Schneechaos in Sachsen

9. Januar 2010 12:00

Ein (fiktiver) Bericht aus der weißen Hölle

Was war das für ein Schneechaos gestern und heute in Sachsen und anderen Teilen Deutschlands. Mitten im Winter! Wer konnte mit sowas rechnen? Zum Glück war wenigstens unsere Regierung jederzeit Herr der Lage. Angela Merkel äußerte sich bereits am Freitagabend in einer Regierungserklärung: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Heute stehen wir an einem Scheidepunkt für unser Land. Im Angesicht mit dem weißen Tod, in Furcht vor den Stunden, die kommen werden, sage ich: Heute kenne ich keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche.“

Wolfgang Schäuble, ehemaliger Innenminister, jetzt Finanzminister in Deutschland, äußerte sich in einem Telefoninterview mit dem Nachrichtensender n-tv: „Ich mache mir große Sorgen um meine Verdienste für Deutschland. Wenn es so stark schneit, besteht Gefahr, dass die Überwachungskamera nicht mehr funktionieren. Wie können wir so unseren Kampf gegen den internationalen Terrorismus intensivieren?“

Ebenfalls bei n-tv sagte Christina Köhler, Bundesfamilienministerin: „Die Bundesregierung rechnet bereits jetzt mit einer kurzen, aber kräftigen Geburtenzunahme in neun Monaten, besonders in den neuen Bundesländern.“

Am schlimmsten traf es Sachsen. Bereits am frühen Freitagabend vermeldete Spiegel Online in seinem Liveticker: „18:56 – Die ersten Schneeflocken fallen. Die Bundeswehr wird in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.“

Unser Reporter Josef A. Preiselbauer (Der Preiselsepp) war in Sachsen unterwegs und schaute dem Volk aufs Maul. Hier einige Stimmern der aufgebrachten Volksmassen:

Sandro D., 21, Angestellter eines Supermarktes in Dresden: „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Bereits um Sechs standen die ersten Kunden vor der Tür. Fünf Minuten nach der Öffnung unseres Geschäftes prügelten sich die Menschen um die letzte Schachtel Streichhölzer.“

Ursula T., 35, Büroangestellte aus Radeberg: „Wir haben uns extra Lebensmittel eingefroren. Unsere größte Angst war, das der Strom ausfällt und unsere Tiefkühltruhen nicht mehr funktionieren.“

Dieter F., 24, Arbeitsloser aus Bischofswerda: „Das totale Chaos, soviel Schnee, schlimmer als damals in Stalingrad.“

Jens A., 16, Hauptschüler aus Dresden-Gorbitz: „Ey Alda, voll krass ey, wir haben voll konkret brutalen Schneemann gebaut Alda, ich schwör!“

Gertrude F., 53, Hausfrau aus Görlitz:„Wir hatten Angst, dass wir das nicht überleben. Bereits am Abend waren 2 Zentimeter Schnee gefallen.“

Lutz P., 42, Polizeibeamter aus Freiberg: „Waaaahnsinn! Ich sag nur: Waaahnsinnnnn!!! Wir waren im Dauereinsatz. Meine Kollegen haben mich mindestens dreimal rausgeschickt, um ihre Autos von den Schneemassen zu befreien.“

Alfred Hechtmüller, 62, Unternehmer aus Kamenz: „Die Mitarbeiter meines Autohauses sind heute Morgen nicht zur Arbeit gekommen. Das werde ich mir nicht bieten lassen und Gott verklagen.“

Paul W., 36, Arbeiter aus Freising, zu Besuch in Dresden: „Warum hat uns niemand gewarnt? Nicht mal die BILD-Zeitung ist gekommen.“

Und die Meteorologen? Schliefen sie die ganze Zeit? Wir fragten bei einem direkt nach. Frank A., 37, Meteorologe in Berlin: „Ich habe es ja schon immer gewusst! Aber auf mich wollte ja wieder niemand hören.“

  1. 9 Reaktionen

  2. Von Frank Abel am 9. Jan 2010 um 12:02 Uhr

    Danke Daniel, ich trockne immer noch die Tränen…

  3. Von Frank Abel am 9. Jan 2010 um 12:03 Uhr

    …und zwar auch vor Lachen!

  4. Von gewe am 9. Jan 2010 um 13:07 Uhr

    Uaaah, ich kullere unter meinem Tisch herum und halt mir den Bauch…

  5. Von kleinalex am 9. Jan 2010 um 15:10 Uhr

    wozu görlitz alles führen kann :P

  6. Von dauni am 9. Jan 2010 um 16:14 Uhr

    Ich sag es seit Jahren: Deutschland ist dem Untergang geweiht. Wenn es mit diesem fürchterlichen Schneechaos nicht klappt, sollten wir uns auf die Schneeschmelze und Hochwasser vorbereiten. Leute, kauft Gummistiefel und Gummiboote. Und die Sandsäcke nicht vergessen…

    Herrlich, dein Artikel. Ich lache immer noch. :-D

  7. Von Jens am 9. Jan 2010 um 17:54 Uhr

    Diese Panikmache soll die Menschen beschäftigen, damit sie nicht auf dumme Gedanken, wie Gesellschaftskritik, kommen.

  8. Von Thomas Trueten am 10. Jan 2010 um 00:46 Uhr

    Wie – es schneit? Zum Glück bin gegen Schweinegrippe geimpft… :shock:

  9. Von blitzmerker am 10. Jan 2010 um 14:34 Uhr

    Hahaha, die Gertrude F.kenn ich noch von früher, damals war sie genau so ängstlich wie heute. :idea:

  1. 1 Trackback(s)

  2. 12. Jan 2010: Es ist Winter « Schulbiologie

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