Dresden 13. Februar – Nazis erfolgreich blockiert

Das wird jetzt ein langer Bericht mit sehr vielen Fotos.

Eines gleich mal vorneweg, egal was die Medien für Bilder zeigen und schreiben, die Menschenkette, auch wenn sie kleines Zeichen war, hat nicht einen Nazi aufgehalten. Das ist alleine der Verdienst zig tausender Antifaschisten die stundenlang auf der Neustädter Elbeseite ausharrten und mit ihren Einsatz dafür sorgten, das die Nazis nach 5 Stunden wieder abziehen mussten.

WAS FÜR EIN TAG! WAS FÜR EIN ERFOLG!

Erstmals ist es heute in Dresden gelungen, den Naziaufmarsch zum 13. Februar komplett zu verhindern. Nicht nur, das mit gerade mal 5000 Nazis viel weniger anreisten als befürchtet, sie kamen keinen Schritt weit. Damit ist das Konzept von „Dresden Nazifrei“ und „No pasarán“ mit durchschlagendem Erfolg aufgegangen. Ich weiß gar nicht, wie ich meine Freude ausdrücken soll, es ist einfach der Wahnsinn! Zigtausende, wohl 10-15000 Antifaschisten aus Dresden, aus allen anderen Bundesländern und aus dem Ausland schafften endlich, woran die vergangenen Jahre scheiterten.

Aber ich will meine ganz persönlichen Eindrücke von Anfang an schildern.
9 Uhr war ich am Albertplatz, zu welchem bereits gestern mobilisiert wurde. Da waren bereits mehrere hundert Menschen im Haltestellenbereich anwesend. Die Polizei machte zwei Durchsagen, dass die Kundgebung / Demonstration nicht genehmigt ist und das doch bitte alle in Richtung Altstadt gehen sollte. Aber Hallo! Wozu sind wir denn gekommen? Einzig und allein von einer Person mit Megaphon einer bestimmten Partei, ich will sie gar nicht nennen, ich sag nur: „Echter Sozialismus“, kam die Ansage, das man gegen die Forderungen der Polizei protestiert, man sei gegen den Faschismus da, aber werde wohl dann unter Protest in die Altstadt gehen. Oder sollte ich mich etwa verhört haben? Meine Fresse!

Auf einmal brach bei der Polizei große Hektik aus und fast alle ihre Einsatzwagen verschwanden Richtung Bahnhof Neustadt. Damit war die Kreuzung Albertplatz freigegeben. Es dauerte keine Minute und die Leute befanden sich alle auf der Straße. Und wieder war es diese gewisse Partei, die erst mal einen Gesprächskreis mit Offenen Mikrophon aufführen musste, ehe sie dann 10 Minuten später nachkam. Hörte man ihnen aber zu, hätte man denken können, sie alleine hätten die Proteste auf die Beine gestellt.

Na egal, der Albertplatz war besetzt und damit in unserer Hand. Wir waren da nicht mehr wegzukriegen. Kurz darauf kamen auch zwei Lautsprecherwagen und die Menge an Menschen nahm immer mehr zu. Damit war klar: Hier kommt kein Nazi mehr durch! Der Polizei blieb nur noch übrig die Antonstraße Richtung Bahnhof Neustadt komplett abzusperren. Ein erster Erfolg! Eine Spontankundgebung gegen das Demonstrationsverbot der Linken in der Neustadt wurde genehmigt.

Zu den Zeitpunkt kamen auch weitere Erfolgsmeldungen über den Ticker. Die Hansastraße ist dicht. Damit waren zwei mögliche Hauptrouten der Nazis blockiert. Auch von kleineren Blockaden in den Nebenstraßen hörte man. Und noch immer kamen mehr Antifaschisten auf die Plätze.

Viele bekannte Freunde liefen mir über den Weg, sogar aus Hannover. Gut fand ich auch, zwei Fahnen der Piratenpartei zu sehen.

Gegen 11 Uhr wollte ich dann die Seiten wechseln. Also nicht zu den Nazis sondern vom Albertplatz zur Hansastraße. ;) Das war gar nicht so einfach. Mehrere antifaschistische Kleingruppen waren in der Neustadt unterwegs, aber eine Unterquerung der Bahnlinie gelang erst 2-3 Kilometer weiter nördlich. Aber sie gelang.

