Geh wählen!

Soso, wenn ich nicht wählen gehe, spiele ich solchen Leuten in die Hände. Und wenn doch wählen gehe, solchen? Weil, wenn ich DKP wählen würde, wäre ich ja auch undemokratisch, oder?

Na ja, ist doch ey alles Betrug!

  1. 20 Reaktionen

  2. Von Thomas Trueten am 7. Jun 2009 um 17:16 Uhr

    Genau. Schuld an den Nazis sind sowieso die Nichtwähler.

  3. Von DF2K2 am 7. Jun 2009 um 18:00 Uhr

    Tja, so hab mal mein Kreuz bei der DKP gemacht, wenn alles klappt, dann bekommen wir die absolute Mehrheit und können endlich das Blau, in der EU Fahne, durch ein Rot ersetzen ! Juhu !

  4. Von gewe am 7. Jun 2009 um 18:22 Uhr

    Immer schön die Ruhe bewahren. Wir wissen doch schon lange:
    „Wenn Wahlen etwas verändern würden, dann wären sie verboten.“
    Also geht wählen, wenn ihr einen kennt, wo sich das Kreuz lohnt. Wenn das nicht der Fall ist, dann geht auch wählen … und macht den Stimmzettel ungültig. Dann erscheint ihr in der zunehmenden Gruppe der Ungültigwähler. Das ist besser, als in der größten der Parteien, der „Nichtwähler“. Als Nichtwähler seit ihr in den amtlichen Listen als erlaubter aber nicht angetretener Wähler erfaßt. Als Ungültigwähler seit ihr fein demokratisch raus und als Wähler erfaßt – habt aber trotzdem eure Ablehnung zum Ausdruck gebracht.
    Nee … für heute isses zu spät. Aber wir haben ja noch einiges an Wahlen dieses Jahr. 🙂

  5. Von Thomas am 8. Jun 2009 um 12:47 Uhr

    Dann erscheint ihr in der zunehmenden Gruppe der Ungültigwähler. Das ist besser, als in der größten der Parteien, der “Nichtwähler”.

    Warum?

    Als Ungültigwähler seit ihr fein demokratisch raus und als Wähler erfaßt – habt aber trotzdem eure Ablehnung zum Ausdruck gebracht.

    Das interessiert aber wirklich niemanden und wird auch – im Gegensatz zu den Nichtwählern – kaum thematisiert.

  6. Von Hamlet am 8. Jun 2009 um 17:42 Uhr

    Reden wir über Wahlen, reden wir!
    Zu welchem meiner Feinde rätst du mir?

    Peter Hacks

  7. Von gewe am 8. Jun 2009 um 18:08 Uhr

    @Thomas, es wird noch nicht thematisiert. Wenn es mal nicht mehr 3%, sondern vielleicht 40% sind, dann wird das auch mehr öffentlich gemacht.
    Wie gesagt, ist letztendlich völlig egal, ob Du wählst oder ob Du nicht wählst oder ob Du ungültig wählst. Als Nichtwähler bist Du namentlich bekannt – als Ungültigwähler wirst Du als Wähler registriert. Das wird jeder für sich selbst entscheiden müssen.
    Aber vielleicht kommt in diesem Land nochmal das große Erwachen und es ist etwas Wählbares auf den Zetteln.
    Bis dahin werden wir aber viel mehr damit zu tun haben, die Nazis wieder zurück in ihre Löcher zu treiben.

  8. Von fulluht am 8. Jun 2009 um 21:41 Uhr

    Gewe hat Recht. „Ungültigwähler“ bringen ihre Ablehnung zum Ausdruck UND geben zu verstehen, dass sie sehr wohl politisch interessiert sind, was bei Nichtwählern nicht der Fall sein muss. Dort lamentiert man scheinheilig über „fehlendes Demokratieverständnis“ und kommt damit durch, da sich das Gegenteil schwer zu beweisen lässt.
    Ungültigwählen wird nur thematisiert werden, wenn diese Gruppe zahlenmässig zulegt. Also am besten jetzt damit anfangen!

