Ziegenhals: Protest gegen Abriss! Jetzt handeln! Eine rote Nelke für Teddy! Auf nach Potsdam in 14 Tagen!

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen, sehr geehrte Damen und Herren,

der Abriss der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte hat begonnen. Wir haben heute einen ersten Protest in Ziegenhals organisiert. Herzlichen Dank an alle, die heute vor die Gedenkstätte gekommen sind!!

Unsere Wut und Empörung bleibt. Respektlos wird das heute so dringend notwendige antifaschistische Andenken, das die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals verkörpert, zerstört. Ziegenhals, einst ein Ort der Begegnung, Erinnerung und der Würde wird durch Gröger und durch die Untätigkeit der politischen Verantwortlichen, zu einem Ort bundesdeutscher Schande umgewandelt. Die Opfer des Faschismus werden gerade in Ziegenhals noch ein zweites Mal ermordet.

Wir wollen jedoch festhalten: Der Denkmalschleifer von Ziegenhals, Gerd Gröger, Ministerialrat aus Brandenburg a. D., Gesellschafter der Karhausen GmbH und weiterer Firmen, stellvertretender Vorsitzender des VDI (Verband Deutscher Ingenieure) im VDI-Fachbereich Architektur (Ausstattung von und mit Sanitärräumen), …, ist bei dieser ganzen Schandtat letztlich der kleine Fisch, das letzte gernegroße Glied in der Kette. Keine Frage, wir werden ihn mit unseren möglichen Mitteln zur Verantwortung ziehen. Aber entscheidend ist u. E., dass in Potsdam diese anti-antifaschistische Denkmalschändung akzeptiert wird. Der Ministerpräsident Platzeck glänzt seit Jahren durch Passivität. Der jetzige Abriss stellt auch die antifaschistische Glaubwürdigkeit von Platzeck und seiner ganzen Partei in Frage. Wem nützt der Abriss einer antifaschistischen Gedenkstätte? Jeder denkende Mensch kann diese Frage selbst beantworten.

Wie verhält sich jetzt die Linkspartei – vor allem in Brandenburg? Die Solidaritätsbekundung waren zahlreich. Heute waren unter den Protestierern in Ziegenhals natürlich wieder Linkspartei-Mitglieder. Die aktive Solidarität aus dieser Partei hat uns wieder und wieder geholfen – seit Jahren. Aber aus Potsdam hören wir seit Wochen nichts mehr. Bedauerlich finden wir es, wenn der Landesvorsitzende Thomas Nord davon spricht, dass das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz geändert werden soll, damit künftig solche willkürlichen Abrisse verhindert werden sollen. Künftig? Warum soll dieser Abriss jetzt nicht verhindert werden? Warum wird der Empfehlung der Landesverfassungsrichter nicht entsprochen und eine Enteignung durchgesetzt?

Wenn die Linkspartei jetzt nicht aktiv und nachhaltig handelt, dann macht sie sich letztlich mitschuldig. Ja, dann wird es heißen: Nicht nur kurz vor dem 65. Jahrestag, nein auch noch unter der SPD-Linkspartei-Landesregierung konnte Ziegenhals zu einem Schandmal werden.

Genossinnen und Genossen der Linkspartei, Genosse Thomas Nord, Genossin Kerstin Kaiser: Handelt! Handelt jetzt! Lasst Euch nicht für einen Abriss instrumentalisieren. Gebt Euch nicht her für solche eine Tat. Es stinkt gehörig nach Parteien-, Ämter- und Vetternwirtschaft, mal sehen, was wir noch alles ausgraben werden.

Wir jedenfalls werden handeln, wie wir es seit 20 Jahren unermüdlich tun, und fordern alle auf uns zu unterstützen:

1.) Morgen, am Mittwoch, den 5. Mai 2010, treffen wir uns vor dem Hauptgebäude der Humboldt Universität (Unter den Linden). Bitte seit bis spätestens 17:30 Uhr dort! Wir werden ab 16:30 Uhr anwesend sein – mit Transparenten, Flugblättern, Mikrofon und Anlage.

Kommt zahlreich! Es kommt wieder einmal auf jede und jeden an!

Anlass unseres Protestes ist der Vortrag, den Gerd Gröger morgen ab 18:00 in der „Kommode“, Raum 144 hält. Wir wiederholen: Während er eine bedeutende Gedenkstätte vernichten lässt, faselt er von Baurecht. Während er, die Tatsachen verhärten sich in diese Richtung, ohne gültige Abrissgenehmigung seit Montag abreissen lässt, erhält er überhaupt noch Zutritt in ein Gebäude der Rechtswissenschaft. Das ist, als würde ein Bock in dem morgigen „Praktikerseminar“, wie es heisst, über Garten- und Pflanzenpflege sprechen.

2.) Was soll weiter in Ziegenhals passieren? Wir schlagen vor und rufen auf: Eine rote Nelke für Teddy! Wir fordern alle Menschen auf, geht nach Ziegenhals. Seht Euch nur an, was dort passiert und bitte steckt eine rote Nelke in den Zaun, als Zeichen Eures Protestes. Als Zeichen, dass ihr den Erhalt wollt und den Abriss verurteilt.

3.) Wir werden am 7. Mai, 8. Mai und 9. Mai für eine größere Demonstration in Potsdam mobilisieren, die in ca. 14 Tagen stattfinden wird. „Platzeck wir kommen“, das haben wir auf unserem letzten Protestzug versprochen. Wir halten unsere Versprechen. Nähere Angaben folgen in Kürze.

Selbstbewusst stehen wir zu unseren Forderungen:

Kein Abriss der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte!

Selbstverständlich ehren wir Ernst Thälmann, den Vorkämpfer gegen Faschismus und Krieg, der zum Symbol des antifaschistischen Widerstands wurde.

Selbstverständlich fordern wir für ihn, seine Genossinnen und Genossen, für den opferreichen und mutigen kommunistischen Widerstand diese Ernst-Thälmann-Gedenkstätte am authentischen Ort.

Unversehrt. Öffentlich zugänglich. Auffordernd und aufrüttelnd. Mahnend und lehrend.

Dafür kämpfen wir. Kämpft alle mit!

Anbei senden wir Euch noch eine kleine Auswahl von Material, aus den vielen Emails die wir gestern und heute erhielten. Danke an Hein Pfohlmann, dem ersten Vorsitzenden der Gedenkstätte Ernst Thälmann (GET), Hamburg, Dank an E.Rasmus für ein weiteres Gedicht für unsere Sache und Dank an Dieter Eckhardt für sein Lesezeichen für Ziegenhals.

Bis morgen vor der HU!

mit solidarischen Grüßen
Max Renkl
(Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e.V., Ziegenhals)

Aktuelle Bilder vom 4. Mai in Ziegenhals, Bildquelle: kommunisten-online.de

  1. 2 Reaktionen

  2. Von udet am 11. Mai 2010 um 13:18 Uhr

    leider ganz aktuell, der titel sagt alles. 😥

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/170784.ziegenhals-ist-geschichte.html

  1. 1 Trackback(s)

  2. 1. Jan 2011: trueten.de - Willkommen in unserem Blog!

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