Auf der Hansastraße dann… Mehrere tausend Blockierer. Leider bot sich mir aber erst mal ein weniger schönes Bild. Zwischen Polizei und Antifaschisten gab es eine hektische Hetzjagd. Die Gründe waren mir unbekannt aber zum Glück wurde es schnell wieder friedlich.

Und dann standen und saßen da wirklich unzählige Menschen dicht gedrängt vor einer Polizeiabsperrung. So war es geplant. Menschen aus allen Ecken. Sogar tschechische Fahnen und Genossen des KSM waren da. Und trotz Kälte und Schneematsch eine Bombenstimmung. Warmes Essen und Getränke gab es in einer mobilen VoKü.

Und immer wieder die bange Frage, wird es für die Nazis doch noch eine Route geben? Dann der Schreck: Das das AZ Conni wurde überfallen. Keiner konnte etwas Genaueres sagen. Aber klar war: Jetzt erst Recht. Wir werden heute nicht weichen. Dann hieß es, mehrere hundert Nazis kommen die Großenhainer Straße herunter. Das war nicht gut. Dort befindet sich der Klub Roter Baum und Büros der Linkspartei. Viele Antifaschisten liefen ihnen entgegen, die Blockade wurde trotzdem nicht kleiner. Letztendlich nahmen die Nazis aber doch eine andere Route.

Zwischendurch versuchte eine Staffel von sieben Polizeihubschraubern im Formationszug Eindruck zu schinden. Bei wem nur? Währenddessen kam es in den Nebenstraßen zu kleineren Rangeleien, Blockaden und Widerstand durch Antifas und die Polizei musste sich in ihren Autos offensichtlich auch durch Bier stärken. Einzelne Antifaschisten wurden in einer Hausdurchfahrt festgesetzt und sogar daran gehindert, ihre Namen laut zu rufen. Warum? Das konnte die Polizei nicht beantworten.

Um 16 Uhr wurde es dann wirklich kritisch. Die Fritz-Reuter-Straße über die Hansastraße wurde massiv abgeriegelt. Polizeiwagen an Polizeiwagen bildeten eine Barriere, dahinter fuhren zwei Wasserwerfer auf. Sollte da etwas doch noch ein „Trauer“-Marsch der Nazis durchgehen?

Was folgte, war eine spannende Stunde. Mehrere Einkaufswagen von Lidl kreuzten den Weg der Polizei. Diese machte sich mit Durchsagen lächerlich: „Hier spricht die Polizei. Wir fordern sie auf, nicht mit Schneebällen auf die Polizei zu werfen.“ Och nöööö!

Auf der Hansastraße entflammte eine Barrikade. Und wer jetzt meint, alles Chaoten, hey, die hatten es wenigstens kurze Zeit mal warm. Und wegen ein paar brennenden Mülltonnen geht die Welt nicht unter. Diese wurden auch recht schnell vom Wasserwerfer gelöscht. Dort habe ich auch die berüchtigte Polizeieinheit mit den Bambusschlagstöcken gesehen, mit denen Demonstranten schon 2009 Bekanntschaft machten. Diesmal blieben sie aber wenigstens stecken. Leider kam es aber hinter der Blockade auf der Hansastraße noch zu einigen Festnahmen.

17 Uhr war es soweit. Der Naziaufmarsch findet definitiv nicht statt. Wir haben es geschafft! Was für ein Erfolg! Die Stimmung war unbeschreiblich. In einer lauten und jubelnden Demo ging es durch die Neustadt zum Albertplatz, wo wir uns mit den dort Ausharrenden vereinigten. Tja ihr Nazis, wir haben unsere Demo bekommen, ihr nicht, Ätsch!

Nach dem Ende kamen noch einige schlechte Nachrichten. So werden die abreisenden Busse der Antifaschisten weit hinter Dresden noch von der Polizei aufgehalten. Nun ist aber gut! Rückblickend kann man sagen, dass sich die Polizei auch heute recht gesittet benommen hat, soweit ich das mitbekommen habe. Da war es die vergangenen Jahre definitiv schlimmer.

