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	<title>Kommentare zu: Honecker an beiden Seiten vorbei</title>
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	<description>Sozialismus 2.0 (beta)</description>
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		<title>Von: Lupe</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13295</link>
		<dc:creator>Lupe</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 17:14:52 +0000</pubDate>
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		<description>@Sepp: Ich m&#246;chte noch an einen Ausspruch von dir ankn&#252;pfen, n&#228;mlich dein Hinweis, dass 90% der Parteimitglieder der SED nicht f&#252;r den Erhalt ihres Landes gek&#228;mpft h&#228;tten.
Das ist wohl wahr, zeigt aber auch die zuletzt existierende Misere auf. Es wurde n&#228;mlich so ziemlich Jeder der 2 Arme und 2 Beine hatte, bzw. jeder x-beliebige Hinz und Kunz in die Partei aufgenommen, also keine Siebung von Spreu und Weizen vorgenommen. 
So war denn zum Schlu&#223; die SED ein Sammelbecken von Karrieristen, Opportunisten, sowie auch aufrichtigen Kommunisten, wenn auch Letztere in der Minderheit.
Als gravierendes Beispiel sei nur mal dieser armselige Schabowski genannt, der immerhin Politb&#252;ro-Mitglied war und bekanntlich der Inbegriff eines Wendehalses war und ist!!
Wer da einst meinte, dass ja nun alle tolle Kommunisten seien, oder es diese in der Partei ganz gewiss werden, der irrte gar sehr. 
Dies war schon deshalb nicht m&#246;glich, da die DDR-B&#252;rger ihren Sozialismus nicht revolution&#228;r, nicht komplett aus eigener Kraft erk&#228;mpften. Nat&#252;rlich gab es noch andere Gr&#252;nde, doch das w&#228;re dann eine andere Baustelle.
Zugegeben, die politische Gro&#223;wetterlage, also der Zerfall der SU gab den eigentlichen Ausschlag. Dennoch w&#228;re es notwendig gewesen, rechtzeitig eine gr&#252;ndliche Siebung der Parteimitglieder von Zeit zu Zeit vorzunehmen. 
Was h&#228;tte das in der Endsumme bewirkt? Nun das Ende w&#228;re dann weniger w&#252;rdelos verlaufen. Das Ansehen des Sozialismus wurde auch deshalb arg besch&#228;digt.
Auch ist es so, dass die Art des Untergangs sp&#228;tere Generationen bemessen werden und wollen, das Urteil f&#228;llt dann entsprechend aus.
Zum Vergleich sei mal der verlorene Bauernkrieg von 1524/25 erw&#228;hnt. Auch zu der Zeit wurden f&#252;rchterliche Fehler begangen, doch war das Ende zwar sehr tragisch, nicht jedoch schm&#228;hlich, wie 1989!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sepp: Ich m&#246;chte noch an einen Ausspruch von dir ankn&#252;pfen, n&#228;mlich dein Hinweis, dass 90% der Parteimitglieder der SED nicht f&#252;r den Erhalt ihres Landes gek&#228;mpft h&#228;tten.<br />
Das ist wohl wahr, zeigt aber auch die zuletzt existierende Misere auf. Es wurde n&#228;mlich so ziemlich Jeder der 2 Arme und 2 Beine hatte, bzw. jeder x-beliebige Hinz und Kunz in die Partei aufgenommen, also keine Siebung von Spreu und Weizen vorgenommen.<br />
So war denn zum Schlu&#223; die SED ein Sammelbecken von Karrieristen, Opportunisten, sowie auch aufrichtigen Kommunisten, wenn auch Letztere in der Minderheit.<br />
Als gravierendes Beispiel sei nur mal dieser armselige Schabowski genannt, der immerhin Politb&#252;ro-Mitglied war und bekanntlich der Inbegriff eines Wendehalses war und ist!!<br />
Wer da einst meinte, dass ja nun alle tolle Kommunisten seien, oder es diese in der Partei ganz gewiss werden, der irrte gar sehr.<br />
Dies war schon deshalb nicht m&#246;glich, da die DDR-B&#252;rger ihren Sozialismus nicht revolution&#228;r, nicht komplett aus eigener Kraft erk&#228;mpften. Nat&#252;rlich gab es noch andere Gr&#252;nde, doch das w&#228;re dann eine andere Baustelle.<br />
Zugegeben, die politische Gro&#223;wetterlage, also der Zerfall der SU gab den eigentlichen Ausschlag. Dennoch w&#228;re es notwendig gewesen, rechtzeitig eine gr&#252;ndliche Siebung der Parteimitglieder von Zeit zu Zeit vorzunehmen.<br />
Was h&#228;tte das in der Endsumme bewirkt? Nun das Ende w&#228;re dann weniger w&#252;rdelos verlaufen. Das Ansehen des Sozialismus wurde auch deshalb arg besch&#228;digt.<br />
Auch ist es so, dass die Art des Untergangs sp&#228;tere Generationen bemessen werden und wollen, das Urteil f&#228;llt dann entsprechend aus.<br />
Zum Vergleich sei mal der verlorene Bauernkrieg von 1524/25 erw&#228;hnt. Auch zu der Zeit wurden f&#252;rchterliche Fehler begangen, doch war das Ende zwar sehr tragisch, nicht jedoch schm&#228;hlich, wie 1989!</p>
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		<title>Von: Sepp Aigner</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13277</link>
		<dc:creator>Sepp Aigner</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 06:10:59 +0000</pubDate>
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		<description>Lupe:
Ganz Deiner Meinung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lupe:<br />
Ganz Deiner Meinung.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Lupe</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13259</link>
		<dc:creator>Lupe</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 18:45:32 +0000</pubDate>
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		<description>Selbstverst&#228;ndlich hatte die DDR recht viele Errungenschaften, war historisch betrachtet, der BRD weit voraus! 
