“Hurra, 1. Mai. Das Anarchopack läuf sich wieder die Hacken wund.”

Der Denzel schreibt in den Kommentaren hier:

Hurra, 1. Mai. Das Anarchopack läuf sich wieder die Hacken wund.

Der Rest hat einen schönen freien Tag.

Inwieweit eine solche Aussage sinnvoll ist, darüber kann man streiten. Leicht wird es einem aber nicht gemacht, wenn man solche Berichte bei Indymedia liest:

Hamburg: Krawalle wie seid Jahren nicht mehr

IsEgal 01.05.2009 02:56 Themen: Antifa Repression

In der Walpurgisnacht kam es zu massiven ausschreitungen im Schanzenviertel! Zurückschreckende BFEler, 6 Wasserwerfen im Einsatz,Zusammenhalt an jeder Ecke so sah es in dieser Nacht aus! Diesmal waren es weder Autonome, Punks noch Skins die anfingen mit den Krawallen diesesmal waren es die HipHop Gangs aus dem Viertel…
In der Nacht zum 1.Mai hast in der gesamten Schanze geknallt es hate den eindruck als hätten die Leute eine Monitionslager ausgeräumt! Jahrelang kam kaum so heftige ausschreitungen wie in dieser Nacht! Nach der doch sehr friedlichen Demonstration kam erst der Anschein auf das sich die Leute sehr ruhig verhalten doch falsch gedacht!!!
Um ca 1 uhr nachts gabs den Startschuss! Brennende Müllkontainer stehende Barikaden auf den Strassen massive Flaschen, Steine würfe richtung Einsatzkräfte! Gezündete Rauchbomben und Vogwelschrecks machten die Stimmung perfekt! Die Haspa hat auch wieder was abbekommen doch das war lange nicht das einzigste! Nachdem die HipHoper anfingen lautstark Parolen brüllend durch die Schanze zu ziehen schlossen sich die Autonomen an und es gab ein reines Freudenfeuer!
Was diesmal am Auffälligsten war das nicht nur aus den üblichen Reihen Sachen geworfen wurden, nein es kammen aus den anliegenden Häusern Flaschen und Wasserbomben geflogen! Selbst die uns nicht so gemochten Yuppis haben aktiv mitgewirkt keiner saß mehr still da und hat sich das nur angeschaut! Widerstand aus allen reihen! Lange hat man das Bild von verängstlichen zurückweichenden BFElern hier in Hamburg nicht mehr gesehn, worauf hin dann insgesamt 6 Wasserwerfer im Einsatz waren von den ganzen 100schaften mal ganz abgesehn!

Dies war im neutralem Auge betrachtet eine Revolutionäre Nacht da so ein zusammenhalt aller sich in der Schanzen wohnenden und partymachenden Menschen noch nie stattgefunden hat, weder hier noch irgendwo anders!

Mal ehrlich, welcher poplige 11-jährige hat den Mist denn verfasst? Hier kann man wirklich nur dem Kommentator bei Indy zustimmen:

danke für diesen beitrag!!! ich kann mich nicht mehr halten vor lachen…

  1. 14 Reaktionen

  2. Von gewe am 1. Mai 2009 um 10:09 Uhr

    Ich finds nicht zum Lachen – es ist zum Heulen mit diesen hirnlosen Idioten. Eben weil sie nicht mal theoretisch wissen, wass Revolution ist, bringen sie praktisch auch nur Randale zustande. Den politischen Gegner wirds mehr als freuen. Unserer Sachen haben sie wieder mal massiven Schaden zugefügt. Mensch, ihr Kindergartenverein, werdet erwachsen, setzt euren Arsch vor die richtigen Bücher und organisiert brauchbare Dinge. Hört mit den Krawallrituallen auf.

  3. Von Dagobert F. am 1. Mai 2009 um 15:01 Uhr

    ROFL: “Krawalle wie seiD Jahren nicht mehr.”

    So geht es dann auch weiter. Indimedia vs Rechtschreibung.

  4. Von Denzel am 2. Mai 2009 um 11:05 Uhr

    Indimedia vs Rechtschreibung

    Und Indymedia gewinnt offensichtlich.

  5. Von Albert am 2. Mai 2009 um 22:33 Uhr

    @gewe, wie haben die “Randalierer” denn unserer Sache geschadet? Meines Wissens hat sich keiner von denen als Kommunist geoutet. Oder gar als Anhänger / Mitglied der KPD(B) oder der KI.

