Bundeswehrauftritt in Dresden gestört (01.09.)

Ein wenig spät, aber trotzdem noch wichtig ist dieser Bericht.

Quelle: Indymedia1

Wie jedes Jahr sollte auch in diesem Jahr wieder zum 01. September eine Podiumsdiskussion über Krieg und Frieden in den Räumen der Dreikönigskirche in Dresden stattfinden. In Anbetracht des historischen Tages und der eine Stunde vorher stattfindenden Friedenskundgebung vor der Kirche, eine durchaus nachvollziehbare Veranstaltung.

Wäre da nicht ein Haken: Ein Vertreter der Bundeswehr als Diskussionspartner!

Unter dem Titel „Bundeswehrreform – für eine Armee des Friedens?“ sollte „in guter Tradition der letzten Jahre“ (so der Verantwortliche) wieder mit einem Vertreter der Bundeswehr diskutiert werden. Denn, so hieß es dann weiter, könne man sich ja oft genug im „eigenen Kreis“ zu Krieg und Frieden besprechen und sich „untereinander selbst bestätigen“, aber hier hätten nun alle die Möglichkeit der direkten Auseinandersetzung mit einem Vertreter der Bundeswehr.

Während in anderen Städten die Bundeswehr aus Schulen, Arbeitsämtern und Messen gejagt wird, laden selbsternannte „Friedenskräfte“ in Dresden selbige ein, um mit ihr zu diskutieren. Die Veranstalter – die „Sächsische Friedensinitiative Dresden“ gemeinsam mit der „Rosa-Luxemburg-Stiftung (Dresden)“ und anderen – verschaffen der Bundeswehr damit Jahr für Jahr eine Möglichkeit, Kriegspropaganda öffentlich vorzutragen. Und jedes Jahr ist der Vertreter der Bundeswehr in voller Uniform anwesend – ein weiterer Affront gegen alle AntimilitaristInnen und Friedenskräfte.

Doch dieses Jahr sollte die Veranstaltung nicht so stattfinden, wie eigentlich von den Verantwortlichen geplant: Bevor der „stellvertretende Kommandeur der Offiziersschule des Heeres, Leiter Lehre/Ausbildung“ überhaupt zu Wort kommen konnte, standen mehrere AntimilitaristInnen auf, entrollten eine Transparent mit der Forderung „Bundeswehr abschaffen!“ und riefen zu einer „Gedenkminute für die vielen Hundert Getöteten durch die Bundeswehr“ auf. Diese wurde vom Verantwortlichen sofort unterbrochen, offenbar war ihm ein geordneter Ablauf der Veranstaltung wichtiger, als der Ermordeten zu gedenken.

Es folgte durch die Protestierenden eine kurze Rede, warum die Bundeswehr kein Diskussionspartner in Friedensfragen sein kann, und die Forderung, dass sich die Menschen im Raum auch gegen den Vertreter der Bundeswehr stellen sollten.

Daraufhin kam es zu lautstarken Auseinandersetzungen, bei denen die AntimilitaristInnen auf den mörderischen Charakter der Bundeswehr hinwiesen und auch klarmachten, dass diese ein Teil der Probleme ist und nicht deren Lösung.

Eine knappe halbe Stunde konnte so der normale Ablauf der Veranstaltung gestört werden, bis sich die AntimilitaristInnen aus dem Raum begaben. Ihrem Aufruf an das Publikum, den Raum ebenso aus Protest zu verlassen, da unter allen Umständen der Bundeswehrvertreter durch die Veranstalter dabehalten werden sollte, schlossen sich einige an.

„Zwar konnte diese Veranstaltung dieses Jahr dennoch stattfinden“, so eineR der AntimilitaristInnen, „doch unser Protest war notwendig und richtig. Wir fordern: Keine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und deren Angehörigen! Sollte nächstes Jahr erneut so eine skandalöse und peinliche Podiumsdiskussion durchgeführt werden, müssen sich die Verantwortlichen auf noch mehr Protest einstellen! Bundeswehr: wegtreten!“

  1. Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. []
  1. 3 Reaktionen

  2. Von Mark am 6. Sep 2011 um 22:00 Uhr

    Bundeswehr weg treten okay aber ausredn lassen gehört eben nunmal zu einer Diskussion dazu sorry.Die Armee des Klassenfeindes kann man nunmal am besten an ihren gefletschten Zähnen ihrer worte erkennen.Wer schon eine solche uniform trägt und von Frieden redet kan sich nur lächerlich machen ,also wovor habt ihr eigentlich Angst.

  3. Von Woschod am 7. Sep 2011 um 01:23 Uhr

    Na ja, würdest Du auch mit Nazis diskutieren? Also ich nicht, davon bin ich inzwischen weit weg. Und mit einem offiziellen Vertreter der Bundeswehr diskutieren… Wozu? Der ist Profi, der hat solche Diskussionen schon hundertemale durch, den kann man nicht mit Argumenten kommen. Und wie ich erfuhr, hat er sogar selber gesagt, dass er ein Angestellter des Staates ist, das er nur so reden kann.

    Also, wozu?

  4. Von gewe am 7. Sep 2011 um 19:36 Uhr

    Wenn jemand zu viel Zeit hat, kann er ja wegen der Demokratie 😯
    seine Zeit mit derartig sinnlosen Diskussionen totschlagen. Ich brauche jedenfalls keine Diskussionen, um zu erfahren mit wem ich es zu tun habe. Aber wer halt unbedingt als Blinder mit seinem Demokratie-Krückstock 😯 versuchen will, Licht in sein Leben zu bringen, der lasse sich von solchen Leuten auch weiterhin verarschen. Nur nicht heulen, wenn diese Friedensapostel eines Tages so gar nicht friedlich reagieren und der Demokratie 😯 halber und natürlich der Frrrrreiiiiheiiiittt 👿 wegen andere Menschen ins Jenseits bringen. Wie gesagt, meine Zeit ist mir zu kostbar für derart sinnlose Diskussionen. Da gibt es vieles, was mehr Spaß macht und dem Frieden dienlicher ist …

Zu diesem Beitrag sind keine Kommentare möglich.