1. Mai in Ulm

Am 1. Mai war ich in Ulm um an den Protesten gegen den Naziaufmarsch teilzunehmen.

In den Medien liest man im Allgemeinen, das die Krawalle aus dem linken Lager kamen und die Lage fast außer Kontrolle geriet.

Für mich, der direkt ganz vorne dabei war und die „Lage“ beobachten konnte, stellte sich das etwas anders dar. Abgesehen von einzelnen (Plastik-)flaschen- und Eierwürfen aus Reihen der Linken waren diese vor allem eines: Laut! Das passte der Polizei wohl nicht, deren Taktik es offensichtlich war, die Nazidemo um jeden Preis zu schützen und dafür zu sorgen, das die ihre Ruhe hatten.

So wurde dann von Seiten der Polizei mit Pferden direkt in die Demonstranten rein geritten, extrem aggressive Schäferhunde auf die Leute losgelassen und per Pfefferspray direkt in die Massen reingesprüht.

Bereits vor 10 Uhr am Morgen zeigte die Polizei ihre Taktik, als nach einer Provokation von Nazis vor dem Ulmer Hauptbahnhof und einer leichten Reaktion von Seiten der Linken mehrere hundert Menschen eingekesselt und zum Teil erkennungsdienstlich behandelt wurden. Das passierte auch den Personen, die erst später anreisten und sich unverhofft unter dem Bahnhof in einer Unterführung über eine Stunde im Kessel wiederfanden.

Zwischendurch bewegte sich spontan ein antifaschistischer Demonstrationszug durch Ulm, bei dem auch die Front deutscher Äpfel nicht fehlte.

Während der Schlußkundgebung der Nazis an der Seite des Ulmer Bahnhofes wurde der Bahnhofsvorplatz dann unter Einsatz von Wasserwerfern durch die Polizei extrem aggressiv geräumt. Dabei kam es zu mehreren brutalen Verhaftungen. So konnte ich beobachten, wie eine Person, die am Boden lag und auf der bereits mehrere Polizisten hockten, nochmal extra einen Fußtritt rein bekam.

Leider war der Tag zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Ende, denn anschließend liefen die Nazis auch noch durch das benachbarte Neu-Ulm.

Fazit: Leider gab es keine wirklichen koordinierten Aktionen in Form von Blockaden gegen den Naziaufmarsch. Der größte Teil der Bürger feierte den 1. Mai auf dem Platz vor dem Ulmer Münster und lauschte lieber Kokstantin Wecker. Abar wenigstens kann man sagen, das sie ihre Meinung gegen den Nazis in Ulm durch entsprechende T-Shirts oder Aufkleber an der Kleidung zeigten.

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Weitere Bilder gibt es bei Thomas.

  1. 25 Reaktionen

  2. Von KleinAlex am 2. Mai 2009 um 10:33 Uhr

    verschrieben? 😀 „Kokstantin Wecker“ 😀

  3. Von Ichwardabei am 2. Mai 2009 um 11:23 Uhr

    Sag mal, haben die dir dein gehirn rausgepfeffert??? Hier flogen massiv Glasflaschen, Pflastersteine und Böller durch die Menge. Ein paar von unseren Leuten wurden sogar durch unsere eigenen Flaschenwerfer verletzt? So stelle ich mir keine friedliche Demo vor!!! Und dass die Bullen dann massiv einschreiten ist ja nicht verwunderlich. Glaubst du etwa, die stehen da und sehen weiter zu, wie ihre eigenen Kollegen reihenweise verletzt werden. Da muss ich mich schon manchmal fragen, ob einige von uns den Sinn der Sache nicht kapiert haben. Wir sollten nicht immer alles verharmlosen. Dein Bericht ist in meinen Augen völliger Quatsch, Sorry!!!

  4. Von Woschod am 2. Mai 2009 um 11:38 Uhr

    @Dabeigewesener: Ich weiß ja nicht, in welcher Stadt Du warst, aber ich war in Ulm am Hbf und am Wendepunkt der Nazidemo auf der Olgastraße. Ich hab gesehen, wie die Bullen vorgegangen waren.

