2 x Kommunistische Initiative

Es ist ja nun kein unbekanntes Faktum mehr, dass es von der Kommunistischen Initiative eine Abspaltung gegeben hat. Diese nennt sich (derzeit) Kommunistische Initiative Gera 2010. Ich schrieb in meinem Blog nicht nur einmal darüber.

Kritik gab es inzwischen an meinem Begriff „Abspaltung“. So kann man hier auf mich bezogen lesen:

Das in diesem Zusammenhang letztere KI als Abspaltung bezeichnet wird, entspricht zwar nicht den Tatsachen, sollte aber auch nicht überbewertet werden.

Ich will den Begriff auch nicht überbewerten. Rein technisch hat sich da eines vom anderen schon abgespalten, aber sei’s drum. Ich will gar nicht drüber reden, wer von wem und wer mit wem und wer wieso was. Hatten wir bei den Menschewiki und Bolschewiki ja auch so ähnlich. Am Ende haben die richtigen die Macht bekommen! 🙂

Ein sehr guter und für mich wichtiger Genosse aus meiner Heimat schrieb mir dazu:

Meines Wissens ist Gera 2010 keine „Abspaltung“.

Sie ging aus dem gewählten „Organisationskomitee“ zur Vorbereitung der Perspektivkonferenz hervor; wurde aber „fallengelassen“ als sich Kritik am sektiererischen Kurs breitmachte. Im eigentlichen Sinne haben sich die Flegel usw. abgespalten.

Wie dem auch sei. Es ist nicht entscheidend. Wichtiger für mich ist, daß eine Strategie entwickelt wird, welche die Lage der Kommunisten verbessert und die Kräfte nicht weiter aufspaltet.

Zuerst muß man sich zuhören können und dann sachlich kommunistische Standpunkte finden. Wer sich alleswissend über alle anderen stellt, kann jawohl kein Kommunist in diesem Sinne sein. Die Wissenschaftliche Weltanschauung (Marx-Engel-Lenin) ist kein Dogma, sondern zuerst dialektische Methode der Erkenntnis; d. h. strategisches Handeln aus der konkreten Klassenkampfanalyse entwickeln. Dafür reicht das Abschreiben von Überschriften und Losungen nicht.

Will auch sagen: Die 8 Thesen von KI Gera 2010 sind mir eine brauchbare Anregung für die notwendige Analyse der Klassenkampfsituation. Sie ist es noch nicht selbst; was auch die Verfasser bekennen.

Diese Thesen sind durchaus beachtenswert. Um nur kurz zu zitieren (Hervorhebung von mir):

Die Unterstützer der KI sind nicht klüger als andere Kommunisten, sondern Suchende nach einem gemeinsamen Weg zu einer vereinten kommunistischen Partei in Deutschland. In diesem Sinne sind sie eingereiht in die Schar all jener organisierten und noch nicht wieder organisierten Kommunisten, die es nicht mehr verantworten wollen und können, dass auch zwanzig Jahre nach dem Sieg der Konterrevolution die deutsche kommunistische Bewegung so gespalten und zerrissen ist wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

Ich werde die Thesen jetzt nicht komplett hier einstellen. Ihr könnt sie ja direkt auf deren Seite nachlesen. (Sollte jemand der KI Gera meinen, ich soll sie hier nochmal veröffentlichen, dann mache ich das aber gerne.)

Persönlich möchte ich sagen, dass mich die Entwicklung derzeit überrascht. Ich beobachte es mit Interesse. Und ich denke, es wird noch einige Diskussionen dazu hier geben.

  1. 10 Reaktionen

  2. Von gewe am 29. Apr 2011 um 16:17 Uhr

    Es trillerte mir ein Vöglein heute zu, dass ich mit den Worten
    „… Wichtiger für mich ist, daß eine Strategie entwickelt wird, welche die Lage der Kommunisten verbessert und die Kräfte nicht weiter aufspaltet.

    Zuerst muß man sich zuhören können und dann sachlich kommunistische Standpunkte finden. Wer sich alleswissend über alle anderen stellt, kann jawohl kein Kommunist in diesem Sinne sein. Die Wissenschaftliche Weltanschauung (Marx-Engel-Lenin) ist kein Dogma, sondern zuerst dialektische Methode der Erkenntnis; d. h. strategisches Handeln aus der konkreten Klassenkampfanalyse entwickeln. Dafür reicht das Abschreiben von Überschriften und Losungen nicht.“

    gut leben kann – schon weil hier mein Anliegen in kurzen, verständlichen Worten dargelegt wurde. Also mein Gefühl … , machen wir den ersten Schritt und danach erst den zweiten Schritt. Der erste Schritt ist wahrscheinlich der schwerste.

  3. Von Uwe am 29. Apr 2011 um 20:13 Uhr

    😉 Einheit aller linken Kräfte ist eigentlich das wichtigste, das
    denk ich mal kann man von den Kommunisten lernen die gegen den Faschismus gekämpft haben.
    Sonst werden wir noch in 100 Jahren in diesen ungeliebten Staat uns aufhalten müssen. 🙁

  4. Von rrae am 1. Mai 2011 um 15:42 Uhr

    Stalinisten und DDR-Beweihräucherer sind so obsolet wie ein Kropf. Sie sind schließlich schuld daran, dass ein großteil der Menschen an lauter negative Dinge denken, wenn sie den Begriffe „Kommunismus“ und „Sozialismus“ hören. Wie wäre es, wenn Stalinisten die Gesellschaft, die sie anstreben, angemessener benennen?

