Beschluss der DKP Niederlausitz
Die Grundorganisation Niederlausitz der DKP verurteilt einstimmig den Beschluss des Parteivorstandes der DKP vom 11./ 12. Juli über die Unvereinbarkeit der DKP-Mitgliedschaft mit der Kommunistischen Initiative in Deutschland.
Der Parteivorstand beruft sich in seinem Unvereinbarkeitsbeschluss zur KI auf die Unvereinbarkeit mit „Politik und Statut“, das heißt auf die notwendige Anerkennung der programmatischen Ziele der DKP gemäß Statut.
Wir erkennen programmatische Inhalte der DKP an, lehnen jedoch solche ab, die im Widerspruch zur Präambel des Statuts der DKP stehen, die diese Partei zu einem „marxistischen“ und „revolutionären“ Profil verpflichtet, sowie zu Artikel 3 des Statuts: „Die innerparteiliche Demokratie in der DKP wird geprägt von der marxistischen Weltanschauung – den Lehren des wissenschaftlichen Sozialismus von Marx, Engels und Lenin – und der Gemeinsamkeit der politischen Ziele.“
Zudem ist in Artikel 3 des Statuts geregelt: „Beschlüsse dürfen die freie wissenschaftliche Debatte zur Erarbeitung neuer Erkenntnisse nicht behindern.“
Die Durchsetzung und Verteidigung dieser statuarischen Bestimmungen und der notwendige Kampf für eine einheitliche, revolutionäre marxistisch-leninistische deutsche kommunistische Partei sehen wir als dringende Aufgabe der Kommunisten der DKP.
Es ist eine Tatsache, dass es derzeit keine starke, einheitliche kommunistische Partei in Deutschland gibt. Somit befindet sich der Parteivorstand der DKP im Unrecht, wenn er davon ausgeht. Oder aber er trennt sich mit dieser Haltung von der Lehre Lenins und deren Parteikonzept, womit er selbst statutenwidrig handelt.Im Sinne Lenins und seiner Konzeption der „Partei Neuen Typs“ an der Schaffung einer starken, einheitlichen marxistisch-leninistischen Partei als wirklichem Vortrupp der deutschen Arbeiterklasse zu wirken, – diese Pflicht hat jeder Kommunist. An dieser objektiven Aufgabe des bewusstesten Teils der deutschen Arbeiterklasse können Entschließungen des DKP-Parteivorstandes nichts ändern.
Wir bekunden unseren festen Willen, in der Erfüllung dieser Pflicht als Kommunisten nicht nachzulassen und erwarten eine Stellungnahme des Parteivorstandes der DKP.
Cottbus, 15. September 2009





7 Reaktionen
Von Detlef (DKP-Sympathisant) am 21. Sep 2009 um 19:19 Uhr
Uns’re Herrn, wer sie auch seien, sehen uns’re Zwietracht gern.
Denn solang sie uns entzweien, bleiben sie doch uns’re Herrn.
Von D. Krüger am 22. Sep 2009 um 08:15 Uhr
Hallo,
eben darum ist die KI notwendig – um eine einheitliche marxistisch leninistische Partei neuen Typus zu schaffen.
Und da drin haben Revisionisten nichts zu suchen.
Also trennen wir die Spreu vom Weizen.
Stark bleiben!
Von Sepp Aigner am 22. Sep 2009 um 16:36 Uhr
D. Krueger:
Na, jedenfalls wirst Du die Koerner, die Du von der Spreu trennst, leicht zaehlen koennen.
Von Detlef (DKP-Sympathisant) am 23. Sep 2009 um 21:59 Uhr
Die deutschen Kommunisten sind ja nicht ohne grund so zersplittert.
Es gibt Meinungsverschiedenheiten besonders bei der Bewertung der Vergangenheit und darausfolgend bei strategischen Überlegungen.
Und das kann man eben nicht einfach ignorieren.
Alternativ kann man sich natürlich mit 10 Leuten die der gleichen Meinung sind die große einheitliche KPD ausrufen …
das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein.
Von Sepp Aigner am 24. Sep 2009 um 07:24 Uhr
Detlef:
“Meinungsverschiedenheiten”: Das stimmt schon. Es gibt aber auch Bemuehungen, nicht das Trennende in den Vordergrund zu stellen und zu kooperieren, wie zwischen DKP, der auf ehemaligem DDR-Gebiet entstandenen KPD und der Kommunistischen Plattform. Manche Streitfragen werden nicht “theoretisch” geloest werden, sondern die Praxis des Klassenkampfs wird darueber entscheiden, wer recht hat.
Wirkliche Sektiererei in dem Sinn, dass verantwortungslos mit den Differenzen umgegangen wird und solche geradezu gesucht werden, gibt es aber auch. Das kann auch kaum anders sein. Die Kommunisten sind ja praktisch seit 1933 in Deutschland politisch ausgegrenzt und ueber laengere Zeitraeume waren sie isoliert von der Masse der Lohnabhaengigen, die ihnen gegenueber eher feindselig war. In solcher Lage gibt es guenstige Bedingungen fuer Sektiererei. In letzterer Hinsicht veraendert sich gerade was. In den Koepfen vieler Proleten rumort es und es werden Neubewertungen vorgenommen. Zumindest wanken die alten Illusionen ueber die “Sozialpartnerschaft”. Ich hoffe, dass ds auf der kommunistischen Seite auch gegen die Sektenmentalitaet wirkt.
Von kortschagin am 11. Okt 2009 um 12:27 Uhr
Eine einheitliche marxistisch-leninistische Partei wird man wohl nie finden. Selbst die Partei Lenins war in dem Sinne nicht einheitlich. Denn dort, wo man mit beiden Beinen in der Praxis steht und nicht nur theoretisiert, dort werden unvermeidlich unterschiedliche Konzepte zur Problemlösung auftauchen.
Die DKP Niederlausitz hat sich aber nie wirklich darum bemüht, gesellschaftliche Probleme in der Praxis zu begegnen. Wenn es um reale Probleme geht, wird diese Grundorganisation sicherlich kein einziges Konzept haben, wahrscheinlich wird sie auch noch nicht einmal genug Informationen haben, worin denn reale Probleme zu sehen sind.
Immer wieder findet diese GO etwas an dem Parteivorstand auszusetzen. Aber das sich seid einiger Zeit etwas tut, um die Leute besser anzusprechen, wird von der DKP Niederlausitz kein bißchen lobend erwähnt.
Dem Sepp muß ich doch zustimmen. Die Praxis zeigt, ob die Kommunisten der einzelnen Organisationen zusammen arbeiten können oder nicht. Marx hatte das schon in der seiner Kritik des Gothaer Programms festgehalten. Und in der deutschen Geschichte findet man auch ein gutes Beispiel dafür. KPD und SPD haben sich ab 1945 sich nicht hingesetzt und theoretisiert, daß sie zusammen arbeiten müßten. Sie haben es in der Praxis getan und als beide sahen, daß sie in vielen Punkten dieselben Ziele vertraten, haben sie sich entschlossen, auch organisatorisch zusammen zu gehen.
Die DKP Niederlausitz mißachtet solche Erfahrungen und deswegen kann man sie in die Reihe der Sektierer stellen.
Von Emanuel Donat am 29. Apr 2011 um 02:17 Uhr
Lang ist es her als ich da mal Mitglied der DKP Niederlausitz war. Ich bin 2009 damals glaube ich ausgetreten.