    Aber ist schon Recht, wenn Du den Staatsbütteln beipflichten tust, irgendeiner muss sie ja auch theoretisch schützen, wenn so ein Bullenhelm eine gepflückte Grünpflanze (Ohne Topf!) abbekommt. Tut sicher viel mehr weh, als Pferdehufe und Bullenknüppel in völlig ungeschützen Menschenmassen.

  5. Von Ichwardabei am 2. Mai 2009 um 11:48 Uhr

    @ woschod

    Falls du nicht lesen kannst: Glasflaschen, Pflastersteine und Böller.
    Warum waren denn so viel verletzt? Nicht nur Bullen, sondern auch welche von uns ???

    Ja nur nicht zugeben, wahrscheinlich bist selber einer von denen die so MUTIG Flaschen in Menschenmengen wirft. Toller Held.
    Dann sich beklagen, wenn man eins abbekommt. Komisch, nicht wahr. Aber mach nur so weiter, komm aber nicht zum heulen.

    Ich weiß für was ich komme, bestimmt nicht um andere zu verletzen, überleg dir mal was du für ein toller Typ bist.

    wir sind friedlich was seid ihr…..mit Steinen, Flaschen und Böllern….. ALLES KLAR !!!

  6. Von Lottä am 2. Mai 2009 um 12:34 Uhr

    ..ich fand die Werferei mit GLASflaschen, Pflastersteinen und dergleichen auch alles andere als in Ordnung – vollkommen sinnfrei! Wozu? Da können die Rechten dann wieder schön über die gewalttätigen, bösen Gegendemonstranten herziehn. SUPER!
    Noch was. Bullen sind auch nur Menschen. Die ham natürlich Schiss wenn ihnen irgendwelche Sachen, in dem Fall Pflastersteine, um die Ohren fliegen. Da brauchen sich die Werfer nicht zu beschweren wenn sie zurückgedrängt und verprügelt werden. Teilweise geht es einfach nicht anders, weil es Idioten gibt die richtig aggressiv sind und wirklich grundlos anfangen die Polizisten zu beleidigen und zu bewerfen. Und andere, Nichtwerfer, die sich unter/neben den Idioten befinden werden dann auch miteingekesselt und wenns Scheiße läuft erstmal verhaftet. Gewalt erzeugt also nur Gegengewalt und bringt GAR nichts. Außer ner Nacht oder länger im Knast..und wer hat da schon Bock drauf?? 😉

  7. Von gewe am 2. Mai 2009 um 13:56 Uhr

    Woschod kann es selbst sagen, aber vielleicht glaubt @Ichwardabei einem anderen eher. Also woschod hatte und hat weder in Ulm noch anders wo vor, auch nur einen einzigen Stein, eine Flasche zu schmeißen oder ein Auto anzuzünden. Das einzige, mit was er „wirft“ sind die Blitze seines Fotoapparates und das, was seine Stimmbänder hergeben. Das können gern auch andere bezeugen. Also bitte keine „Bösen“ hier virtuell ins Leben rufen, die es in der Realität so nicht gibt.
    Das ich kein Freund der Krawallmacher bin, kann an anderer Stelle hier nach gelesen werden. Dort habe ich mich zum Thema deutlich geäußert.
    Es gibt aber nicht das erste mal Berichte, das die Polizei als erster „Aktiv“ wird. Z.B. Rostock letztes Jahr.
    Wenn ich das Bild mit dem scharf gemachten Hund sehe, frage ich mich auch, ob das noch verhältnismäßig angesichts der tatsächlichen Situation ist.
    Ich denke, ihr wart an unterschiedlichen Orten in Ulm.

  8. Von Felix am 2. Mai 2009 um 14:38 Uhr

    @ichwardabei
    Deinen Quark kannst du stecken lassen!
    Ich kenne woschod, der tut so einiges aber bestimmt nicht auf einer Demonstration mit Flachen und Steinen werfen. Aber wenn es in Sichtweite zu „massiven“ Auseinandersetzungen gekommen währe hätte er es sich mit Sicherheit nicht entgehen lassen Fotos davon zu machen.

  9. Von IchBins am 2. Mai 2009 um 15:06 Uhr

    ich war am HBF ebenfalls relativ nah vorne und auch ich hab gesehen das viele steine, flaschen, usw. in richtung der polizei geflogen sind, was man eig. auch hätte sehen müssen wenn man vorne mit dabei war. Deinen Bericht find ich auch total schwachsinnig, da er überhaupt nicht das wiedergibt was wirklich passiert ist!