  5. Von Josef A. Preiselbauer am 1. Mai 2011 um 18:53 Uhr

    Na ja, ich kenne den rrae ja, der tickt immer so.

  6. Von Mischka am 3. Mai 2011 um 21:59 Uhr

    Wenn die kopierte KI (Gera) eine Vereinigung der Kommunisten will? Warum sind diese dann nicht in der Ersten KI geblieben? Warum sind sie ausgetreten und haben die 1.KI mit Verleumdungen überschüttet? Als Aussenstehender sage ich mal ganz Ehrlich, ich mag mehr die Erste KI die eine sehr Gute Arbeit leistet.

  7. Von Sepp Aigner am 4. Mai 2011 um 07:14 Uhr

    Mischka:
    Die „Geraer“ kI ist „kopiert“ und für, die in ihr mitarbeiten, stellst Du in Frage, ob es sich um Kommunisten handelt … aber die „Geraer“ ist es die „mit Verleumdungen überschüttet“ ?!
    Warum sie sich von der „Februar“-KI getrennt haben, ist doch ganz einfach auf ihrer Website nachzulesen. Warum stellst Du die Frage so, als sei das ein Geheimnis ?

  8. Von Mischka am 5. Mai 2011 um 09:48 Uhr

    Sepp:
    1.ich habe nicht in frage gestellt das die KI(Gera) das es sich um Kommunisten handelt. Ich habe nur den widerspruch herrausgestellt, wenn die KI(Gera) eine Vereinigung der Kommunisten will, aber vorher die Februar-KI verlassen,die ja eine Vereinigung aller Marxisten-Lenisten in Deutschland wollen. Ist es nicht so, das die Spalter der Gera-KI sich nicht den Beschlüssen der Mehrheit der Februar-KI beugen wollten(?)Wenn es dem so gewesen ist, dann habe ich mich den der der Mehrheit zu fügen und zu akzeptieren, oder ich lasse es und trete raus, aber bitte dann nicht noch irgendwelche Gerüchte in die Welt setzen um die Februar-KI zu schädigen, das hat nichts mit kommunistischer Haltung etwas zu tun im gegenteil das sind mit verlaubt trotzkistische Manieren.
    2. Ich habe die Frage so gestellt, mache aber darum kein Geheimnis.Gewiss kann jeder lesen was auf der Gera-KI-HP steht, Ich kann aber ebenso lesen was auf der Hp der Februar-KI steht,übrigens die Erste und somit die echte KI ist,die gute Arbeit leistet um die Spaltung der Marxisten-Leninisten zu überwinden.

  9. Von Sepp Aigner am 5. Mai 2011 um 19:10 Uhr

    Mischka:
    Ich kann als Aussenstehender nur konstatieren, dass Kommunisten, die vorher gemeinsam in einer „Kommunistischen Initiative“ gearbeitet haben, sich nach Differenzen getrennt haben und jetzt beide Gruppen den Namen beanspruchen. Ich glaube nicht, dass man im Fall der „Geraer“ KI von einer Kopie sprechen kann. Ich habe die Entwicklung der KI von Anfang an verfolgt (http://kritische-massen.over-blog.de/article-zu-den-differenzen-zwischen-den-kommunisten-in-deutschland-55228267.html)und mir scheint, dass es von Anfang an Differenzen – z. B. über das Verhältnis zu anderen Kommunisten und den „Führungsanspruch“ – gab. Die Gruppe um offensiv hat den von Anfang an realitätsfremden Anspruch, unter der – in DEM Zusammenhang sektiererischen – Parole „Klarheit vor Einheit“ nach meinem Eindruck noch radikalisiert und ich vermute, dass das zum Bruch geführt hat.
    Irgendwo habe ich übrigens gelesen, dass in der „Geraer“ KI überlegt wird, den Namen zu wechseln.

  10. Von Josef A. Preiselbauer am 5. Mai 2011 um 19:30 Uhr

    Mischka, mit der Aussage „Wenn die kopierte KI (Gera) eine Vereinigung der Kommunisten will? Warum sind diese dann nicht in der Ersten KI geblieben?“ hast Du sehr wohl suggeriert, dass die Geraer keine Kommunisten wären. Wenn Dir das selber nicht aufgefallen ist, na ja….

  11. Von Michael am 20. Mrz 2012 um 16:59 Uhr

    Werte Leser,

    während die KI (Hannover) eine einjährige Pause einlegen will, um den Imperialismus zu studieren und sich über den Antiimperialistischen Kampf zu verständigen, geht der Kampf um die Einheit der Kommunisten weiter. Iran, Syrien, Lybien, Tunesien sowie Griechenland und andere internationale Schauplätze des Klassenkampfes benötigen unsere Aufmerksamkeit und entsprechend ihrem Charakter unsere Solidarität, doch wichtiger für Kommunisten ist der Kampf im eigenen Land, an der naheliegendsten Front eines jeden Kommunisten. Das ist sein Betrieb, sein Stadtteil, seine Uni oder Schule, das ist der Kampf an der Stelle, an der jeder steht.
    Deshalb beeilt Euch mit der Analyse und kämpft mit und folgt euren vielen guten Artikeln in der offensiv bei der Herausbildung einer marxistisch-leninistischen Partei.
    Überdenkt eure Strategie, versprecht nur das was ihr halten könnt und einigt Euch.

    Bekämpft das Liquidatorentum, verbindet Theorie und Praxis, kämpft als Kommunisten gegen Faschismus, Armut und Krieg in diesem Land.

    Ein aktiver kommunistischer Beobachter außerhalb Eurer KI. !

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