13. Februar 2009 in Dresden: „Keine Versöhnung mit Deutschland!!“

Am späten Nachmittag des 13. Februar war ich auf der Veranstaltung des Bündnisses „Keine Versöhnung mit Deutschland!!“.

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Dieses Bündnis repräsentiert u.a. ein antideutsches Spektrum in Dresden, was auch dadurch bekräftigt wurde, das die Organisatoren verkündeten, das Israel- und USA-Fahnen explizit zugelassen sind. Zwar mag ich diese Fahnen nicht sonderlich, aber im Kontext des 13. Februars sage ich mir dann, wenn es hilft, die Nazis zu ärgern, ok, müssen wir uns sicher nicht darüber streiten.1

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Als Musikakts waren „Frittenbude“ und „Egotronic“ („Raven gegen Deutschland“) geladen. Ab 17 Uhr versammelten sich ca. 700 Antifaschisten vor der Altmarktgallerie (Dr.-Külz-Ring). Das Wetter war prima, 😉 und die Stimmung sehr locker. Beide Musikbands heizten den Fans ordentlich ein, da ging richtig was ab.

In der Zwischenzeit hatte die Polizei den gesamten Platz vor der Altmarktgallerie in einen großen Kessel verwandelt und zeigte, was ihre Deseskalationsstrategie ist. Nach nämlich nicht mal der Hälfte der Veranstaltung meinte sie, dass sie die Versammlung auflösen müsse, weil gegen die Auflagen verstoßen wird. So hieß es, die Musik ist zu laut, dem unsere Versammlungsleitung widersprach. Außerdem hätten angeblich einige abgebrochene Besenstiele dabei und es wird Alkohol konsumiert, was natürlich alles strengstens verboten ist.

Wer zu diesem Zeitpunkt die Veranstaltung verlassen wollte, wurde kontrolliert, und bei gefährlich aussehenden Personen (O-Ton der Polizei!) wird ein Platzverweis für Teile der Stadt Dresden ausgesprochen, welcher vermutlich auch für Samstag, den 14. Februar gelten soll. Nach Aussagen der Versammlungsleitung bekamen sogar alle, die gehen wollten, diesen Platzverweis.

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Letztlich verzichtete die Polizei aber darauf, die Veranstaltung aufzulösen und so ging es friedlich und guter Laune weiter. In der Zwischenzeit liefen dien Nazis irgendwo zwischen Hauptbahnhof und Freiberger Straße zum Wettiner Plaz. Dort fand während der faschistischen Diktatur in Deutschland die Bücherverbrennung statt und hat der VVN/BdA Sachsen heute seinen Sitz. Von uns aus bemerkte man diesen Aufmarsch aber glücklicherweise nicht. Die Nazis liefen dann die selbe Route zurück und am Hauptbahnhof wurde der ganze Spuk aufgelöst. Nach dem die dann dort verschwanden, konnte man endlich auch unsere Veranstaltung ohne Probleme und Personenkontrollen verlassen.

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Anschließend gab es eine Spontandemo, an der immer noch mehrere hundert Antifaschisten teilnahmen. Diese führte über den Pirnaischen Platz und die Carolabrücke. Die sehr lauten Sprechchöre konnte man hoffentlich noch an der nicht weit entfernten Frauenkirche hören. Am Albertplatz löste sich letztendlich alles auf und für die Hungrigen gab es im AZ Conni noch eine VoKü.

Das Fazit des Tages: Die Nazis konnte leider ungestört ihre Route ablatschen aber wir hatten eine geile Party!

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Am Samstag, den 14. Februar geht es weiter. 11:00 Uhr am Jorge-Gomondai-Platz (Albertplatz) No pasaran!