  10. Von Rote Motte am 2. Mai 2009 um 16:09 Uhr

    Mal eine andere Polizeiverhaltens-Analyse: Wir wurden beispielsweise grundlos eingekesselt und anschließend über 6 Stunden(!!) gefangen gehalten, rumgestoßen und bedrängt und bei dem kleinsten bisschen Gegendrücken (immerhin waren wir legal, gewaltfrei und erst seit 2 Minuten da, bevor wir schon gefangen genommen wurden) kamen gleich schön viel Pfefferspray und ein paar Knüppelschläge angeflogen. 6 Stunden vergingen und dauernd drohte man uns mit Richtern und Landfriedensbruchs-Anzeigen (obwohl wir NICHTS gemacht haben, außer schwarz gekleidet zu sein, was aber unser Recht ist), ließ uns nicht an unsere Sachen, nicht an unsere Handy, nicht an unser Essen und nicht auf die Toilette. Am Ende der ganzen Lächerlichkeit gabs dann schließlich noch einen Platzverweis und eine Androhung einer eventuellen Rechnung aufgrund des Gewahrsams.
    Ich würde sagen: Pure Demokratie!
    Somit ist mir die Presse da auch viel zu einseitig in ihren Beschreibungen

  11. Von Rote Motte am 2. Mai 2009 um 16:11 Uhr

    Um die Polizei nicht ganz sooo schlecht dastehen zu lassen, sollte noch korrigiert werden, dass in den ganzen 6 Stunden natürlich schon das Essen und aufs Klo erlaubt waren (welch außergewöhnliche, unnötige Tat) und sie uns letztendlich ohne Anzeige „vorzeitig“ entließen. Aber naja, im Hinblick auf das Verhalten, war das auch schon so eine lächerliche Unverschämtheit

  12. Von EinkommunistischerBeobachter am 2. Mai 2009 um 16:51 Uhr

    „Ich weiß für was ich komme, bestimmt nicht um andere zu verletzen, überleg dir mal was du für ein toller Typ bist.“
    Wo gehobelt wird, fallen Spähne. Und darum sollte doch am 1.Mai – dem Kampftag der Arbeiterklasse – gehen. Ordentlich am Kapitalismus hobeln.

    In Wuppertal war es (wie wahrscheinlich ähnlich in Ulm) so, dass wieder antifatypisch n paar Forderungen an die Polizei gerichtet wurden, die diese natürlich nicht einhält: Warum sollte sie auch? Immerhin weiß der Staat immer noch am besten, welche Gesetze er setzt und wie zu verteidigen hat.
    Mit der Antifa ist kein Blumentopf zu gewinnen…

  13. Von Lydia Trüten am 3. Mai 2009 um 10:35 Uhr

    Ich kann’s nicht mehr hören … “gewalttätige Demonstranten…” Da fliegen mal ein paar Flaschen oder sogar Steine auf gepanzerte Robocops und es wird aufgeheult. Fragt von euch mal jemand, was los ist? Gewerkschafter werden grundlos stundenlang gleich nach der Ankunft im Bahnhof festgehalten, schikaniert, wüst beschimpft und daran gehindert, an ihrer 1. Mai-Kundgebung teilzunehmen, ein Heer von gepanzerten Robocops gibt allen Ankommenden das Gefühl in ein Kriegsgebiet zu reisen. Ein Schritt aus dem Zug und du wirst in der Gegend herumgestoßen, ein “falsches” Wort und Knüppel werden gezückt.
    Das Gewaltmonopol hat der Staat und er nutzt es kräftig.
    Fliegende Pflastersteine sind nicht das Problem, sondern lediglich die Reaktion auf ständige Repressionen und willkürliche Schikanen.

  14. Von Hamlet am 3. Mai 2009 um 16:38 Uhr

    Ich kann’s nicht mehr hören … “gewalttätige Demonstranten…”

    Siehst du, und ich kann sie nicht mehr sehen, die gewaltätigen Demonstranten. Ich bin viele Jahre auf Mai-Demonstrationen in Berlin gegangen und ich habe mehr als einmal genau miterlebt, wie die Krawalle losgingen, und eines ist klar: die Polizei brauchte höchst selten selbst dafür zu sorgen, daß es losging. Das haben die Chaoten fast jedesmal ganz ohne Zutun der grünen Geistesbrüder geschafft.

