2012

Ich habe mir heute mal den “Weltuntergangsporno” (Lena) von Roland Emmerich angeschaut: 2012.

Also, na ja… *hust*

Die gebildeten Leser meines Blogs wissen doch, ohne bei Wikipedia nachzuschauen, was ein Neutrino ist. Das sind winzigst kleine Elementarteilchen, die eine absolut geringe Masse (quasie Null) haben und mit anderen Elementarteilchen so gut wie nie wechselwirken. Das führt dazu, obwohl sekündlich unzählige Neutrinos durch uns durchsausen, diese nur extrem schwer nachzuweisen sind. Im Film 2012 werden bei einer starken Sonneneruption besonders viele Neutrinos freigesetzt, was dazu führt, das die wie eine Mikrowellenstrahlung das Innere der Erde aufheizen. Dadurch wird innerhalb von drei Jahren der äußere Erdmantel so weich, das die tektonischen Platten (Kontinente, um es einfacher zu sagen) ziemlich wild auf dem flüssigen Erdinneren rumschippern. Und wie es der Zufall so will, passiert das genau an dem Tag, an dem die lange Zählung des Mayakalenders endet. (Und korrekterweise von vorne beginnt.) Waren schon schlaue Leute, diese Mayas. Kannten zwar keine Neutrinos, aber die Sonne hält sich korrekt an den Kalender. Na was solls. Innerhalb von 10 Stunden bewegen sich die tektonischen Platten um ca. 2500 km, danach ist wieder relative Ruhe. Am Ende ist alles untergegangen, außer der afrikanische Kontinent, der ist ein paar tausend Meter angehoben.

Das also ist der wissenschaftliche Hintergrund des Filmes. Selig die, die nichts davon verstehen, denn sie werden den Film ohne Gehirnkrämpfe genießen können. Der Held des Filmes, ein getrennt lebender, aber liebevoller Familienvater, kriegt so 1 Minute vor Game Over mit, was da gespielt wird und rettet seine Familie. Das passiert, in dem er in diversen Fahrzeugen unterwegs ist, und der Weltuntergang immer einen Meter hinter ihm alles kaputt macht. Nicht das der mal Glück hat und das Flugzeug 5 Minuten vor dem Absacken der Landebahn abhebt, nein, der hat ein solch gutes Timing, das dies immer eine Sekunde nach der Rettung passiert. Ehrlich, das nervt ein bisschen. 5 Sekunden länger am Ende, und die Arche, auf der sich die Menschen gerettet haben, hätte sich richtig tief in den Mount Everest reingebohrt. Ja, echt, den Mount Everest! Man kann ja nichtmal sagen, 7500 Meter über NN, weil das Wasser am Ende so hoch steht. Da weisse Bescheid!

Aber eines muss man Emmerich mal lassen. Der Typ hat echt Talent, den Weltuntergang in Bilder zu packen. Da kracht und rummst es an allen Ecken, das es nur so eine Freude ist. Für den Zuschauer. Allerdings, wenn es nicht kracht, dann mieft der Patriotismus nur so von der Leinwand. Aber das kennt man ja von Emmerich.

Auf der berühmten Woschodfilmbewertungsskala bekommt der Film folgende Bewertung:

Anspruch: 0 Punkte (Wo nix ist, da kann nix werden.)
Humor: 5 Punkte (Für den wissenschaftlichen Humbug!)
Action: 10 (Weil echt geiler Weltkaputtmachfilm!)

„Es ist vor allem ein dummer Film – und eine brachiale Anthologie des kinematographischen Desasters. In der Geschichte eines erfolglosen Schundromanproduzenten und gescheiterten Ehemanns, der, um seine Familie zu retten, in der Apokalypse zum Helden wird, gibt es Erdbeben, Flutwellen, Flugzeugabstürze, Schiffsuntergänge, Feuerbälle, einstürzende Neubauten. Und auf der anderen Seite Familie, Durchhaltewillen, Opferbereitschaft. (…) Dumm sind die pathetischen Dialoge, dumm ist die Konstruktion von Weltenbrand und Familiengeschichte (…) Und es gibt natürlich auch etwas Gutes in Emmerich-Filmen. Sie machen letztlich keine Angst: Mögen die Computereffekte, für sich genommen, stets zu überwältigen, erreichen sie mit den realen Aufnahmen nie eine glaubwürdige Einheit.“

(Georg Seeßlen: Der Kaputtmacher. DIE ZEIT, vom 12. November 2009, S. 50)

  1. 8 Reaktionen

  2. Von auch egal nur ein anderer am 1. Dez 2009 um 01:19 Uhr

    Auch geil waren ja die Fliegenden Elefanten und Giraffen an Seilen unter nen Hubschrauber geschnallt über dem Himalaya.
    Und wer hätte gedacht, dass die Autos im Flugzeug tatsächlich zum Einsatz kommen, wenn das Flugzeug abstürzt und der Pilot stirbt?

  3. Von Woschod am 1. Dez 2009 um 02:21 Uhr

    @Es war auch ein Porsche Carrera GT dabei!

  4. Von geru am 1. Dez 2009 um 07:49 Uhr

    und wieder wird die Menschheit ,wie bei Emmerich üblich,durch die Amis gerettet da bleibe ich dann doch lieber daheim und sterbe als das ich denen mein Leben verdanke :cool:

  5. Von Jim Beam am 1. Dez 2009 um 10:46 Uhr

    “Anspruch: 0 Punkte )
    Humor: 5 Punkte
    Action: 10″

    Standardbewertung für fast alle Hollywoodfilme die ich in letzter Zeit gesehen habe. ;-)

  6. Von Woschod am 1. Dez 2009 um 13:28 Uhr

    Tja geru, ich lass mich lieber von den Amis retten als zu verrecken. Aber ich bin ja auch kein verbohrter Dogmatiker.

    (Nebenbei gesagt, sind es bei 2012 hauptsächlich die Chinesen, die die Menschen retten.)

  7. Von geru am 1. Dez 2009 um 14:21 Uhr

    woschod ich hatte das zweifelhafte vergnügen die amis in ohz,als sie dort noch in massen herumstolperten,erleben zu dürfen,das hat gereicht um denen auch in zukunft nur noch mit misstrauen zu begegnen.ich hatte
    schon mit einigen menschen verschiedener nationalität zu tun und abgesehen von ein paar deutschen gegenüber unfreundlichen holländischen jugendlichen habe ich so etwas arrogantes wie diese amis nie wieder erlebt

    die chinesen durften die schiffe bauen und sollten danach eigentlich verrecken ehe der “held” die meinung der mächtigen durch tränenrührige worte änderte ;-)

  8. Von kleinalex am 1. Dez 2009 um 17:17 Uhr

    jaja, kennste ein (bzw. einige wenige im vergleich zur vermeintlichen masse), kennste alle.

    ich mach mir die welt, wie sie mir gefällt!

    rassismus is scheiße! und versucht gerechtfertigter rassismus bleibt ebenfalls scheiße!

  9. Von Woschod am 2. Dez 2009 um 07:33 Uhr

    ich hatte das zweifelhafte vergnügen die amis in ohz,als sie dort noch in massen herumstolperten,erleben zu dürfen,das hat gereicht um denen auch in zukunft nur noch mit misstrauen zu begegnen.

    So entsteht Rassismus und Nationalismus.

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