  9. Von helge am 8. Jun 2009 um 22:10 Uhr

    bei ungültig wählen wird mensch schnell als zu blöd den stimmzettel auszufüllen gewertet. war mal beim auszählen dabei. da kommt echt alles vor: hakenkreuze, sterne, politische forderungen, großes kreuz, leeres blatt, aber auch fein säuberlich je ein kreuz bei cdu u. fdp wo aber nur eine stimme abgegeben werden konnte.
    ungültige stimmen werden zwar gezählt und extra angegeben, haben aber bei der prozentualen auszählung keine bedeutung! ändern somit auch nichts am stimmgewinn, zb.der nazis.
    meiner meinung nach ist es besser das kleinere übel zu wählen, also eine partei die eh keine chance hat, wie zb. dkp!oder piratenpartei! bei kommunalwahlen aber schwierig.

  10. Von Hans Meiser am 9. Jun 2009 um 14:58 Uhr

    Ich bin strammer Nichtwähler. Jetzt schon seit fast einem Jahrzehnt.

    Nichtwähler und Ungültigwähler wollen eigentlich dasselbe, aber sie kämpfen an unterschiedlichen Stellen gegen das Unwählbare. Das nimmt sich nicht viel, nur: Wir Nichtwähler haben den Vorteil, daß wir Sonntags nicht aus dem Haus gehen müssen, und das überhaupt das Allerwichtigste.

    Also, an alle Ungültigwähler: Ihr kämpft gegen Windmühlen; werdet Nichtwähler und bleibt nicht Wähler!

  11. Von gewe am 9. Jun 2009 um 19:43 Uhr

    @Sepp Aigner, ich denke die für mich wählbare Partei entspricht genau dem, was Du Dir darunter vorstellst. 😉
    Eine Kommunistische Partei mit einer konsequent marxistischen Führung und ohne Revisionisten und Opportunisten. Die DKP ist das für mich heute nicht. Vielleicht schafft sie es nochmal.

    Das neueste für alle Nichtwähler: „In Zukunft gibt es Wahlzwang und wer nicht wählen geht, darf 50 Euronen berappen.“ So heute eine der idiotischsten Forderungen, die ich je in meinem langen Leben gehört habe. Na gut, man lacht ja auch mal gern. Doch wie immer – alles hat einen wahren Kern. Vielleicht kommt Ungültigwählen doch noch mehr in Mode. 😆

  12. Von Angela am 10. Jun 2009 um 15:39 Uhr

    So albern wie der Vorschlag mit der Wahlpflicht ist, würden dadurch doch wahrscheinlich die Chancen kleinerer Parteien eher verbessert.
    Wer keine Alternative sieht, die über 5% kommen könnte, wird die doch wählen; wenn man schon mal da ist.
    Wer von allen nichts hält wird wenn er nicht bewusst ungültig wählt, die Pogopartei, die Biertrinkerpartei, oder irgendeine Partei wählen, die in den Monopolmedien als böse dargestellt wird.
    Der „S“PD würde ich aber auch zutrauen, dass die das Wahlrecht dahin gehend abändert, dass Wahlhelfer darauf achten, dass niemand ungültig wählt.
    Die waren schon immer für böse Überraschungen gut.

  13. Von Woschod am 10. Jun 2009 um 15:46 Uhr

    Und am besten nur noch registrierte und namentliche Stimmabgabe. Und wer die falsche Partei wählt, kriegt auch gleich die Stütze gekürzt.

  14. Von Sepp Aigner am 10. Jun 2009 um 17:19 Uhr

    gewe:
    Du bist aber ein waehlerischer (Nicht-)Waehler ! Die besseren Herrschaften sehen das nicht so verbissen. Denen ist CDU und FDP, und notfalls auch SPD und Gruene, Jacke wie Hose. Hauptsache, die Richtung stimmt (d.h. vor allem, das Privateigentum wird nicht in Frage gestellt.) Ist Klassenkampf, in dem Fall in der allerharmlosesten Form des Kreuzchenmalens, wirklich ein Bekenntnis zum „allerreinsten Marxismus-Leninismus oder garnix“ ? Oder waeren vielleicht gewisse Zweckmaessigkeitserwaegungen angebracht ?
    Sepp

