„Denk ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht“

Kaum ein Zitat wird wohl so oft an der falschen Stelle benutzt wie die ersten zwei Zeilen aus dem Gedicht „Nachtgedanken“ von Heinrich Heine. Kaum gibt es irgendwo etwas gegen Deutschland zu meckern, und da gibt es viel, wird dieses Zitat herangezogen. Dabei hat Heinrich Heine in dem Gedicht vor allem eines gesagt, nämlich seine Sehnsucht nach Deutschland aus der Ferne. Man beachte vor allem die Strophe, welche ich hier kursiv dargestellt habe.

Heinrich Heine

Nachtgedanken

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land,
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd‘ ich es immer wiederfinden.

Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt — wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.

Und zählen muß ich — Mit der Zahl
Schwillt immer höher meine Qual;
Mir ist, als wälzten sich die Leichen,
Auf meine Brust — Gottlob! Sie weichen!

Gottlob! Durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen
Und lächelt für die deutschen Sorgen.

  1. 26 Reaktionen

  2. Von geru am 23. Sep 2009 um 07:11 Uhr

    den zitierenden ist wohl meistens das ganze gedicht und sein sinn nicht bekannt,so vermute ich einmal

  3. Von Thomas Trueten am 23. Sep 2009 um 12:14 Uhr

    Naja, das Lied der Weber finde ich sowieso besser geeignet für die grundlegene Kritik an Deutschland.

    Heinrich Heine: Die schlesischen Weber

    Im düstern Auge keine Träne,
    Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
    „Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
    In Winterskälte und Hungersnöten;
    Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
    Er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
    Den unser Elend nicht konnte erweichen,
    Der den letzten Groschen von uns erpreßt
    Und uns wie Hunde erschießen läßt –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
    Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
    Wo jede Blume früh geknickt,
    Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
    Wir weben, wir weben!

    Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
    Wir weben emsig Tag und Nacht –
    Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!“

    (1844)

  4. Von Thomas Trueten am 23. Sep 2009 um 18:06 Uhr

    Naja, das Lied der Weber finde ich sowieso besser geeignet für die grundlegene Kritik an (Alt)Deutschland.

    Man muss es – wie die 1843 entstandenen „Nachtgedanken“- im historischen Kontext sehen. Heine war in diesen Jahren bei weitem kein reaktionärer Nationalist.

    Heinrich Heine: Die schlesischen Weber

    Im düstern Auge keine Träne,
    Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
    „Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
    In Winterskälte und Hungersnöten;
    Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
    Er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
    Den unser Elend nicht konnte erweichen,
    Der den letzten Groschen von uns erpreßt
    Und uns wie Hunde erschießen läßt –
    Wir weben, wir weben!

    Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
    Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
    Wo jede Blume früh geknickt,
    Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
    Wir weben, wir weben!

    Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
    Wir weben emsig Tag und Nacht –
    Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!“

    (1844)

  5. Von Lupe am 24. Sep 2009 um 22:50 Uhr

    Gedicht, missverstanden das. Hier sei noch eins im gleichen Fahrwasser dsbzgl.,entsprechend „draufgesetzt“.

    Anno 1839

    In Deutschland, meine fern Liebe,
    gedenk ich deiner, wein ich fast!
    Das muntre Frankreich scheint mir trübe,
    Das leichte Volk wird mir zur Last.

    Nur der Verstand, so kalt und trocken,
    Herrscht in dem witzigen Paris-
    Oh, Narrheitsglöcklein, Glaubensglocken,
    Wie klingt ihr dahein so süß!

    Höfliche Männer! doch verdrossen
    Geb ich den art`gen Gruß zurück.
    Die Grobheit, die ich einst genossen
    Im Vaterland, das war mein Glück!

    Lächelnde Weiber! Plappern immer,
    Wie Mühlenräder stets bewegt!
    Da lob ich Deutschlands Frauenzimmer,
    Das schweigend sich zu Bette legt.

    Und alles dreht sich hier im Kreise,
    Mit Ungestüm, wie`n toller Traum!
    Bei uns bleibt, alles hübsch im Gleise,
    Wie angenagelt, rührt sich kaum.

    Mir ist, als hört ich fern erklingen
    Nachtwächterhörner, sanft und traut;
    Nachtwächterlieder hör ich singen,
    Dazwischen Nachtigallenlaut.

