Nachdenkenswertes
Freigehege bedeutet: keine Gitter, aber gestutzte Flügel, Käfig bedeutet: Gitter, aber ungestutzte Flügel.
Das rote BlogSozialismus 2.0 (beta)
Freigehege bedeutet: keine Gitter, aber gestutzte Flügel, Käfig bedeutet: Gitter, aber ungestutzte Flügel.
Also erstmal das: Fand ich toll heute, wie Alberto Contador dem Fränk Schleck den Etappensieg bei der TdF gegönnt hat.
Aber nun zu mir altem Egomanen.
Mein altes, schönes Rennrad gammelte fast zwei Jahre in Dresden auf dem Balkon vor sich hin. Das war doch irgendwie schade, darum habe ich es vor kurzem mit nach Bayern mitgenommen. Aber erstmal musste ich die Reifen wechseln. Die, die drauf waren, gingen echt nicht mehr.
Also neue Reifen gekauft. Dann stand ich vor dem Problem, dass Rennradreifen 8-11 bar Luftdruck brauchen. Das schaffste mit keiner normalen Luftpumpe. An der Tanke? Die meisten Tanken geben auch nur maximal 5-6 bar her. Zum Glück haben wir in Marzling noch ein älteres Modell, da kann man 8 bar zapfen. Das reicht erstmal.
Im Baumarkt kaufte ich mir dann eine Standluftpumpe, die lt. Anzeige bis 11 bar schaffen sollte. Für nur 12 Euro! Aber wie Oma schon immer gesagt hat: “Früher habe ich billig gekauft. Heute kaufe ich teuer und spare dadurch.”. Die Standluftpumpe schaffte gerade mal 5 bar.
Für meinen wagemutigen Nachbarn war selbst das zuviel, wie er an seinem MTB-Reifen vorm Baumarkt testen konnte.
Und ich sagte noch, lass uns erstmal heim fahren! Inzwischen pumpte die Pumpe gar nicht mehr und ist wieder in den Baumarkt zurück gegangen. Daheim in Dresden habe ich noch eine von ALDI, die schafft das.
Weil das Rennrad nun wieder schön fuhr, habe ich mir gleich noch einen passenden Rucksack gekauft. Einen deuter AC Lite 16.
Sehr angenehm dieses “Aircomfort Advanced Rückensystem mit Netzrücken und stabilisierendem Federstahlrahmen”. Da schwitzt man nicht auf dem Rücken. Und es drückt nichts.
Heute ging es mit dem Rad nach München. Man, war ich schlecht! Gerade mal einen Schnit von 24 km/h auf 82 km, dabei waren die Straßen hervorragend. Nach München rein die B13 ist dreispurig ausgebaut. Pro Richtung. Ich dachte schon, ich bin auf der Autobahn.
Aber nun weiß ich auch, wo die Raketen gebaut werden.
in München gab es Döner, der, wie in Bayern zu erwarten, schlecht war. Wenigstens der Wespe hat es geschmeckt.
Die lies sich auch nicht im geringsten von mir beeindrucken. Ich mich aber auch nicht von ihr.
Alle Fotos wurden übrigens mit der Canon PowerShot A590 gemacht.
Dringende Bitte:
Bitte leitet diese Email weiter! Macht ihren Inhalt bekannt und veröffentlicht ihn!
Beteiligt Euch am Protest-Auftakt am kommenden Sonnabend, den 25. Juli 2009, um 10 Uhr in Königs Wusterhausen (s.u.)
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,
die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte wurde geschändet und laut den Informationen, die uns vom Vorstand des Freundeskreises vorliegen, werden in Ziegenhals konkrete Massnahmen zur Abrissvorbereitung getroffen.
Es weist alles darauf hin, daß der derzeitige Eigentümer der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte, derMinisterialbeamteGerd Gröger, Chef der Oberen Bauaufsicht in Brandenburg, die bedeutende Ernst-Thälmann-Gedenkstätte abreissen lassen will!