  15. Von fulluht am 10. Jun 2009 um 22:05 Uhr

    Wahlzwang gibt es schon in vielen Ländern: Schweiz, Singapur, Peru, Liechtenstein, Nauru, Türkei, Australien, Brasilien, Chile, Uruguay, Fidji, Ecuador, Kongo, Argentinien. Ich erinnere mich, dass ein in Deutschland lebender peruanischer Freund eine heftige Strafe zahlen musste, weil er nicht gewählt hat ….
    Es heisst aber noch lange nicht, dass Wahlzwang auch kleineren Parteien zu gute kommt. Wenn es die relative Mehrheitswahl ist, haben kleine Parteien sowieso keine Chance.

  16. Von helge am 10. Jun 2009 um 22:15 Uhr

    in italien und belgien gibt es die wahlpflicht. und obwohl nicht verfolgt gehen in belgien 90% wählen. wen wunderts das die darüber nachdenken auch hier die wahlpflicht wieder einzuführen.
    woschod: andersrum wirds schon immer gemacht, siehe opel.bestechung. :mrgreen:

  17. Von gewe am 11. Jun 2009 um 21:06 Uhr

    @Sepp Aigner: Nein, so überzogen schrullig sehe ich das Thema nun auch wieder nicht. Im Grund sind mir Wahlen inzwischen so ziemlich egal und erst recht die Ergebnisse. Ich kann nichts wirklich beeinflussen und der Kapitalismus wird von allein auch nicht besser. Ich könnte wählen, was ich wöllte. Das Ergebnis ist immer das gleiche. Es kommen die an die Macht, die in der jeweiligen Situation vom Kapital als die geeigneten Volksverarscher und besten Kapitaldiener betrachtet werden. Daher wird die nächste Bunzelregierung eine CDU/CSU/FDP Koalition sein. Was ich seit über 2 Jahren androhe …
    Somit ist es auch völlig gleichgültig, welches Ergebnis CDU, SPD, FDP
    oder Grüne erreichen. Ist alles nur Augenauswischerei und
    Volksverdummung. Ich ärgere mich da schon lange nicht mehr. Die Energie kann ich für sinnvollere Aufgaben besser einsetzen.

  18. Von Mensch am 13. Jun 2009 um 18:18 Uhr

    Wahlpflichten müssen immer diejenigen einführen, die Schiss haben, im Endeffekt mit 38% Wahlbeteiligung „regierend“ dazustehen. Wobei – es wurde ja schon erwähnt – eher die kleineres Parteien Kreuzchen erhalten werden.

    Zur Kommunalwahl habe ich einen schönen Edding mitgebracht und auf jede Partei ganz groß SCHEISSE geschrieben. Also ungültig. Für die Europawahl bekam die DKP mein Kreuzchen, auch wenn ich MLPD-Mitglied bin. Die DKP ist gegen den Lissabonner Vertrag. Das war schonmal ausschlaggebend. Trotzdem wird mal mit Wahlen im Rahmen des GG bzw. der BRD keine Revolution durchführen können. Mit Parlamentarismus wird der Kommunismus nicht aufgebaut.

  19. Von Sepp Aigner am 13. Jun 2009 um 19:30 Uhr

    gewe:
    Die zweitharmloseste demokratische Veranstaltung nach dem Kreuzchenmalen sind die allfaelligen Demos. Bei dieser Art von Bekundung des politischen Willens ist es genau wie beim Waehlen: Ob der einzelne hingeht oder nicht, ist sch…egal. Aber die Entscheidungen der VIELEN, es zu tun oder zu lassen, haben sehr wohl Gewicht. Ein kleines, sicherlich. Aber das Gewicht einer Waehlerstimme ist durchaus nicht kleiner als die Teilnahme an einer Demo. Die dafuer aufzuwendende Anstrengung ist auch vergleichbar. – Also warum das eine tun und das andere lassen ?