Hier noch zum nachträglichen Verfolgen der Twitter von No pasarán.

  1. 48 Reaktionen

  2. Von Joachim am 13. Feb 2010 um 23:11 Uhr

    Hab hier ein paar Live-Audiomitschnitte von coloRadio in Dresden:

    http://joachim-munich.blogspot.com/2010/02/live-audiomitschnitte-coloradio-von-der.html

    Grüße Joachim

  3. Von tutnichtszursache am 14. Feb 2010 um 00:09 Uhr

    geile aktion von euch allen .die in dresden gewesen waren !!!! wäre gerne dabei gewesen :cry: aber echt toll gemacht !!

    die pics sind sehr geil geworden , das beste ist mit den einkaufswagen …hmmmm wollten die bullen einkaufen gehen ,

    see you 27.03 Lübeck .. und auch da gilt “no pasaran”

  4. Von boller am 14. Feb 2010 um 00:55 Uhr

    wunderbare aktion in dresden!
    kommt alle im märz nach lübeck, da wollen die faschisten wieder aufmarschieren…

  5. Von . am 14. Feb 2010 um 01:05 Uhr

    Zu Bild 45:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Relentless_(drink)

  6. Von Makku am 14. Feb 2010 um 02:35 Uhr

    hey saugeile sache die wichser marschieren nirgends mehr^^ applaus geht an euch alle heute raus

    nazis raus!

  7. Von wunderbarrosa am 14. Feb 2010 um 12:36 Uhr

    Ich bin sehr stolz auf alle, die dabei waren und mit persönlichem Einsatz klargemacht haben, dass Neonazis NICHT DURCHKOMMEN. Wünschte, beim nächsten Aufmarsch in Hoyerswerda würde das den Bürgern auch gelingen. Danke an alle Aktivisten!

  8. Von Ken Guru am 14. Feb 2010 um 13:25 Uhr

    Mein besonderer Dank gilt vor allem der vordersten Front direkt auf der Kreuzung vor dem Bahnhof (Hansestr.), wo sich ca. 100 – 150 Gewerkschafter (ver.di, GEW, IGM) plus Attack eingefunden hatten. Gut zu sehen, dass nicht alle den DGB-Aufruf zum friedlichen Händchen halten gefolgt sind. :mrgreen:

    Ansonsten bleibt nur noch anzumerken, dass die Polizei sich im großen und ganzen wirklich zurückgehalten hat. Gut, dass die Dresdner Einsatleitung die Schläger aus BaWü, Bayern und Berlin halbwegs im Griff hatte.

  9. Von p4ntarhei am 14. Feb 2010 um 13:36 Uhr

    am meisten wird mir angst und bange wenn ich die robocops sehe

  10. Von Lothar (KW Hannover) am 14. Feb 2010 um 15:13 Uhr

    Auch wenn Dresden insgesamt natürlich ein Erfolg war, aber marschiert sind sie wohl doch: Wir wären ihnen jedenfalls beinahe in Höhe der Fritz-Reuter-Str. in die Arme gelaufen, als ca. 2000 von ihnen die Hechtstr. in Richtung Bahnhof langmarschierten.

  11. Von kasi am 14. Feb 2010 um 16:11 Uhr

    Es war wirklich toll, dass es uns gelungen ist!

    wenn ihr den erfolg wiederholen wollt und hier schon die nächsten aufmärsche “beworben” werden:

    ihr müsst gar nicht so lange warten

    montag, 15.01.2010, auf nach cottbus

    kein naziaufmarsch, nicht in dresden, nicht in cottbus, nirgends !!!

    hier der aufruf der antifa cottbus und der link:

    solidarische grüße aus berlin!

    Am Montag, dem 15. Februar 2010 wollen Nazis, ausgehend vom Hauptbahnhof, durch Cottbus marschieren, um den “deutschen” Opfern der Bombardierung 1945 zu gedenken.

