Mensch Junge Welt, nun entschuldige Dich doch endlich auch mal!

Da hat es die Junge Welt doch tatsächlich gewagt, sich mal für 28 Jahre Berliner Mauer zu bedanken und ein Sturm der Empörung weht durch das Land. Könnte man glauben. Sogar zum Boykott wird aufgerufen.

Auf der Seite Freiheit und Sozialismus, die laut dem Logo zur Linkspartei gehört, findet sich dann auch der Aufruf: „Keine Kooperation mit der Jungen Welt!“ Da bekommt man doch nur noch das Kotzen, wenn man das liest.

Ein richtiger und passender Kommentar kommt dazu von einem Johnny Michel aus Chemnitz, den ich hier im Ganzen wiedergeben will:

An Scheinheiligkeit nicht zu überbieten

Ich schäme mich als Genosse für die Aktion gegen die junge welt. Allein das Lesen des Erstunterzeichners des Offenen Briefes, des Islamhassers M. Broder, der immer noch nicht gemerkt hat, dass der Kalte Krieg zu Ende ist, bereitet mir Schmerzen. Dass sich führende Genossen, wie der Kreisvorsitzende Chemnitz, Nico Brünnler, ebenfalls an der Aktion beteiligen, stimmt mich zornig. Viele der Unterzeichner bedienen sich Zeitschriften, die alles andere als der LINKEN wohl gesonnen sind. Und das ist scheinheilig. Sicher kann man über die Titelseite unterschiedlicher Meinung sein – aber gleich eine Boykott-Hetze lostreten? Zu DDR-Zeiten entschied die jeweilige Bezirksleitung der SED darüber, was in den Zeitungen stehen darf und was nicht. Manche der Unterzeichner scheinen sich in diese alten Zeiten zurück verlieben zu wollen. Oder braucht man schon jetzt einen Buhmann für die zu erwartenden schlechten Wahlergebnisse? Dazu taugt die junge welt nicht. Diese Wahlergebnisse sind Partei-hausgemacht. Mit einem Unterstützungsentzug für die Zeitung beweisen die Unterzeichner mangelndes Demokratieverständnis nach dem Motto: Wasch’ mich, aber mach’ mich nicht nass. Von solchen Menschen möchte ich nicht regiert werden.

Jonny Michel, KV Chemnitz

Der Kommentar von Henryk M. Broder bei der Achse des Guten ist wirklich ganz besonders widerlich. Broder schreibt:

Insofern ist es kein Zufall, dass das Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend in der DDR ebenfalls “junge Welt” hiess, ging es doch darum, die Tradition der HJ fortzusetzen. Ebenso wenig ist es ein Zufall, dass die jW sich heute bei Mauermördern bedankt, die einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des Nationalsozialismus mit menschlichem Antlitz (also mit Autobahnen, Kraft durch Freude aber ohne Auschwitz) geleistet haben.

Aber es ist halt symptomatisch für viele Linke in Deutschland, dass sie lieber auf ihre Feinde hören statt zu dem zu stehen, was eine revolutionäre Linke ausmachen sollte. Dann meinen sie sich vorschreiben lassen zu müssen, insbesondere von Rechten, wie sie sich als Linke zu verhalten haben.

Man sieht es z.B. an einem Kommentar in meinem Blog, wo der Kommentator schreibt:

„Ich sage an dieser Stelle einfach mal danke, daß mit solchen Zeitungsartikeln der Ruf des linken Spektrums starken Schaden nimmt und den antisozialistischen Hetzern Munition geliefert wird…“

Wer sind wir, dass wir von unseren Gegnern unser Verhalten vorschreiben lassen sollen?

Ich halte es da lieber mit dem Revolutionären Freundschaftsbund e.V. (RFB):

Auch wir sagen einfach: Danke!

Danke der sozialistischen Tageszeitung junge Welt

… für die Berichterstattung, Information und Aufklärung in historischen Zusammenhängen, die unumstößliche Wahrheiten darstellen. Wen wundert es, dass diese Fakten zum 13. August 1961 den Interessen der Mächtigen des Kapitals und deren Medien zuwiderlaufen?

So ist der Klassenkampf noch immer! Wer ihn aber leugnet, wie ein Teil der VorstandsLINKEN, vertritt eben nicht sozialistische Interessen, sondern landet – na wo schon? …, und setzt den Bestand der PDL aufs Spiel! Wo die Mitglieder und Sympathisanten des RFB e. V. stehen, symbolisiert auch das Foto: an der Seite der jungen Welt!

Rot Front!

Gerd Hommel, Bundesvorsitzender des RFB.

Und vor allem, Junge Welt, es gibt für uns nichts wofür wir uns bei unseren Gegnern entschuldigen müssen.