  20. Von gewe am 14. Jun 2009 um 21:48 Uhr

    @ Sepp Aigner:
    Ich bin ja zur Wahl gegangen. Ich habe mit Ungültigwählen meine Ablehnung aller Angebote und damit meine Ablehnung dieses scheindemokratischen Wahlzirkusses kund getan. Klar hat das keinen Einfluß auf den Wahlausgang und erst recht nicht, wird das einen dieser Zirkusveranstalter beeindrucken. Doch viele Dinge haben klein angefangen. Möchte gern die Reaktion der Mächtigen erleben, wenn über 50% ungültig gewählt haben. Ja, wird nicht passieren. Daher nur mal angenommen, es passiert. Wird dann ungültig wählen verboten?
    Zusammenfassend: Mit Wahlen wird nichts sich ändern. Da können wir noch weitere 1000 Jahre wählen gehen.
    Ändern wird sich nur auf anderem Weg etwas. Um dazu zu kommen, bedarf es einer geeigneten Führungskraft und der Organisation der arbeitenden Menschen. Auf diesem Weg mag eine Demo ein möglicher Schritt sein. Die jetzigen Demos sind es mit Sicherheit noch nicht.
    Die sind für die Herrschenden genauso wie Nichtwählen, Ungültigwählen eher eine Legitimation ihres scheindemokratischen Systems. Solange also derartige Dinge den Mächtigen nicht wirklich weh tun, werden sie lachend und Beifall klatschend dabei stehen und mit Stolz auf ihre ach so super tolle Demokratie zeigen.

  21. Von Sepp Aigner am 14. Jun 2009 um 23:02 Uhr

    In dem, worauf Du hinaus willst, bin ich mit Dir einig, vermute ich; auch darin, dass die demokratischen Staatsbuergeruebungen beim jetzigen Stand der Dinge hauptsaechlich Placebo-Charakter haben und als Ausweis fuer Demokratie genommen werden.
    Nicht einig sind wir uns offenbar darin, wie es zu „einer geeigneten Fuehrungskraft und der Organisation der arbeitenden Menschen“ kommen soll. Mir scheint, Du reisst den wirklichen dialektischen Zusammenhang zwischen der ENTSTEHUNG des Gewuenschten und diesem gewuenschten ERGEBNIS auseinander. Die entscheidende Frage ist, WIE zum Ergebnis KOMMEN ? Warum z.B., waehlst Du fuers Erste nicht die DKP, áuch wenn Du sie nicht fuer die „geeignete Fuehrungskraft“ haeltst? DKP-Stimmen sind keine Placebos, meine ich. Jede mehr wuerde ankuendigen, dass der Wind sich dreht. Es ist natuerlich im Moment nicht besonders wichtig, wenn Du ungueltig waehlen vorziehst. (Wobei ich den Unterschied zwischen nicht waehlen und ungueltig waehlen als nicht so gross ansehe und meine, dass die Herrschenden auch sehr gut mit Wahlbeteiligungen von 30 Prozent oder Ungueltigwaehlern von 70 % leben koennen, wenn sich sonst nicht viel tut. So oder so kommt es nicht in erster Linie auf Kreuzchen an, weder auf gemachte noch verweigerte.)
    Ich finde, Dich kuemmert etwas ueberproportional, wie die Bourgeoisie sich die Wirklichkeit propagandistisch zurechtschneidert. Darauf haben wir keine Einflussmoeglichkeit. Zu 50 % Ungueltigwaehlern wuerde ihnen auch was einfallen. Was wir tun, sollte, finde ich, mehr davon bestimmt sein, was der Organiserung und dem Selbtbewusstsein der Klasse nutzt. Dafuer liegt es m.E. im Moment naeher, DKP zu waehlen als ungueltig zu waehlen. Ungueltig waehlen kann auch ein Rechter. Wer ungueltig waehlt, kann nicht kenntlich gemacht werden. Aber eine Stimme fuer die DKP sagt eindeutig aus, was der Stimmende will. (Selbst wenn der selber meint, die DKP sei gar nicht die Partei, die dafuer steht.)

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