Diese ihre Errungenschaften m&#252;ssen genutzt werden und sei es, in Form von kritischen Fragen, etwa in der Art: warum gab es in der DDR keine Arbeitslosigkeit,keine Zukunfts&#228;ngste,Frieden und Antifaschismus,soziale Geborgenheit, billige Mieten, ein vorbildliches Gesundheits,- u.Bildungssystem, materielle Gleichstellung der Frauen usw., w&#228;hrend es im jetzigen Deutschland all das nicht gibt.Warum nur geht es hier nicht, &quot;Otto-Normal-B&#252;rger&quot; findet es heraus!
Die &quot;junge welt&quot; hat erst vor Kurzem einen entsprechenden Artikel ver&#246;ffentlicht, der haargenau solche Fragen stellte und dabei hervorhob, dass es nun mal Schlu&#223; sein muss, dass z.B. DDR-B&#252;rger im Beichtstuhl Platz zu nehmen haben, bzw. dort hinein man&#246;vriert werden.Dort haben sie nat&#252;rlich haargenau nichts zu suchen, vielmehr ist der Umkehreffekt sehr viel eher angebracht.  
Dabei kommt es ma&#223;geblich darauf an, nicht nur in Verteidigung zu gehen, sondern u.a. angreifend zu fragen! So der Tenor nicht nur des Artikelschreibers.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstverst&#228;ndlich hatte die DDR recht viele Errungenschaften, war historisch betrachtet, der BRD weit voraus!<br />
Diese ihre Errungenschaften m&#252;ssen genutzt werden und sei es, in Form von kritischen Fragen, etwa in der Art: warum gab es in der DDR keine Arbeitslosigkeit,keine Zukunfts&#228;ngste,Frieden und Antifaschismus,soziale Geborgenheit, billige Mieten, ein vorbildliches Gesundheits,- u.Bildungssystem, materielle Gleichstellung der Frauen usw., w&#228;hrend es im jetzigen Deutschland all das nicht gibt.Warum nur geht es hier nicht, &#8220;Otto-Normal-B&#252;rger&#8221; findet es heraus!<br />
Die &#8220;junge welt&#8221; hat erst vor Kurzem einen entsprechenden Artikel ver&#246;ffentlicht, der haargenau solche Fragen stellte und dabei hervorhob, dass es nun mal Schlu&#223; sein muss, dass z.B. DDR-B&#252;rger im Beichtstuhl Platz zu nehmen haben, bzw. dort hinein man&#246;vriert werden.Dort haben sie nat&#252;rlich haargenau nichts zu suchen, vielmehr ist der Umkehreffekt sehr viel eher angebracht.<br />
Dabei kommt es ma&#223;geblich darauf an, nicht nur in Verteidigung zu gehen, sondern u.a. angreifend zu fragen! So der Tenor nicht nur des Artikelschreibers.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Sepp Aigner</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13240</link>
		<dc:creator>Sepp Aigner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 07:01:53 +0000</pubDate>
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		<description>Hamlet:
Finde ich alles richtig. Meine Einwaende (auch zu Lupe, s. voriger Kommentar) richten sich darauf: 

Die DDR, ihr Ansehen, ihre Geschichte werden vom Gegner systematisch demontiert. Das ist fuer den Gegner wichtig im Kampf gegen heutigen Veraenderungswillen - &quot;schaut doch, das bringt doch nichts, die DDR zeigt, wohin das fuehrt ...&quot;. Das sollte man, meine ich, bei einer kritischen Auseinandersetzung mit der DDR als Linker stets im Auge behalten, wobei eine solche natuerlich notwendig ist, weil wir lernen muessen. 

Das Geschichtsbewusstsein ist ein wichtiger Kampfplatz. Tatsache ist, dass die DDR trotz all ihrer Maengel, inklusive einer in den letzten Jahrzehnten mittelmaessigen oder sogar schlechten Fuehrung, die bisher groesste Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung ist. Diese Tatsache muss m.E. gegen die buergerlichen Angriffe verteidigt werden, nicht nur einer &quot;historischen Gerechtigkeit&quot; wegen, sondern weil sich die Arbeiterklasse ihre eigene Geschichte nicht abschneiden lassen darf.

In gewisser Weise arbeitet es der buergerlichen Propaganda in die Haende und entspricht einfach nicht den Tatsachen, wenn wir den Untergang der DDR als Folge deren innerer Entwicklung - z.B. Fuehrung ohne Utopie - interpretieren. Das kann sich leicht zu den uebrigen Legenden gesellen, wie: die DDR sei bankrott gewesen, die Produktionsmittel seien eh bloss Schrott gewesen, es habe sich bei der Konterrevolution im wesentlichen um eine Volksbewegung gehandelt etc.pp. ... Eine unfaehige Fuehrung hat sie halt auch noch gehabt ...