    Es gibt einfach eine große Zahl von Krawalltouristen, die aus keinem anderen Grund diese Demos besuchen, als dort Randale zu machen. Und dieselben Krawalltouristen erzählen dann später von Provokationen seitens der Polizei.

    Ohne Frage: es gab auch Vorkommnisse, wo man es von staatlicher Seite drauf angelegt hat. So hat man z.B. 1995 mit Hinblick auf das 40jährige Jubiläum des 8. Mai einen Vorwand für Verbote gesucht und diesen eine Woche vorher bei der Walpurgisnacht und am 1. Mai absichtsvoll herbeigeführt. Ich weiß das deswegen, weil ich damals am Kollwitzplatz gewohnt und es direkt miterlebt habe. Aber solche Fälle sind die Ausnahme. Für gewöhnlich reicht es vollkommen aus, den Chaoten etwas Freiraum zu geben. Dann liefern dann der Polizei die Vorwände frei Haus.

  15. Von ChaosOnkel am 3. Mai 2009 um 23:21 Uhr

    Lächerlich die Kommentare da oben…
    Als wir mit dem Zug in dem übrigens 100-150 Autonome Nationalisten saßen ankamen wollten uns die Bullen erstma ins Rechte Lager stecken..
    Nachdem wir dann klar gemacht hatten dass wir ganz sicher keine Rechten sind wurden wir in die Unterführung gesperrt und konnten uns erstma durchsuchen lassen..
    Ne halbe Std später bekam ich den Anruf dass Freunde von mir ohne Grund in nem Kessel zwischen der Sparkasse und der Bw-Bank (Nähe Münsterplatz)stecken. Als wir die Leute dann erstmal mit Getränken ( weil die netten Bullen ja die Leute sonst verdursten hätten lassen) versorgt hatten und sich immer mehr Leute eingefunden haben und Lautstark die Bullen aufgefordert hatten die Leute freizulassen und dann Seitens mancher KIESEL!!!steine flogen gingen die Bullen sofort mit Knüppeln und CsGas-Tanks auf uns los..
    Später wurde ich dann noch von nem Bulle ohne Grund weggestoßen und Gewahrsam angedroht auf die Frage warum antwortete er nur : “ Du kommst trotzdem in Gewahrsam“!
    Ich hab noch gesehen wie n Reitercop ne erwachsene Frau geschlagen hat, nur weil sie sein Pferd GESTREICHELT!! hat.
    Also wer nicht dabei war soll einfach mal seine Schnauze halten
    In dem Sinne solidarische Grüße an dich Woschod

  16. Von Denzel am 4. Mai 2009 um 10:55 Uhr

    Ich hab noch gesehen wie n Reitercop ne erwachsene Frau geschlagen hat, nur weil sie sein Pferd GESTREICHELT!! hat.

    Ach komm, das kannst du doch besser. Die Frau war doch mindestens schwanger oder saß im Rollstuhl …

  17. Von Lydia Trueten am 4. Mai 2009 um 14:18 Uhr

    @Hamlet,
    „Aber solche Fälle sind die Ausnahme. Für gewöhnlich reicht es vollkommen aus, den Chaoten etwas Freiraum zu geben. Dann liefern dann der Polizei die Vorwände frei Haus.“
    Das ist schlichtweg Blödsinn, was du da von dir gibst. Ob Straßburg (war schön für’s europäische Polizeirecht), Ulm oder gestern Stuttgart, um nur mal die jüngsten Demos zu nennen – in JEDEM Fall wurde ich mindestens angeschrien, geschubst, verletzt, bedroht mit dem Knüppel oder sonstwas, OHNE irgend etwas getan zu haben. Stopp, nein – ich habe mein Demonstrationsrecht wahrgenommen.
    In Ulm wurden Gewerkschafter stundenlang festgehalten, mit wüsten Ausdrücken belegt, körperliche Gewalt wurde ihnen angedroht… Die Welt in der du lebst liegt wohl nicht auf der Erde.