Folgende Fakten sind uns bekannt:
“Charlotte” entführt! Das unter Denkmalschutz stehende Boot “Charlotte” ist verschwunden! Es wurde vom Areal der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte entfernt. Am vergangenen Montag-Abend war es bereits nicht mehr unter dem überdachten Stellplatz.
Inventar verschenkt! Ohne mit dem Freundeskreis zu beraten oder ihn und die Öffentlichkeit zu konsultieren, geschweige denn umfassend zu informieren, hat die Stadt Königs Wusterhausen scheinbar mit Gerd Gröger vertraglich vereinbart, dass das denkmalgeschützte Inventar der Gedenkstätte an die Stadt KW geschenkt und von ihr eingelagert wird. Obwohl das Inventar nicht Gegenstand des Kaufvertrags zwischen Treuhand und Gerd Gröger war, er also nachweislich nicht Eigentümer des Inventars ist (vgl. auch die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Berichtsanforderung der MdB Gesine Lötzsch (Die Linke)) und außerdem wir als Freundeskreis bekanntlich Eigentumsansprüche an das Inventar stellen, wurde dieser Akt der Abrissvorbereitung vollzogen!
Wir wissen, dass der derzeitige Eigentümer legal abreissen darf, wenn (laut Auflagen des Landrats Dahme Spree) die denkmalgeschützten Teile der Gedenkstätte ausreichend dokumentiert und eingelagert werden. Es deutet darauf hin, dass ausgerechnet die Einlagerung nun von der Stadt Königs Wusterhausen übernommen wird, damit der Ministerialbeamte freie Hand für den Abriss hat. Der Heimatverein Niederlehme und seine Räumlichkeiten sollen hier für die Einlagerung herhalten.
Gedenkstätte ausgeräumt! Uns wurde mitgeteilt, dass die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte bereits ausgeräumt sei. Bis auf Stühle und Mobiliar des Freundeskreises scheinen alle Gegenstände der Ausstellung und alles, was der Freundeskreis geschenkt bekommen oder käuflich erworben hat, aus der Gedenkstätte entfernt zu sein!
Soweit die ersten Informationen, die wir hiermit an alle bekannt geben wollen. Die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte befindet sich in größter Gefahr!
Um unserer Empörung und unserem Protest Ausdruck zu verleihen, rufen wir alleFreundinnen und Freunde, alle Sympathisanten, alle Antifaschisten und Demokraten, alle Sozialisten und Kommunistenauf, sich an der Protest-Kundgebung in Königs Wusterhausen zu beteiligen!
Protest-Kundgebung
Sonnabend,am25.Juli2009,
um 10 Uhr,
in Königs Wusterhausen auf der Bahnhofsstrasse vor dem Brunnen
(in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Königs-Wusterhausen)
Lasst uns damit einen möglichst kraftvollen Protest-Auftakt schaffen! Bringt Tranpsarente, Schilder und Trillerpfeifen mit!
Wir werden um die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte kämpfen!
Unser Ziel: Kein Abriss! Keine Verlagerung!
Für den Erhalt und die Wiedereröffnung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte am authentischen Ort!!
Lasst uns gemeinsam kämpfen!mit solidarischen Grüßen
Max Renkl
(Freundeskreis “Ernst-Thälmann-Gedenkstätte” e. V., Ziegenhals)
(Links wurden von mir eingefügt)
Wenn ich mal soweit bin, das ich Rente bekommen könnte (Also soweit bin ich schon lange!), dann wird es wahrscheinlich keine Rente mehr geben. Die Option ist dann nur noch sozialverträgliches Ableben.
Warum also nicht schon jetzt in Rente gehen? Ok, es wird ganz sicher so gut wie gar nichts geben, aber das so gut wie gar nichts könnte ich dann die nächsten 40 Jahre durchretten, bevor ich dann vielleicht ganz gar nichts mehr bekommen würde.