Kritik an der DDR muss m.E. immer unmissverstaendlich von deren prinzipiell positiven Funktion ausgehen und sich in ein solches Gesamturteil einordnen, wenn der Effekt des ungewollten Wassertragens fuer die buergerliche Propaganda vermieden werden soll.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hamlet:<br />
Finde ich alles richtig. Meine Einwaende (auch zu Lupe, s. voriger Kommentar) richten sich darauf: </p>
<p>Die DDR, ihr Ansehen, ihre Geschichte werden vom Gegner systematisch demontiert. Das ist fuer den Gegner wichtig im Kampf gegen heutigen Veraenderungswillen &#8211; &#8220;schaut doch, das bringt doch nichts, die DDR zeigt, wohin das fuehrt &#8230;&#8221;. Das sollte man, meine ich, bei einer kritischen Auseinandersetzung mit der DDR als Linker stets im Auge behalten, wobei eine solche natuerlich notwendig ist, weil wir lernen muessen. </p>
<p>Das Geschichtsbewusstsein ist ein wichtiger Kampfplatz. Tatsache ist, dass die DDR trotz all ihrer Maengel, inklusive einer in den letzten Jahrzehnten mittelmaessigen oder sogar schlechten Fuehrung, die bisher groesste Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung ist. Diese Tatsache muss m.E. gegen die buergerlichen Angriffe verteidigt werden, nicht nur einer &#8220;historischen Gerechtigkeit&#8221; wegen, sondern weil sich die Arbeiterklasse ihre eigene Geschichte nicht abschneiden lassen darf.</p>
<p>In gewisser Weise arbeitet es der buergerlichen Propaganda in die Haende und entspricht einfach nicht den Tatsachen, wenn wir den Untergang der DDR als Folge deren innerer Entwicklung &#8211; z.B. Fuehrung ohne Utopie &#8211; interpretieren. Das kann sich leicht zu den uebrigen Legenden gesellen, wie: die DDR sei bankrott gewesen, die Produktionsmittel seien eh bloss Schrott gewesen, es habe sich bei der Konterrevolution im wesentlichen um eine Volksbewegung gehandelt etc.pp. &#8230; Eine unfaehige Fuehrung hat sie halt auch noch gehabt &#8230;</p>
<p>Kritik an der DDR muss m.E. immer unmissverstaendlich von deren prinzipiell positiven Funktion ausgehen und sich in ein solches Gesamturteil einordnen, wenn der Effekt des ungewollten Wassertragens fuer die buergerliche Propaganda vermieden werden soll.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Lupe</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13232</link>
		<dc:creator>Lupe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 23:19:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.woschod.de/?p=6695#comment-13232</guid>
		<description>Sepp, es war nicht meine Absicht alles auf Honecker abzuw&#228;lzen,wie du vielleicht von mir annimmst, entlasten kann man ihn allerdings auch nicht, da machst du es dir ein wenig zu einfach. 
Genauso wenig kann man alles auf Gorbatschow abw&#228;lzen, da vor ihm, sich in der SU bereits eine Stagnationsphase  breitmachte.
Was ich darstellte, war &#252;brigens keine Sortierung nach Ursache und/oder Folge, wobei diese ineinander verschr&#228;nkt sind, sondern  vielmehr eine Beschreibung, die eine solche Einteilung, zun&#228;chst einmal nur partiell, beinhaltete. Dies deshalb, weil dann noch viel Weiter ausgeholt werden m&#252;sste.
Eine solche &quot;generalstabsm&#228;&#223;ige&quot;, also gr&#252;ndliche Bewertung, ist nur schwer dsbzgl. zu erreichen, so dass nat&#252;rlich nur ein Torso herausgemeiselt werden kann, nicht mehr, aber auch nicht weniger, wenn wir das nur wollen. 
Selbstverst&#228;ndlich ist die DDR, dieser &quot;Klein-Zaches genannt Zinnober&quot;,(E.T.A.Hoffmann)so mein manchmal gebrauchter nickname f&#252;r dieses Land, nie losgel&#246;st von der gesamten einstigen sozialistischen Staatengemeinschaft zu sehen, worin wir uns ja wohl einig sein d&#252;rften.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sepp, es war nicht meine Absicht alles auf Honecker abzuw&#228;lzen,wie du vielleicht von mir annimmst, entlasten kann man ihn allerdings auch nicht, da machst du es dir ein wenig zu einfach.<br />
Genauso wenig kann man alles auf Gorbatschow abw&#228;lzen, da vor ihm, sich in der SU bereits eine Stagnationsphase  breitmachte.<br />
Was ich darstellte, war &#252;brigens keine Sortierung nach Ursache und/oder Folge, wobei diese ineinander verschr&#228;nkt sind, sondern  vielmehr eine Beschreibung, die eine solche Einteilung, zun&#228;chst einmal nur partiell, beinhaltete. Dies deshalb, weil dann noch viel Weiter ausgeholt werden m&#252;sste.<br />
Eine solche &#8220;generalstabsm&#228;&#223;ige&#8221;, also gr&#252;ndliche Bewertung, ist nur schwer dsbzgl. zu erreichen, so dass nat&#252;rlich nur ein Torso herausgemeiselt werden kann, nicht mehr, aber auch nicht weniger, wenn wir das nur wollen.<br />
Selbstverst&#228;ndlich ist die DDR, dieser &#8220;Klein-Zaches genannt Zinnober&#8221;,(E.T.A.Hoffmann)so mein manchmal gebrauchter nickname f&#252;r dieses Land, nie losgel&#246;st von der gesamten einstigen sozialistischen Staatengemeinschaft zu sehen, worin wir uns ja wohl einig sein d&#252;rften.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Sepp Aigner</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13227</link>
		<dc:creator>Sepp Aigner</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 20:23:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.woschod.de/?p=6695#comment-13227</guid>
		<description>Lupe:
Ich halte das Zitat, das Daniel uns hingestellt hat, ja fuer richtig und die meisten Deiner Argumente auch. Es ging mir darum, dass am Untergang der DDR nicht Honecker schuld war und dass die DDR ueberhaupt nicht wegen der schlechten Politik der DDR-Fuehrung untergegangen ist.Ich meine auch, dass die unter Ulbricht entwickelte Politik ein viele schoepferischerer und realistischerer Ansatz war. Das, und das Meiste, was Du an Maengeln und Fehlern ist zwar Fakt, aber es ist nicht URSACHE, sondern mehr ein Umstand, der es ERLEICHTERT hat, die DDR zu liquidieren. 

