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8 Reaktionen
Von Thomas am 25. Jun 2009 um 21:51 Uhr
Mal als Nicht-Ortskundiger ganz blöd gefragt: Ist diese eine Brücke denn wirklich gar so schlimm? Ich hab das jetzt bisher nur auf Bildern gesehen (und mir den schier endlosen Wikipedia-Artikel durchgelesen), aber das wird doch wohl eine recht normale Brücke in der Landschaft und nicht gerade ein Monstrum aus Stahl und Beton sein.
Die Isarauen finde ich als Natur auch sehr schön (sowohl die Münchner als auch die Freisinger Abschnitte…) und da ist trotzdem eine Brücke nach der anderen. Die sind aus ganz verschiedenen Epochen und in unterschiedlichen Stilen und haben gerade deswegen auch wieder einen eigenen Reiz.
Aber, wie gesagt, die Dresdner Verhältnisse kann ich da nicht so ganz beurteilen.
Von Woschod am 25. Jun 2009 um 22:06 Uhr
@Thomas: Sind die Isarauen denn Weltkulturerbe?
ICh persönlich finde die Brücke nicht soooo schlimm, auch wenn sie schon den Blick von den Elbwiesen auf die Dresdner Silhouette aus einigen Richtungen arg verstellt. Es geht dabei wohl auch um den Gesamteindruck.
Von Tolo am 25. Jun 2009 um 22:40 Uhr
Nun gut, oder nicht gut, der Weltkulturerbe-Status ist weg, die Brücke wird gebaut und des Fetisch wegen wird gejammert. Ein wirksames Werbeinstrument ist verloren gegangen, im Machtgerangel war man unterlegen, aber werden deswegen weniger Besucher nach Dresden kommen?
Es wird gejammert, aber was soll es, das Leben geht weiter, da gibt es ganz andere Grausamkeiten, welche den Menschen angetan werden.
Wenn es hilft werden ich mein Beileid ausdrücken und der Hufeisenfledermaus gedenken, welche letztendlich auch nicht helfen konnte.
Von Leninallee am 26. Jun 2009 um 19:27 Uhr
Das ist ein kleiner Sieg für den Fortschritt.
Von Anonymous am 26. Jun 2009 um 20:48 Uhr
@Thomas und @Tolo: Eine historische Kulturstadt wie Dresden, mit einer einzigartigen kulturellen Tradition leistet sich einen Schildbürgerstreich nach dem anderen. Außer Parteiengezänk haben die heutigen Machthaber in dieser Frage nichts zustande gebracht. Das reißt auch Merkels Lieblingsmuseum, das Grüne Gewölbe nicht rauß. Zu einer Stadt wie Dresden gehörte einfach diese UNESCO-Auszeichnung. Aber Hauptsache die Millionen kommen in die richtigen Taschen. Der Ruf ist ruiniert – deshalb lebt es sich nun gänzlich ungeniert. Mal sehen, welche Freuden uns unsere Oberschildbürger als nächstes präsentieren. Ein weiteres Zankobjekt ist der Kulturpalast. Das Operettentheater ist ebenfalls ein Thema ohne Ende.
Fast die ganze Welt lacht inzwischen über diese Schildbürgerstreiche. Wenn eine Reputation so den Bach runter geht, hat das nichts mehr nur mit Jammern zu tun. Das ist ein Zustand, der ist einfach zum Kotzen.
Es gibt etliche Verkehrsfachleute, die der Meinung sind, das die Brücke in der Dimension und an dem Ort Unsinn ist. Die Entlastungs des Blauen Wunders, die zwingend erforderlich ist, wird diese Brücke wahrscheinlich nicht bringen. Dafür noch mehr Verkehr in die Stadt und wenn es besonders dumm läuft, dann nehmen viele LKW von der A4 zur A17 diese nette Abkürzung durch die Stadt und mitten am größten Krankenhaus der Stadt vorbei. Vielleicht könnt ihr nun verstehen, warum diese Scheißbrücke einem 37 Jahre in Dresden Wohnenden so anstinkt.
Von ravenbird am 29. Jun 2009 um 10:00 Uhr
In meinen Augen ist das ganze Gejammer um das UN Weltkulturerbe eine recht zwiespältige Sache. Hey es geht an sich um zwei Sachen. Um die Menschen die dort leben und um die Natur!
In Dresden sieht es was Elbquerungen betrifft in der Tat nicht so berauschend aus. Auf kurz oder lang war es klar das es weitere Verkehrsverbindungen benötigen würde. Das man diese Verkehrsverbindungen schafft wenn sie nötig sind sollte an sich selbstverständlich sein. Das man auf die Belange der Natur achtet an sich genauso.
Der Titel “Weltkulturerbe” ist an sich nichts anderes als ein Marketinggag! Den seien wir ehrlich, eine Brücke wird die Einmaligkeit und Besonderheit des Elbtals sicher nicht nicht zerstören.
Grüße
ravenbird
Von Tolo am 29. Jun 2009 um 15:33 Uhr
@Anonym,
ja nun, warum heißt Dresden eigentlich nicht Schilda?
Das in dieser Stadt einiges im Argen liegt möge sein, damit steht die Stadt aber nicht allein und es gibt viele Städte welche Schilder nacheifern und nicht nur zur Vortäuschung falscher Tatsachen!
(Ich gehe einmal davon aus, dass es nur einen Kommentareschreiber „Anonym“ , welcher „lieber tot als rot“ ( http://www.woschod.de/2009/06/17/bericht-ueber-den-17-juni-1953/comment-page-1/#comment-10795 ) sein möchte, hier gibt) Und so drängt sich eigentlich die Frage auf, „was eigentlich gewollt wird?“ Denn nicht nur der Fetisch, welcher verloren gegangen ist, ist ein Produkt, welches dem jetzigem System entspringt, sondern auch die Brücke, sowie andere „Schildbürgerstreiche“. Nun kann auch über Sinn und Unsinn der verschiedensten Entscheidungen gestritten werden, nur würde sich dadurch etwas an den Entscheidungen ändern?