André Brie

Das ich hier im Roten Blog mal André Brie von der Linkspartei zitieren würde, und das unter meiner vollen Zustimmung, hätte ich auch nicht gedacht.

Viele Genossen kennen nicht den Unterschied zwischen Ideologie und Politik.

Na vielleicht liegt es daran, dass auch ich mich noch weiterentwickle und ich von mir selber ja sowieso sage, ich bin kein Dogmatiker.

  1. 10 Reaktionen

  2. Von Thomas Trueten am 22. Sep 2009 um 22:03 Uhr

    Und was mach‘ ich jetzt als dogmatischer Anarchist?

  3. Von Woschod am 23. Sep 2009 um 02:26 Uhr

    Das was dogmatische Anarchisten halt so machen: SAUFEN, SAUFEN, SAUFEN!

  4. Von Thomas Trueten am 23. Sep 2009 um 08:20 Uhr

    Immer dasselbe. :mrgreen:

  5. Von heribert am 23. Sep 2009 um 09:21 Uhr

    Die Aussage an sich ist leider gut und richtig. Allerdings versteht Brie seinen Satz wohl etwas anders als er sollte. Hast Du mal den Kontext des Zitats parat?

  6. Von kucaf am 23. Sep 2009 um 09:50 Uhr

    Lustige Geschichte, aber was ist den nun der Unterschied zwischen Ideologien und Politik?

  7. Von Anonymous am 23. Sep 2009 um 12:46 Uhr

    Ist der Brie nicht aus der Linken raus gegangen (geworfen)?

  8. Von Woschod am 23. Sep 2009 um 15:34 Uhr

    @Nö. http://de.wikipedia.org/wiki/André_Brie

    @kucaf: Der Unterschied liegt z.B. für die Linkspartei darin (Und wie für alle anderen Parteien), dass man in der Opposition viel fordern kann. Wenn man aber erstmal die Regierungsverantwortung mit übernommen hat, sieht die Sache anders aus.

    Viele jugendliche Heissporne glauben, als Anarchisten oder echte Kommunisten können sie die Welt mit Blumen und Frieden verändern. Und die Revolutionäre der Vergangenheit, die die Gegner an die Wand stellten, waren selber alles Verbrecher. Das ist die Ideologie. Sie verschließen sich der realen Politik, die nötig war, um Ziele zu erreichen.

  9. Von Sepp Aigner am 23. Sep 2009 um 16:43 Uhr

    woschod:
    Im ersten Absatz Deiner Antwort an kucaf fasst Du Ideologie (= Forderungskuckucksheim) als Gegensatz zu „Regierungsverantwortung“ (= „Realpolitik“). So wird das in der buergerlichen Diskussion abgehandelt, bei der es ja wirklich um diesen produktiven Gegensatz von Verarschung und dieser zuwiderlaufender Politik geht – mit dem Resultat, dass die Buerger sich dann an so hochwichtigen Gegensaetzen wie Betrug und Wahrheit, Ehrlichkeit und Verrat „der Politiker“/“der Parteien“/“der politischen Klasse“ etc. gedanklich abarbeiten sollen.

    Ideologie ist einfach ein Ueberbegriff fuer die Bewusstseinsinhalte, die eine soziale Klasse hervorbringt und in der sich ihre Interessen auf mystifizierte Weise ausdruecken. Die Bourgeoisie hat sie und haemmert sie in die Hirne auch der uebrigen Klassen und Schichten, weil sie herrscht. Und wir brauchen sie, naemlich unsere eigene, wenn wir die Macht der Arbeiterklasse wollen.
    Das mit der „Realpolitik“ ist wieder eine andere Sache. Wir brauchen schon auch eine Realpolitik, naemlich die Formulierung von Zielen und Verwirklichungsmitteln je nach vorhandenen und entwickelbaren Kraeften und Bewusstseinsstand (politischer Klarheit) der Klasse – Teewasser und Revolution.

  10. Von Lupe am 24. Sep 2009 um 23:40 Uhr

    Ideologie ist ein Konglomerat an ökonomischen, künstlerischen, philosophischen, religiösen Ideen, während Politik diese und jene Machtverhältnisse, bevorzugt von Klassen als auch Staaten zum Ausdruck zum Ausdruck bringt. Politik spiegelt hierbei die jeweilige Ideologie als deren Schein wider. Der Schein wiederum spiegelt auf die Politik zurück. Das Wesen liegt indes im Sozioökonomischen begründet, ist die Matrix, auf die sich die Ideologie schwerpunktmäßig „draufsetzt“.
    Politik liegt schwerpunktmäßig auf der Ebene des Handelns,bestimmte Interessen und Herrschaftsverhältnisse beinhaltend, genährt aus einer spezifischen Sozioökonomie.

  11. Von kucaf am 25. Sep 2009 um 00:23 Uhr

    Ideologie und Politik, nun wird es schon einen Unterschied geben, da sonst nicht zwei Begriffe von Nöten wären. Eher war meine Frage aber auch rhetorischer Natur, auf den Sprüche klopfenden Politiker gerichtet, aber wohl besser als solches zu verstehen gewesen, wenn ich einen Augen zwinkernden Rundkopf dahinter gesetzt hätte. 😉
    Andererseits erachte ich es schon als wichtig sich gerade auch solcher Begriffe zu zuwenden, alleine schon der Klärung wegen, welches selbst an dieser kurzen Diskussion zu erkennen ist. Der Kampf um die Begriffe, um die Inhalte von Begriffen ist wichtig, da viele Begriffe ihrem ursprünglichen Inhalten entfremdet, oder auch nur auf Teilaspekte begrenzt werden. Viele Begriffe werden dabei mit negativ stimmenden Inhalten versehen. Dieses trifft besonders auf solche Begriffe zu, welche früher sehr oft von der Arbeiterklasse in ihren Kampf um Emanzipation verwendet wurden.
    Ideologie ist zum Beispiel so ein Begriff, er wurde negativ besetzt und wird heute oft auch regelrecht als Schimpfwort benutzt. Aber nicht nur dieses, oft wird von Ideologie so gesprochen, als würde es sich dabei um ein Dogma, eine dogmatische Lehre handeln, ohne die Grundlagen der gemeinten Lehre auch nur ansatzweise zu berücksichtigen. Nur was ist Ideologie, wenn nicht kurz gesagt eine Anschauung, eine Ideenlehre? http://de.wikipedia.org/wiki/Ideologie Ideologie ist auch ein Synonym zu Weltanschauung, ein Synonym für Dogma ist es nicht, was nicht bedeutet, dass eine Weltanschauung nicht auf Dogmen basieren kann, religiös geprägte Weltanschauungen sind ein gute Beispiel dafür. Die Weltanschauung der Arbeiterklasse ist aber alles andere als dogmatisch, was wiederum verdient untersucht und bewiesen zu werden.
    Nur allein schon aus ihrer Rolle in der Gesellschaft und der damit verbundenen Aufgabe, ist eine auf Dogmen beruhende Weltanschauung für die Arbeiterklasse kontraproduktiv. Ganz im Gegenteil, die Arbeiterklasse benötigt eine wissenschaftliche Weltanschauung, warum, wieso, weshalb würde hier den Rahmen sprengen.
    Somit ist jede Weltanschauung auch ein ideologischer Ausdruck von bestimmten Klasseninteressen.
    Und was ist mit der Politik, nun da treffen sich gelegentlich die verschiedensten Ideologien.
    Gruß und gute Nacht!

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