Ich denke, nach dem Verrat Gorbatschows haette die einzige Moeglichkeit, die DDR zu retten, darin bestanden, dass ihre Buerger sie buchstaeblich mit Klauen und Zaehnen verteidigt haetten, mit der Perspektive, als kleine rote Insel in einem aeusserst feindlichen und maechtigen Umfeld auf nicht absehbare Zeit ausharren zu muessen. Diese Buerger gab es nicht, und das waere ja auch viel verlangt, ein Heroismus, den es gewoehnlich nur in seltenen geschichtlichen Augenblicken gibt, aber schwerlich fuer Jahrzehnte. Selbst von den 2,3 Millionen SED-Mitgliedern waren mehr als 90 % dazu nicht bereit, von den uebrigen gar nicht zu reden (obwohl unter den uebrigen auch viele ehrlich vom Sozialismus ueberzeugte Menschen waren, wahrcheinlich nicht weniger als in der SED). Aber insgesamt war es allenfalls eine kleine Minderheit, die z.B. bereit gewesen waere - und das waere notwendig gewesen - die JU und die uebrigen Strolche von den Westparteien, Geheimdiensten etc., die sich vom Westen her einmischten - mit der Waffe in der Hand zu verjagen - und zwar bei nicht unwahrscheinlicher Moeglichkeit, fuer die Verteidigung des Sozialismus sterben zu muessen und wahrscheinlich trotzdem zu verlieren.

Die Lage war einfach, und zwar aus Gruenden, die im wesentlichen nicht von der DDR-Fuehrung verschuldet waren, schier aussichtslos, und entsprechend haben sich die Leute verhalten. Und diese Lage war nicht herbeigefuehrt von einem unfaéhigen Honecker. Die DDR war in dem globalen Kraeftemessen zwischen Sozialismus und Kapitalismus, das letzterer noch einmal fuer sich entscheiden konnte, nur ein Bauer (oder hoechstens ein Springer, um im Bild zu bleiben). Der rote Koenig sass in Moskau und war ein mieser, dummer, eitler und korrupter Sozialdemokrat.

Mit Deiner &quot;vorlaeufigen Schlussbetrachtung&quot; bin ich uebrigens einverstanden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lupe:<br />
Ich halte das Zitat, das Daniel uns hingestellt hat, ja fuer richtig und die meisten Deiner Argumente auch. Es ging mir darum, dass am Untergang der DDR nicht Honecker schuld war und dass die DDR ueberhaupt nicht wegen der schlechten Politik der DDR-Fuehrung untergegangen ist.Ich meine auch, dass die unter Ulbricht entwickelte Politik ein viele schoepferischerer und realistischerer Ansatz war. Das, und das Meiste, was Du an Maengeln und Fehlern ist zwar Fakt, aber es ist nicht URSACHE, sondern mehr ein Umstand, der es ERLEICHTERT hat, die DDR zu liquidieren. </p>
<p>Ich denke, nach dem Verrat Gorbatschows haette die einzige Moeglichkeit, die DDR zu retten, darin bestanden, dass ihre Buerger sie buchstaeblich mit Klauen und Zaehnen verteidigt haetten, mit der Perspektive, als kleine rote Insel in einem aeusserst feindlichen und maechtigen Umfeld auf nicht absehbare Zeit ausharren zu muessen. Diese Buerger gab es nicht, und das waere ja auch viel verlangt, ein Heroismus, den es gewoehnlich nur in seltenen geschichtlichen Augenblicken gibt, aber schwerlich fuer Jahrzehnte. Selbst von den 2,3 Millionen SED-Mitgliedern waren mehr als 90 % dazu nicht bereit, von den uebrigen gar nicht zu reden (obwohl unter den uebrigen auch viele ehrlich vom Sozialismus ueberzeugte Menschen waren, wahrcheinlich nicht weniger als in der SED). Aber insgesamt war es allenfalls eine kleine Minderheit, die z.B. bereit gewesen waere &#8211; und das waere notwendig gewesen &#8211; die JU und die uebrigen Strolche von den Westparteien, Geheimdiensten etc., die sich vom Westen her einmischten &#8211; mit der Waffe in der Hand zu verjagen &#8211; und zwar bei nicht unwahrscheinlicher Moeglichkeit, fuer die Verteidigung des Sozialismus sterben zu muessen und wahrscheinlich trotzdem zu verlieren.</p>
<p>Die Lage war einfach, und zwar aus Gruenden, die im wesentlichen nicht von der DDR-Fuehrung verschuldet waren, schier aussichtslos, und entsprechend haben sich die Leute verhalten. Und diese Lage war nicht herbeigefuehrt von einem unfaéhigen Honecker. Die DDR war in dem globalen Kraeftemessen zwischen Sozialismus und Kapitalismus, das letzterer noch einmal fuer sich entscheiden konnte, nur ein Bauer (oder hoechstens ein Springer, um im Bild zu bleiben). Der rote Koenig sass in Moskau und war ein mieser, dummer, eitler und korrupter Sozialdemokrat.</p>
<p>Mit Deiner &#8220;vorlaeufigen Schlussbetrachtung&#8221; bin ich uebrigens einverstanden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Hamlet</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13225</link>
		<dc:creator>Hamlet</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 19:25:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.woschod.de/?p=6695#comment-13225</guid>
		<description>@Sepp

Ich bin kein westdeutscher Linker, sondern geborener DDR-B&#252;rger.

Der Sozialismus war so konstituiert, dass so ziemlich alles von den F&#228;higkeiten und Absichten der F&#252;hrungspers&#246;nlichkeiten, v.a. des Partei und Staatsf&#252;hrers abhing. Ich will das gar nicht kritisieren, aber der Fall war es einfach, und deswegen ist die Frage nach dem Zustand der Partei als ganze zu kurz gedacht. Man wei&#223; das doch seit Lenin: Die Partei ist immer so gut wie ihre Spitze. Wenn sie am Ende genauso verkorkst wie Honecker war, dann ist das nicht die Ursache f&#252;r Honeckers Verkorkstheit, sondern deren Folge.

