Rede von TROTZ ALLEDEM auf der revolutionären Maidemonstration am 2. Mai in Stuttgart
3. Mai 2009 23:58Bei dieser TROTZ ALLEDEM handelt es sich nicht um die TA, der Monatszeitschrift der KPD(B)!
Rede von TROTZ ALLEDEM auf der revolutionären Maidemonstration am 2. Mai in Stuttgart
Ich begrüße euch im Namen von TROTZ ALLEDEM-Zeitung für den Aufbau der Bolschewistischen Partei in Deutschland.
Heute ist der 2. Mai, aber wir demonstrieren für einen revolutionären 1. Mai heute, weil wir uns den internationale Kampftag der Arbeiterklasse nicht nehmen lassen, weder von den Faschisten, noch vom Staat und seinen Handlangern.
Am 1. Mai tragen seit mehr als 100 Jahren weltweit die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Unterdrückten und Ausgebeuteten ihren Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse auf die Straße. Und dafür gibt es auch in diesem Jahr Gründe genug.
Die Situation der Werktätigen verschlechtert sich weltweit. Auf der einen Seite wächst der Reichtum weniger Menschen ins schier Unermessliche. Auf der anderen Seite herrscht Elend, Not, Flucht, Armut, Krieg und Völkermord. Die drei reichsten Menschen dieser Erde besitzen mehr als das gesamte Bruttosozialprodukt der 48 ärmsten Länder. Auf der anderen Seite müssen weltweit 4,5 Milliarden Menschen mit 2 US-Dollar täglich überleben. So sieht die sogenannte Globalisierung aus, die nichts anderes ist, als ein neuer Name für die Verschärfung des weltweiten Imperialismus.
Die aktuelle Wirtschaftskrise verschärft diese schreienden Widersprüche um ein Vielfaches. Auf unserem Rücken bereichern sich die Kapitalisten. Hier in Deutschland werden vor allem Migrantinnen und Migranten ausgebeutet, die gezwungen sind im Niedriglohnsektor zu arbeiten, oder wie derzeit- überhaupt keine Arbeit finden.
Gewerkschaften und DGB-Apparat, die vorgeben unsere Interessen zu vertreten, bewähren sich auch in diesen Krisenzeiten, als ergebenste Diener von Staat und Kapital. Ungeheuerliche Zugeständnisse werden angeboten. Ohne jede Gegenwehr werden den kapitalistischen Ausbeutern für die angebliche Sicherung von Arbeitsplätzen, die letzten Arbeiterrechte angeboten. Geradezu grandios wie z.B. die IG Metall der Milliardärsfamilie Schaeffler aus der Patsche hilft und dabei den letzten Rest Selbstachtung ihrer Mitglieder ans Kapital verscherbelt. Viele Gewerkschafts- und Betriebsratsfürsten gebärden sich wie Unternehmer, schwören die Beschäftigten auf Verzicht ein. Sie sind nicht mehr als Handlanger des Kapitals. Ihre Spitzenfunktionäre in Betriebsräten oder Gewerkschaftsgremien sind schon lange bestochen und vertreten ihre eigenen Interessen. Anstatt die Einheit der Arbeiterklasse weltweit zu bündeln und gemeinsam das imperialistische System anzugreifen, geht von den „staatstragenden“ Gewerkschaften derzeit ein gefährlicher Nationalismus aus: In Zeiten, in denen sich international agierende Konzerne auf den Nationalstaat besinnen, fordern Gewerkschaften und Staat, dass national konsumiert werden soll.
Das DGB-Motto zum 1. Mai 2009: „Arbeit für alle bei fairem Lohn“ ist angesichts von Krise, Erwerbslosigkeit ein Hohn. Wir werden damit nur verschaukelt. Im Kapitalismus wird es niemals weder Arbeit für alle, noch einen fairen Lohn geben. Fairer Lohn würde bedeuten, dass sich die Kapitalisten nicht mehr den Mehrwert, erpresst aus unserer Arbeitskraft, aneignen.
Wir brauchen klassenkämpferische Gewerkschaften und keine Co-Manager des Kapitals!
Auf den Protestaktionen am 28.3. in Frankfurt und Berlin wurden viele Auswüchse, und Brutalitäten des kapitalistischen Systems angeprangert. Aber immer noch herrscht die Hoffnung vor: der Kapitalismus ist so oder so zu reformieren! Das ist einfach Illusion. Wir müssen uns hier und heute dem kapitalistischen Ausbeutungssystem entschlossen entgegen stellen! Leisten wir offenen Widerstand! JETZT! Keine Zugeständnisse ans Kapital! Nehmen wir uns die ArbeiterInnen Frankreichs, Griechenlands, Italiens, die militant gegen die Krisenauswirkungen vorgehen als Beispiel.
Unsere Antwort auf die herrschende Krisenpolitik: Klassenkampf – Streik in jedem Land, in jeder Fabrik!Aber bleiben wir nicht dabei stehen. Wir müssen die Frage nach dem System stellen! Nur eine sozialistische Revolution, ja ein gewaltsamer Umsturz der herrschenden Verhältnisse wird grundlegend etwas ändern.
Die Kämpfe der letzten Jahre haben uns gezeigt: Wir sind nicht gut organisiert. Wir können den Herrschenden nur vereint unsere Kampfkraft entgegensetzen. Staat und Kapital können wir nur aufhalten, wenn wir Arbeiter und Arbeiterinnen uns gegen sie stellen, wenn wir die Transportwege und Produktion lahm legen. Um das zu erreichen müssen wir uns und unsere Kollegen und Kolleginnen in den Betrieben organisieren.
Dazu brauchen wir eine entschlossene Partei, die die Angriffe des Kapitals mit breitesten Klassenkampf beantwortet, die den Bonzen das Handwerk legt und der Arbeiterklasse ungeahnte Möglichkeiten der Entwicklung öffnet. Wir haben nicht den Luxus und die Zeit irgendwelchen parlamentarischen Experimenten nachzulaufen und am Ende ihr Scheitern festzustellen.
Bauen wir im Klassenkampf die Macht der Arbeiterklasse auf.
Nur wenn wir uns zusammenschließen und den Kampf gegen die Verursacher dieser Ausbeutung und Unterdrückung aufnehmen, können wir etwas daran ändern.
1. Mai, internationaler Tag der Einheit, Solidarität und des Kampfes der Werktätigen weltweit:
Tragen wir unsere Wut gegen dieses System auf die Straße und machen wir klar: NICHT MIT UNS! Wer nicht kämpft hat schon verloren!So sehr der Traum einer sozialistischen Revolution heute in der Ferne gerückt sein mag, dieser Traum einer Rosa Luxemburg und eines Karl Liebknechts – dieser Traum ist die einzige Alternative.
Wir wagen zu träumen, wir wagen zu kämpfen und wir werden siegen!Kämpft mit und für diese Alternative!
Hoch die internationale Solidarität!



Eine Reaktion
Von Elias am 4. Mai 2009 um 01:36 Uhr
Danke, das war der bis jetzt einzige Text zum 1. Mai in diesem Jahr, bei dem mir nicht beinahe die Galle explodiert wäre.