    Was immer du und @denzel an Argumenten anführen und wie verdammt richtig das meistens ist: Alle eure Argumente beinhalten eine Schlussfolgerung:

    Ich muss meinen Arsch nicht heben und mein Gesicht nicht zeigen. Und genau das wollt ihr auch nicht. Es könnte ja den gutbezahlten Job bei dem persönlichen Chef und Ausbeuter kosten.

    Nun konnte ich noch einige Kommunisten kennen lernen, die in Buchenwald gelitten haben. Wahrscheinlich rotieren die gerade in ihren Gräbern.

    @gewe, der Revolution, die du immer mal wieder erwähnst, sehe ich eher besorgt entgegen. Im “Militärprogramm der proletarischen Revolution” fordert Lenin die jungen Revolutionäre sehr direkt auf, den Dienst in der imperialistischen Armee zu leisten um dort das Waffenhandwerk zu erlernen und später diese Kenntnisse in der Revolution zu nutzen. Unsere jungen Genossen sind doch noch stolz darauf, diesbezüglich auf Lenin geschissen zu haben.

    Bleibt uns die Hoffnung, dass Revolutionen genauso unblutig verkaufen können wie Konterrevolutionen.

  6. Von Woschod am 3. Mai 2009 um 12:07 Uhr

    @Albert: Es geht gewe und Denzel sicher nicht darum, den Verlust eines gut bezahlten Jobs zu befürchten. Das müsste dann eher ich fürchten. ;)

    Ich finde, das beide Seiten Recht und Unrecht haben. Es ist natürlich ein Problem, wenn man nur daheim sitzt und über den Werken von MELS theoretisiert, denn irgendwann treten einem die Faschisten trotzdem die Tür ein. Anderseits reicht es auch nicht nur den Kampf auf die Straße zu tragen, denn ohne das entsprechende Hintergrundwissen versteht man gar nicht, warum und wofür man kämpft.

    Das Motto muss also lauten: “Bildung & Aktion”. Dazu müssen allerdings die Theoretiker und die Praktiker zusammenkommen. Solche Kommentare wie vor allem von Denzel an anderer Stelle sind dabei eher kontraproduktiv.

  7. Von Sepp Aigner am 3. Mai 2009 um 12:44 Uhr

    zu Albert: Was ist denn schlecht daran, seinen Job nicht mutwillig zu riskieren ? Ich weiss nicht, wie Du Dich durchschlaegst. Aber die meisten Leute muessen jedenfalls ihre Arbeitskraft verkaufen, um leben zu koennen.

    Aussderdem gibts da einen politischen Gesichtspunkt: Die Leute, die was aendern wollen, muessen in den Betrieben sein. Die wichtigen Sachen koennen naemlich nur von den Arbeitern und Angestellten veraendert werden. Sie sind dafuer die einzige potentielle Macht. Eine andere gibt es nicht. Ob die Mehrheit der Arbeiterklasse lernt, dass Kapitalismus scheisse und Sozialismus besser ist, haengt auch davon ab, dass die Leute mit theoretischen Kenntnissen sich mitten unter den “Normalos” bewegen und dazu was beitragen.

    DARAN ist alles zu messen, was mit linken Absichten abgeht. Taugt eine Kundgebung, Demo etc. dazu, dass das Denken anderer Leute vorangebracht wird – oder nicht. Alles, was nicht dazu taugt, ist kontraproduktiv. Und ? Was bewirken den die TV-Bilder von brennenden Muellcontainern ? Werden beim naechsten Mal viele TV-Gucker mitgehen und auch Container anzuenden ? Oder kriegen sie eher Anschauungsmaterial fuer das Vorurteil, links = “sinnlose Gewalt” ? Ist denn nicht sonenklar, dass die Masse der Proleten von solchen Aktionen nichts haelt, und dass sie daher nicht angewendet werden duerfen SO LANGE sie nichts davon haelt ? Die Kommunisten, die in die KZs kamen, die Du erwaehnst, haben genau so politisch gearbeitet und haetten nicht im Traum dran gedacht, Randale zu machen, ohn die politische Wirkung genau zu bedenken.