Ich werfe Honecker nicht vor, dass er Fehler gemacht hat. Fehler machen alle, weil kein Mensch ohne Fehler ist. Ich werfe Honecker vor, nachl&#228;ssig und nicht energisch genug regiert haben. Dieser Vorwurf ist grunds&#228;tzlicher. Macht bedeutet auch Verantwortung. Wehe dem Land, dessen m&#228;chtigster Mann keine Anspr&#252;che mehr hat. Anspruchslosigkeit war, woran Honecker (Man lese das Andert/Herzberg-Interview) vor allem litt.

Ich habe das Problem Honecker deswegen auf die Formel Verlust-der-Utopie gebracht, weil es das ist, worum es dabei im Kern geht. Dass man dar&#252;ber hinaus noch viel mehr zum Thema sagen kann, streite ich nicht ab, aber dann muss man nat&#252;rlich auch wirklich viel mehr sagen. Dann reichen die paar Bemerkungen, die du gegeben hast, auch nicht aus.

Leider fehlt noch das gro&#223;e Buch, das die Ursachen der Untergangs der DDR gut und vollst&#228;ndig auf den Begriff bringt. Es wird Zeit, dass es einer schreibt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sepp</p>
<p>Ich bin kein westdeutscher Linker, sondern geborener DDR-B&#252;rger.</p>
<p>Der Sozialismus war so konstituiert, dass so ziemlich alles von den F&#228;higkeiten und Absichten der F&#252;hrungspers&#246;nlichkeiten, v.a. des Partei und Staatsf&#252;hrers abhing. Ich will das gar nicht kritisieren, aber der Fall war es einfach, und deswegen ist die Frage nach dem Zustand der Partei als ganze zu kurz gedacht. Man wei&#223; das doch seit Lenin: Die Partei ist immer so gut wie ihre Spitze. Wenn sie am Ende genauso verkorkst wie Honecker war, dann ist das nicht die Ursache f&#252;r Honeckers Verkorkstheit, sondern deren Folge.</p>
<p>Ich werfe Honecker nicht vor, dass er Fehler gemacht hat. Fehler machen alle, weil kein Mensch ohne Fehler ist. Ich werfe Honecker vor, nachl&#228;ssig und nicht energisch genug regiert haben. Dieser Vorwurf ist grunds&#228;tzlicher. Macht bedeutet auch Verantwortung. Wehe dem Land, dessen m&#228;chtigster Mann keine Anspr&#252;che mehr hat. Anspruchslosigkeit war, woran Honecker (Man lese das Andert/Herzberg-Interview) vor allem litt.</p>
<p>Ich habe das Problem Honecker deswegen auf die Formel Verlust-der-Utopie gebracht, weil es das ist, worum es dabei im Kern geht. Dass man dar&#252;ber hinaus noch viel mehr zum Thema sagen kann, streite ich nicht ab, aber dann muss man nat&#252;rlich auch wirklich viel mehr sagen. Dann reichen die paar Bemerkungen, die du gegeben hast, auch nicht aus.</p>
<p>Leider fehlt noch das gro&#223;e Buch, das die Ursachen der Untergangs der DDR gut und vollst&#228;ndig auf den Begriff bringt. Es wird Zeit, dass es einer schreibt.</p>
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	<item>
		<title>Von: Lupe</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13189</link>
		<dc:creator>Lupe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 20:22:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.woschod.de/?p=6695#comment-13189</guid>
		<description>@Sepp: Tja einfach war das Alles ganz gewiss nicht, daher sind simple Erkl&#228;rungen fast immer sehr oberfl&#228;chlich. 
Ein paar &quot;Eckpunkte&quot; lassen sich dennoch ausmachen, die zwar noch lange nicht alles abdecken, aber wenigstens ein Heranf&#252;hren an die ganze Thematik und Problematik mehr oder minder erm&#246;glichen.
Ich greif mal 7 Aspekte heraus, weitere werden dann folgen, wenn denn das ganze Thema ernsthaft angegangen werden sollte.
1. Die &#214;konomie unter Honecker war in der Tat r&#252;ckl&#228;ufig, anders als unter Walter Ulbricht, mit seiner durchaus erfolgversprechenden N&#214;S. Immerhin bescherte diese der DDR Zuwachsraten von 7-8% und das unter ziemlich  erschwerten Bedingungen. 
Niemand wei&#223; nun, wie erfolgversprechend die N&#214;S langfristig gewesen w&#228;re,dazu war sie zu kurz im &quot;Einsatz&quot;,doch sie war ein weiterer Versuch wert. Nat&#252;rlich h&#228;tte dann Honecker, sowie das sonstige Politb&#252;ro und weitere Funktion&#228;re. einen Teil ihrer Macht an Fachleute/Experten abgeben m&#252;ssen, doch das kann/sollte ja nicht der Ma&#223;stab sein.
2.Im Zusammenhang mit der niedergehenden &#214;konomie erfolgte die zunehmende Hinwendung zum kapitalistischen Ausland allgemein und zur BRD insbesondere. So entstand Abh&#228;ngigkeit, z.B. auch durch die Kreditvergabe, die sich verh&#228;ngnisvoll auswirkte. Hinzu kamen Intershops, Golfeinkauf etc.
Der &#246;konomisch Schw&#228;chere ist gut beraten, wenn er sich nicht mit dem &#246;konomisch St&#228;rkeren wirtschaftlich sowie sonst weiter einl&#228;sst. 