  18. Von Hamlet am 4. Mai 2009 um 17:52 Uhr

    Das ist schlichtweg Blödsinn, was du da von dir gibst.

    Ah, ich verstehe. Ich habe also nicht erlebt, was ich erlebt habe.

    Das erklärt natürlich einiges.

  19. Von heribert am 4. Mai 2009 um 19:27 Uhr

    Lydia, wenn Hamlet sagt, daß die Auschreitungen vom Schwarzen Block und anderen die aus Prinzip Krawall machen wollen provoziert werden (was mir durchaus plausibel erscheint), dann ist damit noch nicht gesat daß alle Demonstranten generell Assis sind und alle Cops sich immer zivilisiert verhalten.
    Hier wurde mehrmals die einseitige Berichterstattung der Medien kritisiert. Das Problem ist doch genau dieses: Sie KÖNNEN einseitig Bericht ertatten weil es diese Die Welt in der du lebst liegt wohl nicht auf der Erde Vorfälle gibt. Wenn ich z.B. mit der IGM an Protesten gegen Nazis teilnehme und dort diese Chaoten auftauchen dann stört mich das aber ich kann das zur Kenntnis nehmen. Nur weil diese Tatsachen von den Medien geschickt dazu genutzt werden alle Demonstranten in einen Topf zu werfen kann man doch nicht die Augen zukneifen und so tun als existiere das Problem nicht.
    Wenn die Herren Autonomen schon so militant sind, dann sollten sie bitte ein paar Faschisten die Schädel einschlagen anstatt sich mit Cops zu prügeln die dort nur ihren Job machen und Autos von Anwohnern abzufackeln. Dieser Schwarze-Block-Kindergarten ist doch nicht ernst zu nehmen.

  20. Von Irbis am 4. Mai 2009 um 21:52 Uhr

    Bedenklich, wenn nicht gar gefährlich, Menschen das Gesicht zu nehmen, sie zu anonymisieren, amorph werden zu lassen. Steinewerfer, ob im Schwarzen Block oder nicht, sind recht unterschiedlicher Coleur, gewissermaßen ein Art Sammelbecken.
    Wen finden wir denn da vor? Da klein Hänschen, so wollen wir ihn mal nennen, recht (post)pubertär, dem `s freut, wenn `s denn auch schön klirrt, dort der arg verärgerte Paul („hier kommt Paul und schlägt dir was aufs Maul“)Marke Desperado, dann der Ede, halt recht kriminell, dort der rasende Roland anarchistisch bewegt, einezlne Ernste mitunter auch, gesteuert von irgend einem kleinen Adolf („denn schau gut hin, manchmal ist im Appel auch ne braune Made drin“)muß nicht so sein, kann aber, wir haben da noch den Jacque (Meister Jakob schläfst du noch…)der wildgewordene Kleinbürger (Jacquerie/kontra gegen die ganze soziale Sauerei)und auch der eiserne Gustav darf nicht fehlen.Zuletzt kommt noch das kleine Fritzchen hinzu, das da einfach mittappt und ins Schlamassel reingerät.
    Klappt man nun den ausgebreiteten Fächer wieder zu, dann stellt man allerdings fest,dass all die Klimmzüge und Amokläufe doch recht vergebens sind, denn eine Massenmobliserung ist so nun mal nicht zu erreichen. Auch eine Bewußtseinserhellung kann getrost ausgeschlossen werden, zumindest hierzulande. Ich nehme mal die Notwehr aus, wo beten sicherlich kein probates Mittel ist.
    Hat mal ein berühmter Mann von Kinderkrankheiten gesprochen, die da einer unreifen politischen Situation geschuldet sei und den eigentlich revolutionären Geschehnissen nicht selten voraus geht. Bekanntlich haben wir keine wirklich kommunistische Partei, so dass der Gedankenlosigkeit, der Willkür und bloßen Spontanität aber auch Spinnerei Tür und Tor geöffnet ist. Irgendwelche Initiativen etc. helfen da vorerst auch nicht weiter. „So also nicht und erst später“, hat mal Einer in einer bekannten homepage festgestellt. Nun ist erst mal die Zeit für theoretische Vertiefung fern einer antisektiererischen Haltung, bar jedweden Konventikelgeistes gekommen.
    Doch zurück zu der Steinewerferei.War einst ein Twen der warf nen Pflasterstein einen Bullen an den Kopp, so dass der dauerhaft dienstunfähig wurde.Einige Zeit wurde er dennoch Außenminister.Nach den werfenden Pflastersteinen folgten dann seine werfenden Bomben, das geht manchmal eben auch.
    Vorsicht aber, was für den Einen gilt,hat noch lange keine Gültigkeit für viele Andere.
    Doch weiter: in Kuba bewarfen vor einigen Jahren, irgendwelche Systemgegner gleichfalls Geschäfte mit Steinen, was in den imperialistischen Hochburgen so ziemlich Niemanden der veröffentlichten Meinung scherte, komisch was?
    Dann gab`s da mal einige orange gekleidete Männer, die erst den Gong schlugen, hastig noch ein Om murmelten und dann recht viele Scheiben klirren ließen, vom kap. Westen auch liebevoll Freiheitskämpfer genannt. Seine scheinheilige Heiligkeit wird es wohl grinsend quittiert haben und seinen überaus weisen Kalendersprüchen beigefügt haben.
    Nun ja, die Farbe Orange ist wohl ohnehin mit Vorsicht zu genießen, von Rot kommend, dann zielsicher zu Gelb hinführend.
    Wie man sieht, ist ne Steinewerferei ne ziemlich relative Angelegenheit, kommt noch hinzu, dass sie ab einer gewissen Größenordnung ohnehin dann umgetauft wird.
    Es kommt also immer drauf an WER – WEN – WESHALB und WANN bewirft. (stets die W-Fragen stellen)
    Fazit: allerlei Leute waren wütend, inklusive mancherlei wackere Bundesbürger, die nun tapfer die Moralkeule schwingen. Manche Faschisten freut`s wohl auch, dass die Linke möglichst flächendeckend diskreditiert wird, während der -deutsche – Staat wohl klammheimlich schmunzelt, alldieweil er demnächst seine in der Schublade vorbereiteten weiteren Repressionsmaßnahmen, umzusetzen gedenkt, sobald die Volksseele denn kocht.
    Was können wir daraus lernen? Ohne Steine etc. angereist zu kommen, in Ulm und um Ulm herum. A bisserle mehr Theorie sowieso.