    Aber nicht mit uns. Wir werden uns das nicht gefallen lassen.
    Die Nazis verfälschen nicht nur die Geschichtsschreibung in Cottbus, in der Täter zu Opfern gemacht werden, sondern knüpfen auch an eine bundesweite Gedenkkultur in ganz Deutschland an. Erinnert sei nur an den europaweit größten Naziaufmarsch am 13. Februar in Dresden. Dort wird mensch dieses Jahr versuchen den Aufmarsch zu verhindern, was mithilfe eines sehr großen Bündnisses auch gelingen kann.

    Auch in Cottbus, werden wir uns den Nazis geschlossen entgegen stellen. Daher kommt alle am 15. Februar nach Cottbus und unterstützt den antifaschistischen Kampf gegen Nazis.

    1945 kehrte das was von deutschem Boden ausging zu seinem Ausgangspunkt zurück. Cottbus war seiner Zeit ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Munitionstransporte und insofern ein strategisches Ziel. Deswegen bombardierten die Alliierten am 15. Februar ´45 den Bahnhof und Fabrikanlagen in der Cottbuser Südstadt.
    Heute, 65 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft, wollen die Neonazis dem Schrecken und der Vernichtung gedenken, welchen die Nationalsozialisten verursacht haben. Sie planen einen Demonstrationszug und mehrere Kundgebungen um diesen Verbrechen zu gedenken. Dabei verhöhnen sie das Leid der Opfer auf der ganzen Welt!

    Doch nicht mit uns und nicht in unserer Stadt!
    Am 15. Februar 2010 nach Cottbus!

    Den Naziaufmarsch VERHINDERN! GEMEINSAM und ENTSCHLOSSEN!

    mehr infos:
    http://www.antifa-cottbus.de/

  12. Von Woschod am 14. Feb 2010 um 16:58 Uhr

    @Lothar: Das waren die Spacken, deren Busse man nicht nach Dresden reingelassen hat und die deshalb zu Fuß zum Neustädter Bahnhof latschen mussten.

  13. Von Ozzy am 14. Feb 2010 um 20:32 Uhr

    Schön, dass dieses Braune Pack gestoppt werden konnte! :razz: Danke für den tollen Bericht!!!

  14. Von Felix am 14. Feb 2010 um 21:12 Uhr

    Schöne Bilder!

    Eines will ich aber noch mal los werden. Die Menschenkette hat wenn auch passiv und un-gewollt/bedacht zur Blockade beigetragen. Sie hat in Verbindung mit dem von Stadt und Polizei verfolgten Konzept der Räumlichen Trennung von Nazis und Gegendemonstranten dazu geführt, dass die Nazis auf die neustädter Seite verwiesen wurden. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für uns. Einerseits erleichterte das die “Anreise” eines Großteils der Dresdner Aktivisten. Zum anderen und vielleicht entscheidendem ist das Gelände um den Bahnhof Neustadt wesentlich besser für Blockaden geeignet als die Innenstadt. Auch wenn die eigentliche Arbeit vom Bündnis Dresden-nazifrei und seiner Unterstützer geleistet wurde kann man also der Menschenkette einen minimalen Anteil am Erfolg nicht absprechen.

    Zuletzt möchte ich mich noch bei allen Unterstützern von Außerhalb bedanken. Ohne euch hätten wir es nicht geschafft.

  15. Von Kuno am 14. Feb 2010 um 23:53 Uhr

    Sehr guter Bericht & Einschätzung zum Wochenende in Dresden:

    http://www.classless.org/2010/02/15/dresden-nazis-immerhin-raus-aus-der-altstadt/

  16. Von regido am 15. Feb 2010 um 05:29 Uhr

    :lol: meine glueckwuensche,ich hatte schon befuerchtet das es wieder einmal zu strassenschlachten kommt,es ist aber alles gutgegangen ;-) toll
    gruss regido

  17. Von D. Krüger am 15. Feb 2010 um 07:10 Uhr

    Guten Morgen,

    allen Aktivisten Glückwunsch zum Sieg.
    Danke an Woschod für den Bericht und die Beweisfotos.
    Grund zum jubeln ist nicht lange – der Kampf muß weitergehen – in Cottbus, Lübeck, Gera…
    Und Bourgeoisie feiert ihr Lichterspalier für die Nazis in der Innenstadt – denn Nazis waren nicht nur am Bahnhof Neustadt – sondern in Nadelstreifen auch an und in der Frauenkirche…

    Stark bleiben!