Moralisch verderblich war der Freikauf von Gefangenen an die BRD. Man f&#252;hlt sich hierbei an den Ablasshandel der einstigen katholischen Kirche erinnert. 
Die Kr&#246;nung all des Aufweichens war dann wohl die Helsinki-Schlu&#223;akte, die das Einfallstor des Imperialismus bedeutete. Hierbei sei besonders an Korb 2 ,besonders aber an Korb 3 erinnert.
Der illusion&#228;re Glaube, dass man mit dem Imperialismus eine friedliche Koexistenz schaffen k&#246;nne, war ein blo&#223;er Trugschluss.
3. Die Honecker-F&#252;hrung verfr&#252;hst&#252;ckte gewisserma&#223;en das Volksverm&#246;gen, d.h. sie gab mehr aus, als sie produzierte. 
Nun gut, irgendetwas Attraktives musste sie wohl bieten,- schon bei einem solch m&#228;chtigen Nachbarn,der von der DDR-Bev&#246;lkerung begierig als Ma&#223;stab genommen wurde - was allerdings nur bei einer gesteigerten Produktivit&#228;t m&#246;glich ist.
Haken an der Geschichte dabei war allerdings auch, dass f&#252;r die N&#214;S auch der Segen der SU mehr oder minder einzuholen gewesen w&#228;re, was sehr fraglich erschien, denn schlie&#223;lich s&#228;gten die ma&#223;geblichen Leute in Moskau, Ulbricht mit die Stuhlbeine ab.  
3. Es bestand so was wie ein Volksgemeinschaftsgedanke, der so ziemlich alle f&#252;r den Sozialismus bef&#228;higt hielt, bei gleichzeitig mi&#223;trauischem &#220;berwachen. So was nennt man gemeinhin, mit 2 Zungen reden, bzw. entsprechend handeln. 
Erinnert sei an die Leugnung der Staatsf&#252;hrung von Kriminellen jenseits von einer blo&#223;en Handvoll,sowie Faschisten in der DDR, was absolut betrachtet einfach nicht stimmte. Selbstbetrug einerseits und &#252;bersteigertes Misstrauen andererseits, herrschte vor.
Die &#252;bersteigerte Rechthaberei (&quot;die Partei hat immer recht&quot;)sowie exzessives unkritisches Eigenlob befremdete zusehens die Massen.Es braucht wohl nicht gro&#223; erw&#228;hnt zu werden, dass recht t&#252;chtig von der Staatsf&#252;hrung gelogen wurde. 
4.Dann gab es die Politik der Gleichmacherei und Bef&#228;higung Aller f&#252;r sozialistische T&#252;chtigkeit. Es wurden z.B.wahllos Orden und Auszeichnungen in den Betrieben verteilt, und zwar reihum, was dort wiederum die sp&#246;ttische Bemerkung, &quot;Blechlein, Blechlein du mu&#223;t wandern&quot;, hervorrief.
5. Es herrschte &#252;berm&#228;&#223;ige Kleinlichkeit und G&#228;ngelei vor. 
Hier im blog wird Peter Hacks erw&#228;hnt, der gr&#246;&#223;te Kulturschaffende der DDR, der voll f&#252;r den Sozialismus war und dennoch Konflikte mit der Staatsf&#252;hrung hatte, nur weil er Eigenst&#228;ndigkeit und Originalit&#228;t besa&#223;. Wie muss es da erst weiter Unten ausgesehen haben, wenn schon der f&#228;higste Kopf der Kultur, in Schwierigkeiten mit der Obrigkeit geriet? 
6. All die genannten Gr&#252;nde h&#228;tten dennoch nicht den Untergang der DDR hervorgerufen, w&#228;re da nicht ein Gorbatschow aufgetreten mit samt seiner Perestroika, sowie aber auch schon davor, die mangelnde Solidarit&#228;t der soz. Staaten untereinander.Das unertr&#228;glich aufgen&#246;tigte Wettr&#252;sten durch die USA, darf allerdings auch nicht unerw&#228;hnt bleiben.(&#252;berm&#228;&#223;ige R&#252;stungsausgaben, zu denen die SU gezwungen war,- nat&#252;rlich nie so hoch wie bei den USA, dennoch - waren und sind dem Sozialismus nicht nur wesensfremd, sie schaden diesem weit mehr als dem Kapitalismus!  
7.Der DDR entstand ein gro&#223;er Schaden, als so um 1980 rum die &#214;llieferungen verteuert und gedrosselt wurden. 
Nun ja, so ist das eben mit Br&#252;dern, - jedenfalls immer mal wieder.