Ne Idee?
Ich bin eben mit dem Rad zur Nachtschicht gefahren. Knapp 4 Kilometer.
Es hatte geregnet wie Sau.
Ich hatte einen Kapuzenpullover an und ein Palituch um.
Und eine Winterjacke an.
Es sind aktuell 13 Grad.
Das prangere ich an!
Im Internet ist ein sehr lesenswerter offener Brief von Prof. Wolfgang Donsbach vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU-Dresden über den Umgang der Dresdner Bevölkerung mit dem Tod von Marwa El Sherbiny erschienen, auf den wir euch dieser Stelle hinweisen wollen.
Offener Brief zum Thema Ausländerfeindlichkeit in Dresden
Dresden – wache auf!
An der Trauerfeier für die ermordete Marwa El Sherbiny am Samstagnachmittag nahmen laut Agenturberichten 1500 Menschen teil. Das ist eine wohlwollende Schätzung. Wahrscheinlich waren es keine 1000, unter ihnen viele ausländische Mitbürger und Organisationen. Die Oberbürgermeisterin hielt es nicht für nötig, wegen dieses Anlasses ihren Urlaub zu unterbrechen. Auch der erste Mann im Freistaat ließ sich durch zwei Minister vertreten. Die mangelhafte Organisation, von der Qualität der Akustik bis zu dem Durcheinander am Ende, als es darum ging, die weißen Rosen abzulegen und sich in das Kondolenzbuch einzutragen, zeigt eines: Dresden hat nicht verstanden, welche Dimension dieses Verbrechen für die Stadt hat und welche Dimension man deshalb seiner Bewältigung zukommen lassen muss. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert muss man zu Gute halten, dass er in seiner guten Rede das Problem gleich zu Beginn auf den Punkt brachte: Wenn wir der Welt etwas beweisen wollen, dann müssen beim nächsten Mal mehr Menschen kommen.
Die Bilder und Berichte von diesem Verbrechen gehen um die Welt und sie fügen sich ein in ein bereits vorhandenes Urteil über unsere Stadt: dass man als ethnisch anders aussehender Mensch hier nicht sicher ist. Es ist die falsche Strategie, wie es nun manche tun, mit Statistiken gegen dieses Urteil anzugehen. Die Tatsache, dass weniger als ein Promille aller Straftaten einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatte, interessiert – und zwar zu Recht – außerhalb Dresdens keinen Menschen, wenn in hässlicher Regelmäßigkeit Nachrichten über Angriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf der Straße in den internationalen Medien auftauchen. Das ist – und das schreibt jemand, für den Statistiken zum Arbeitsalltag gehören – kein Fall für die Statistik, zumindest nicht die Kriminalstatistik.
Andere Zahlen sind hier bedeutender. Ich habe im Winter-Semester 2008/2009 mit meinem Seminar eine Umfrage unter ausländischen Studierenden der TU Dresden durchgeführt. Jeder Dritte sagte, er habe “schon negative Erlebnisse gehabt, bei denen er zum Beispiel wegen seiner Nationalität beschimpft worden ist oder schlimmeres”. Bei Studenten aus dem Nahen und Mittleren Osten sind es sogar 50 Prozent. Die Ereignisse, von denen die Studenten berichten, reichen von allgemeinen Beschimpfungen (51 Prozent) bis zur Androhung von Gewalt (13 Prozent) und tatsächlicher Gewaltausübung (6 Prozent).
