Erklärung der Soldaten gegen den Krieg: Militärstützpunkte der USA und der NATO gefährden Sicherheit und Frieden!

7. Dezember 2009 20:47

Anmerkung: Bei dem Verband der Soldaten gegen den Krieg handelt es sich um Soldaten der ehemaligen Armee der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik.

Zu dem Aufruf siehe auch: Der Standpunkt des RFB e.V.

Standpunkt des Verbandes Soldaten gegen den Krieg
zur fortschreitenden Militarisierung der Tschechischen Republik
und weiterer Staaten der Europäischen Union

Wir, Teilnehmer der gesamtstaatlichen Versammlung des Verbandes „SOLDATEN GEGEN DEN KRIEG“ – Generale und Offiziere der bewaffneten Kräfte der Tschechischen Republik im Ruhestand, erachten es ausgehend vom Statut unseres Verbandes und seiner Programmatischen Erklärung sowie auf der Grundlage ihrer Fachkenntnisse als unsere Pflicht, die Regierung und insbesondere die Bürger der CR auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die sich nicht nur für die CR und deren Bürger, sondern auch für weitere Staaten in Rahmen der EU durch die Schaffung von Basen der Raketenabwehr der USA auf den Territorien der CR und Polens ergeben.

Die Regierung der CR überschreitet nicht nur dadurch, dass sie die ablehnende Haltung von mehr als 70% der Bürger der CR zur Schaffung von irgendwelchen Militärbasen, einschließlich der Stationierung von Streitkräften der USA auf dem Territorium der CR missachtet, sondern in grober Weise ihr „Amts“-  Mandat einer im Prinzip zeitlich begrenzten Übergangsregierung dadurch weiterführt, dass sie in dieser Richtung bilaterale Verhandlungen mit den USA führt. Entsprechend den neuen Vorstellungen der Militärstrategen der USA und in Übereinstimmung mit der Regierung der CR könnte auf dem Territorium der CR nicht nur eine kleine Basis entstehen, sondern sogar irgendein Kommandozentrum der Raketenabwehr vor allem der USA zuerst vielleicht unter NATO-Führung. Das heißt erneut ein strategisch wichtiges Objekt, das sicherlich Ziel eines ersten Schlages sein würde und eine erhöhte Gefährdung nicht nur der CR, sondern auch für die anderen benachbarten Mitgliedsstaaten der EU darstellt. Die bisher genannten Antiraketen sollen durch Raketen „nur“ kurzer und mittlerer Reichweite ersetzt werden. Das Wesen des Problems besteht aber darin, dass neben den bereits neuen Basen der USA auf den Territorien Rumäniens, Bulgariens, Kosovos und anderer Staaten die Anzahl der neuen Militärstützpunkte der USA auf dem europäischen Kontinent um weitere auf dem Territorium der CR und Polens erhöht werden soll. Das bedeutet eine weitere Zunahme der durch nichts zu begründenden militärischen Präsenz der USA auf dem europäischen Kontinent, der schrittweise zu einer großen Militärbasis der USA wird. Die Vereinigten Staaten sichern sich damit ihre eigene Sicherheit auf Kosten anderer Staaten, die der Gefahr ausgesetzt werden. Darüber hinaus festigen die USA damit ihre Rolle als Welthegemon und sichern sich einen Vorzugszugang zu den lebenswichtigen Energieressourcen. Das alles in Übereinstimmung mit der Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten, in der die Sicherung der Interessen der Vereinigten Staaten auch ohne Rücksicht auf Verbündete festgeschrieben ist.

Die Errichtung der erwähnten neuen Militärstützpunkte der USA bedeutet nicht nur, dass die USA ihre Anstrengungen um die Weltherrschaft verstärken, sondern führt auch zu neuem Wettrüsten, führt zu neuem Misstrauen zwischen den Staaten. Anstelle der erwarteten Entspannung in den internationalen Beziehungen kann es zur Militarisierung einzelner Staaten und zur Militarisierung der internationalen Beziehungen führen.

Die Vereinigung SOLDATEN GEGEN DEN KRIEG ist bereit, mit jedwedem zu diesen Fragen einen offenen und ehrlichen Dialog zu führen.

Im Interesse der Gewährleistung der Sicherheit und einer weiteren friedlichen Entwicklung nicht nur der Bürger der CR, sondern  auch weiterer Staaten auf dem europäischen Kontinent und ungeachtet ihrer EU-Mitgliedschaft

RUFEN WIR AUF

die Regierung der CR

  • jegliche weitere Verhandlungen (einschließlich der bilateralen mit den USA) zur Einrichtung von Militärbasen der USA (NATO) für die Raketenabwehr auf dem Territorium der CR einzustellen;
  • im Rahmen der EU einschließlich des Europaparlaments Verhandlungen zur Gewährleistung der Europäischen Sicherheit ohne Ausweitung und Erhöhung der Militärpräsenz der USA auf dem europäischen Kontinent zu initiieren;

das Parlament der CR            

  • besonders die Abgeordneten der Abgeordnetenkammer des Parlaments der CR ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit  und ihre ideologischen Auffassungen im Interesse der Gewährleistung der Sicherheit der Bürger in Friedenszeiten die Stationierung fremder Militärstützpunkte und fremder Streitkräfte auf dem Territorium der CR in Übereinstimmung mit der Verfassung der CR abzulehnen und nicht zuzulassen; (und das auch eingedenk historischer Erfahrungen)

Die Massenmedien (Presse, Fernsehen, Rundfunk)

  • wahrheitsgetreu, seriös und ausgewogen die Bürger der CR über die Geschichte und die Entwicklung der CR informieren, ohne ideologische Voreingenommenheit, nicht unter politischem Druck, dass sie die Objektivität der Medien bestätigen und sich nicht zur modernen Verfälschung der Geschichte der CR erniedrigen;

Die Bürger der CR  

  • unter Ausschöpfung aller bürgerlichen Initiativen mit noch größerem Nachdruck den wirkungsvollen Widerstand gegen jedwede ausländische Militärbasen auf dem europäischen Kontinent und auf dem Territorium der CR fortzusetzen;

Alle Friedens- und Antikriegsorganisationen, Initiativen und Einzelpersonen im Rahmen des Weltfriedensrates und des Europäischen Friedensforums, diesen Aufruf zu unterstützen.

