„schmutzige verhungerte Skelette“

Brief von Lt. Bill Cowling an seine Familie über seine Eindrücke bei der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau, 28./30. April 19451

„Das erste, was wir fanden, als wir uns dem Lager näherten, waren Gleise, die herausführten. Auf ihnen standen viele offene Güterwagen. Als wie die Schienen überquerten und zurück in die Wagen schauten, bot sich uns das schrecklichste Bild, das ich jemals gesehen hatte. Die Wagen waren voll mit Leichen. Die meisten waren nackt, alle bestanden nur aus Haut und Knochen. … Viele hatten Schusslöcher im Hinterkopf. Uns wurde speiübel, wir konnten aber nichts tun als unsere Fäuste zu ballen.

Wir … traten durch das Tor und kamen auf einen großen zementierten Platz, um den niedere schwarze Baracken standen. Das Ganze war mit Stacheldraht eingezäunt. Zuerst war niemand zu sehen. Dann kamen plötzlich Menschen (wenn man sie noch als solche bezeichnen konnte) aus allen Richtungen. Es waren schmutzige verhungerte Skelette mit zerrissenen Kleidern, sie schrieen, brüllten und weinten. Sie rannten auf uns zu, packten uns … küssten unsere Hände und Füße und schrieen aus vollem Hals. Endlich gelang es mir, mich zu befreien und das Tor zu erreichen. Ich schloss es ab, damit keiner herauskommen konnte.“

  1. J.H. Linden, Surrender, 1997 []

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