Als Fotograf auf Demos

Im DSLR-Forum gibt es eine Diskussion zum Thema Fotografieren auf Demos.

Die Ursprungsfrage war:

Ich habe da nun auch mal eine Frage dazu und zwar habe ich am anfang gelesen das man sich bei Demos eintragen lassen soll/muss?

1. Ist dies unbedingt notwendig?
2. Können sich nur Berufliche Fotografen eintragen und Fotografieren?
3. Wo muss man sich eintragen?

Da mich das Thema Demofotografie interessiert auf was muss man/sollte man achten?

In der folgenden Diskussion ging es auch um das letzte Wochenende in Dresden. Dazu habe ich einen persönlichen Erfahrungsbericht geschrieben. Und weil ich weiß, das interessiert Euch alle, gibt es den auch hier:

Ich werde mal meine Erfahrungen vom letzten Wochenende in Dresden schildern. Da das hier ein Fotoforum ist, bitte ich, daraus keine politische Diskussion zu machen.

Am Freitag den 13. War ich bei der Veranstaltung des Bündnisses „Keine Versöhnung mit Deutschland“, bei dem Egotronic und Frittenbude spielten. Ich hab ein Übersichtsfoto vom Haus des Buches aus gemacht und bin dann wieder zu der Veranstaltung. Dort wurde ich direkt von einen der Organisatoren angesprochen, für wen ich denn die Fotos mache und so. Alles in ganz freundlichen Ton. Ich hab also erklärt, wer ich bin und das ich die Bilder für mein Blog verwende. Außerdem, dass von einem Vertreter des Bündnisses „No pasaran“ angesprochen wurde, ob ich Fotos machen kann.

Er hat mir dann eine weiße Armbinde mit dem Schriftzug „Presse“ gegeben und sogar eine Pressemappe mit Infos. Probleme mit den jugendlichen Leuten gab es keine, einige kannten mich aber auch. Ich habe auch jemanden gesehen, der hatte seine eigene Armbinde mitgebracht, die sah natürlich ordentlicher aus. Einige Fotografen hatten auch gar keine, aber Probleme hat es offensichtlich keine gegeben.

Am Samstag den 14. bei der Demo des Bündnisses „No pasaran!“ habe ich dann die Armbinde wieder drum gehabt und alles hat klaglos geklappt. Hab dann jede Menge Fotos gemacht, auch die anderen anwesenden Fotografen. Es war für mich mal eine neue Erfahrung, hinter dem Sucher zu stehen und den Spruch aus der Demo „Kamermann – *********!“ zu hören. Aber da ich den selber auch schon bei Demos gerufen habe, kenne ich das ja. *g* Das richtet sich auch vor allem gegen die filmenden Polizisten.

Soweit ich weiß, hatte die Presse mehr Probleme bei dem Aufzug der Nazis. Auch die Polizei war bei uns kooperativ. Ich konnte jederzeit in die Demo rein und wieder raus sowie zwischen den Polizisten durchlaufen. Als „normaler“ Demonstrant wird man bei sowas heftig daran gehindert. Lediglich am Pirnaischen Platz wurde ein Fotograf auch nach Vorzeigen seines Presseausweises nicht durch den Wall aus grün-weißen Fahrzeugen durchgelassen.

Dafür habe ich dann am Kulturpalast eine Ladung Pfefferspray mitten ins Gesicht und auf die Linse bekommen. Ob da direkt auf mich gezielt wurde, kann ich im Nachhinein nicht sagen, aber der Treffer hatte gesessen. Die Flecken sind problemlos von der Linse abgegangen, die Augen haben nach einer halben Stunde auch nicht mehr gebrannt und beim nächsten Mal weiß ich: Schutzbrille mitnehmen, wenn es hektisch wird.

Ich habe meine Bilder nicht gemacht, um das Superfoto zu schießen sondern um die beiden Tage zu dokumentieren. Dementsprechend sind sie meiner Meinung auch nur Durchschnitt geworden.

Wer sie sich mal anschauen will:

http://www.woschod.de/2009/02/14/13-…t-deutschland/

http://www.woschod.de/2009/02/15/14-…09-in-dresden/

  1. 3 Reaktionen

  2. Von Fenrir am 20. Feb 2009 um 06:02 Uhr

    Gut das du sowas überhaupt dokumentierst. Ich finde die Bilder gut. Im Oktober letzten Jahres habe ich zusammen mit meinem Bruder die Nazi Demo in Bochum dokumentiert. Es ist unglaublich was da für Bratzen gelaufen sind. Wir hatten überhaupt glück das wir als Gegendemonstranten noch an diese armseligen Gestalten rankamen. Mehr Polizei als Nazis. Die Bilder die wir machten sprechen für sich.
    Ich finde solche Aufläufe und deren rassistische Parolen zu dokumentieren ist immens wichtig.

  3. Von peter s. am 20. Feb 2009 um 11:53 Uhr

    das fotografiert wird ist bei solchen gelegenheiten sehr gut.
    du und andere sollten das auf jeden fall weiter so machen.
    es dient der dokumentation!
    nur sollte man folgendes beachten:

    1. immer nahe dran und die gesichter voll veröffentlichen – damit unsere dienste etwas davon zur dokumentation haben. (die sa konnte 33 nur so schnell handeln, weil alle kommunisten in der guten weimarer republik so gut erfaßt waren – von noske u.a.sozis)

    2. nie die dienste (agent provokateure, polizei, verfassungsschutz u.a.) nahe fotografieren – man könnte bei evtl. prozessen diese fotos sonst verwerten. (in england u.a. schon verboten)

    3. möglichst nicht den anwälten von zu unrecht verurteilten zur verfügung stellen – entsprechende beweismittel werden schon von den diensten zur verfügung gestellt. (solange noch rechtsstaatl. gerichtsverfahren möglich sind – außerdem fotografieren und filmen die guten dienste vom staat genügend)

    u.s.w.u.f.

    bürger westberlins

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  2. 26. Feb 2009: trueten.de - Willkommen in unserem Blog!

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