    Besonders aufgefallen ist mir in der bürgerlichen Berichterstattung – es wurde wenig von rechten und linken – sondern allgemein von “Extremisten” gesprochen

  18. Von Siegfried am 15. Feb 2010 um 08:53 Uhr

    1. Herzlichen Glückwunsch!

    2. Anstatt jetzt nachzurechnen, wer wohl den größten Ruhm dafür kassieren sollte (ob berechtigt oder nicht), sollte man sich lieber gemeinsam über das Ergebnis freuen und so weiter machen.

  19. Von Woschod am 15. Feb 2010 um 09:29 Uhr

    Und daran denken: Nach dem 13. Februar ist vor dem 13. Februar.

  20. Von mika am 15. Feb 2010 um 18:34 Uhr

    mein dank gilt der kommunikationsstruktur! diese war einfach fantastisch. man hatte unterschiedliche möglichkeiten sich zu updaten und damit gelang es, das man immer – egal wo man sich gerade befand! – auf dem aktuellsten stand gehalten wurde und ich auch den eindruck hatte, das eben alle auf dem selben stand sind… einfach super gemacht!!! (besonders colorradio :)

  21. Von Hubert am 15. Feb 2010 um 18:42 Uhr

    Das war mal eine sehr tolle Aktion. Ich muss aber sagen, dass die Menschenkette die notwendige Bedingung für das Scheitern des Naziaufmarsches war. Ohne das Engagement so vieler Dresdner in der Altstadt hätte die Einsatzleitung der Polizei anders entscheiden müssen. Stichwort: Versammlungs und Demonstrationsrecht! So und nur so lassen sich Naziaufmärsche in allen Städten Deutschlands verhindern. Die breite Bevölkerung muss entsprechend ihren Möglichkeiten aktiv (Blockade) und passiv (Menschenkette) gegen diese “ewig Gestrigen” protestieren.Und die Polizisten könnten sich sicher auch besseres vorstellen, als für vier Tage durch halb Deutschland zu hetzen um dann so ne horde blöder Nazis zu beschützen.
    Aber weiter so!

  22. Von Woschod am 15. Feb 2010 um 18:54 Uhr

    @Hubert: Ich glaube, das musst Du mal näher erklären, wieso die Menschenkette die Bedingung für das Scheitern des Naziaufmarsches war.

  23. Von Dieter Ammer am 15. Feb 2010 um 19:53 Uhr

    Allen Mitkämfern vom 13. Februar 2010 in Dresden, allen die vor Kälte gezittert und durch Tanzen und Springen versucht haben, ein bißchen Wärme in den Körper zu bringen, gilt ein großer Dank.
    Wir, egal ob Dresdner, Leipziger, Berliner, Chemnitzer oder aus Städten westlich der Elbe, oder auch unsere ausländischen Freunde, wir haben einen großen Sieg errungen.
    Die nicht mehr ganz jungen Worte: ” Gemeinsam sind wir stark, einen Finger kann man brechen, die ganze Faust nicht”, haben sich wieder mal als richtig bewährt.
    Und zwar im Kampf gegen die Nazis. Wir alle haben den Mut gezeigt, uns der wiederentstehenden braunen und schwarzen Gefahr zu stellen. Nicht durch die Elbe getrennt.Die Bilder der friedlichen Blockaden müssen um die Welt geschickt werden. Als Beispiel, was machbar ist, wenn man parteiübergriefend handelt. Die gewonnenen Erkenntnisse müssen nun für weitere Aktionen genutzt werden.

    Jeder friedlich denkende Mensch wird gebraucht. Keiner darf sich scheuen.
    Noch besser wäre es gewesen, wenn keine Zweiteilung in Protest aus der Altstadt und Protest in der Neustadt zu verzeichnen wäre.

