der Atheisten in Teilen nicht bewiesen. Aber unendlich viel wahrscheinlicher als irgendein fliegendes Spaghettimonster. Und tu bitte nicht so, als wären die Religionen „tolerant“ gegenüber „Gottlosen“ (also Atheisten im Wortlaut). Das sind sie nicht, Aufklärung und Säkularisierung mußten hart erkämpft werden.

  10. Von kucaf am 18. Feb 2009 um 13:35 Uhr

    Nun Wodschod, Forrest ist gelaufen, einem äußerem Antrieb folgend, es kann auch gesagt werden, der Not gehorchend. Und so sollte man sich die Frage nicht ersparen, „wäre er auch gelaufen, wenn es diesen äußeren Zwang nicht gegeben hätte?“ Nicht vergessen werde sollte dabei, das Forrest zum größten Teil auch nur mit gelaufen ist, er trieb im Strom seiner Zeit und die „Ruferin“ für Veränderung stand, da sie zumindest versuchte gegen diesen Strom zu schwimmen. Vielleicht kennst Du aber auch den Film „Der Garten“, in dem ein Junge laufen lernt, welchen die Ärzte ein Leben lang am Bett gefesselt sahen.
    Es gibt viele Gründe welche dazu führen können sich von Krücken zu trennen, aber allen gemein ist, die Erkenntnis einer Notwendigkeit! Oft sind es äußere Zwänge welche solche Wirkungen hervorrufen, wenn dieses aber nicht innerlich gewollt ist, so wird es den gewünschten Erfolg nicht geben. Also nichts mit Krücken einfach weg nehmen! Oder wie F. Engels schon schrieb: „Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muß durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.“ MEW Band 21, Seite 298, Ditze Verlag Berlin 1984.
    Genau genommen sind es meistens geschichtliche Ereignisse, welche es nach sich ziehen das Menschen überproportional aus Kirchen austreten. So traten zum Beispiel nach dem ersten Weltkrieg viele Menschen aus den Kirchen aus, so waren dieses 1919 ca. 230.000, 1920 ca. 360.000 allein bei den Protestanten, die katholische Kirche hielt ihre Zahlen geheim.
    Und mögen die Ursachen einem Glauben den Rücken zu kehren auf die verschiedenste Art motiviert sein, so haben sie doch eines Gemein, den Vertrauensverlust, welchen die Kirchen selbst zu verschulden haben. Glaube heißt Vertrauen und wenn dieses enttäuscht wird, geht mit dem Vertrauen auch der Glaube verloren.(Trifft übrigens nicht nur für Kirchen zu.) 😯
    Übrigens waren auch nach der Okkupation der DDR vermehrte Kirchenaustritte zu beobachten und das aus ganz praktischen Erwägungen. Da es in der DDR eine strikte Trennung von Stadt und Kirche gab, konnten zwar die Kirchen Steuern erheben, musste diese jedoch selbst eintreiben und hatten keine Handhabe dieses mit Hilfe staatlicher Gesetzbarkeit zu tun. Als Anfang der 1990iger Jahre dieses sich änderte, traten nicht wenige aus den Kirchen aus.
    Eines noch zum Atheismus und es sei noch einmal F. Engels bemüht, welcher in einen Brief an E. Bernstein 1884 schrieb: „… und daß Atheismus nur eine Negation ausdrückt, haben wir selbst schon vor 40 Jahren … gesagt, nur mit dem Zusatz, daß der Atheismus als bloße Negation der Religion und stets sich auf Religion beziehend, ohne sie selbst nichts, und daher selbst noch eine Religion ist.“ Dieses Zitat habe ich nicht den MEW entnommen, sondern einem Beitrag im Freidenker 1-08, mit dem Titel: „Warum es keinen „Wissenschaftlichen Atheismus“ geben kann“. Vielleicht einfach einmal „freidenken“ gehen! 😉
    Gruß

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