    Dem Dichter war so wohl daheime,
    In Schildas teurem Eichenhaine!
    Dort wob ich meine zarten Reime
    Aus Veilchenduft und Mondenschein.

    So,dies ein Frühgedicht, danach bei Heine ein zusehender Wandel, doch keineswegs eine Kehrtwende um 180 Grad, vielmehr ein Ironisieren des ihm Vertrauten, um so einen gewissen Abstand zu dem zu bekommen, an das er emotional mehr oder minder gebunden war, jedoch via Erkenntnis nicht gutheißen konnte. Diesen Widerspruch, verinnerlichte Romantik einerseits und frühsozialistische Erkenntnis andererseits,- was ihm u.a. auch Furcht einflößte,wozu insbesondere der Materialismus allgemein, das Proletariat insbesondere gehörte – trug er nach seiner Frühphase stetig mit sich aus, war am hadern, spötteln und auch seufzen; das Ursprüngliche war im Späteren im Sinne der Dialektik „indes“ aufgehoben.
    In der DDR wurde er als Repräsentant des „jungen Deutschlands“ (wie z.B. auch Börne) vorgestellt, als auch gewürdigt.
    Heine, war so was wie ein Patriot, der am reaktionären, verquasten, als auch verstaubten Deutschland Anstoss nahm, was ihm nicht selten so manchen Kummer bereitete.
    Man stelle sich sehr vereinfacht einen Menschen vor, der gerne Äpfel ißt, jedoch nur auf faule Exemplare stößt.
    Was also tat er? Nun er drosch auf Deutschland, die Deutschen, sowie die dortigen Verhältnisse ein. Dies jedoch anders als die Antideutschen, die mit Häme und Schadenfreude z.B. die Bombardierung der deutschen Städte im Weltkrieg II „quittieren“.
    Er sehnte sich nach einem anderen Deutschland, eines das human sei und in dem die Menschen emanzipiert, optimistisch und nach Vorne schauend, leben und genießen.
    Sicherlich hoffte er auch mit seinen Gedichten,
    läuternd auf seine Landsleute einzuwirken, was, so dies zutrifft, eine Illusion für Viele, jedoch nicht Alle war und ist.
    Abschließend sei noch hervorgehoben, dass Heine bis zu einem gewissen Grad widersprüchlich war, was jedoch bei Künstlern ohnehin an der Tagesordnung ist.
    (Wer als solche die Realität beleuchtet, kann dies zudem nicht a la Photographie tun, denn das wäre der Tod wahrer Kunst, so dass dies nur auf gebrochene Weise geschehen kann.)
    Doch der eigentliche Widerspruch war der Zusammenprall zweier Zeitströmungen, wobei Heine eine neue Zeit teils verspürte und aufgriff, teils sie mit-gestaltete. Dies geschah mitunter mühsam und zuweilen gar quälend.
    Seine Persiflage war nicht selten auch das geistig-emotionale Vehikel, das als (eine Form) Synthese – seine inneren Kämpfe und Widersprüche – fungierte sowie transzendierte, bzw. ihn selbst so spezifisch widerspiegelte.
    Der später von H. geächtete Brentano, war hierbei dennoch einer der (Tauf)Paten.

  6. Von felix am 25. Sep 2009 um 12:20 Uhr

    Herr Clement hat das Denken wohl ganz aufgegeben! ❓
    http://www.bild.de/BILD/politik/2009/09/25/bundestagswahl-ex-spd-minister-clement/wirbt-fuer-fdp-chef-guido-westerwelle.html

  7. Von gewe am 26. Sep 2009 um 09:19 Uhr

    Clement offenbart sein wirkliche Gesinnung: Geld, Geld, Geld!
    Soziale Dinge interessieren den Herrn einen Sch…
    Aber eigentlich für uns nichts neues und daher eher langweilig. Soll er wählen, wen er will. Das einzig gute am Wahlsonntag ist, dass wir dann wieder einige Jahre Ruhe haben vor diesem ganzen scheindemokratischen Wahlzirkus.

  8. Von Rolf Sandig am 17. Nov 2009 um 19:35 Uhr

    Ja, es ist nun einmal bequemer irgend etwas falsch zu zitieren oder aus dem Zusammenhang zu reißen.Im Übrigen braucht man nur darauf zu achten, wer gerade diese Zeilen falsch zitiert. Es sind die Gleichen, die auch als Verfechter der Gesamtschule und der Herabsenkung des Bildungsniveaus alles nivellieren wollen. Nach der Devise wenn alle nichts wissen haben wir auch ein Niveau!
    Konrad Adenauer sagte einmal : Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht den gleichen Horizont.