    Uebrigens handelt es sich bei den Zuendeleien, Flaschenwuerfen etc. um Theater. Die Staatsmacht hat hunderttausende gut trainierte und gut bewaffnete Leute, die noch dazu einigen Rueckhalt in der Bevoelkerung haben. Ein paarhundert oder paartausend Laien, die nicht schon deshalb Profis werden, weil sie sich schwarz kleiden, haben gegen die nicht die Spur einer Chance. Auf einem Kampffeld, auf dem man nur verlieren kann, kaempfen nur Dumme – oder Leute, die halt “mal einen draufmachen wollen”. Hier in Spanien sind Massenbesaeufnisse auf oeffentlichen Plaetzen Mode geworden, und ein Teil des Reizes ist, dass man da regelmaessig von den Bullen abgeraeumt wird. Sachen wie in Kreutzberg haben eine aehnliche Qaualitaet. Recht viel mehr ist nicht dran.Sowas macht man mal ein paar Jahre. Und wenn man dabei nicht weiterlernt, ist man in zehn Jahren genau die brave feige Art Angestellter, die Du anderen unterstellst.
    Sepp

  8. Von Denzel am 3. Mai 2009 um 16:49 Uhr

    wie haben die “Randalierer” denn unserer Sache geschadet? Meines Wissens hat sich keiner von denen als Kommunist geoutet. Oder gar als Anhänger / Mitglied der KPD(B) oder der KI.

    Der Punkt ist, dass diese Leute in der Öffentlichkeit immer wieder mit uns in Verbindung gebracht werden. Nicht zuletzt, weil die Kommunisten nicht lautstark genug von ihnen distanzieren. Sie tun es schon, irgendwie. Aber immer sehr verschämt.

    Was immer du und @denzel an Argumenten anführen und wie verdammt richtig das meistens ist: Alle eure Argumente beinhalten eine Schlussfolgerung:

    Ich muss meinen Arsch nicht heben und mein Gesicht nicht zeigen. Und genau das wollt ihr auch nicht. Es könnte ja den gutbezahlten Job bei dem persönlichen Chef und Ausbeuter kosten.

    Erzähl mir nichts von Zivilcourage, Fatzke. Ich stehe dauerhaft in der Öffentlichkeit und mache kein Geheimnis aus meiner Gesinnung. Ich weiß, was es bedeutet, wenn sich Türen schließen, die einem noch offenstünden, wenn man hin und wieder den Mund gehalten hätte.

    Ich leiste auf meinen Kampffeldern mehr als die große Horde der 1.Mai-Idioten zusammengenommen.

  9. Von gewe am 3. Mai 2009 um 22:29 Uhr

    @albert: Deinem Text entnehme ich, dass Du genauso wie ich einige Jahrzehnte auf dem Buckel hast. Daher verwundert mich Deine Argumentation. Von erfahrenen Kämpfern hätte ich mehr Wissen und Verständnis erwartet. Wann hast Du Dich das letzte mal mit Bürger Normalo oder einem heutigen Arbeiter unterhalten und diese nach ihrer (durch Medien gut beeinflußten) Meinung gefragt?
    Konkret: Ich leugne nicht die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes der Arbeiterklasse und der mit ihr Verbündeten – dann wenn er notwendig wird, weil zu erwarten ist, dass die Bourgeosie das Feld nicht kampflos räumen wird.
    Wenn also diese Notwendigkeit real wird, dann wird man sich nicht mit Bananen und Eiern bewerfen. Dann wird es Tote und Verletzte geben und dies wohl recht zahlreich. Das Kapital geht gnadenlos über millionen Leichen, nur um sein Errafftes zu behalten. Wir wollen, dass dieser Kampf erfolgreich wird und die vielen Opfer nicht umsonst sind.
    Meinst Du, dass wir diese Kämpfe mit einem anarchistischen Randalehaufen gewinnen, von denen die meisten nicht das elementarste Wissen unserer theoretischen Grundlagen haben. Ja nicht einmal wissen, dass sie für einen erfolgreichen Kampf, eine führende Partei brauchen, die auf wissenschaftlicher Grundlage den Kampf organisiert und leitet. Diese Partei wird weder eine SPD noch eine LINKE sein.
    Du wirst bestimmt viele Freunde bekommen, wenn erst einmal viele Deiner tapferen “Kämpfer” verheizt sind und nach 30 Jahren kein gesellschaftlicher Fortschritt erreich wurde. Was Du willst, ist eine neue 68-er Revoluzzerbewegung und keine proletarische Revolution auf marxistischer Grundlage.
    Dein Leninzitat ist mir bekannt und ist richtig. Das gehört zu einer richtig organisierten Revolution, dass ich auch unbedingt Fachleute brauche. Lenin hat sich aber auch zum Linksradikalismus als Kinderkrankheit … geäußert.
    Wenn es Dich optimistischer macht, ich sitze nicht nur im Studierzimmer und ich habe mehrere Verwandte (gehabt) die längere Zeit in Dachau und anderen KZs gequält worden. Was ich allein diesen Menschen schuldig bin, braucht mir keiner zu erklären.