    Gruß Dieter

  24. Von D. Krüger am 16. Feb 2010 um 00:31 Uhr

    Guten Morgen,

    @Dieter – das war Klassenkampf in DD – und keine “friedliche” Blockade.
    Und Klassenmkampf ist nicht nur martialische Gewalt – sondern auch ideologischer Kampf.
    Und der passiert im Kopf.
    Und wenn Du die Kerzenträger als Kämpfer betrachtest, dann siehst Du Faschisten in Nadelstreifen – auch Kapitalisten genannt – oder bürgerlichen Politiker….
    Oder “friedliche Bürger” – wer immer die auch sind.
    Jedenfalls spielen die Morgen in Big Brother mit – oder heute schon, die Blödiane merken es nur nicht.
    @Dieter – auf welcher Demo waren mehr Leute – auf den Rosenmontagsumzügen oder in Dresden oder Cottbus zusammen?
    Und die Kerzenständer in DD waren auch nur verschwindent von vorgestern…

    Stark bleiben!

  25. Von D. Krüger am 16. Feb 2010 um 00:46 Uhr

    Guten Morgen,

    @woschod – genau das ist es …
    ein Pferd wurde vor lauter Siegestaumel in grauer Vorzeit in eine Stadt gezogen….
    Wir sollten auf dem Teppich bleiben. Sonst hat der Bourgeoa uns genau da, wo er uns haben will – taumelnt vor Siegeswollust… und nach Cottbus ist heute keiner von den DD – Demonstranten gefahren! Die standen mit ihren Nazis alleine da. DD ist eben eine “Weltstadt” und Cottbus…
    Und in Gera werden auch nur die da sein, die immer da sind -und nach Lübeck fährt auch keiner aus DD oder Greiz, Jena, Weimar, Chemnitz, Hannover….
    Das ist den Demotouristen zu weit und anstrengend.
    Wir haben gesiegt…!
    In DD – und sonst? Was war danach in Pirna, in Gera – schon gehört?
    Es geht seinen Gang.

    Stark bleiben!

  26. Von Nordsachsen am 16. Feb 2010 um 11:05 Uhr

    Was seit ihr nur für peinliche gestalten ?!
    Barrikaden errichten,anzünden,autos und busse zerstören,…usw…und ihr redet von friedlich ?!
    Ihr heult um euer zeckenhaus rum,doch ihr braucht euch nicht wundern wenn man gleiches mit gleichem wieder grade rückt !!
    Auch nächstes Jahr werden wir wiederkommen,so wie sich das für jeden Deutschen gehört,nämlich den toten Deutschen zu gedenken !!
    IHR seit der Abschaum,den hier keiner will !!

  27. Von Woschod am 16. Feb 2010 um 11:29 Uhr

    Natürlich Nordsachse, Nazis, also richtige Deutsche, greifen keine anderen Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe, Religion, sexuellen Ausrichtung oder einfach Obdachlosigkeit an. Nazis sind nicht verantwortlich für den Tod von über 100 Menschen in Deutschland in den letzte 20 Jahren.

    Oder verwechsel ich da was?

    Du willst mir erzählen, wen hier keiner sehen will? Warum sind denn dann bei den nationalen Aufmärschen immer ein Mehrfaches an Gegnern da? Wo waren denn am 13.2. Eure Legionen, als mehr als 20.000 Menschen in Dresden gezeigt haben, dass sie Euch nicht wollen? Ihr Spacken erzählt uns, das wir uns für unseren Widerstand gegen Euch Leute aus ganz Deutschland zusammenkarren mussten. Warum kamen dann von Euch mehr als die Hälfte der Kameratten mit Bussen an? Kamen die alle aus Dresden und haben vorher eine Sachsenrundfahrt gemacht?

    Ihr armen, braunen Würstchen leidet doch total unter Realitätsverlust. So siehts aus.