  1. 3 Reaktionen

  2. Von Hannes am 29. Aug 2011 um 21:12 Uhr

    Es zeugt schon von einem sehr schlechten Zustand der Partei DieLinke, daß sie es nötig hat, auf dem rechtskonservativen bürgerlichen Mainstream mitzuschwimmen mit der Begründung, wirklich linke Sichtweisen würde ihr Wähler abspenstig machen oder gar der Rechten Munition liefern.
    Die Argumentation läuft aber ins Leere, denn: Wenn wir den Rechten keine Munition mehr für Hetze und Difamierung liefern wollen, sollten wir uns auflösen und aus der Politik zurückziehen! Denn sie werden ALLES was wir tun und sagen gegen uns wenden, hauptsache sozialistische Gedanken werden diffamiert.
    Daher war das Titelbild des 13. August völlig gerechtfertigt: Danke für die Sicherung der Staatsgrenze gegen die westdeutschen Imperialisten! Danke für weitere 28 Jahre Sozialismus, Knast für Alt- und Neonazis, freie Bildungs- und Gesundheitsversorgung und vieles mehr! Wer die DDR verteidigt, muß auch die Sicherung ihrer Existenz verteidigen.
    Angesichts der rechten Medienhetze gegen die DDR zum 13. August 2011 von Zeit bis FAZ und BILD, war es völlig richtig, eine Gegendarstelung aus linker Sicht zu bringen!Wer jetzt auf die Linie der antikommunistischen Medien einschwenkt, ist kein Linker, sondern nur ein pseudosozialistischer Antikommunist, wie Caren lay und andere von der (Anti)“Emanzipatorischen Linken“.
    Sie stehen sogar rechts von Kennedy und McNamara, die erkannten, daß eine Mauer besser als eiN Krieg sei. Den aber wollten die westdeutschen Reaktionäre, weshalb auch am 14. August die westdeutschen zeitungen plärten: Die Amis haben uns im Stich gelassen und keine militärischen Maßnahmen zur Verhinderung des Mauerbaus eingeleitet!

  3. Von gewe am 29. Aug 2011 um 21:36 Uhr

    Die PDL-Führung hat schon lange meine Schmerzgrenzen überschritten.
    Deren Antikommunismus kann sich mit dem des rechten Parteienspektrums messen. Von der sozialdemokratischen Führung der PDL kann das arbeitende Volk nichts wirklich brauchbares erwarten. Die sind im Lager der bürgerlichen Parteien angekommen – die sich meist nur mit sich selbst beschäftigen und hin und wieder einen heißen Furz absondern. Ansonsten verrichten sie ohne Skrupel die von Ihren Auftraggebern verlangten „Sozialarbeiten“. Den Reichen noch mehr und möglichst alles – den Armen nichts und weniger.
    Wenn man nicht die jungen Genossen erleben würde, wenn es darum geht, den aus den Löchern kriechenden Nazis den Weg zu versperren, man könnte für dieses Land alle Hoffnung auf Besserung verlieren.

  4. Von David am 5. Sep 2011 um 15:39 Uhr

    Meine Güte ist der Streit um die Junge Welt immer noch nicht beendet? Was ich an der Sache bei den „Oberdemokraten“ der PDL so heuschlerisch finde, das sie einerseits Stalin vorwerfen wie „undedemokratisch“ er doch gewesen ist, wie er mit „Andersdenkenden“ umgegangen ist, und anderseits zeigen diese Herren Gysi,liebisch Lederer und die anderen konsorten wie die mit Andersdenkenden umgehen unter den Motto wer nicht für uns ist ist gegen uns. die PDS ist seit ihrer Umbennenung als sie das Ruder übernahmen im sumpf des Bürgerlichen Lager übergewechselt erinnert euch wie sie Mit Krenz und Honnecker umgegangen sind als sie diese Herren aus der Partei ausgeschlossen haben wie sie Mit Karl.e. von Schnitzler umgegangen sind und anderen ehm Genossen. Ich spreche der PDL-Führung, besser gesagt das rechte Lager in der PDL-das Recht ab über Stalin und seine Politik zu Urteilen.
    Zur Jungen Welt nochmal sichlich würde ich die Junge Welt verteidigen gegen über den konsorten,obwohl mir einige Artikel in der Jungen Welt gerade im ressort „Thema“ nicht alles gefällt, gerade wenn es gegen Stalin geht erinnert sei hier die angriffe seitens von Hager,Brenner und Steigerwald gegen Hans Heinz Holz,der Stalins Politik verteidigt hat, nicht destotrotz habe ich ich soviel Denken im Gehirn das ich mir meinen eigene gedanken darüber machen kann.

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