Wer mit Ausländern näher zu tun hat weiß, dass dies nicht nur Zahlen sind. Bei einem Empfang unterhielten wir uns mit dem jüngsten Konzertmeister der Staatskapelle Dresden, dem Cellisten Isang Enders. Fühlt er sich außerhalb seiner Arbeit in einem weltberühmten Orchester wohl in Dresden? Nein. Um kurze Wege zu haben, wohnt er nahe an seinem Arbeitsplatz. Wenn er Freunde in Dresden besucht, dann nur mit dem Taxi von Tür zu Tür. Sein Problem: Er ist Kind deutsch-koreanischer Eltern und hat Angst auf Grund seines asiatischen Aussehens angegriffen zu werden. Solchen Gefühlen kann man nicht mit der Kriminalstatistik und Wahrscheinlichkeitsrechnungen begegnen. Sie sind real vorhanden und beeinträchtigen das Lebensgefühl. Versetzen wir uns doch einmal in die Lage einer arabischen Studentin, die mit Kopftuch abends in eine dünn besetzte Straßenbahn steigt!
Diese Menschen sind ebenso wie die Medien, die über solche Vorkommnisse reden, Botschafter des Images unserer Stadt. Diese Woche bekommen wir Besuch von einer amerikanischen Freundin. Vor zwei Wochen kam eine Email, ob ich wisse, dass ihre Adoptivtochter schwarz sei und wie gefährlich es auf Dresdens Straßen sei – man höre doch so manches…
Dresden, und zwar Stadtverwaltung wie Bürger, hat noch nicht begriffen, was das Thema für die Stadt bedeutet, welchen Schaden es anrichtet und welche Ursachen es hat. Wir haben einen deutlich erkennbaren Sockel an bekennend ausländerfeindlichen Bürgern, eine Mehrheit, der das Thema gleichgültig ist – wie die Trauerfeier wieder gezeigt hat – und ein paar Aufrechte, die etwas ändern wollen. Das ist zu wenig. Im März befragten wir in einer Repräsentativumfrage unter mehr als 500 Dresdnern, welche Nachbarn einem unangenehm wären. Jeder Vierte nennt Türken, 18 Prozent Osteuropäer und 10 Prozent Afrikaner. Ein Drittel der Dresdner hat Sympathien für die Idee, Ausländer wieder nach hause zu schicken, wenn Arbeitsplätze knapp werden, ein Viertel fühlt sich angesichts „der vielen Ausländer“ (nebenbei: Dresden hat von allen deutschen Großstädten die wenigsten Ausländer) „wie ein Fremder im eigenen Land“. Das ist NPD-Gedankengut bei einem maßgeblichen Teil der Bevölkerung. Dabei muss man bedenken, dass solche Antworten im Interview sogar eher noch positiv verzerrt sind.
Wann wacht die Stadt auf und redet sich das Problem nicht mit dem Hinweis auf Kriminalstatistik und dem russischen Kulturhintergrund des Täters im Falle Marwa schön? Die Stadt diskutiert vorrangig über Veranstaltungskonzepte à la Riesa und die Zukunft des Kulturpalasts, Maßnahmen, die unter dem gegenwärtigen Image Dresdens keinen zusätzlichen Ausländer anlocken werden. Die Einsicht in das Problem, dass es nicht nur um verrückte Einzeltäter, sondern um weit verbreitete Haltungen geht, wäre der erste Schritt zur Lösung.
Dresden, 12.07.2009
(via aadn.me)
Siehe dazu auch: “Mörder äußerte vor Attacke Sympathie für NPD”
Kurz vor dem Messerangriff auf die Ägypterin Marwa el S. im Landgericht Dresden hat der Täter nach Informationen des Tagesspiegels Sympathien für die NPD geäußert. Zunächst fragte Alex W. die Ägypterin im Saal, “haben Sie überhaupt ein Recht, in Deutschland zu sein?” Dann setzte er nach, “Sie haben hier nichts zu suchen”. Der Russlanddeutsche wurde lauter und drohte, “wenn die NPD an die Macht kommt, ist damit Schluss. Ich habe NPD gewählt.” Gleich danach stürzte er sich mit dem Messer auf Marwa el S. und ihren Ehemann.
(via Im Namen des Volkers)