Prag, den 28.11.2009
Im Auftrag der Jahresversammlung
Rat des Verbandes SOLDATEN GEGEN DEN  KRIEG

Generalltn. i. Ruhestand
Oskar Marek
Mitgl. D. Rates
Oberst i. Ruhestand
Jiri Bures
Vors. D. Rates  
Oberst i. Ruhestand
Bohumil Novak
Mitgl. D. Rates
  1. Eine Reaktion

  2. Von Heinrich Buecker am 14. Dez 2009 um 14:32 Uhr

    Krieg ist illegal
    http://www.war-is-illegal.org/german.php

    Vor dem Hintergrund zunehmender ökologischer Krisen und trotz der Tatsache, dass große Teile der Weltbevölkerung weiterhin extremer Armut, inhumanen Arbeitsbedingungen und wachsenden sozialen Spannungen ausgeliefert sind, werden für das Militär weltweit jährlich fast 1000 Milliarden Euro ausgegeben.
    Der militärisch industrielle Komplex einiger weniger G8 Länder ist für den überwiegenden Teil dieser Ausgaben verantwortlich, welche unkalkulierbare soziale und ökologische Konsequenzen haben.

    Die ungerechte Verteilung von Ressourcen, zunehmend kontrolliert von großen multinationalen Konzernen, die globale Schuldenpolitik sowie grundlegend unfaire internationale Handelsbedingungen wären letztendlich ohne militärische Sicherheit nicht aufrechtzuerhalten. In vielen Ländern wird das Militär zudem zur Unterdrückung der kritischen Opposition eingesetzt.

    Die Anschläge des 11. September werden vermehrt dazu benutzt, die systematische Überwachung der Bevölkerung und die Aushöhlung von Verfassungsrechten zu rechtfertigen. Sogar europäische Staaten haben beim Aufbau von Geheimgefängnissen im Stil von Guantanamo mitgeholfen, in denen wahrscheinlich Folter stattfindet.

    Der Irak wurde auf der Grundlage von gefälschten Beweisen angegriffen, inzwischen starben hunderttausende Menschen und das Land ist zu großen Teilen zerstört, destabilisiert und mit krebserregender Uranmunition kontaminiert.
    Jetzt gibt es bereits öffentliche Äußerungen über Pläne für einen Angriff auf den Iran und die Möglichkeit eines neuen Weltkrieges, was selbst bei gemäßigten Kräften innerhalb des Militärs wegen der unabsehbaren Konsequenzen auf Widerstand stößt.

    Konfrontiert mit der Alternative zwischen einem Krieg, der nach Aussagen einiger westlicher Staatsmänner viele Jahre andauern wird, oder einer möglichen friedlichen Transformation unterstützen wir folgende Forderungen.

    1) [Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Bush und US-Vizepräsident Cheney vor den US-Wahlen im November 2008, gefordert in Solidarität mit großen Teilen der US-Bevölkerung und einer Gruppe von US-Kongressabgeordneten.]
    Darüber hinaus Anklageerhebung vor dem Internationalen Gerichtshof gegen G. W. Bush, R. Cheney und andere Verantwortliche in verschiedenen Ländern wegen Beteiligung an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    2) Internationale Untersuchung der Terroranschläge des 11. September 2001. Diese bilden die zentrale Rechtfertigung für den “Krieg gegen den Terror”, aber eine ganze Kette von Indizien zeigt, dass die offizielle Darstellung des 11. September nicht stimmen kann. Internationale Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kultur einschließlich hoher Militärs im Ruhestand haben neue Untersuchungen gefordert.

    3) Truppenabzug aus Afghanistan und Irak und kein Krieg gegen den Iran. Krieg als Mittel der Konfliktlösung sowie Militäreinsätze im Ausland und Waffenexporte müssen international geächtet werden. In einer zivilisierten Gesellschaft muss Folter in jeder Form verboten sein.

    4) Konversion der Rüstungsindustrie für zivile Zwecke und die Entwicklung von Technologien ökologischer und nachhaltiger Energieerzeugung. Mit einem Bruchteil der jährlichen globalen Rüstungsausgaben, so die Umweltbehörde der UNO, könnte gewährleistet werden, dass weltweit alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser und eine Grundversorgung in Nahrung und Gesundheit erhalten könnten.

    Grundlage dieser Forderungen ist das Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit und Toleranz gegenüber Menschen gleich welcher Herkunft und Religion.

    Zwei verheerende Weltkriege und geschichtliche Katastrophen wie der Naziholocaust als letzte Konsequenz von Nationalismus, Rassismus und Kriegstreiberei müssen immer im Bewußtsein der Menschen gegenwärtig bleiben.

    Wir bitten, diese Erklärung zu unterschreiben und weiter zu verbreiten.
    Was immer wir tun können. Es liegt an uns.

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