Weiterer Bericht vom 13. Februar über die Nazidemo bei recherche ost: „Im Fackelschein durch Dresden“ sowie bei Indymedia: „DD:700 auf Kundgebung mit Egotronic“

Und hier nochmal der Hit des Abends: „Raven gegen Deutschland“2

  1. Für diese Einstellung wird mich mancher „Linke“ vermutlich wieder sehr hassen und verleumden. Aber das ist mir egal. []
  2. Diese Aufnahme stammt nicht aus Dresden! []
  1. 9 Reaktionen

  2. Von Zagard am 14. Feb 2009 um 07:48 Uhr

    Ich wünsche allen Beteiligten heute einen erfolgreichen Tag auf das die Nazis sich die Beine in den Bauch stehn und keinen einzigen Meter marschieren können. Sehr schade das ich dieses Jahr nicht dabei sein kann aber vieleicht klappts ja nächstes Jahr wieder.

  3. Von kucaf am 14. Feb 2009 um 13:55 Uhr

    Einen Nationalismus gegen den anderen und was beleibt übrig?
    Nun mögen die Fahnen nicht gemocht werden, sie sind aber auch nur ein Ausdruck für das Denken, welches mit ihnen symbolisiert wird. Und es sollte nicht versäumt werden sich mit diesem auseinander zusetzen. Fraglich auch, zieht man wirklich am selben Strick und in die selber Richtung? Dieses ist berechtigter Weise zu bezweifeln.
    Hier * hatte ich vor Jahren einen interessanten Beitrag gefunden.

    Übrigens, geht es wirklich darum die Nazis zu ärgern und ist dazu ein jedes Bündnis recht? Geht es nicht eher gegen jeglichen Krieg zu sein, in dem auch an die Folgen erinnert wird und nicht darum, Krieg, Kriegsergebnisse nur verschieden zu interpretieren?

    „Dieses Bündnis repräsentiert u.a. ein antideutsches Spektrum in Dresden, was auch dadurch bekräftigt wurde, das die Organisatoren verkündeten, das Israel- und USA-Fahnen explizit zugelassen sind. Zwar mag ich diese Fahnen nicht sonderlich, aber im Kontext des 13. Februars sage ich mir dann, wenn es hilft, die Nazis zu ärgern, ok, müssen wir uns sicher nicht darüber streiten.“

    Und steht diese Aussage nicht auch hiergegen?**

    Vielleicht versteh ich es auch falsch.
    Einen Erfolgreichen Tag, heute!
    Gruß

    Nachsatz:
    Da ich nicht sicher bin und Links oft in Kommentaren nicht funktionieren, hier die entsprechende Adressen.
    * http://roterelefant.blogianer.de/post/organizacion-o-muerte/2007/06/01/deutsch-deutscher-antideutsch

    ** http://www.woschod.de/category/politik/antideutsch/

  4. Von Dagobert F. am 14. Feb 2009 um 16:16 Uhr

    Na toll, jetzt muß ich beim Raven auch noch aufpassen, daß ich nicht aus Versehen gegen Deutschland rave. Als wäre Raven an sich nicht schon anstrengend genug.

  5. Von Veit am 16. Feb 2009 um 21:14 Uhr

    „aber wir hatten eine geile Party!“
    na das ist ja das wichtigste. das ganze wochenende war geprägt von peinliche aktionen der sogenannten antifaschistinnen. außer saufen, dumme parolen, eine drang sich zu prügeln und null politisches bewußtsein hab ich nichts aufgefangen. die leute von geh denken waren im kontext weitaus engagierter…schade.

  6. Von Woschod am 17. Feb 2009 um 23:47 Uhr

    Jetzt hab ich hier eben aus Versehen den falschen Kommentar gelöscht, es war eine Antwort an Veit. Vielleicht möchte der Kommentator ja nochmal? 🙂

  7. Von randolf am 3. Mrz 2009 um 02:05 Uhr

    Wenn Ihr mal das Leid erleben würdet, was den Zivilisten widerfuhr, würden vielleicht ein paar Köpfe wieder geistige Frischluft erfahren…

  1. 3 Trackback(s)

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