  21. Von mein Wenigkeit am 8. Mai 2009 um 11:31 Uhr

    😳
    Also ich war auch dabei und ich muss sagen, wenn man das sieht wird einem Angst und Bange, da fragt man sich was das soll? Plastikflaschen ha… Ich hatte ein Landung einer Glasflasche vor meinen Füssen. Und Warum musste man denn Fahrzeuge der Polizee beschädigen?? Naja ich denke man sollte bei der Wahrheit bleiben.

  22. Von Furz am 11. Mai 2009 um 14:24 Uhr

    Kinder,Rollstuhlfahrer,Omas und Familien..friedliche Demonstranten wurden mit Wasserwerfern abgeschossen!nach Leuten auf den Bushaltestellen wurde mit den schlagstöcken geschlagen,weil sie nicht schnell genug von der Bushalte herunterklettern konnten!Kleine Kinder wurden in der Panik von ihren Müttern getrennt!Rollifahrer wurden fast umgerannt!

    Natürlich flogen viele Steine,Falschen…
    aber gibt das der Polizei das Recht ohne Vorwarnung in die Menge zu schießen???

  23. Von Hamlet am 12. Mai 2009 um 13:05 Uhr

    Das bringen auch passionierte Krawallbrüder der Marke Ungepflegt fertig: Erst mit Steinen werfen und dann darüber jammern, daß die Prügelknaben in Grün ihrer dumpfen Arbeit nachgehen. Was ich hier vermisse, ist ein Bewußtsein für Aktion und Reaktion. Es ist einfach unlogisch. Ich kann mich nicht hinstellen, Flaschen und Steine werfen und mich dann aber wundern, daß die Polizei reagiert. Es sagt doch niemand, daß das, was die Polizei tut, schön ist. Ich persönlich verachte diese Schläger zutiefst. Aber wie verrant und subjektiv muß man sein, allen Ernstes zu erwarten, daß die nicht auf Provokationen reagieren?

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