  9. Von Sepp Aigner am 18. Nov 2009 um 10:49 Uhr

    Lupe:
    „Gedicht, missverstanden das …“:
    Toller Beitrag !

  10. Von Der Stefan am 16. Jan 2010 um 21:39 Uhr

    Der letzte Satz is falsch! „Und lächelt ➡ fort die deutschen Sorgen!“ is richtig…

  11. Von chao am 8. Sep 2010 um 07:46 Uhr

    Magst ja rechthaben, aber bei den Sarrazynaden, die derzeit durch Deutschland wabern, kommt man schon auf einen Gedanken.
    Und wenn man den in die Tat umsetzt, dann passt der ganze Text perfekt.

  12. Von Thomas Trueten am 14. Sep 2010 um 13:40 Uhr

    Wieso mussich eigentlich alles 2x sagen? :mrgreen:

  13. Von Josef A. Preiselbauer am 14. Sep 2010 um 22:34 Uhr

    Weil Du Dich gerne wiederholst?

  14. Von Inson am 25. Okt 2010 um 21:46 Uhr

    „Ja, diese Überbleibsel oder Nachkommen der Teutomanen von 1815, die ihr altes Gewand ultrateutscher Narren nur etwas modernisiert haben und sich ein wenig die Ohren stutzen ließen – ich habe sie mein ganzes Leben lang verabscheut und bekämpft, und jetzt, da das Schwert der Hand des Sterbenden entfällt, fühle ich mich getröstet durch die Überzeugung, daß der Kommunismus, der sie als erste auf seinem Wege findet, ihnen den Gnadenstoß versetzen wird; und gewiß nicht durch einen Keulenschlag, nein, durch einen einfachen Fußtritt wird der Riese sie zertreten, wie man eine Kröte zertritt… Heute herrschen die Nationalen und der ganze üble Nachtrab von 1815 noch einmal in Deutschland, und sie heulen mit Erlaubnis des Herrn Bürgermeisters und der anderen hohen Obrigkeiten des Landes. Heult nur! Der Tag wird kommen, an dem der unvermeidliche Fußtritt euch zermalmen wird. In dieser Überzeugung kann ich unbesorgt die Welt verlassen.“
    Heinrich Heine in der Vorrede zur französischen Ausgabe der „Lutezia“ vom 30. März 1855

    Heine war in seiner Liebe nicht so blind, als das er nicht differenzieren konnte.

  15. Von Josef A. Preiselbauer am 26. Okt 2010 um 15:01 Uhr

    Aber die meisten, die mit „Denk ich an…“ kommen, kann man damit schon sprachlos mache. 😉 Weil kaum einer weiß, was und wen er da zitiert.

  16. Von Inson am 27. Okt 2010 um 13:21 Uhr

    Und weils so schön war, hier noch was:

    Hymnus

    Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme.
    Ich habe euch erleuchtet in der Dunkelheit, und als die Schlacht begann,
    focht ich voran, in der ersten Reihe.
    Rund um mich her liegen die Leichen meiner Freunde, aber wir haben gesiegt.
    Wir haben gesiegt, aber rund umher liegen die Leichen meiner Freunde.
    In die jauchzenden Triumphgesänge tönen die Choräle der Totenfeier.
    Wir haben aber weder Zeit zur Freude noch zur Trauer.
    Aufs neue erklingen die Drommeten, es gilt neuen Kampf –
    Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme.

    Heinrich Heine über die französische Revolution 1789-1799

  17. Von Joe Debil am 29. Okt 2010 um 04:02 Uhr

    Die Liebe Heinrich Heines zu seinem Vaterland war ungebrochen. ❗

  18. Von Michael Gutschank am 20. Okt 2011 um 15:03 Uhr

    Hallo Leute,

    das war ja echt eine Überraschung, ich hatte das Zitat auch anders verstanden und es deshalb entsprechend erweitert:

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht (ZITAT !).

    Denk ich an Deutschland am frühen Morgen, plagen mich Kummer, und plagen mich Sorgen.

    Denk ich an Deutschland zur Mittagszeit, komm, Gevatter Tod, ich bin bereit.

    Denk ich an Deutschland am Nachmittag, trifft mich gleich direkt der Schlag.

