13. Februar 2010: Auf nach Dresden

Kerstin Sander ist Sprecherin der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB). Die ALB beteiligt sich bereits jetzt an der Vorbereitung der antifaschistischen Proteste gegen einen Großaufmarsch von Neonazis im Februar 2010.

antifa: Die ALB beteiligt sich schon jetzt an der Mobilisierung gegen einen neofaschistischen Großaufmarsch in Dresden im Februar 2010. Warum ist Ihnen dieses Thema besonders wichtig?

Sander: Bei dem Naziaufmarsch in Dresden handelt es sich um eine der größten Zusammenkünfte von Alt- und Neonazis in ganz Europa. Für neonazistische Gruppierungen in der BRD ist der Aufmarsch von zentraler Bedeutung, da sie mit dem Thema »Gedenken an die deutsche Zivilbevölkerung« an geschichtsrevisionistische Positionen eines nicht zu unterschätzenden Teils der Bevölkerung anknüpfen können. Zudem hat der Aufmarsch eine starke Binnenwirkung für das zerstrittene Spektrum der Neonazis. Bei keiner anderen Veranstaltung gelingt das Zusammentreffen von NPD, sogenannten »freien« Kameradschaften mit Burschenschaften und Teilen der Vertriebenenverbände so unkompliziert wie in Dresden.

Das Interview kann man hier weiterlesen.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von Detlef am 28. Nov 2009 um 16:00 Uhr

    “Berücksichtigt werden muss jedoch auch, dass Teile des so genannten »antideutschen« Spektrums mehrere Jahre durch Parolen zur erneuten Bombardierung Dresdens nicht dazu beigetragen haben, ein breites Bündnis mit antifaschistisch gesinnten Dresdnerinnen und Dresdnern zu bilden.”

    sehr schön formuliert

  3. Von Reinhard am 30. Jan 2010 um 15:29 Uhr

    Ich bin ein totaler Gegner der Neonazis und der rechtsextremen Gewalt. Doch in Einem geb ich ihnen recht: sie nennen den brutalen und menschenverachtenden Angriff der Amerikaner und vor allem der Engländer auf unser Dresden “Bombenholocoust”. Dieser Angriff ist nicht zu beschönigen, er war schlimmer als das, was die Nazis je taten. Wenn man dies offen sagt, wird man gleich als Nazi abgestempelt. Wie kann man an diesem historischen Tag auf die Straße gehen und den vielen Toten Dresden’s gedenken, ohne gleich von der Antifa als Neonazi verprügelt zu werden? Mein Herz schlug immer links, auch hab ich immer die Linken gewählt. Aber Dresden ist damals umbarmherzig und völlig sinnlos zerstört worden. Die Schuldigen müssen doch wenigstens genannt werden dürfen. Und für die Zerstörung Dresdens sind ausnahmsweise nicht die Nazis, sondern die USA und England, insbesondere der Kriegsverbrecher Bomber Harris, für den England sogar ein Denkmal aufstellte, verantwortlich.

  4. Von Woschod am 30. Jan 2010 um 18:49 Uhr

    Reinhard, wenn Dresden schlimmer war, als das, was die Nazis je taten, wie würdest Du dann Gernika oder Rotterdam bezeichnen? Wie Auschwitz und Treblinka? Wie den Überfall auf zig Länder? Wie Volkststurm, verbrannte Erde und den totalen Krieg, den bekanntlich Goebbels prägte?

    Ehrlich, wenn ich solche Aussagen wie die Deinige lese, dann bekomme ich das Kotzen!

    Selbstverständlich tragen die Nazis und damit Deutschland die Verantwortung für Dresden, denn der Krieg, der von Deutschland ausgegangen ist, ist letztlich auch nach Dresden zurück gekehrt, welches bekanntlich einen der höchsten Anteile an NSDAP-Mitgliedern hatte.

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