  10. Von Albert am 4. Mai 2009 um 17:12 Uhr

    @denzel, dass du pauschal alle Menschen, die am 1. Mai aus welchem Grund und bei welcher Gelegenheit auch immer auf der Straße waren statt sich einfach einen schönen Tag zu machen wie du, als “Anarchopack” und “1.Mai-Idioten” titulierst, sollte eigentlich für eine Bewertung deiner Einstellung ausreichen. Aber so einfach mache ich es mir eigentlich nicht.

    Du hast mich als “Fatzke” tituliert. Nun, wenn es dir danach besser geht, denk dir ruhig noch ein paar andere Beleidigungen aus. Du kannst mich nicht beleidigen.

    Was mich aber durchaus interessieren würde wären die Kampffelder, auf denen du erfolgreicher kämpfst als wir alle. Und, vielleicht, ein paar Tipps, wie man deine Erfahrungen für unsere Sache nutzen kann.

  11. Von Denzel am 4. Mai 2009 um 17:49 Uhr

    dass du pauschal alle Menschen, die am 1. Mai aus welchem Grund und bei welcher Gelegenheit auch immer auf der Straße waren statt sich einfach einen schönen Tag zu machen wie du, als “Anarchopack” und “1.Mai-Idioten” titulierst, sollte eigentlich für eine Bewertung deiner Einstellung ausreichen.

    Locker bleiben, Freund Blase. Wann immer ich auf der 18:00 Uhr Demo in Kreuzberg war, fiele es mir schwer, überhaupt einen zu entdecken, der kein Anarcho ist. Auf diese Demo habe ich meine Aussage bezogen. Was Gewerkschaften und ernstzunehmende Organisationen (darunter kommunistische) den Tag über machen, habe ich nicht gemeint.

  12. Von Woschod am 4. Mai 2009 um 18:08 Uhr

    @Denzel: Du berufst Dich hier nur auf die Berlindemos.

    Das Berlin Krawall mit Ankündigung bedeutet, ist nix Neues. Berlin am 1. Mai ist das El Dorado für Krawalltouristen. Ich kann die auch jedes Jahr in Dresden bei der BRN erleben. Du wirfst die allerdings mit dem Schwarzen Block und Anarchisten, die eine durchaus respektable Weltanschauung haben, in einen Topf.

    Das dagegen die Polizei mit brutaler Gewalt gegen friedliche Gewerkschafter vorgeht, diese schon einkesselt, wenn sie gerade aus dem Zug aussteigen, lautstarken Protest und einzelne Flaschen- und Steinwürfe mit Wasserwerfern, CS-Gas oder Pfefferspray, Knüppeln und der Inkaufnahme von Schwerverletzten beantwortet, das findest Du vielleicht toll. Juhu, endlich dem Anarchopack auf die Fresse! Allerdings begibst Du Dich damit in eine Riege mit BILD, die völlig undifferenziert von “Linken Krawallmachern” schreibt.

    Vielleicht solltest Du bei Gelegenheit dochmal wieder rausgehen und Dir anschauen, wie die Bullen eine völlig friedliche Sitzblockade räumen, damit die Nazis marschieren können.

  13. Von Denzel am 4. Mai 2009 um 18:24 Uhr

    Vielleicht solltest Du bei Gelegenheit dochmal wieder rausgehen und Dir anschauen, wie die Bullen eine völlig friedliche Sitzblockade räumen, damit die Nazis marschieren können.

    Ich habe doch nicht abgestritten, dass sowas passiert. Nur eines ist mal klar: als Berliner weiß ich, wovon ich rede, wenn ich sage, dass die Kreuzberger Demo vollkommen pervertiert ist.

  14. Von Woschod am 4. Mai 2009 um 18:42 Uhr

    Ich glaube Dir ja, dass Du die Kreuzberger Nächte kennst. Das Problem ist aber das Schwarz-Weiß-Denken, welches sich in der Aussage “Hurra, 1. Mai. Das Anarchopack läuf sich wieder die Hacken wund. Der Rest hat einen schönen freien Tag.” zeigt und auch bei den Kommentaren zu Ulm aufkommt. Und Du solltest wissen, das ich alles andere als ein Schwarz-Weiß-Denker bin.

  15. Von Denzel am 4. Mai 2009 um 19:22 Uhr

    Man sollte vielleicht nicht jede pointierte Äußerung auf die Goldwaage legen. Überspitzungen dienen der Verdeutlichung, ohne dass sie 1 zu 1 so gemeint sind. Es war doch klar – zumal dir hätte es klar sein müssen -, worauf sich meine Äußerung bezog.

Ich würde mich freuen, wenn Du einen Kommentar hinterlässt.

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