Vorl&#228;ufige Schlu&#223;betrachtung: Ein zuk&#252;nftiger Sozialismus hat weitaus bessere Karten, 1. weil er aus den vergangenen Fehlern lernt und 2. ihm jetzt die entwickelte EDV zugute kommt, was gerade f&#252;r die Planwirtschaft so wichtig und vorteilhaft ist!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sepp: Tja einfach war das Alles ganz gewiss nicht, daher sind simple Erkl&#228;rungen fast immer sehr oberfl&#228;chlich.<br />
Ein paar &#8220;Eckpunkte&#8221; lassen sich dennoch ausmachen, die zwar noch lange nicht alles abdecken, aber wenigstens ein Heranf&#252;hren an die ganze Thematik und Problematik mehr oder minder erm&#246;glichen.<br />
Ich greif mal 7 Aspekte heraus, weitere werden dann folgen, wenn denn das ganze Thema ernsthaft angegangen werden sollte.<br />
1. Die &#214;konomie unter Honecker war in der Tat r&#252;ckl&#228;ufig, anders als unter Walter Ulbricht, mit seiner durchaus erfolgversprechenden N&#214;S. Immerhin bescherte diese der DDR Zuwachsraten von 7-8% und das unter ziemlich  erschwerten Bedingungen.<br />
Niemand wei&#223; nun, wie erfolgversprechend die N&#214;S langfristig gewesen w&#228;re,dazu war sie zu kurz im &#8220;Einsatz&#8221;,doch sie war ein weiterer Versuch wert. Nat&#252;rlich h&#228;tte dann Honecker, sowie das sonstige Politb&#252;ro und weitere Funktion&#228;re. einen Teil ihrer Macht an Fachleute/Experten abgeben m&#252;ssen, doch das kann/sollte ja nicht der Ma&#223;stab sein.<br />
2.Im Zusammenhang mit der niedergehenden &#214;konomie erfolgte die zunehmende Hinwendung zum kapitalistischen Ausland allgemein und zur BRD insbesondere. So entstand Abh&#228;ngigkeit, z.B. auch durch die Kreditvergabe, die sich verh&#228;ngnisvoll auswirkte. Hinzu kamen Intershops, Golfeinkauf etc.<br />
Der &#246;konomisch Schw&#228;chere ist gut beraten, wenn er sich nicht mit dem &#246;konomisch St&#228;rkeren wirtschaftlich sowie sonst weiter einl&#228;sst.<br />
Moralisch verderblich war der Freikauf von Gefangenen an die BRD. Man f&#252;hlt sich hierbei an den Ablasshandel der einstigen katholischen Kirche erinnert.<br />
Die Kr&#246;nung all des Aufweichens war dann wohl die Helsinki-Schlu&#223;akte, die das Einfallstor des Imperialismus bedeutete. Hierbei sei besonders an Korb 2 ,besonders aber an Korb 3 erinnert.<br />
Der illusion&#228;re Glaube, dass man mit dem Imperialismus eine friedliche Koexistenz schaffen k&#246;nne, war ein blo&#223;er Trugschluss.<br />
3. Die Honecker-F&#252;hrung verfr&#252;hst&#252;ckte gewisserma&#223;en das Volksverm&#246;gen, d.h. sie gab mehr aus, als sie produzierte.<br />
Nun gut, irgendetwas Attraktives musste sie wohl bieten,- schon bei einem solch m&#228;chtigen Nachbarn,der von der DDR-Bev&#246;lkerung begierig als Ma&#223;stab genommen wurde &#8211; was allerdings nur bei einer gesteigerten Produktivit&#228;t m&#246;glich ist.<br />
Haken an der Geschichte dabei war allerdings auch, dass f&#252;r die N&#214;S auch der Segen der SU mehr oder minder einzuholen gewesen w&#228;re, was sehr fraglich erschien, denn schlie&#223;lich s&#228;gten die ma&#223;geblichen Leute in Moskau, Ulbricht mit die Stuhlbeine ab.<br />
3. Es bestand so was wie ein Volksgemeinschaftsgedanke, der so ziemlich alle f&#252;r den Sozialismus bef&#228;higt hielt, bei gleichzeitig mi&#223;trauischem &#220;berwachen. So was nennt man gemeinhin, mit 2 Zungen reden, bzw. entsprechend handeln.<br />
Erinnert sei an die Leugnung der Staatsf&#252;hrung von Kriminellen jenseits von einer blo&#223;en Handvoll,sowie Faschisten in der DDR, was absolut betrachtet einfach nicht stimmte. Selbstbetrug einerseits und &#252;bersteigertes Misstrauen andererseits, herrschte vor.<br />
Die &#252;bersteigerte Rechthaberei (&#8220;die Partei hat immer recht&#8221;)sowie exzessives unkritisches Eigenlob befremdete zusehens die Massen.Es braucht wohl nicht gro&#223; erw&#228;hnt zu werden, dass recht t&#252;chtig von der Staatsf&#252;hrung gelogen wurde.<br />
4.Dann gab es die Politik der Gleichmacherei und Bef&#228;higung Aller f&#252;r sozialistische T&#252;chtigkeit. Es wurden z.B.wahllos Orden und Auszeichnungen in den Betrieben verteilt, und zwar reihum, was dort wiederum die sp&#246;ttische Bemerkung, &#8220;Blechlein, Blechlein du mu&#223;t wandern&#8221;, hervorrief.<br />
5. Es herrschte &#252;berm&#228;&#223;ige Kleinlichkeit und G&#228;ngelei vor.<br />
Hier im blog wird Peter Hacks erw&#228;hnt, der gr&#246;&#223;te Kulturschaffende der DDR, der voll f&#252;r den Sozialismus war und dennoch Konflikte mit der Staatsf&#252;hrung hatte, nur weil er Eigenst&#228;ndigkeit und Originalit&#228;t besa&#223;. Wie muss es da erst weiter Unten ausgesehen haben, wenn schon der f&#228;higste Kopf der Kultur, in Schwierigkeiten mit der Obrigkeit geriet?<br />
6. All die genannten Gr&#252;nde h&#228;tten dennoch nicht den Untergang der DDR hervorgerufen, w&#228;re da nicht ein Gorbatschow aufgetreten mit samt seiner Perestroika, sowie aber auch schon davor, die mangelnde Solidarit&#228;t der soz. Staaten untereinander.Das unertr&#228;glich aufgen&#246;tigte Wettr&#252;sten durch die USA, darf allerdings auch nicht unerw&#228;hnt bleiben.(&#252;berm&#228;&#223;ige R&#252;stungsausgaben, zu denen die SU gezwungen war,- nat&#252;rlich nie so hoch wie bei den USA, dennoch &#8211; waren und sind dem Sozialismus nicht nur wesensfremd, sie schaden diesem weit mehr als dem Kapitalismus!<br />