    Denk ich an Deutschland im Abendrot, wünsch ich mir nur eins: Einen schnellen Tod (Michael Gutschank, 2011, Köln).

  19. Von Kossi am 3. Nov 2011 um 16:13 Uhr

    Da hat wohl jemand die Ironie der kursiv gedruckten Strophe nicht gelesen. Vor allem ist das ganze Gedicht eine Romantik-Kritik. Dazu zählen auch die kerngesunden Eichen und Linden als Casper David Friedrich.
    In jedem Fall ist das Gedicht ein Zeitdokument und gegenüber dem Deutschland des Biedermeier sehr kritisch eingestellt. Man beachte nur die letzte Strophe: Den Rationalismus und die leichte Schönheit Frankreichs schätzt der Autor sehr viel höher. Oder glaubt einer der Leser, dass dem Autor am Ende wirklich von seiner Frau cafè au lait ans Bett gebracht wird?

  20. Von armut arbeitslos am 21. Nov 2011 um 11:45 Uhr

    Hallo Kossi,

    wen meintest du mit „jemand“ am 03.11.11 ?!

  21. Von Tekatsu am 30. Mrz 2012 um 15:05 Uhr

    Die letzte Zeile steht in meinem Heine Gedichtband etwas abgeändert: „Und lächelt fort die deutschen Sorgen.“ Würde auch mehr Sinn machen.

  22. Von Pal am 5. Jun 2012 um 10:55 Uhr

    Wollte ich auch sagen: fort, fort. Nicht für!

    Am sonstens ich mag sehr diese Idee in Gedicht… einfach weil ich aus Chile komme und genau so fühle ich, wenn ich an Chile denke in der Nacht… eine der Sachen, die einem in Ausland unerwartet trift, ist die Möglichkeit der Tot der Leute, die wir lieben. Ich mache mir auch keine Sorge um die Anden oder die Pazifische Küste (ehehem… ein Bißle scho…) aber, wenn ich denke an die Nachricht am Telefon, die jeder der in Ausland lebt furchtet…ich denke… mmmh…bin um den Schlaft eben gebracht.

  23. Von Annalara am 20. Okt 2012 um 10:06 Uhr

    — lies die letzte Zeile, “ franzöisch! dann wirst du die Intention Heines verstehen, — Natürlich ist dieses Gedicht eine Kritik an Deutschland….

  24. Von K.S. am 6. Feb 2013 um 19:15 Uhr

    Die Nachtgedanken
    sind eindeutig eine Hommage Heines an seine alte Mutter. Er liebt und vermißt sie.
    Und wie das immer so ist – auch in der Fremde – kommen derartige Gedanken meistens in der Nacht.
    Der Morgen dann mit Frühstück und heißem Kaffee, gebracht von der – ebenfalls geliebten, aber anders – Ehefrau, vertreiben dann diese Gedanken.
    Ein sehr schönes Gedicht, welches die Liebe vom Sohn zur Mutter bearbeitet, die noch in Deutschland lebt.
    Dass dann auch Gedanken über Deutschland einfließen liegt in der Natur der Sache.

  25. Von Jürgen Beiler am 12. Apr 2013 um 08:27 Uhr

    Die Kritik an Deutschland wird vor allem in den drei Strophen nach der kursiv geschriebenen Strophe deutlich.

    Seine Sehnsucht gilt der Mutter – nicht Deutschland.

    Die zwei Strophen nach der Mutterstrophe sind eine massive Anklage gegen die Herrschaftswillkür in Deutschland, denn diese Masse an Toten, die er beklagt und nicht hat verhindern können sind keine Massen an natürlich verstorbenen -hier geht es klar um die durch staatliche Willkür ums Leben Gebrachten. Und siehe da, schon sind wir auch bei den Nachtgedanken in der Nähe der schlesischen Weber.

  26. Von izzi am 17. Jan 2014 um 02:50 Uhr

    Vaterland – Muttersprache.
    Es ist eins und dasselbe.
    Und insofern spricht Heine schon das ganze Deutschland an.
    Dichter (und Denker) benutzen Metaphern um uns zum Denken anzuregen.
    Und das ist gut so.

    „Seit ich das Land verlassen hab,
    So viele sanken dort ins Grab,
    Die ich geliebt — wenn ich sie zähle,
    So will verbluten meine Seele.“
    (drittletzte Strophe)
    Darum geht es!

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  2. 23. Jan 2011: Anonymous

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