  28. Von peter am 16. Feb 2010 um 12:43 Uhr

    Fand die Veranstalltung richtig Klasse, vorallem die gute Stimmung aller Beteiligten. War ein gutes Zeichen,und das im nachhinein auch aus dem anderen Teil “der geteilten Stadt” Leute mit weißen Rosen sich dazugesellten. Schön wenn eine Stadt zusammenhält. War ja auch wichtig in diesem Zusammenhang.
    Und da ich ja auch Nazis kenne, weis ich welches Klientel da rekrutiert wird. Aber wenn der Staat denen Bildung zugänglich macht – schwupp, sind es keine Nazis mehr, sondern auch Normalbürger. Dann kann der Aufmarsch in einem Vorgarten stattfinden, aufgrund der geringen Anzahl von Teilnehmern ;-)

  29. Von Peti am 16. Feb 2010 um 12:58 Uhr

    Ich gratuliere allen! Ich bin zwar schon über 70 Jahre alt, aber im nächsten Jahr werde ich dabei sein!

  30. Von Mitsch Unkeln am 16. Feb 2010 um 14:04 Uhr

    Der Blockadesong von Karen Elliot & the Antifa Swingers:
    http://www.hedonist-international.org/?q=de/node/931
    via spreeblick

  31. Von Siegfried am 17. Feb 2010 um 10:12 Uhr

    @Woschod (wg. Hubert): Das ist recht einfach. Und das geht auch aus seinem Text hervor. Die Menschenkette hat die Entscheidungen der Polizei beeinflusst. Und zwar so, dass die direkten Aktionen gegen die Nazis eher toleriert wurden.

    Es macht eben einen Unterschied, ob der Staat gegen ein “paar linke Randgruppen” oder gegen einen Großteil der bevölkerung vorgehen muss.

  32. Von Holger am 17. Feb 2010 um 12:08 Uhr

    An alle Teilnehmer der Protestaktionen

    MITMACHEN: -> etherpad.com/tdH7uTpNUB

    1. Was war am 13.Februar 2010 GUT? (kurz, prägnant, sachlich, konstruktiv)
    2. Was war am 13.Februar 2010 SCHLECHT? (kurz, prägnant, sachlich, konstruktiv)
    3. Was muss nächstes Jahr am 13.Februar 2011 BESSER werden?

    EINFACH eintragen …

  33. Von Dieter Ammer am 17. Feb 2010 um 20:02 Uhr

    Hallo D. Krüger,

    ich habe meine Ausführungen auf die friedlichen Blockaden gegen die Nazis bezogen.
    Das es Klassenkampf war, brauchte ich nicht zu erwähnen.
    Und über Kerzenträger habe ich mich nicht ausgelassen.

    Einige Worte von Dir kann ich nicht nachvollziehen.
    Wo hast du gestanden?

    Dieter

  34. Von AAWM am 18. Feb 2010 um 15:36 Uhr

    Schöner Bericht,gibts noch mehr Bilder von der Antifa Demo am ende?

    Oder Bilder die das Fronttranspi besser zeigen?

  1. 15 Trackback(s)

  2. 13. Feb 2010: trueten.de - Willkommen in unserem Blog!
  3. 14. Feb 2010: redblog.twoday.net
  4. 14. Feb 2010: trueten.de - Willkommen in unserem Blog!
  5. 14. Feb 2010: Linksammlung zu den Blockaden in Dresden | Spreeblick
  6. 14. Feb 2010: Der 13. Februar in Dresden: Nazi-Aufmarsch verhindert – rattlab.net
  7. 14. Feb 2010: Ein leiser Hauch von Terror :: Polizeigewalt in Dresden
  8. 14. Feb 2010: reapers blog
  9. 14. Feb 2010: Dresden 13.02.10 … Erfolgreiche Naziblockade! « Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft
  10. 15. Feb 2010: Nazi-Blockade in Dresden 13.Februar 2010 « Irgendwasanderes
  11. 15. Feb 2010: thetac
  12. 15. Feb 2010: Dresden-Neustadt, Normandie, … « c0mmunismé
  13. 15. Feb 2010: Dresden: Mitte – Extremismus – Gewalt « Das Leben zum Ponyhof!
  14. 15. Feb 2010: Naziaufmarsch in Dresden verhindert! « …und es regnet Kaviar.
  15. 16. Feb 2010: Was so bewegt! » Blog Archive » Dresden, antifaschistische Aktion, Berichte und weiter …
  16. 17. Feb 2010: Zukunftswerkstatt Jena » Blog Archiv » NAZI-Aufmarsch stoppen

Zu diesem Beitrag sind keine Kommentare möglich.