7.Der DDR entstand ein gro&#223;er Schaden, als so um 1980 rum die &#214;llieferungen verteuert und gedrosselt wurden.<br />
Nun ja, so ist das eben mit Br&#252;dern, &#8211; jedenfalls immer mal wieder.<br />
Vorl&#228;ufige Schlu&#223;betrachtung: Ein zuk&#252;nftiger Sozialismus hat weitaus bessere Karten, 1. weil er aus den vergangenen Fehlern lernt und 2. ihm jetzt die entwickelte EDV zugute kommt, was gerade f&#252;r die Planwirtschaft so wichtig und vorteilhaft ist!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Sepp Aigner</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13179</link>
		<dc:creator>Sepp Aigner</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 12:21:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.woschod.de/?p=6695#comment-13179</guid>
		<description>Hamlet:
So einfach ist das, glaube ich, nicht. Es geht ohnehin nicht um Honecker allein, sondern um die gesamte SED-Fuehrung und zuletzt die gesamte SED, die uebrigen politischen Organistionen in der DDR und die DDR-Buerger selbst und - auch ganz wichtig - die Bedingungen, die der DDR als Frontstaat zu Westen aufgezwungen waren. Fehler sind sicher gemacht worden. Aber die Erfolgsmoeglichkeiten der sozialistischen Entwicklung in der DDR waren ziemlich widrig und hingen v.a. nicht von ihr allein ab, sondern in hohem Mass vom Schutz der SU. Als Gorbatschow beschlossen hatte, die DDR zu verraten, war ihr Schicksal so gut wie besiegelt. Es haette ein wirklich heroische Bevoelkerung gebraucht, um die DDR zu verteidigen. Die gab es nicht. Die Niederlage Honecker anzulasten - auch wenn er Fehler gemacht hat - wird den Tatsachen nicht gerecht. Er war sicher keine charismatische Fuehrungspersoenlichkeit und kein schoepferischer marxistischer Theoretiker. Aber er war bis an sein Lebensende ein ehrlicher, aufrechter Kommunist.

&quot;Man braucht eine Utopie, und genau die hat Honecker gefehlt.&quot; - Leicht gesagt, schwer getan - und, finde ich, ein wenig ueberheblich, wenn es von uns westdeutschen Linken kommt, die wir in der Nachkriegszeit nie viel gerissen haben. Wo ist denn unsere &quot;Utopie&quot; - und Deine, Hamlet ?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hamlet:<br />
So einfach ist das, glaube ich, nicht. Es geht ohnehin nicht um Honecker allein, sondern um die gesamte SED-Fuehrung und zuletzt die gesamte SED, die uebrigen politischen Organistionen in der DDR und die DDR-Buerger selbst und &#8211; auch ganz wichtig &#8211; die Bedingungen, die der DDR als Frontstaat zu Westen aufgezwungen waren. Fehler sind sicher gemacht worden. Aber die Erfolgsmoeglichkeiten der sozialistischen Entwicklung in der DDR waren ziemlich widrig und hingen v.a. nicht von ihr allein ab, sondern in hohem Mass vom Schutz der SU. Als Gorbatschow beschlossen hatte, die DDR zu verraten, war ihr Schicksal so gut wie besiegelt. Es haette ein wirklich heroische Bevoelkerung gebraucht, um die DDR zu verteidigen. Die gab es nicht. Die Niederlage Honecker anzulasten &#8211; auch wenn er Fehler gemacht hat &#8211; wird den Tatsachen nicht gerecht. Er war sicher keine charismatische Fuehrungspersoenlichkeit und kein schoepferischer marxistischer Theoretiker. Aber er war bis an sein Lebensende ein ehrlicher, aufrechter Kommunist.</p>
<p>&#8220;Man braucht eine Utopie, und genau die hat Honecker gefehlt.&#8221; &#8211; Leicht gesagt, schwer getan &#8211; und, finde ich, ein wenig ueberheblich, wenn es von uns westdeutschen Linken kommt, die wir in der Nachkriegszeit nie viel gerissen haben. Wo ist denn unsere &#8220;Utopie&#8221; &#8211; und Deine, Hamlet ?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Hamlet</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13142</link>
		<dc:creator>Hamlet</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 15:32:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.woschod.de/?p=6695#comment-13142</guid>
		<description>Ich glaube, Honecker hatte &#252;berhaupt kein Ansinnen. Der war, wenn am n&#228;chsten Tag die Sonne ebenso schien wie am Tag davor.

H. hatte immer nur ein Ziel: zu bestehen. Aber der Witz am Bestehen ist, dass es nicht gelingt, wenn man nicht mehr anstrebt als nur das Bestehenbleiben. Man braucht eine Utopie, und genau die hat Honecker gefehlt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube, Honecker hatte &#252;berhaupt kein Ansinnen. Der war, wenn am n&#228;chsten Tag die Sonne ebenso schien wie am Tag davor.</p>
<p>H. hatte immer nur ein Ziel: zu bestehen. Aber der Witz am Bestehen ist, dass es nicht gelingt, wenn man nicht mehr anstrebt als nur das Bestehenbleiben. Man braucht eine Utopie, und genau die hat Honecker gefehlt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Lupe</title>
		<link>http://www.woschod.de/2009/11/12/honecker-an-beiden-seiten-vorbei/comment-page-1/#comment-13091</link>
		<dc:creator>Lupe</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 19:32:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.woschod.de/?p=6695#comment-13091</guid>
		<description>Die Quadratur des Kreises, die Neuauflage eines Perpetuum mobile, vielleicht war das ja sein Ansinnen, wer wei&#223;?  :grin:</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Quadratur des Kreises, die Neuauflage eines Perpetuum mobile, vielleicht war das ja sein Ansinnen, wer wei&#223;?  <img src='http://www.woschod.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':grin:' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
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